Monatsarchiv: September 2010

Volta Region


Hallo,

Nach etwas laengerer Zeit gibt es nun mal wieder einen Eintrag.

Ich bin Montag Abend von einer Wochenendreise in die Volta Region zurueckgekehrt. Urspruenglicher Hintergrund war es die Beerdigungsfeier von der Grossmutter meines Arbeitskollegen in Peki zu sehen und auf dem Rueckweg Dokumente fuer eine gemeinsames Projekt bei der Volta River Authority (VRA, fuer die Stromversorgung in Ghana zustaendig) abzugeben. Neben diesen Zielen, kamen zum Teil geplant, zum teil eher spontan noch ein Ausflug zum Wli Wassrfall nahe der Stadt Hohoe, sowie ein Besuch des Monkey Sancuarys in Tafi Atome hinzu. Aber nun ganz von vorne….

Freitag, den 24.September sind wir zunaechst mit einem Tro-Tro (mi tuber 20 leuten gefuellt) in die Volta Region nach Peki aufgebrochen, um die Beerdigungsfeier am naechsten Tag zu sehen. Die Hinfahrt war bereits der Hammer, volles Tro-Tro, die Hintertueren geoeffnet, wir in der letzten Reihe und dann fing es an zu regnen. Aber kein Problem, im Radio lief Bob Marley mit Three Little Birds! “Don’t worry, about a thing, cause every little thing, gonna be alright..” Hat meine Stimmung auf jeden fall aufgeheitert, gerade weil der Verkehr in Accra wieder mal die Hoelle war. Haben 2 Stunden gebraucht bis wir die Stadt verlassen hatten und weitere 2 Stunden bis wir am Ziel waren. Am spaten abend angekommen, haben wir gegessen und dann, wie ist wohl in dieser Region ueblich ist von der verstorbenen Abschied genommen. Sie war in einem mit aufleuchtenden Lichterketten und Plastikpflanzen versehenen Sarg aufgebahrt. Die Frauen der Familie haben gesungen, getanzt und getrauert.

Am nachsten Tag war dann der Gottesdienst und die Beerdigung. Die noch nicht fertiggestellte Kirche befand sich, ohne Waende mitten im tropenartigen Wald. Der Gottesdienst dauerte ca. 3 Stunden und es wurde viel Musik gespielt, Frauen tanzten und man betete naturlich. Auf jeden fall nicht mit einem deutschen Gottesdienst zu vergleichen. Die Beerdigung hingegen schon eher, bis auf das wieder viel gesungen wurde und der Sarg im Kofferaum eines Taxis zum Friedhof gefahren wurde. Nach der Beerdigung wurde gegessen und man hat sich verabschiedet. Leider keine Musik wie es glaub ich hier sonst ueblich ist.

Am nachsten morgen wollten wir uns dann auf den Weg ins Monkey Sanctaury nach Tafi Atome machen, haben uns dann aber noch kurzfrsitig dazu entschieden noch weiter in den Norden nach Hohoe zu fahren, um dort noch einmal Geld abzuholen fur die restliche Reise. In Hohoe angekommen sind wir zum einzigen Geldautomaten, der aber, wer ahnt es nicht funktionierte. Der Pfortner der Bank versprach uns, dass der Automat bis 12 Uhr repariert ist. Zu diesem Zeitpunkt war es ungefahr 8 uhr, also noch genugend Zeit um den nahe gelegenden Wli Wasserfall zu sehen. Das war es auch auf jeden Fall wert, sehr beeindruckend und der grosste Wasserfall Westafrikas.

Wieder zurueck in Hohoe, um 12 Uhr, war der Automat naturlich immernoch nicht repariert und man sagte uns dass gegen 16 Uhr vielleicht jemand kommen wuerde. Zum Glueck hatte mein Arbeitskollegen einen alten bekannten in der Stadt be idem wir uns Geld leihen und unsere Reise fortsetzen konnten.

Nachmittags in Tafi angekommen, wurden wir auch schon von den ersten, in dem Dorf als heilig geltenden, Affen begrusst. Schon faszinierend wie sehr sie sich an den Menschen gewoehnt haben. Ob das gut ist, ist eine andere Frage. Frueh schlafen gegangen, haben wir am naechsten Morgen nochmal eine private Tour inclusive eigener Fuetterung mitbekommen.

Auf dem Rueckweg, die Unterlagen im VRA Buro am Staudamm in Aksombo abgegeben, den riesigen Staudamm besichtigt und uns dann wieder auf den Heimweg nach Accra begeben, ohne viel Verkehr, offene Tueren und auch ohne Regen.

Dienstag ging es dann wieder in den normalen Alltag ueber, wobei es leider so weiterging, wie es in der vorherigen Woche aufhoerte, ohne Aufgabe und Arbeit.

Grund hierfuer ist, dass die Organisation gerade einen politischen Machtwechsel erlebt hat und Posten, Positionen und Machtansprueche wohl noch geklaert werden muessen. Ich haette nicht gedacht, dass Nicht Regierungs Organisationen davon so betroffen sind. Interessant ist auch, wie solche Dinge hier geregelt werden. Egal, die naechsten Wochen koennte es jedoch wohl so weiter gehen, was langsam ein wenig sehr frustrierend wird. Aber mal sehen wie sich die Dinge entwickeln. Mitte Oktober sollten entsprechende Entscheidungen getroffen werden.

Ausser diesem Problem muss ich aber betonen, dass Land und Leute schon hammer sind. Obwohl man hier als Weisser immer auffaellt, fuehle ich mich nie unwohl, betroht oder dergleichen. Viele Gruessen einen und jeder auf seine individuelle Art und Weise. Koennten sich manche Deutsche noch mal was von abschauen…

Ich wuensche euch einen schoenen Abend.

Liebe Gruesse aus dem nie schlafenden Accra,

Jonas

Guten Morgen, dein Zimmer steht unter Wasser!


„Ruven?? Fabian?! Steht auf!“, ich schaue auf mein Handy und will wieder in meinen Schlaf zurück, als ich sehe, dass es 5.30Uhr ist. „Hier ist überall Wasser!“, „Ja klar… Wasser.“, denke ich und bin mir sicher, dass ich schon wieder eingeschlafen bin. „Jetzt kommt endlich!!“, ich mache meine Augen doch auf. Cornelius steht vor mir. „Das ganze Zimmer steht unter Wasser!“, er hat recht. „Ach  du scheiße, er hat recht!“, auf einen Schlag bin ich wach. Das ganze Zimmer steht ca. 2 cm unter Wasser. Ich mache mich geistesabwesend daran, Wasser zu schöpfen. Fabi und Cornelius bringen alle Sachen in Sicherheit, die auf dem Boden liegen. Unter anderem: Cornelius Laptop und Mareikes Spiegel-Reflex Kamera. Hoffentlich ist das nochmal gut gegangen… Glücklicherweise habe ich keine Wertgegenstände auf dem Boden liegen lassen.  Erst mal müssen wir herausfinden, woher das Wasser kommt. Die Ursache ist schnell aufgedeckt. Die Wasserversorgung für die Toilette muss man hier manuell auf und zu drehen. Richtig… man muss sie auch zu drehen. Das ist, was der glorreiche Fabian zu nachlässig am Abend davor getan hat. So ist über sieben Stunden in der Nacht einiges an Wasser über den Spülkasten gelaufen und unser frühes Desaster erklärt sich.

Jedenfalls hatten wir das Zimmer nach 20mins größtenteils wieder trocken. Die Wasserspur ging bis raus auf die Terrasse und wir haben schon überlegt, wie wir es anstellen können, dass es aussieht, als wäre Sakkordie der Schuldige. Der Gute wohnt direkt nebenan. Sowohl die Kamera als auch der Laptop sind übrigens heile geblieben.

Diese Morgen-Aktion hatte mit sich geführt, dass wir die ersten waren, die sich in der Liste der Schule in der Spalte „erschienen um …Uhr“ eingetragen haben. Dann ging es wieder ans Bücher registrieren. Mittlerweile ist Samstag und wir haben alle Bücher eingetragen. Einen Teil haben wir sogar schon beschriftet. Wenn wir damit fertig sind, müssen wir uns nur noch überlegen, wie wir das Gesamtwerk anordnen und wir sind feritg.

Am Freitag waren Mareike und ich nochmal in Kumasi. Wir mussten noch verschiedene Sachen besorgen und ich wollte unbedingt in ein Internet-Café. Wie im vorigen Beitrag geschrieben, fühle ich mich ohne Internet ganz schön ausgeschlossen und isoliert. Eine neue Simkarte wollte ich auch noch besorgen. Mittlerweile habe ich drei verschiedene ghanaische Handykarten. Niemand konnte mir nach dem schmerzlichen Verlust meines Mobil-Telefons richtig weiterhelfen, welcher Tarif hier der günstigste für einen Nach-Hause-Telefonierer ist. Ich habe mir also gedacht: „Ruven!“, hab ich gedacht, „ Du lässt dich nicht lumpen und probierst die bekanntesten aus.“

So ist es dann gekommen, dass ich im Moment drei verschiedene Nummern habe. Wie könnte es anders sein, der günstigste Tarif ist der, den ich auch mit meinem alten Handy hier hatte. Damit kostet es mich umgerechnet ca. 7 Cent pro Minute, um nach Deutschland zu telefonieren.

Nachdem wir einkaufen waren, stand das Internet-Café auf dem Programm. Direkt neben der Post gibt es hier ein Super Café- zwar ist das etwas teurer als die anderen, aber dafür bietet es Internet, so schnell wie daheim. Dazu kommt die gut funktionierende Klima-Anlage. Zu gut, möchte man sagen. Eine Stunde bei 18°C und europäischer niedriger Luftfeuchtigkeit später hat man sich echt daran gewöhnt. Dann folgt der Schock, beim rausgehen. Es ist nicht unbedingt heiß, aber drückend warm und verdammt feucht. Man fühlt sich ein bisschen so beim Verlassen der Räumlichkeit, als ob man gegen eine Wand läuft. Eine Wand aus Wärme und Wasser. Eigentlich habe ich mich total an das Klima hier gewöhnt, aber dieser Moment hat mich daran erinnert, wie wir einen Monat zuvor aus dem Flieger in Accra gestiegen sind. Richtig. Einen Monat ist es schon her, dass ich mir gesagt habe: „Bis im Sommer, Deutschland!“

Die Fahrt zurück nach Denchemouso war dann ziemlich abenteuerlich. Abends flüchtet die halbe Bevölkerung der Stadt in die Außenbezirke. Das bedeutet viel Betrieb an der Trotro-Station. Da heißt es Kampferfahrung sammeln! Alle stehen fein säuberlich an und es wird nicht gedrängelt. So ist das nicht… wenn da nicht das Wörtchen „Aber“ wäre. ABER sobald ein Auto in Sicht ist, dass in die richtige Richtung fährt ist es vorbei mit den guten Manieren. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Es kommt auch vor, dass der, der als zweiter kommt zuerst malt, weil er den ersten wieder weg zieht. In kürzester Zeit schwappt eine Welle von 20 Menschen in die Minibusse. Unglaublich. Wir haben eine Stunde lang gewartet und sind dann mit einem Trotro gefahren, dem ich keinen weiteren Meter zugetraut hätte. Bei jeder Rechtskurve sind wir komplett aufgesetzt. Kraaaaatz und Schraaapppp!! (Hat ja schon fast was von Micky-Maus Comics…)

Wir sind sicher angekommen.

