Tagesarchiv: September 12, 2010

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Um nun den letzten Artikel zu vervollstaendigen hier ein paar zusatzinfos:

An meinem ersten Tag in Tamale bzw. im Workcamp in der Community Kasalgu war die Eroeffnungsfeier des Camps. In einer Zeremonie mit dem Chief der Community und anderen Offiziellen der Region wurden Reden verlesen und traditionel getanzt. Zur Belustigung habe auch ich, der Oburoni, mein bestes versucht, was wohl beim Chief gut angekommen ist. Spaeter musste ich dann noch kurzfristig eine Rede im Namen des General Secretarys halten.

Im Camp gab es keine Elektrizitaet, kein fliessend Wasser und keine Toilette. Man durfte sich dafuer im nahe gelegenen Wald „befreien“. Gearbeitet wurde im Camp meist von 8 oder 9 Uhr bis 11 uhr, dann war frei! :)

Im Laufe des Camp haben wir natuerlich auch ein Fussballmatch gegen die Community ausgetragen, die meisten natuerlich Barfuss auf einem halb Asche halb Wiese Platz. Endstand 2:6 fuer die Jungs von Barfuss Kasalgu. Diese Niederlage brachte uns nicht davon ab, am naechsten Tag eine Ziege zum Abschluss des Camps zu schlachten und abends bei der Vergabe von Urkunden zu verspeissen.

Ansonsten kam ich in den Genuss viel Moped zu fahren im afrikanischen Verkehr, schon ein Highlight! :) Speedlimit? Fehlanzeige. Fuehrerscheinpflicht? 18 Jahre reicht wohl. Verkehrsregeln? Nicht wirklich. :)

Eigentlich wollte ich erst am Montag oder Dienstag zurueck nach Accra kommen, aber dann wurde fuer heute doch noch das Meeting mit den Offiziellen einberufen. Resultat: von den 5 Std Meeting durfte ich nur ca. 1 Minute dabei sein. Meine Aufgabe ist auch noch nicht klar definiert. Einzige Hoffnung: ich habe waehrend des Meetings mit einem Mitarbeiter Ideen gesammelt, wie man die Organisation wieder vorran bringen kann. Diese werden wir morgen praesentieren, mal sehen was es fuer ein Feedback gibt.

Jetzt werde ich noch etwas essen gehen und schlafen gehen.

Trip nach Sunyani und Bui


Nachdem wir uns nun seit einer guten Woche in Denkyemouso/Denchemouso eingelebt haben, sind  wir am Samstag aufgebrochen und Richtung Sunyani gereist.

Sunyani ist die Hauptstadt der Brong-Ahafo Region im Westen Ghanas. Wir sind mit dem Bus von Kumasi aus 2 Std. dorthin gefahren.

In Sunyani angekommen haben wir zu erst ein Hotel gesucht und bezogen.

Danach sind wir direkt in die Innenstadt Sunyanis gelaufen und haben uns umgeschaut. Es sah nicht viel anders aus als in Kumasi, jedoch gibt es hier auffällig mehr Moslems, was durch einige Moscheen angedeutet wird. Diese Gotteshäuser stechen durch ihre Farbe heraus, so sind sie in verschiedenen Pink – oder Grüntönen auffällig gestrichen.

Am Abend haben wir dann das erste mal Fufu gegessen. Fufu ist das Nationalgericht Ghanas und wird aus Kochbananen oder Yam gemacht. Es sieht aus wie Kartoffelbrei, nur ist es zäher. Anschließend sind wir satt ins Hotel gegangen und haben den Abend, so wie viele Abende davor auch, mit Kartenspielen ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen sind wir, nachdem wir Ruven zum Geburtstag gratuliert haben, los und haben Frühstück besorgt. Dies bestand aus Bananen, gerösteten Maiskörnern, Erdnüssen und einer Melone. Nach diesem gesunden Essen, sind wir wieder los in die Stadt. Dort haben wir zuerst ein Fußballspiel geschaut, welches umgeben vom Markt, einer Baustelle und einer Kneipe, mitten in der Stadt ausgetragen wurde. So bildete ein Sandberg, von der Baustelle und Bäume Hindernisse auf dem Spielfeld. Auch wurde das Spiel immer wieder durch Autos unterbrochen, die das Feld überquerten.

