Tagesarchiv: September 5, 2010

Viele neue Eindruecke


Schon im Flugzeug sah man, dass man über einem Entwicklungsland ist. Denn obwohl es die Hauptstadt war die das Flugzeug ansteuerte, war kein Meer aus Lichtern zusehen, das die Stadt hell erleuchten lies. So brannten die Lichter, die man sah, immer in einem erkennbaren Abstand zueinander.

Weiterhin, auch gut aus dem Flugzeug zu erkennen, waren die vielen Autos auf den wenigen gut ausgebauten Straßen, die um ca. 21:30Uhr noch fuhren.

Nachdem ich dann den ersten Schritt auf ghanaischen Boden setzte, war das erste was mir auffiel das Wetter und der damit verbundene Schweißfilm auf der Haut. Der Flughafen war ebenfalls nicht typisch für eine Hauptstadt. So war alles ziemlich klein und einfach gehalten und es gab lediglich 4 Schalter.

Von der Umgebung war ich dann jedoch weniger überrascht, als erwartet.

Hier sieht es so aus wie in vielen Dokumentationen und so fühlt es sich für mich Momentan auch an. Es wirkt irgendwie nicht real.

Auffällig ist die Fröhlichkeit und Gelassenheit der Menschen überall um einen herum.

Generell sind die Menschen hilfsbereit und haben immer ein ansteckendes Lächeln im Gesicht.

In manchen Lebensbereichen ist jedoch noch die Aufteilung von Mann und Frau zu erkennen. So sind es häufig Frauen, die schwere Waren auf dem Kopf tragen und versuchen diese zu verkaufen. Auch in den Kirchen müssen Männer und Frauen getrennt sitzen. Weiterhin sind es meist auch die Frauen die hier für die Erziehung der Kinder und für das Kochen zuständig sind.

In Ghana ist das Klima so, wie man es sich für Afrika vorstellt. Die Luftfeuchtigkeit, sowie die Temperatur ist sehr hoch. Schon wenige Sekunden nachdem man geduscht hat, bildet sich ein neuer Schweißfilm und lediglich der Ventiltor und der Regen verschaffen eine leichte Abkühlung. So bald die Sonne unter den Wolken hervorkommt geht die Luftfeuchtigkeit stark zurück. Der Schweißfilm auf der Haut bleibt aber konstant.

Das Klima macht es möglich, dass wir Bananenbäume und Kakaopflanzen vor unserer Haustür haben und verschiedene Echsenarten unsere Wege kreuzen.

Die Märkte hier haben bis spät in die Nacht, oder durchgehend geöffnet. Die Taxis fahren rund um die Uhr und sind sehr billig, gleichzeitig aber teurer als die Tro-Tro’s. So kostet eine Tro-Tro Fahrt von ca. 8km umgerechnet ca. 20 Cent.

Man kann sich hier vor neuen Eindrücken kaum halten. Hier ist es doch ziemlich anders als in Deutschland, doch die Menschen machen einem die Integration leicht und somit fühlt man sich gleich zugehörig.

Die ersten Tage in Ghana


Am 26.08.2010 hieß es dann für 6 Monate von der Familie Abschied zu nehmen.

Der Flieger startete gegen 11:30 Uhr in Frankfurt Richtung London. Dort sind wir, auf Grund des regen Luftverkehrs, etwas verspätet gegen 12:30Uhr gelandet. Nach einiger Verzögerung startete der Flieger Richtung Accra um ca. 15:00 Uhr.

Wir sind ca. 6 Std., in 11km  Höhe bei einer Außentemperatur von -50°C geflogen.

Zeitweise harte Turbulenzen und die eingeengte Sitzweise gestaltete den Flug nicht sehr angenehm.

In Accra angekommen und von dem nicht so stark erwarteten Sauna-Klima überrascht, haben wir Kekey, dem Sohn vom Albert, der dafür sorgt, dass die Volunteers vom DtGhFk nach Denchemouso kommen, in der Begrüßungshalle des Flughafens begrüßt und uns von Jonas verabschiedet. Danach  sind wir ( Ruven, Mareike, Fabain und ich) mit Kekey per Taxi zum Hotel gefahren.

Am nächsten Morgen wurden wir um 8:00Uhr, begleitet von Kekey, zum Busbahnhof mit dem Taxi gebracht. Hier haben wir uns von Kekey verabschiedet und sind mit einem klimatisierten und gut ausgestatteten Reisebus (hatte einen höheren Komfortstand als manch deutscher Bus) Richtung Kumasi gefahren. Dort haben wir Sakordiee, ein Offizeller der `german-ghanaian friendship association´, getroffen und sind wiederum mit dem Taxi weiter nach Denkyemouso/Denchemouso gefahren. Nun war es ungefähr 17:00Uhr und wir haben erstmal die Zimmer bezogen und die Umgebung erkundet. Am Abend sind wir mit George nach Kwadaso, einem nahegelegenen Markt, gefahren und haben ein Malaria-Medikament sowie das erste richtige Essen,  welches wir seit dem Flug essen sollten, gekauft.

Am Samstag sind wir früh von dem Lärm geweckt worden und waren um 6:30Uhr auf den Beinen. Dann hieß es erstmal Fußballspielen mit den Kindern. Waren es zu Anfang nur drei, gesellten sich nach ein paar Minuten einige weitere dazu. Im Anschluss daran sind wir mit dem Tro-Tro(klein Bus in dem ca. 18-20 Menschen Platz finden), begleitet von Milicent, die gute Seele auf dem Campus, die uns beim kochen hilft, nach Kumasi gefahren, um Lebensmittel einzukaufen. Der Einkauf inklusive Fahrzeit dauerte ca. 2,5 Std.

Am frühen Abend haben wir dann „gekocht“. Es gab Reis mit Tomatenmark.

Der Sonntag Morgen startete um ca. 7:00Uhr mit der Kirche. Diese dauerte ca. 3Std. Und war weniger langatmig als die deutsche Kirche. Der Gottesdienst wurde mit viel Musik und impulsiven Reden gestaltet.

Nach der Kirche ging es wieder zum Fußball mit den Kindern. Dieses mal waren es sogar noch mehr als am vorherigen Tag.

Danach haben wir den Tag ausklingen lassen und nichts besonderes gemacht, außer gelesen, geredet und gekocht.

In 2 Wochen startet die Schule. Ich hoffe die zwei Wochen kommen schnell und lenken mich ab, denn so viele neue und aufregende Eindrücke ich hier in den ersten Tagen schon gesammelt habe, so stark ist auch das Kummer Gefühl das sich seit dem Abschied von meiner Freundin eingestellt hat.