Ruven

P.S.: Die Person, von der ich am Ende des letzten Beitrags gesprochen habe, war übrigens zufällig auch online, als ich im Internet war. Hab mich sehr gefreut J

#5 #6


So ich habe gerade gemerkt, dass ich seit 10 Tagen nichts blogmäßiges geschrieben hab, also dürfte alles was jetzt kommt eher in Kurzfassung und etwas durcheinander kommen. Ich weiß noch, dass wir an einem Dienstag zurück gekommen sind und ich jetzt also über einen Mittwoch berichten sollte… Ein Mittwoch an den ich mich jedoch gar nicht erinnern kann! Nun ja, die letzten paar Tage waren auch nicht allzu eindrücklich. Ich erinnere mich noch, dass wir in letzter Zeit oft gut und viel gegessen haben, zum Beispiel Jolloffreis (Tomatenreis mit unterschiedlichem Gemüse). Außerdem haben wir im Laden um die Ecke ein Joghurteis gefunden, welches seinen Zweck mehr als genügend erfüllt, nämlich den Zuckerhaushalt aufrecht zu erhalten. Ach ja, außerdem haben wir am Freitag nach unserer Rückkehr aus Sunyani  etwa 6 Stunden Essen gemacht, mit der freundlichen Unterstützung von Milis Mutter und Mili selbst. Es gab wieder mal Kochbananen mit einer Art Spinatsoße. Diesmal jedoch nahmen wir nicht den Fisch, welcher der Soße Geschmack geben sollte. Denn uns allen schmeckt der ghanaische Fisch nicht so recht. Er sieht auch nicht allzu appetitlich aus, wenn man ihn kaufen will. Naja, dann gab es jedenfalls noch ein Highlight: Bofrot. Darunter kann man sich eine Art Pfannkuchen (also ich meine Berliner, oder wie auch immer…) vorstellen, die jedoch ohne Zuckerglasur oder Marmelade gemacht werden. Es war ein lustiger Nachmittag und Mareike und ich wurden oft wegen unserer Unfähigkeit ausgelacht. Wir aßen an diesem Abend so viel, dass wir, als wir danach in die Bar gingen kaum noch etwas trinken konnten.

Eines Tages wollten wir Bananen und Orangen holen, denn Obst ist zu meiner neuen Süßigkeit geworden, weil sie erschwinglich und lecker zugleich ist. Nun ja, nach kurzer Zeit waren die Kinder wieder um uns versammelt und wir erzählten ihnen von unserem Vorhaben. Das geniale war, dass sich Meawis für uns eingesetzt hat und wir durch sie auf irgendeinen Hinterhof gebracht wurden, auf dem wir dann Bananen für wenig Geld kaufen konnten. Die Verkäuferin hat nebenbei auch noch 2 Jahre in München verbracht. Deswegen kann sie auch das Basic-Deutsch. Das ist eigentlich immer ganz witzig. Auf dem Rückweg wollten wir noch Orangen kaufen. Meawis lief zu einer Tür, die wir vorher nie angerührt hätten, klopfte und wir bekamen 10 Orangen für umgerechnet etwa 50 Cent. Seit diesem Tag kauften wir eigentlich fast jeden Tag. 10 Orangen, etwa 20 Bananen und 10 Packungen Erdnüsse. Klingt viel, ist aber ratzfatz weg!

Am Sonntag nach der Rückkehr gingen wir mit Jeff in die Kirche. Das war alles anstrengender als gedacht. Am Vorabend rief ich Jeff an, um ihm unsere Entscheidung mitzuteilen. Er redete viel und letztendlich teilte ich den anderen mit, dass wir um 9 abgeholt werden sollten. Glücklicherweise stand ich am nächsten Morgen viel zu früh auf und erfuhr, dass wir um 8 abgeholt werden sollten. Sakkordie bestellte uns ein Taxi zur Kirche und wir genossen die Fahrt. Angekommen, liefen wir erstmal in die falsche Kirche. Nach der Aufklärung der Verwechslung gingen wir dann zur riesigen Kirche nebenan, die aber noch nicht annähernd fertig gebaut war, jedoch immerhin ein Dach hatte. Wir erfuhren, dass um 9 der Gottesdienst beginnen würde, wir waren also 30 Minuten zu früh.

Nach einer Stunde kam Jeff mit seiner Tochter, die wirklich unglaublich süß war. Er meinte auch, dass sie süß sei, aber fett J Nun ja, er erklärte uns die Eigenarten der Kirche und übersetzte uns die Predigt, die auf Twi war. Außerdem forderte er uns auf zu tanzen, was wir später auch taten. Alle tanzten! Zwar nicht die ganze Zeit, aber während Lieder gesungen wurden, ging es los…

Unglücklicherweise sollte zu diesem Gottesdienst ein Pastor verabschiedet werden. Es war eine meiner Meinung nach unwürdige Verabschiedung, in der es nur um Geld und Anerkennung ging. Sie erinnerte kein Stück an das Ghana, welches ich kennen gelernt hatte. Aber in einer gewissen Hinsicht, sagte Jeff, ist das wohl Tradition. Naja, nach 5 Stunden Gottesdienst waren wir erledigt und durften nach Hause.

Die nächsten Tage bestanden für mich aus Entspannung. An einem Tag ging ich mit Ruven und Cornelius Basketball spielen. Das zeigte mir, dass ich total aus der Form bin. Naja, vielleicht war ich auch nie genug in Form um ernsthaft Basketball zu spielen. Heute, am Freitag, 17. September, war ich nochmal mit am Basketballplatz, nahm mir aber einen Volleyball mit. Dadurch kam ich endlich mal wieder zum Spielen.

Am Mittwoch hätte eigentlich die Schule beginnen müssen, doch der Schulstart wurde verschoben. Genau, wie der Tag, an dem wir umsonst Internet und ID Cards bekommen sollten. Naja, anders als die beiden Dinge, wird die Schule aber relativ sicher nächste Woche Dienstag beginnen. Wir haben jetzt auch unsere Aufgabenfelder bekommen. Ich werde mehr zu tun haben, als ich erwartet habe. Was sicherlich von Vorteil sein wird, weil so die Zeit schneller vorbei gehen wird. Und ich am Ende auch auf etwas zurückblicken kann, für das ich mich nicht zu schämen brauche.

Gestern waren wir dann noch in Kumasi und haben uns das Kulturzentrum angeschaut. Das war zunächst nicht übermäßig spannend. Wir waren im Prempeh II. Museum, wo wir durch ein Rund geführt wurden und uns zu Ausstellungsstücken, wie Bildern, Trommeln und Gebrauchsgegenstände unterschiedlicher Asantekönige, Geschichten angehört haben.

Später jedoch sind wir auf eine Trommelschnitzerei gestoßen, wo Trommeln selbst gemacht wurden, pro Trommel etwa eine Woche Arbeit. Einfach geil! Dort und im nebenstehenden Souvenirshop haben wir noch lange Zeit verbracht, bevor wir nach einem Einkaufsbummel zurück nach Hause gefahren sind.

Wenn ich mir diesen Blockeintrag so anschaue, dann spiegelt er die letzten Tage ziemlich gut wieder. Es gab ein, zwei kleine Höhepunkte, aber sonst bestand unser Leben nur aus Faulenzerei und Essen (kochen).

Und wieder sind viele Tage vergangen, an denen ich nichts geschrieben habe, jedoch ist es diesmal anders… J Zunächst trug sich nicht viel zu und dann passierte so viel, dass ich entweder keine Zeit oder keine Kraft hatte um wirklich viel zu schreiben.

Heute ist ein Sonntag und ich habe es mir erlaubt nicht mit zur Kirche zu gehen. Dafür erntete ich Unverständnis und misstrauische Blicke von Sakkordie, aber da muss ich wohl durch. Tja, so habe ich wenigstens Zeit mal in aller Ruhe etwas zu schreiben. So, was ist also passiert in den letzten 10 Tagen? Naja, vorletzten Freitag (der 17.9.) war eigentlich das Board Meeting geplant, also warteten wir den ganzen Tag nur darauf… Es fand letztendlich nicht statt, aber das hatte nichts mit ghanaischer Gelassenheit zu tun, sondern viel mehr mit einem unschönen Vorfall. Apau, der Architekt der Schule, erwischte eine Person (ob Schüler, oder Fremder ist uns nicht bekannt) bei einer unschönen Aktion im Badezimmer und schloss ihn daraufhin in selbigem ein. Das wiederum erzürnte dessen Familie so sehr, dass sie Apau zur Polizei schliff… Naja, im Endeffekt war Apau wohl im Recht, aber eben auch den ganzen Tag bei der Polizei. Somit konnte das Treffen nicht stattfinden. Beim eigentlichen Treffen war Apau dann jedoch nicht mal anwesend. Aber ich glaube sowieso, dass wir, was diesen Vorfall angeht einigen Missverständnissen gegenüber stehen. Nun ja, sei es, wie es ist. Samstag wollten wir uns dann endlich mal wieder dem Internet hingeben, doch, oh Schmach, das Internet Cafe wollte immer noch nicht so wie wir es wollten. Freundlicherweise wurden wir zu einem anderen Internet Cafe überwiesen. Mir war aber nach den ersten Minuten online klar, warum Jeff uns nicht in dieses geführt hatte. Nachdem wir alle enttäuscht und etwas frustriert nach Hause gingen, meldete sich aber Milicent und lud uns ein, mit ihr am Abend in eine Bar in Kumasi zu gehen. Was wir natürlich auch taten! Wir schnappten uns also ein Taxi und ein Trotro nach Kumasi und fuhren dann mit Mili zur Bar.