Nach dem Spiel und einer Cola sind wir ins Internetcafé für eine Stunde.

Als die Stunde vorbei war, haben wir Baguette und Käse gekauft und den Rückweg angetreten. Das Highlight des Tages war ein kleines Schokoladeneis!

Auf dem Rückweg sind wir noch an dem Stadion in Sunyani vorbei und haben uns die letzten Minuten eines Fußballspiels angeguckt.

Im Hotel angekommen haben wir das Baguette mit Käse gegessen und sind zur Bar gegangen und haben Ruven’s Geburtstag ein wenig gefeiert.

Am Montag haben wir uns dann in Richtung Bui-Nationalpark aufgemacht.

Die Fahrt kam mir endlos vor. Die Straße war schlecht ausgebaut und vom Regen ausgewaschen, deswegen war sie voll mit Schlaglöchern. So sind wir nach Bui ca. 3,5 Std. in einem überfüllten Tro-Tro gefahren. Beim Nationalpark angekommen, mussten wir erstmal feststellen, dass am selben Tag kein Tro-Tro mehr zurück fuhr.

Nach einer kurzen Wartezeit sind wir dann eine gute Stunde mit dem Ranger zum Black-Volta gelaufen, da wir eine Kanufahrt gebucht hatten.

Uns wurde zu Anfang direkt mitgeteilt, dass wir keine Nilpferde, wofür der Park bekannt ist, sehen werden, da noch Regenzeit ist und der Fluss in dieser Zeit überläuft und die Tiere somit im Wald versteckt sind. Jedoch haben wir auf andere Tiere, wie Affen oder Schildkröten gehofft, da uns erzählt wurde, dass man die mit großer Wahrscheinlichkeit sehen wird. Dies war allerdings nicht der Fall und wir haben außer Tausendfüßlern und Libellen keine besonderen Tiere gesehen. Eine Stunde Fußmarsch später mussten wir uns entscheiden, ob wir beim Nationalpark im Zimmer übernachten oder ca. 30€ für ein Tro-Tro bezahlen, welches uns zurück fahren würde. Wir entschieden uns für letzteres, da wir keine anderen Klamotten und kein Moskitonetz mitgenommen haben.

Also hieß es wieder den anstrengenden Weg zurück fahren. Da von Wenchi, der Ort an dem wir auf der Hin- wie auch auf der Rückfahrt umsteigen mussten, kein Tro-Tro nach Sunyani mehr fuhr, mussten wir wiederum ca. 10€ für ein Taxi bezahlen, welches uns zum Hotel gebracht hat.

Völlig ausgehungert im Hotel angekommen, mussten wir feststellen, dass der Höhepunkt unserer Reise leider zum Tiefpunkt umschlug. Das nächste mal werden wir unsere Reisen besser planen und zur Trockenzeit fahren. Die Trockenzeit beginnt hier ungefähr mit dem Beginn des Winters in Deutschland. Also Winter in Ghana heißt 30-40°C.

Unser Trip nach Sunjani


Da wir hier, wie schon gesagt, relativ viel Freizeit haben entschieden wir uns am Samstagmorgen (04.09.2010) mehr oder weniger spontan einen kleinen Trip nach Sunjani zu machen.

Sunjani ist nicht allzu weit von uns weg. Ist trotzdem eine größere Stadt und in der Nähe liegt der dritt größte Nationalpark von Ghana: der Bui Nationalpark.

Wir sind mit dem Bus nach Sunjani gefahren. Die Busse fahren hier alle 10 Minuten und sind richtig preiswert, wir haben pro Person ungefähr 1,10 Euro bezahlt und sind ca 2-3 Stunden Bus gefahren.

Die Schlangen beim Bus sind sehr lustig und am Anfang echt nicht leicht zu durchschauen. An der Bushaltestelle stehen mehrere Reihen Stühle auf denen die Leute chillen und irgendwo ist ein Schlangenende. Wir waren ziemlich verwirrt, weil niemand am Stand Karten kaufte, aber es eine Schlange gab. Das Rätsel löste sich als der Bus ankam. Die Leute auf den Stühlen standen auf und aus den Reihen bildete sich eine Schlange. Nun verstanden wir auch warum die Leute keine Karten kauften: weil alle Leute auf den Stühlen vor Ihnen dran waren.