Zunächst setzten wir uns rein, weil es draußen zu kalt war. Hier bestellten wir unsere Getränke und vertieften uns in ein Gespräch. Ich zeigte Mili meinen Kartentrick, woraufhin sie überaus erstaunt war und es einfach nicht fassen konnte, dass ich ihre Karte gefunden habe. Daraufhin haben wir ihr Mau-Mau beibringen wollen. Das hat auch irgendwie geklappt, aber so ganz kapiert hat sie es wohl nicht… hihi Dann jedoch ereilte sie ein Anruf von ihrem Freund, der ihr erklärte, dass seine Mutter unbedingt ins Krankenhaus müsse und sie bitte kommen solle. Natürlich ließen wir sie gehen, nachdem wir ihr beteuerten, dass wir schon allein nach Hause finden würden. Die Stimmung war danach selbstredend bedrückt. Wir bestellten einfach noch etwas zu essen, nach Trinken war uns aber nicht mehr. Nach etwa 15 Minuten kam Mili zurück… Unerwartet! Sie klärte uns auf: ihr Freund sei extrem eifersüchtig, weswegen er ihr die Geschichte über seine Mutter erzählt habe. Schlussendlich, habe er nur abchecken wollen, ob sie wirklich in besagter Bar, mit besagten Leuten sei und sich nicht mit irgendwelchen Kerlen träfe… Sie konnte drüber lachen, aber ich will nicht wissen, was passiert wäre, wenn einer von uns 3 Kerlen, das bei seiner Freundin gemacht hätte.

Wie auch immer, danach haben wir uns dann trotzdem raus gesetzt, weil es drinnen einfach zu schicki micki war… Draußen ging die Post ab, da war eine Live-Band und eine Tanzfläche (auf der aber nur wenige Leute tanzten, aber mit der Zeit, stieg auch der Durchschnitt der tanzenden Personen).

Irgendwann wurden wir von Mili überredet zu tanzen, zunächst zierten wir uns, aber letztendlich fanden wir uns auf der Tanzfläche wieder. Einen der Tänzer muss ich aber noch erwähnen. Er war ziemlich offensichtlich betrunken und tanzte (wenn man das, was er tat, als tanzen bezeichnen möchte) völlig ohne Takt und Ästhetik. Man musste praktisch jedes einzige Mal lachen, wenn man ihn anschaute. Er war klein gewachsen, und hatte riesige Schuhe an. Milicent, der ich so etwas, wie Schadenfreude gar nicht zugetraut hätte, war sogar diejenige, die uns auf ihn hinwies.

Naja, dann war der Abend auch schon bald wieder vorbei und wir fuhren nach Hause.

Zwei Tage später fand dann besagtes Meeting statt. Wir wachten auf und wurden von Sakkordie angehalten uns doch zu beeilen, weil das Meeting gleich anfängt… Bis zu dem Zeitpunkt wussten wir nur, dass es ein Meeting geben sollte. Aber die Zeit wurde uns nie mitgeteilt. Naja, wir kamen natürlich etwas zu spät, so wie auch die meisten.

Aber da das Meeting mit einem Frühstück begann, spielte das keine Rolle. Im Meeting selber ging es eigentlich nur darum, dass uns unsere Rechte und Pflichten auf dem Campus klar gemacht werden, dazu gehörte absolute Gehorsamkeit den Autoritäten gegenüber, Vorbildcharakter für Schüler übernehmen (also keine Unanständigen Sachen tragen, oder tun), der Schule verbunden sein und, und, und… Das Meeting dauerte gute 6 Stunden oder so. Danach war ich für meinen Teil auf jeden Fall am Ende. Denn nach 3 Stunden zuhören, konnte ich mich einfach nicht mehr ernsthaft konzentrieren. Das klingt jetzt alles ziemlich negativ und ein Stück weit war die Umsetzung des Meetings nicht so großartig, aber wenn Jeff geredet hat, kam ein wenig Stimmung in die Bude, weil er alles sehr emotional besprochen hat. Naja, irgendwann war es auf jeden Fall auch wieder vorbei und wir machten uns auf nach Kumasi, weil wir noch einige Sachen brauchten, Briefe abschicken mussten und ein anderes Internetcafe ausprobieren wollten. Wir schafften es gerade so unsere Briefe zur rechten Zeit, kurz bevor die Post schloss, abzugeben, jedoch war die Interneterfahrung daraufhin nicht so positiv. Naja, man kann ja nicht alles haben. Auf dem Rückweg wollte ich partout nicht mehr als 5 Cedi für ein Taxi bezahlen müssen. Aber an ein Trotro war nicht so recht ranzukommen. Also liefen wir den Weg des Trotros, um vielleicht irgendwann mal einen Treffer zu landen. Auf dem Weg fragte uns einer wohin wir wollten. Er wohnte nur 5 Minuten von uns entfernt, weswegen er uns den preiswertesten Weg weisen wollte. Wir kamen also ins Gespräch… Es stellte sich heraus, dass er schon in Deutschland war (sogar in Leipzig!). Dadurch konnte das Gespräch auch halbwegs gut aufrecht erhalten werden. Wir liefen etwa eine halbe Stunde bis hin zum Krankenhaus, um dort doch in ein Taxi einzusteigen. Und zwar zu sechst… Unsere Begleitung war nämlich noch mit einer fülligen Frau unterwegs, weswegen Mareike dann das große, aber witzige Vergnügen hatte, sich mit besagter Frau den Vordersitz zu teilen…

Wie auch immer, Prince und seine Begleitung waren uns allen extrem sympathisch, weswegen wir die Nummern austauschten und uns bald mal wieder treffen wollten.

Am nächsten Tag war ein nationaler Feiertag, also dachten wir uns, dass man doch mal zum See fahren könnte, von dem wir bis dahin viel gehört hatten. Wir fuhren dafür nach Kumasi, von da aus zu einem Dorf und aus dem Dorf fuhren wir mit dem Taxi zum See Bosomtwe. Dieser war in einem absolut idyllischen Tal mit großartigster Fauna und Flora. Es sah aus, wie im Paradies! Anders kann man es einfach nicht beschreiben. Der See hatte gefühlte 30 Grad Temperatur… Aber immerhin, wir konnten endlich mal wieder baden. Und diesmal musste ich mich nicht mal schlecht dabei fühlen, weil noch ganz viele Einheimische mit uns im Wasser waren. Zum Überfluss war an diesem Dienstag auch noch das großartigste Wetter, das man sich wünschen kann (Mareike hatte am Ende des Tages einen kleinen Sonnenbrand). Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen… Wir haben den Tag genossen. Das Problem war nur, dass wir etwa 2,5 Stunden Fahrtzeit für eine Strecke hatten… Das heißt so viel hatten wir von dem See auch wieder nicht. Aber was beklage ich mich J

Die nächsten paar Tage waren extrem arbeitsreich… Am Mittwoch trafen wir uns zunächst mit Kwagye oder Kwakye (wie sein Name nun geschrieben wird, weiß ich nicht so recht, aber gesprochen wird er Quad(t)sche). Er ermöglichte uns endlich die ID Cards zu bekommen, mit denen wir uns hier in Ghana ausweisen können sollten. Dafür mussten wir zunächst erstmal unsere Namen aufschreiben und dann Bilder machen lassen. Am Abend machten wir uns dann mit Kwakye aus, wollten wir zurück kommen und uns endlich das kostenlose Internet zulegen. Doch das lag noch in weiter Ferne! Wieder zu Hause, halfen wir zunächst einmal mit den Treppen. Dafür schoben wir unzählig viele Fuhren Sand mit einer Schubkarre von A nach B. Das war extrem anstrengend, ich glaube ich war selbst nach dem heftigsten Krafttraining nicht so fertig, wie an diesem Tag. Aber mit den Treppen war es nicht getan, dann stand unsere nächste Aufgabe bevor: die Bibliothek. Wir sollten Bücher aus Deutschland in eine Liste eintragen. Klingt erstmal nicht so problematisch, aber es waren halt auch etwa 100 Bücher. Tja, es dauerte etwa zwei Stunden bis wir damit abgeschlossen hatten. Die Sache war nur, dass die existierende Liste unvollständig war und sowieso nicht so hilfreich. Also machten wir uns zur Aufgabe die Bibliothek general zu überholen. Also wollten wir alle 800 Bücher neu in eine Liste aufnehmen, dabei Autor, Titel, Thema, Sprache und Anzahl feststellen. Das nahm dann die nächsten 2 Tage in Anspruch. Nach der Bestandsaufnahme ist es nun unser Ziel, allen Büchern einen Code, basierend auf seine Daten zu geben und somit ein System in die Bibliothek zu bringen. Mittlerweile sind wir beim Code geben und haben schon weit über 10 Stunden daran gearbeitet.

Aber zurück zum Mittwoch… Nach dieser Arbeit war ich also noch geschaffter und hatte eigentlich nur noch Lust auf schlafen. Pustekuchen! Kostenloses Internet lag in der Luft. Also liefen wir zurück zur Uni und ließen an unseren Laptops rumwirtschaften. Nach gefühlten 2 Stunden hatten wir immer noch nicht das gewünschte Ergebnis erreicht. Als wir gerade nach Hause gehen wollten, sah ich, wie einige Leute Badminton spielten, also wollte ich mitmachen. Das tat ich dann auch, jedoch versagte ich, wie auch Cornelius, der später dazu kam, auf ganzer Linie. Aber das war uns egal, weil es trotzdem Spaß machte.

Am Donnerstag passierte nicht viel… Ruven und ich verbrachten den halben Tag der Bibliothek (zwischendurch ließ ich mich im Tischtennis von Schülern abziehen) und am frühen Abend dann besorgten wir für Cornelius und Mareike noch die Zutaten für Red-Red (Bohneneintopf mit fritierten, reifen Kochbananen). Dabei holten wir unter anderem auch Palmenöl, was wir aber unglücklicherweise am Stand liegen ließen, es jedoch nicht bemerkten. Auf dem Rückweg fiel uns ein, dass wir doch noch Antimalariamittel brauchten. Also gingen wir zurück in Richtung Markt, in dessen Nähe eine Apotheke war. Gerade als wir wieder aufbrechen wollten, kam uns die Frau vom Stand entgegen und brachte uns das Palmöl. Einfach so… Es war unglaublich! In Deutschland hätte es keine Sau so sehr gezuckt, dass sie dir hinterher rennt! Es war natürlich verhältnismäßig einfach uns zu finden, denn man musste nur den Broni-rufenden Kindern hinterher laufen, aber es geht auch ums Prinzip! J

Am Freitag beendeten Ruven und ich dann die Liste der Bücher, Zeitungen und Schallplatten (dabei waren auch einige Schätze, die man sicherlich für gutes Geld verkaufen könnte…). Aber es gab hier noch einen kleinen besonderen Zwischenfall… An unserem WC muss das Wasser manuell an und aus gestellt werden, um dann, wenn der Behälter voll ist, spülen zu können. Irgendwie muss ich es vor Müdigkeit am Vorabend vergessen haben, den Hahn zurück zu drehen… So ist es jedenfalls nicht verwunderlich, dass wir am nächsten Morgen etwas ungemütlich von Cornelius geweckt wurden. Denn unsere ganze Wohnung stand unter Wasser… Bzw, wortwörtlich etwa drei Viertel. Und unter der Tür ist das Wasser auch noch nach draußen geflossen und den Gang entlang… Bestimmt 10 Meter. Zum Glück ist es Cornelius relativ früh aufgefallen, sodass wir die Spuren meines Versagens noch Verwischen konnten. Ich fing sogleich an meine Sachen zu Waschen, so fragte auch keiner nach, woher die Wasserlachen vor unserer Tür kamen. Alles in allem ein sehr turbulenter Start in den Tag. Tja, danach und nachdem Ruven und ich in der Bibo fertig waren, begab ich mich dann mit Cornelius zurück zu Uni, um endlich mal das mit dem Internet hinzubekommen. Und es funktionierte natürlich wieder nicht, also gingen wir ganz unverblümt zurück zum Computermenschen (der übrigens übertrieben cool drauf war) und ließen uns sagen, dass es eigentlich funktionieren müsste. Also probierten wir es an einer anderen Stelle aus, und siehe da es lief. Sogar erstaunlich schnell. Fast so schnell, wie in Deutschland! Aber wir probierten es an einer Stelle aus, an der es keinen Strom gab, weswegen der Spaß auch ziemlich genau nach einer Stunde vorbei war, was aber auch gar nichts ausmachte! Denn wir waren neben der Angelegenheit mit dem Internet auch wegen Sport gekommen. Ich wollte sehen, ob ich endlich mal zum Volleyball spielen kommen würde und Cornelius wollte Basketball spielen, denn wie wir vom Badmintonspieler gehört hatten, war jeden Tag ab etwa 4 Uhr Sport bis Sonnenuntergang (also etwa 2 Stunden) angesagt. Also ich zum Feld kam, war dort aber absolut niemand… Also fragte ich nach. Ich wurde von 4 älteren Herren an einen jüngeren überwiesen, der mir anbot bis es losgeht doch bei ihm auf dem Zimmer zu chillen. Da ich nicht so recht wusste, was ich davon halten sollte, sagte ich einfach mal ja. Wir holten noch schnell Cornelius ab, der noch im Internet war und gingen mit besagter Person, deren Name ich leider vergessen habe, mit. Ich fühlte mich unwohl bei dem Gedanken, dass er wusste, dass ich einen Laptop mithabe und dann noch auf seinem Zimmer zu sein. Tja, es stellte sich heraus, dass er selbst einen Laptop hatte und extrem entspannt drauf war. Auch seine Zimmergenossen waren ganz cool drauf und spielten alle Basketball. Naja, irgendwann gingen wir zurück zum Sportplatz und sofort war mein Herz erfüllt von Freude! Da spielten ernsthaft welche Volleyball! Ich stellte mich an, um möglichst bald mitzuspielen. Nach einem Satz, war ich dann dabei. Es spielte keine Rolle, dass ich zunächst versagte, denn es war einfach großartig wieder ordentlich Volleyball zu spielen! Naja, ordentlich ist jetzt die Frage, aber es kamen ganze Spielzüge zustande und es war niveauvoller also das Spielen der meisten Hobbyligen. Am Ende des Trainings hielt der Trainer noch eine kleine Rede und sagte, dass am nächsten Tag um 5:30 Trainingsbeginn sei. Natürlich in der Frühe… Das möge jetzt manchen abschrecken, aber ich freute mich so sehr, dass ich mich am freitäglichen Abend schon um 20:30 ins Bett begab und mich zum Schlafen zwang. Und der nächste Tag war großartig! Zwar waren die ersten, wie es sich für Ghana gehört erst gegen 6 bis 6:30 da, aber das machte nichts, denn so konnte ich mich in aller Ruhe aufwärmen, sodass ich sogar ziemlich gut spielte und extrem viel Spaß mit den ganzen Leuten hatte. Gegen 8:45 wir der ganze Spaß vorbei… glücklicherweise, sonst wäre ich wohl noch umgefallen! Aber es zwischendurch gab es sogar eine kleine Verschnaufpause mit kostenlosem Getränk. Echt luxuriös! Naja, am Ende des Trainings kamen wir nochmal zusammen und stellten uns alle vor. Dann ließ der Trainer verlauten, dass wohl auch Spiele bevor stehen würden. Mitspielen, denke ich werde ich nicht dürfen, weil ich kein Mitglied der Universität bin, aber ich wurde eingeladen, am kommenden Mittwoch Schiedsrichter für ein Freundschaftsspiel zu sein. Das finde ich ganz gelungen! J

Naja, bald darauf bin ich mit Ruven, der später zum Basketballspielen gekommen ist, wieder in Richtung Denkyemuoso gegangen. Als ich dann im Sessel saß, war ich tot! Den Rest des Tages bewegte ich mich nur noch sehr langsam und versuchte viele Pausen einzulegen. Aber ganz ohne Arbeit ging es dann doch nicht, denn die Bibliothek betreute sich nicht von alleine! Und eingekauft und gekocht werden musste auch noch. An diesem Abend hatten wir uns auch mit Prince verabredet. Er wollte vorbei kommen, sodass wir eine Zeit und einen Ort ausmachen könnten. Er kam aber nicht vorbei. Und um 20:30 schließlich rief er dann an, um zu fragen, wann es losgeht… Das hatten wir nicht erwartet, also mussten wir absagen. Schade, aber ich bin ja auch noch ein paar Wochenenden hier J

Eine kleine Sache fällt mir noch zum Samstag ein… Es viel uns nämlich auf, dass wir 120 Cedi, die wir 3 Tage zuvor in die Gemeinschaftskasse eingezahlt hatten, schon wieder zu 2 Dritteln aufgebraucht hatten. Eigentlich sollten die 120 Cedi für eine Woche reichen… Also entschieden wir uns die Ausgaben für das Essen auf ein Minimum zu beschränken. Es gab Reis mit Tomatensoße… Dazu sei gesagt, dass der Reis halbvergammelt war, weil er ja im Wasser übernachtet hatte, die Tomaten waren auch nicht mehr die reifsten und auch die Pfefferschoten hatten schon bessere Tage gesehen. Als Nachtisch verarbeiteten wir kulinarisch komplett schwarz angelaufene Bananen Zusammen mit Milch und Zucker (der natürlich angenehm durchsetzt von Ameisen war) zu einer Art Milkshake. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig unappetitlich, hat aber annehmbar geschmeckt! Und war überaus preiswert! J

Das war es erstmal wieder von mir. Peace out!

Die Arbeit ruft!


„Obruoni, ete sän?“- Weißer Mann, wie geht’s dir?

Langsam bleiben die ersten Sprachfetzen der lokalen Sprache Twi hängen. Wenn wir auf den Markt gehen können wir einiges schon in der Landessprache ordern. „Me to paano!“- Ich möchte Brot kaufen. „Mepa wo tschäu me“- Entschuldigung. Dazu möchte ich sagen, dass ich keine Ahnung habe, wie das richtig geschrieben wird. So hört es sich aber an. Das reicht denke ich erst mal für die erste Twi- Stunde.

Ja. Was ist in den letzten Tagen so passiert? Einiges, muss ich sagen. Heute ist Donnerstag, der 23. September. Der letzte Eintrag liegt also fast eine Woche zurück. Das zurückliegende Wochenende war von Sport geprägt. Samstag Abend waren wir mit Millie in einer Bar am Fußballstadion um Kumasi. War echt schön, mal wieder wenigstens etwas feiern zu können. Hier gibt es leider keine Roonburg und auch kein Underground. Wir werden das Nachtleben Kumasis noch genauer unter die Lupe nehmen. Ansonsten haben wir nicht viel unternommen. Montag morgen habe ich Sakkordie getroffen und ihn nach dem verschobenen Meeting gefragt. Fast beleidigt hat er ausgesehen und uns versichert, dass er rechtzeitig Bescheid sagt, wann das Treffen mit dem Kollegium stattfindet. „Okay“, denke ich mir und gehe meine Runde joggen.

Als ich wieder komme läuft Sakk mir wieder über den weg: „I hope you won´t be late!“. Im gleichen Moment kommt Fabian aus den Zimmer und meint, ich solle schnell duschen, da doch gleich das Meeting stattfinde. Klasse. Rechtzeitig Bescheid gesagt hat er, der gute. Wir waren noch pünktlich. In dem Meeting ging es darum, das größtenteils neu zusammengewürfelte Kollegium mit einander bekannt zu machen. Los ging es also mit einem Frühstück und einer kleinen Vorstellungsrunde. Jeder musste dazu sagen, ob er single oder vergeben ist. War schon komisch, als die 150 kg Lehrerin Debbie (passenderweise die Catering-Lehrerin) mich fragte, ob ich single sei. Das scheint hier aber normal zu sein. Weiter ging es dann mit Jeffs (Präsident German Ghanaian Frendship Association) Rede, in der er die Lehrer zu Disziplin und Aufopferung für die Schule aufrief. Aufopferung auch dann, wenn der Lohn mal nicht pünktlich gezahlt werden kann. Umgerechnet 110 Euro verdient hier ein Lehrer der untersten Lohnklasse im Monat. Damit gehört man hier schon zu den etwas besser gestellten. Man muss sich das echt mal überlegen. Ich habe hier 150Euro im Monat. Das sind ca. 5 Euro pro Tag, von denen 3Euro pro Tag ungefähr für Essen drauf gehen. Ein Lehrer, der weniger verdient und dafür noch ein zwei Kinder hat, kommt trotzdem damit aus. Man muss dazu sagen, dass wir Wert auf gutes und vor allem viel Essen legen. Wenn man will, kann man auch mit 1Euro pro Tag für Essen auskommen.

Zurück zu dem Meeting. Es ging weiter mit verschiedenen organisatorischen Sachen, die ziemlich uninteressant und langatmig waren. Sechs Stunden hat der Spaß gedauert. Danach sind wir noch nach Kumasi gefahren um noch ein paar Sachen (ein neues Handy) zu besorgen. Eine neue Nummer habe ich bis heute noch nicht. Ich habe zwar eine Sim-Karte besorgt, habe aber noch niemanden gefunden, der mir mit der Registrierung weiterhelfen kann. Ich denke ich werde morgen oder so nochmal deswegen in die Stadt fahren.

Dienstag war der „Founders-Day“. Feiertag in Ghana und wir haben uns auf nach Botswumtrie gemacht. Das ist ein kleiner Distrikt ausserhalb von Kumasi, in dem es einen See geben soll. Wir wollten mal einen Tag in der Sonne liegen und schwimmen. Los ging es, mit dem Trotro nach Kumasi. Eine halbe Stunde dauert das meistens. Das nächste Trotro zu finden, sollte sich als nicht so einfach erweisen. Wir haben uns eine weitere halbe Stunde lang durchgefragt und sind schließlich doch noch am richtigen Auto angekommen. Eine Stunde später sind wir in der Stadt nahe des Lake Botswumtrie angekommen. Mit dem Taxi ging es auf die letzte 5 km-Etappe. Uns war schon die schöne Landschaft draußen aufgefallen, doch was dann kam sollte alles bisherige übertreffen. Die Gegend war dort etwas bergiger und extrem grün. Als sich unser Taxi die Straße zwischen zwei Bergen entlang hangelte konnten wir den ersten Blick auf den See werfen, der vor uns lag. Umrahmt von wunderschönen kleinen Bergen und in der Sonne glitzernd, seelenruhig wartete der See auf uns. Ich muss sagen, dass ich schon da mehr sehenswertes fotografiert hatte, als auf dem kompletten Trip in den Nationalpark in der Brong-Ahafo Region. Am Ufer des Sees lag ein kleines Dorf, das vom Tourismus dort lebt. Trotzdem waren bloß 40 Leute dort um zu baden. Ein paar hundert Meter weiter lag die Paradise-Lodge. Unglaublich schön gelegen, komplett in weiß  mit Strohdächern. Am Strand eine Kokos-Palme neben der anderen. Zwischendrin die ein oder andere Bananen-Palme. Bin ich im Urlaub oder was? Nix wie in die Badehose und ins Wasser. Das Wasser hat Pipi-Temperatur. So roch es aber glücklicherweise nicht. Im Gegenteil, der Strand war im Gegensatz zu fast allem, was man in Ghana sieht, sauber! Perfektes Urlaubsfeeling für einen Tag, denn Mittwoch ging es endlich ans Arbeiten.

Sakkordie hat uns zu sich bestellt, um jedem seine Aufgaben und Verantwortungen mitzuteilen. Ich werde Mathe als Assistance-Teacher unterrichten. Dazu kommen verschiedene Deutsch-Kurse und meine Pflichten als Bibliothekar und Assistenzhausmeister für den Jungentrakt. Einen genauen Stundenplan haben wir noch nicht bekommen, aber Sakk kümmert sich darum. Den Stundenplan brauchten wir auch erst mal nicht, denn Mittwoch ging es mit etwas alternativer Arbeit los. Erde karren um die Treppen fertig zu stellen. Unter der Sonne Afrikas echt ein spaßiges Unterfangen. Wir haben geschwitzt ohne Ende! Aber wir haben alle drei Treppen soweit fertig bekommen, dass die Bauarbeiter in den nächsten Tagen den letzten Schliff machen können. Außerdem haben wir endlich unsere ID-Cards bekommen! Internetaccess sollte eigentlich heute auch geregelt werden, aber das Netz war leider offline. Ein Passwort und einen Nutzernamen haben wir aber, sodass wir wenigstens in der Theorie die Möglichkeit haben, umsonst das Internet an der Uni zu nutzen. Ich bin mal gespannt, wann sich die ganze Internet-Kiste stabilisiert und wir regelmäßiger online sein können.

Später haben Fabian und ich uns um unser kleines Bibliothek-Reich gekümmert. Die Ordnung hier ist doch etwas fragwürdig und so haben wir uns entschieden, die Bücher neu zu registrieren und zu ordnen. Das ist, was wir heute den ganzen Tag gemacht haben. Daran werden wir denke ich auch noch die ein oder andere Woche zu knabbern haben. Witzig finde ich, dass beinah die Hälfte der Bücher auf Deutsch sind. Viele Romane und Sachbücher, mit denen hier einfach keine etwas anfangen kann. Ich denke es geht eher um Prestige, denn ich habe auch noch keinen der Schüler ernsthaft mit einem Buch hier gesehen. Der Unterricht ist noch nicht wirklich los gegangen. Ich habe auch mit dem Mathelehrer noch nicht gesprochen.

Wie dem auch sei. Fabi und ich haben es uns zum Ziel gemacht, die Biblio so zu gestalten, dass die Schüler und Lehrer gerne herkommen. Leseabende, Einführungskurse zu dem Thema „Wie nutze ich die Bibliothek richtig?“, eine gemütliche Leseecke und weitere Bücher, die wir anschaffen wollen sind nur die ersten Pläne. Nicht das ihr denkt, wir haben hier eine riesen Bibliothek. Der Raum ist etwa 50 qm groß und in den vier Regalen stehen ca. 600 Bücher. Von Nutzen ist aber nur ein kleiner Teil des Inventars. Heute haben wir rund ein Drittel der Bücher registrieren können. Ich bin mal gespannt, wie es weiter geht. Ein weiterer Plan von uns ist, die Mülltrennung einzuführen. Wir wollen Mülleimer aufstellen und mit einigen Trupps das Gelände vom Müll befreien. Problematisch ist, dass es hier keine Müllabfuhr gibt. Der Müll wird danach also trotzdem leider einfach verbrannt. Wenigstens den Bio-Müll wollen wir auf einem Komposthaufen sinnvoll und umweltfreundlich sammeln. Aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Updates folgen.

So, das war es dann mal wieder von mir. Leider ist unser Internet-Café seit zwei Wochen ohne Internet. Ich fühle mich etwas abgeschottet vom Rest der Welt und hoffe, dass ich bald wieder ein oder zwei Mal die Woche ins Internet kann. Am meisten vermisse ich es, eine bestimmte Person zu sehen. Auch wenn wir nur skypen können, ist es doch total schön, sie zu sehen und zu hören.

Ihr hört von mir,

Die besten Wünsche aus Ghana an alle Leser!

Langsam aber sicher faengt es an…


Bis Montag (20.09.) haben wir Versucht unsere Tage irgendwie rumzubekommen und haben nicht wirklich irgendwas weltbewegendes gemacht.

Am Samstag wollte ich eigentlich mit meiner Familie skypen und in Ruhe mit Ihnen ein Stunde reden. Sie einfach mal wieder sehen. Aber mal wieder wurde einen ein Strich durch die Rechnung gemacht. Unser normales Internetcafe funktioniert im Moment nicht mehr. Die Ausweichcafes sind nicht wirklich gut und haben vorallem kein Skype. Jetzt dürfen wir immer extra nach Kumasi fahren um ins Internet zu gehen und die Wiedereröffnung unseres Cafes ist auch noch nicht abzusehen.

Aber so wie es aussieht geht es mit unseren free Internet langsam voran.

Samstag abend waren wir mit Milli in Kumasi in einer Bar. Das war richtig lustig. Am Anfang saßen wir drinnen, jedoch haben wir uns dann raus gesetzt. Das war auch die richtige Entscheidung. Es hat eine Lifeband gespielt, aber in einer Lautstärke… unglaublich. Alle Menschen haben irgendwie getanzt, jedoch sind nicht alle auf die Tanzfläche gegangen manche sind auch einfach an ihren Tisch aufgestanden und haben getanzt wenn sie das Bedürfnis dazu hatten. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass Ghanaer wahnsinnig stolz auf ihren Arsch sind, der wird hier beim Tanzen viel mehr eingesetzt als in Deutschland, manchmal sieht das einfach nur ein wenig komisch für uns aus. Ich glaube, dass das daran liegt, dass hier einfach ein anderes Schönheitsideal gilt. Hier gelten fette Ärsche glaube ich als schön.

Ich fand die Stimmung in der Bar aber einfach nur richtig cool, weil die Leute einfach viel lockerer drauf sind. Es wirkt einfach alles viel lebensfroher dadurch, dass es lauter ist und die Leute einfach tanzen.

Am Montag hat sich dann das erste Mal hier in der Schule etwas gemacht. Wir hatten eine Oriantation. Das Geilste an der ganzen Sache war, dass wir zwar wussten, dass die Montag ist, jedoch keine Uhrzeit wussten. So kam es, dass Milli um kurz vor 9 in mein Zimmer kam und mich fragte, ob ich nicht wüsste das die Oriantation sei und hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich mich noch passend kleiden solle.

Die Oriantation hat fast den ganzen Tag gedauert und war so eine Art Workshop für Lehrer. Ich fand es teilweise echt ein wenig langweilig. Uns wurden Regeln ausgeteilt (ca 15 Blätter) und wir sind jeden einzelnen Punkt durchgegangen, egal wie selbsterklärend die Punkte waren… und es waren eigentlich alle Punkte selbsterklärend! Das hat echt ewig gedauert.

Bei der Oriantation ist aufgefallen, dass man in einer anderen Kultur ist. Zum Beispiel wurde uns als Lehrern aufgetragen, dass wir, sofern wir irgendwelche Homosexualtiät sehen, diese sofort fotografieren sollen und an die Pinnwand heften sollen. Wir sollen die Leute quasi an den Pranger stellen. Ich weiß jetzt schon, dass ich das definitiv nicht machen werden.

Es ist ein wenig merkwürdig auf einmal auf der anderen Seite zu stehen und nicht mehr Schüler, sondern Lehrer zu sein und auch die ganzen Pflichten der Lehrer zu haben.

Wir müssen uns ab jetzt jeden Tag um 8.00 Uhr einschreiben und gegen 3.00 Uhr dürfen wir uns dann wieder austragen und sofern wir das Grundstück verlassen müssen wir uns in das Movementbook einschreiben. Es findet zwar im Moment noch keine Schule statt, aber trotzdem müssen wir uns aus- und einschreiben und alle Lehrer müssen da sein, damit das besser aussieht.
Am Dienstag war in Ghana jedoch erst mal ein Feiertag. Der Founders Day. Er errinnert an Nkurumah und die Leute um ihn, die Ghana geholfen haben zu einen unabhängigen Land zu werden. Man hat aber von dem Feiertag an sich eigentlich garnichts mitbekommen.

Wir haben den Tag genutzt um einen Ausflug zu machen und sind in zu dem nahe gelegenen Bosumtwi (einen See) gefahren. Wir sind sehr viel länger hingefahren als wir erwartet haben, was dazu geführt hat, das wir nicht sehr viel Zeit am See hatten. Aber der See ist einfach so wunderschön, wie aus einen Bilderbuch…richtig geil.

Hier werden wir auf jeden Fall noch mal hinfahren und einen Tag verbringen, jetzt wissen wir ja auch, dass man länger fährt und früher los fahren muss.

Am Mittwoch haben wir dann endlich unsere ID Cards bekommen.

Mittwoch war auch unser erster „Arbeitstag“ nachdem wir uns also eingeschrieben haben, durften wir uns also direkt in das Movementbook einschreiben.

Wir alle waren etwas erstaunt, dass man das was wir bekommen haben, wirklich als ID Card bezeichnen darf. Das ist einfach eine Karte, mit Name, Natianalität und Foto. Drauf steht auch nicht ID Card sondern GGFA Membership Card. Naja so lange das alles so funktioniert, wie es uns gesagt wurde das es funktioniert, soll es mir egal sein.

Abends haben wir dann den Typen vom free Internet getroffen, der hat das ganze zwar auf einen unserer Laptops installiert, jedoch konnten wir es irgendwie dann doch nicht benutzen. Naja mal gucken wann wir es endlich benutzen können.

Am Donnerstag wurde ich im Kindergarten eingeführt. Wie alles war auch das ganze wieder relativ informell. Ich wurde den Frauen vorgestellt, habe dann 2-3 Stunden im Kindergarten gechillt, nicht viel mitbekommen, da die ganze Zeit Twi geredet wurde und habe meinen Stundenplan abgeschrieben. Ich bin ja echt mal gespannt wie das dann mit den Sprachen wird, wenn ich da arbeite und ob ich überhaupt wirklich die Möglichkeit habe mit den Kindern so richtig in Kontakt zu treten. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen jetzt mal ranzuklotzen und Twi zu lernen.

Am Montag ist dann mein erster Arbeitstag. Ich arbeite jeden Tag von 8.15- 1.30 im Kindergarten und assistiere den Betreuern. Der Tagesablauf ist eigentlich immer abwechselnd Unterricht und Pause. In Ghana lernen die Kinder schon im Kindergarten rechnen und schreiben.

Ich habe heute Wäsche gewaschen und meine ganzen Hände sind kaputt und das obwohl ich alle Ratschläge von Milli beachtet habe, aber meine Wäsche ist sauber, hat ja auch nur 3 Stunden gedauert. Ich frag mich echt wann ich mich daran gewöhnen werde… meine ganzen Arme tun weh.

Jetzt weiß ich zumindestens warum alle ghanaischen Frauen so Monsteroberarme haben, die haben ja auch genug Training die ganze Zeit.

Also… Meko ne merebedidi afei mebesua twi.

(Das ist zwar nicht ganz richtig wahrscheinlich, soll aber heißen: Ich gehe und werde essen danach werde ich Twi lernen)

Also liebste Grüße

Mareike

Die scheinbar letzte Woche Faulenzen….


Nachdem wir am Dienstag von unseren Trip zurückkamen, gingen hier die Tage genauso weiter, wie sie vor Sunjani aufgehört haben, sprich wir haben nicht besonders viel zu tun und versuchen unsere Tage zu gestalten.

Mittlerweile haben wir das Kochen echt raus. Bzw eigentlich hat Milli es raus, weil um ganz ehrlich zu sein ohne sie wären wir beim Kochen wahrscheinlich gnadenlos aufgeschmissen.

Wir haben mittlerweile auch schon Gerichte, die wir echt gerne essen und die wir jetzt zum zweiten Mal kochen, das schaffen wir dann sogar schon fast ganz alleine.

In Sunjani sind wir auf den Geschmack mit Omelett gekommen, das schmeckt echt gut und erinnert irgendwie ein bisschen an zu Hause. Das kann man auch gut mal zum Frühstück essen. Unsere Cornflakes sind jetzt nämlich leer- jetzt muss improvisiert werden. Wir haben aber schon vorher entdeckt, dass kalter Reis mit zermaschten Bananen ggf noch ein bisschen Milch oder Orangen echt gut schmeckt.

Auch im Dorf kennen wir uns immer mehr aus. Wir haben jetzt unseren privaten Orangen und Bananendealer. Das ist echt der Vorteil wenn man hier mit den Dorfkindern einkaufen geht, worum man eigentlich so oder so nicht drum herum kommt. Sofern man hier das Schulgelände verlässt (also eigenltich sind sie auch immer auf dem Schulgelände) hat man sofort an jeder Hand ein paar Kinder. Die Kinder haben uns gezeigt wo man hier gut Bananen und Orangen kaufen kann. Man kommt sich echt ein wenig komisch vor, weil man einfach an irgendwelchen Haustüren klopft und fragt ob man Orangen kaufen kann. Aber mittlerweile kennen die uns auch und freuen sich wenn wir Ihnen unseren täglichen Besuch abstatten um 20 Bananen oder 10 Orangen zu kaufen (für beides zusammen zahlen wir ungefähr 1,25 Euro). Es kommt aber auch manchmal vor das die Bananen leer sind, dann gibt’s halt nichts. Bei der Bananenfrau ist ein Mädchen, welches ein wenig Deutsch spricht, die ist richtig lustig und unterhält sich jedes mal auf Deutsch mit uns. Letztens haben wir sogar von denen was zu Essen angeboten bekommen.

Am Freitag (10.09.) hatten Fabi und ich unseren Megakochtag. Da die anderen beiden gewaschen haben und wir nicht wussten was wir machen sollen, haben wir uns entschlossen mal Bofrot zu machen. Das ist so eine Art runder afrikanischer Donot. Wir hatten ober Lust auf irgendwas Süßes und wie gesagt sowieso genug Zeit. So gegen 12 machten wir uns los zum Einkaufen, die Dinge dazu gibt es nicht bei uns in Denchemouso, also mussten wir in das Nachbardorf Kwadaso fahren, welches ein bisschen größer ist. Nachdem wir nach ewigen Suchen endlich den Markt gefunden haben, haben wir auch direkt wieder Hilfe angeboten bekommen. Die Frauen fanden es sehr amüsant das wir als Deutsche Bofrot kochen wollen.

Der Markt in Kwadaso ist richtig schön, nicht so groß wie in Kumasi, hat aber trotzdem alles was man braucht und eine schöne, private überschaubare Größe.

Beim Bofrot hat uns Millis Mutter geholfen, da Milli selber nicht wusste wie es geht. Mengenangaben gibt es nicht, das wird hier alles nach Gefühl gemacht und der Mixer wird durch die Hand ersetzt.

In der Zeit, die der Bofrotteig ruhen musste, haben wir das Abendbrot zubereitet.

Das Fritieren des Bofrotteiges ist eine Kunst für sich. Man nimmt eine Hand voll Teig aus dem Kumm und muss die Hand dann so über den Topf leer drücken, dass der Teig in dem Topf eine Kugel ergibt. Auf jeden Fall habe ich es ausprobiert und es ist voll daneben gegangen. Nicht nur, dass ich meinen versaut hätte ich hab alle anderen die zu der Zeit im Topf waren gleich mit versaut. Es waren somit keine großen Kugeln, sondern kleine Klümpchen die fritiert wurden. Man hat sich über mich köstlich erfreut.

Wir haben es dann liebevoll German Bofrot getauft.

Alles in allen standen wir auf jeden Fall 6 Stunden in der Küche.

Am Sonntag waren wir wieder in der Kirche, in der Presbyterian Church diesmal zusammen mit Jeff. Wir waren ganze 5 Stunden in der Kirche. Es fing alles damit an, dass Jeff uns für 9 an die Kirche bestellt hat, um 7 bekamen wir einen Anruf, dass wir in einer halben Stunde vom Auto abgeholt werden. Das Auto mussten wir dann, wie wir um 8 merkten uns selber organisieren durch Sac. An der Kirche angekommen merken wir, dass wir doch erst um 9 hätten da sein müssen.

Ich muss ehrlich sagen, dass mir der letzte Gottesdienst besser gefallen hat, weil er mehr mit Gesang durch die Kirche ausgefüllt war und dadurch lebhafter war. Jedoch war der Gottesdienst auch nur so lang, da zwei Ehemalige, die wohl richtig viel für die Kirche gemacht haben verabschiedet wurden, das hat ewig gedauert. Es wurden zig mal Spenden für die eingesammelt und Geschenke überreicht und weiß nicht was alles. Das Spenden einsammeln war auf jeden Fall auch richtig geil. Und zwar wurde zu erst gesagt 20 Cedi und jeder der 20 Cedi schenken wollte durfte vor gehen und das einwerfen, dass wurde dann bis auf 1 Cedi runter gestaffelt. Richtig hart, damit man auch ja sieht was wer schenkt.

Aber Jeff hat uns dazu aufgefordert zu Tanzen in der Kirche. Also sind wir vorne auf die Tanzfläche (die hier in jeder Kirche eigentlich besteht) gegangen und haben mit den Leuten getanzt. Ich kam mir ein bisschen komisch vor, vor allen weil doch noch relativ viele Leute saßen. Es waren immer nur ein paar die ihren Bedürfnis des Tanzens nachgekommen sind. Aber wir haben sehr zur Belustigung der Kirchengemeinde beigetragen, da freut man sich doch.

Ich durfte jetzt hier auch das Krankenhaus (jedoch das private) kennen lernen, da ich es geschafft habe, mir in Ghana eine Blasenentzündung zu zu ziehen, fragt mich nicht wie!

Der Arzt ist ein netter Mensch mit einer riesigen Nase, aber er ist sehr um einen bemüht. Jedoch darf ich jetzt insgesamt 3 Mal hin, da man am Samstagabend hier leider keinen Proben mehr machen kann oder darf, naja auch eine Beschäftigung.

Mein Zimmer ist immer noch nicht fertig, ich weiß auch noch nicht mal ob sie endlich ml angefangen haben und unser Termin mit den ID Cards wurde auch schon 2 Mal verschoben und wir wissen noch nicht wann wir die bekommen.

Aber naja Ghana halt ;)

Also liebste Grüße aus dem warmen Ghana wünscht euch Mareike

Letzte Woche???


Tja vertan vertan….!

Ganz Ghanalike hat die Schule natürlich nicht wie geplant letzte Woche Mittwoch angefangen. Das ganze haben wir Dienstag Nachmittag erfahren, nachdem wir Saccordie angesprochen haben, wann wir denn  am nächsten Tag wie wo zu sein haben. Saccordie teilte uns mit, dass der ghanaische Staat den Schulstart wohl um eine Woche nach hinten verschoben hat, weswegen die Schule noch nicht diese Woche anfängt.

Wir haben uns am Dienstag schon gewundert, dass kaum Lehrer und Schüler da sind, aber uns nichts weiter bei gedacht, weil wir vorher schon erfahren haben, dass der offizielle Schulanfang nicht von allen Schülern und Lehrern besonders ernst genommen wird.

Naja auf jeden Fall bleibt uns so eine weitere Woche, die wir wunderbar gestalten können.

Am Dienstag waren wir in Kumasi und haben uns auf den Weg gemacht mal den Markt in Kumasi ein wenig zu erkunden. Bis jetzt haben wir uns in den Markt noch nicht richtig rein getraut, weil der einfach soo riesig ist. Der Mark in Kumasi ist der Größte in Westafrika, füllt ungefähr eine Fläche von 1 km² und beinhaltet ca 10000 kleine Ständchen.

Bevor wir uns ins Wagnis stürzten gönnten wir uns jedoch noch ein kleines kulinarisches Highlight und gingen Pizza essen. Das war zwar relativ teuer aber einfach ober geil!

So konnten wir gestärkt in den Markt gehen. Der Markt ist einfach unglaublich. Wir sind nur einmal quer rüber und haben somit noch nicht allzu viel gesehen, aber es ist beeindruckend was da alles angeboten wird. Im Reiseführer steht man bekommt auf dem Markt alles außer Flugzeuge und Schiffe. Auf dem Markt wuseln alle möglichen Menschen durcheinander und man verliert ein wenig den Überblick. Es ist einfach ein ganz kunterbuntes Leben in so einen Markt, einfach typisch afrikanisch: laut, durcheinander, eng, aber auf der anderen Seite persönlich, lebensfroh und sortiert.

Am Mittwoch war ich dann beim Arzt, um mir mein Testergebnis abzuholen. Wie erwartet: Blasenentzündung. Der Arzt ist einfach ober sympathisch, ich mag den voll. Als ich in den Raum kam hat der mit einen Buch und einen großen Kissen in seinen Sessel gechillt und gelesen und das ganze Barfuss. Ich finde es auch einfach unglaublich wie der sich um einen kümmert obwohl der nicht viel Geld dafür bekommt. Ich soll jetzt nächste Woche noch mal vorbei gehen, wenn ich das Medikament fertig genommen habe, nur damit ich ihm erzähle wie es mir geht, das würde kein deutscher Arzt wissen wollen. Da bekommst du dein Medikament und fertig.

Ich war mit nächster Woche dann insgesamt 4 Mal beim Arzt und habe insgesamt für alles- für die Gespräche mit dem Arzt, für die Regestrierung beim Arzt (einmalige Kosten) und für die Laborkosten wegen Test-  insgesamt 9 Euro bezahlt und fühle mich besser aufgehoben als in Deutschland. Davon könnten sich deutsche Ärzte mal eine Scheibe abschneiden.

Obwohl die öffentlichen Ärzte hier wohl richtig schlimm sind und sich mehr oder weniger garnicht um die Patienten kümmern. Milli meinte, dass hier in den öffentlichen Krankenhaus sau viele Leute einfach sterben, weil der Arzt keine Interesse an den Patienten hat.

Am Donnerstag waren wir in Kumasi in dem National Culture Center das war auch richtig interessant. Angebunden an das Center ist ein kleines Museum, in den man etwas über Prempeh 2.

einen ehemaligen Cheef in Ghana erfahren kann. Das war sehr interessant, weil man dadurch auch direkt mehr über die ganze Kultur hier gelernt hat, da es immer noch Cheefs in Ghana gibt, die hier auch nach wie vor eine große Rolle spielen.

Im Anschluss daran haben wir im Center so eine Art kleinen Rundgang gemacht, bei dem man jegliche Handwerke aus der Ashanti Region (die Region, in der ich wohne) sehen kann. Sprich Leute, die gerade Trommeln schnitzen, töpfern Stoffe machen oder ähnliche Sachen. Man kann den Leuten dabei zu gucken und in einen Store dementsprechende Dinge erwerben. Ich habe mir noch nichts gekauft, aber ich habe das auf jeden Fall noch vor.

Am Freitag (heute) sollten wir eigentlich ein Meeting mit den Lehrern von der Schule haben. Das Meeting ist leider jedoch ausgefallen, da die Schule einen Konflikt mit ein paar Dorfbewohnern hatte und deswegen auf die Polizei musste. Wir wissen jetzt auch nicht genau wann das Meeting statt findet.

Genauso wie wir immer noch nicht wissen, wann wir unsere ID Cards bekommen, aber garantiert morgen. Genauso wie freies Internet, welches Jeff uns organisieren will, immer wenn wir ihn darauf ansprechen sagt er uns, dass er sich morgen drum kümmert. Morgen ist also ein weitreichender Begriff.

Ich lebe auch immer noch in meinen Zimmer. Gestern ist mir beim Öffnen meiner Medikamentenschachtel eine Maus entgegen gefallen, die jedoch noch gelebt hat. Danach hab ich erst mal die Katze in mein Zimmer geschickt.

Aber einen Vorschritt gibt es, Saccordie hat uns mitgeteilt, was genau unsere Aufgaben in der Schule sein werden.

Ich werde natürlich im Kindergarten arbeiten. Daneben werde ich noch Deutschunterricht an der Schule hier geben und öffentlichen Deutschunterricht, der jeden Montagabend statt finden wird für die Leute aus dem Dorf, die Interesse daran haben Deutsch zu lernen  und dann natürlich die bereits schon erwähnte Radiosendung (die letzten Aufgaben fallen uns allen zu).

So wir werden weiterhin versuchen unsere Tage rum zu bekommen.

Liebste Grüße

Mareike

p.s. es ist uebrigens doch nicht die letzte Woche, wie wir heute erfahren faengt die Schule voraussichtlich am 27.09. an…. also noch mindestens eine Woche laenger

Noch eine Woche warten.


Genug Zeit ist ins Land gegangen und ich denke, ich habe wieder genug Stoff für einen neuen Beitrag. Heute ist Freitag, der 17. September. Morgen hat mein Vater Geburtstag. Übermorgen Nathalie.
Ich werde mir überlegen müssen, wie ich die beiden erreichen kann, denn ein paar Tage liegen hinter mir, die von Pech geprägt waren. Zu dem Kontaktproblem später mehr. Alles fing damit an, dass ich am Montag ein Foto machen wollte. Es sollte ein vorher-nachher Foto werden. Vor unserer Haustür haben wir die kaputte Holztreppe abgerissen und ein paar Bauarbeiter starteten den Bau einer Beton-Treppe. Der Display blieb schwarz. Kamera kaputt. So halb jedenfalls. Ich kann immer noch fotografieren, sehe aber nicht was genau ich da knipse.
Dienstag war super. Wir sind in die Stadt gefahren mit dem Reiseführer in der Tasche. Bei Vic Baboo haben wir wie die Könige westliche Pizza gespeist!! Alter Schwede, war das lecker. Dann ging es auf ins Gewusel. Wenn ich Gewusel sage, dann meine ich das auch so. Wir wollten den Kejetia-Markt in Kumasi erkunden.
Nebenbei bemerkt: Kejetia ist der größte Markt in Westafrika und mit seinen über 10.000 Ständen auf ca. einem Quadratkilometer ziemlich unübersichtlich.
Von der Schneider-Ecke aus stürzten wir uns in das Getümmel. Vorher hatten wir schon abgesprochen, wo wir uns wiedertreffen, wenn wir uns verlieren. Außerdem hatte ich da noch ein Handy für den Notfall, aber dazu später mehr. Ich will kurz versuchen zu beschreiben, wie dieser Markt aussieht. Die Hütten sind Wand an Wand fest aufgestellt. Eine Hütte ist kaum größer als ein Miniatur-Gartenhaus und um einiges klappriger. Die Gänge zwischen diesen Hütten sind unterschiedlich breit. Die Hauptgassen sind so breit, dass notfalls ein Auto hindurch passt. Alle Gassen, die von diesen Hauptgassen abgehen sind ca. einen Meter breit. Auf diesem Meter quetschen sich Frauen mit unglaublich großen Schüsseln, gefüllt mit den verschiedensten Sachen zum Verkauf und allerhand mögliche Kunden durch. Diese Kunden gilt es zu überzeugen. Ein unglaubliches Stimmengewirr und Lautstärke ist also allgegenwärtig. Wir sind also durch die engen Gassen- ein Foto werde ich in der nächsten Woche auf jeden Fall noch hochstellen- und kamen nach und nach in das Nahrungsmittel-Viertel. Fliegen ohne Ende. Fleisch, dass bei 30°C im Schatten ungekühlt verkauft wird. Blut läuft in schmalen Rinnsalen über den Boden. Wow. Das ist fast zu viel für den Supermarkt-gewöhnten Deutschen. Das Fleisch, das wir hier essen ist aber nicht anders oder besser. Wir kaufen es ebenfalls auf solchen Märkten, nur sind diese Märkte deutlich kleiner. Kochen ist da die Devise. Kochen bis kein Bakterium mehr am Leben sein kann, auch wenn das durchaus eine Schuhsohlen ähnliche Fleischkonsistenz mit sich zieht. Zurück zum Getümmel. Wir sind eine dreiviertel Stunde durch den Markt gelaufen. Wir haben kaum die Richtung gewechselt, damit wir am anderen Ende wieder herauskommen und uns nicht verlaufen; sind also nur gerade aus gelaufen. So kann man, denke ich, eine Vorstellung von den Ausmaßen dieses Marktes bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man hier irgendetwas nicht bekommen kann. Wir haben wunderschöne und wunderekelige Sachen gesehen. Von kunstvoll gewebten Kente-Stoffen bis zu getrockneten Affenhälften für den Verzehr. Wie gesagt, ich werde noch ein Foto hochstellen.
Mittwoch begann wieder mit einer Runde Basketball an der University Winneba in Kumasi. Eigentlich sollte heute unser erster Schultag aus der Lehrerperspektive sein. Kurzerhand wurde aber der Schulstart um eine Woche verschoben. Noch eine Woche, in der wir uns überlegen müssen, wie wir uns beschäftigen. „Morgen“ ist ein sehr beliebtes Wort in Ghana. „Wann bekommen wir unsere ID-Cards?“, fragen wir Jeff schon seit zwei Wochen. Seit zwei Wochen ist die Antwort: „ Tomorrow. I will call the guy.“ Ich denke mal, ich werde mich noch daran gewöhnen.
Am darauffolgenden Tag hatten wir uns einen Besuch im Cultural-Centre of Ghana vorgenommen. Dort werden alle möglichen ghanaischen Handwerkstraditionen wie Trommelschnitzerei oder Kente-Weberei vorgestellt. Echt sehr interessant. An dieser Stelle möchte ich erst auf meine Sonnenbrille und dann auf mein Handy zusprechen kommen. Sonnenbrille. „Denk dran, die gleich wieder mitzunehmen, wenn du die hier im Taxi auf die Ablage legst.“, Ruven steigt ohne Sonnenbrille aus dem Taxi. Weiter geht’s mit dem Trotro. Nachdem ich ausgestiegen bin, fällt mir meine leere Tasche auf. Das Handy muss mir aus der Tasche gerutscht sein. Als wir mein Handy anwählen, ist es bereits ausgeschaltet. Klasse -.-
Ich hoffe das war es jetzt ersteimal an Pech und Dummheit für die nächste Zeit. Ich weiß schon, was die werte Famlie zu diesen Zeilen sagen wird. „Typisch Ruven!“. Naja, ein bisschen recht haben sie.
Heute ist Freitag und Meeting mit dem Lehrerkollegium und dem Chief der Region angesagt. Um zwei Uhr soll es losgehen. Mit deutscher Pünktlichkeit sind wir am Treffpunkt und warten. Gleich werden wir den Chief treffen. Etwas nervös sind wir. Außerdem werden wir uns dem Lehrerkollegium vorstellen.
„Morgen.“, mehr muss ich dazu ja wohl nicht sagen.
Euer Ruven

Alltägliches


Hallo zusammen,

Vielen Dank fuer die netten Kommentare bisher. Freue mich auch immer etwas von euch zu hoeren.

Ich habe heute mit einer Arbeit begonnen, die sich wohl noch ueber einen laengeren Zeitraum erstrecken wird – die Finanzen der Organisation vernuenftig festzuhalten. Nach 2 Stunden Arbeit musste ich jedoch aufgrund fehlender Dokumente zu anderer Bueroarbeit uebergehen, wie Briefe schreiben und der gleichen. Mal sehen, ob die in den naechsten Tagen auftauchen! J

Ausser diesem Problem kaempfen wir im Buero gegen eine Pannenserie bei den elektronischen Geraeten an. Zuerst hatte es den Wasserkocher erwischt, dann die Tastatur des einzigen Computers, an dem auch der Drucker angeschlossen ist. Zur Info, es gibt auch noch einen Laptop, der aber nicht kompatibel mit dem alten deutschen Drucker ist. Anschliessend hat es dann auch noch den Computer erwischt, aus noch zu klaerenden Gruenden. Ist seit heute in “Reperatur”. Dann war auf einmal das Netzgeraet des Laptops ebenfalls hinueber, konnte aber wieder repariert warden.  Hier ist echt oft Improvisation gefragt, was das Leben hier unten sicherlich stark bestimmt und kennzeichnet.

Nun hin zur Ghanaischen Kueche: zum Mittagessen habe ich mir heute in einer Lokalen “Chop Bar” Yaam  mit einer Gemuesesosse und Ei gekauft, war ganz lecker.  Ich glaube jetzt habe ich alle grossen nationalen Gerichte mindestens einmal probiert. Dazu zaehlen, neben yaam, banku und fufu auch T.Z., Rice Balls und Kenkey. Ich bin mir sicher, dass ich im Laufe meiner Zeit hier, nochmal naeher auf die einzelnen Dishes eingehen werde! J

Heute abend werde ich noch ein wenig in meinem Reisefuehrer lesen, werde wohl an den naechsten Wochenenden mal das etwas weitere Umfeld von Accra erkunden. Dazu zaehlt sicherlich zu den bekannteren Staedten Cape Coast und Elmina. Ausserdem haben Deutsche Besucher der VOLU Hostel in mir Interesse geweckt eine Reise durch Ghana, ueber Ouagadougou in Burkina Faso bis hoch nach Mopti, Mali zu unternehmen. Dafuer muss ich mir aber noch einen geeigneten Zeitpunkt aussuchen, wird denk ich mal ein bisschen laenger als ein paar Tage dauern. Bis dahin heisst es hier weiter versuchen, die Rechnungen und Unterlagen zu sortieren und festzuhalten. Denn sowas wurde hier wohl etwas vernachlaessigt.

Ich wuensche euch noch einen schoenen Abend! Bis die Tage.

Jonas

PS: Heute ist in der nationalen Zeitung ein Artikel zu dem Workcamp erschienen an dem ich teilgenommen habe. Artikel wird sich abfotografiert bald in der Galerie wiederfinden. (PS: das foto zum Artikel hab ich geknippst! J )

Time flies, when you enjoy yourself.


Schon wieder sind fünf Tage vorbei und ich will ein bisschen zusammenfassen, was so passiert ist. Heute ist Sonntag, der 12. September.

Cornelius und mich hat die Basketball- Lust gepackt. Wir haben also den Coach gefragt, ob er uns einen Platz in der Nähe zeigen kann und wir verabredeten uns für Samstag Morgen um acht Uhr. Dazu muss man sagen, dass es hier in Ghana irgendwie nicht gerne gesehen wird, wenn man zu spät Sport macht. Den Grund dahinter habe ich bisher noch nicht herausgefunden. Ich habe beim Joggen gemerkt, dass man nach halb neun doof angeschaut wird. Je früher, je ruhiger sind die Straßen.  Sowieso muss ich sagen, dass ich zum Frühaufsteher mutiere. Wir sind meistens so ab sieben Uhr auf den Beinen.

Es wurde Freitag und ein unglaublich leckeres Festessen wartete auf uns. Fabian und Mareike haben spontan entschieden, Plantains und Contombrie- Sauce zu machen. Auf was süßes hatten die beiden auch Lust. Also wurden Zutaten für Bofrots gekauft. Jetzt ersteimal für alle dummen Europäer eine kurze Erläuterung: Plantains sind Kochbananen und Contombrie könnte man als den afrikanischen Spinat beschreiben. Bofrots sind frittierte Hefeteigbällchen mit Muskat. Wow, ich war selten so überfressen. Im Land des Nutellas schwer zu verstehen, doch hier in Ghana gibt es kaum Süßes zu essen. Deswegen war das Schokoeis, was wir in Sunyani gefunden haben auch ein wahrer Orgasmus für die unter Schokoentzug stehenden Geschmacksnerven.

Es wurde Samstag und es wurde acht Uhr. Kein Coach zu sehen. Wir haben  uns also erkundigt und sind auf eigene Faust los. Wie immer wurde uns direkt zurecht geholfen. Wir gingen zur Universität, die hier ganz in der Nähe ist und dort zeigte Sam, dessen Lieblingsspieler Jürgen Klinsmann und Franz Beckenbauer sind, den Platz. Fünfundzwanzig Leute tummelten sich dort und sogar drei weitere Weiße. Drei Missionare aus Texas, wie sich herausstellte. Die Cowboys hatten ihr erstes von zwei Jahren in Ghana bereits hinter sich gebracht. Nach zwei Stunden Basketball in der stickigen heißen Luft Ghanas schrien unsere Körper nach Wasser und Schatten und wir machten uns auf den Rückweg.

Es wurde Sonntag. Kirche mit Jeff. Letzte Woche hatten wir ihm wegen unserem Sunyani- Trip abgesagt. Nicht die üblichen vier, sondern fünf Stunden Service to God standen uns bevor. Nach drei Stunden wartete ich also auf das Ende, aber Pustekuchen. Auf dem Programm, das ausgeteilt wurde, waren keine Uhrzeiten eingetragen. „Es dauert so lange, wie es dauert.“, meint Jeff. Der Pastor wurde in Pension geschickt. Das war der Grund dafür, dass der Gottesdienst so lange gedauert hatte. Fünf Stunden Twi. Richtig, der Gottesdienst war nicht auf Englisch. Unglaublich interessant, fünf Stunden nur Bahnhof zu verstehen. Da waren die Tanzeinlagen zwischendurch echt eine willkommene Abwechslung und wir haben uns nicht lumpen lassen. Dann ging es zum dem Teil über, der mir Gewissenskonflikte breitet hat. „Wenn jemand für eine lange Zeit geht, ist es in Ghana Brauch, ihm ein Geschenk zu machen, damit es demjenigen unterwegs gut geht.“, wurde uns von hinten souffliert. Es wurde eine Spendenbox aufgestellt, dann ging es los. „Twenty Ghana Cedi!!“, alle die zwanzig Cedi spenden wollten, gingen nach vorne. „Ten Ghana Cedi…“, ziemlich krass, dass das nicht anonym passiert. „Five Ghana Cedi!“, ich habe mich entschieden, nichts zu geben. Ich hatte schon einen kleinen Betrag für die Gemeinde gespendet. Wie dekadent, offen zu zeigen, wer wie viel spendet. Ein Cedi von einer Person, die nur 6 Cedi pro Tag zur Verfügung hat ist schließlich mehr wert, als zwanzig von dem, den der Betrag sowieso nicht kümmert.

Die nächste Stunde habe ich mir Gedanken gemacht, wie es denn sein kann, dass Armut hier direkt auf Reichtum trifft und niemand ein schlechtes Gewissen hat. Dann kam der Punkt, an dem ich mir an die eigene Nase gefasst habe. Was habe ich denn Jahre lang in Deutschland in dem Wissen praktiziert, dass hier materielle Armut herrscht? Was werde ich vermutlich genauso weiterleben, wenn ich in einem Jahr wieder in Deutschland bin? Genau. Gut, dass das nächste Lied anfängt und ich meine Gedanken hinten anstellen muss. Ich bin gespannt, wie ich in einem Jahr über all das denke.

Heute morgen habe ich eine Monsterkakerlake mit dem in weiser Voraussicht gekauften Insektenspray in unserem Bad erledigt. Schlangen gibt es hier auch.

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich bis zum nächsten mal.