Karten werden immer nur so lange verkauft bis ein Bus voll ist und dann muss auf den nächsten Bus gewartet werden.

Die Fahrt war erstaunlich angenehm und die Straße ganz gut gebaut, weshalb die Fahrt ganz angenehm war.

In Sunjani wurden wir direkt wieder von mehreren Leuten umzingelt, die uns alle helfen wollten. Somit wurde uns relativ schnell ein Taxi organisiert, das uns zum Hotel brachte (was allen Leuten bekannt war).

Wir hatten uns für das billigste Hotel entschieden, dafür haben wir dann Gemeinschaftsduschen und Toiletten in Kauf nehmen müssen.

Trotzdem hat uns der Preis immer noch positiv überrascht. Wir haben ca 45 Euro für 4 Personen für 3 Nächte bezahlt. Unsere Freude wurde noch größer als wir die Zimmer gesehen haben. Sie waren sehr viel besser als erwartet. Sie waren sauber, relativ groß und die Betten waren auch gut. Es waren auch nicht Gemeinschaftsduschen so wie wir es uns vorgestellt haben, sondern einfach 2 einzelne Duschen für das ganze Hotel. Aber sie waren durchaus annehmbar. Es gab zwar fließend Wasser, aber es kam aus dem Wasserhahn so wenig Wasser, dass man besser mit Eimer duschen konnte.

Da es noch relativ früh war, entschieden wir uns in die Stadt zu gehen und irgendein Restaurant zu suchen in dem wir was Essen konnten. In unseren Guide standen freundlicherweise ein paar Restaurants, jedoch auch nach längeren Suchen lies sich keines der Restaurants finden, weshalb wir uns entschieden zum Hotel zurück zu laufen und dort einfach mal zu fragen wo wir etwas zu Essen bekommen konnten.

Auf dem Weg haben wir glücklicherweise ein gemütliches „Restaurant“ gefunden in einen sehr gemütlicher Hintergarten. Es gab jedoch nur ein Gericht: Fufu.

Fufu ist quasi DAS Gericht hier in der Umgebung. Es wird gemacht in dem man Yam mit einen riesen Holzstab zu Brei verarbeitet.

Uns kam es sehr entgegen das es Fufu gab, so konnten wir wenigstens endich mal das Gericht probieren.

Jeder von uns bekam einen Schüssel mit Fufu, dazu die typische Soße und ein wenig Fleisch. Neben dem Essen bekommt jeder noch eine kleine Schüssel mit Wasser, in dem man sich die Hände waschen kann (hier wird nämlich mit den Händen, bzw der rechten Hand gegessen -die linke ist die Arschhand, die man hier quasi für nichts benutzt) und für alle noch ein Handtuch und Spüli.

Ich muss sagen ich war nicht so angetan von dem Essen. Es ist eine ziemlich gummiartige Masse. Die Soße war scharf aber lecker. Das Fleisch hat mich ziemlich angeekelt- es war gepunktet…

Ich konnte echt nicht viel davon essen, vielleicht lag es einfach an dem Fleisch, das mir den Appetit verdarb oder vielleicht auch einfach daran, dass ich Angst hatte, dass es mir danach nicht mehr gut geht. Wir haben hier nämlich schon öfters gesagt bekommen, dass wir unseren Bauch eine gewisse Eingewöhnungsphase gönnen sollen bevor wir uns an Fufu ran trauen.

Zurück im Hotel taten wir das, was wir hier am liebsten tun, um uns die Zeit zu vertreiben: Kartenspielen.

Am nächsten Morgen wurden wir von einen klopfen geweckt: Frühstück.

Ich find es ziemlich geil, dass man bei so einen Preis sogar noch Frühstück bekommt! Es war aber nicht wirklich viel. Es war quasi ein Frühstück, dass man sich zu 2 teilen mussten. Somit bekam jeder eine Scheibe Baguette und eine halbes Omelett, dazu einen haben Kakao.

Unser angeregter Appetit lies uns Obst für ein zweites Frühstück kaufen, bzw die Jungs kauften… ich traute mich an meine erste Eimerdusche ran!

Morgens kurz bevor wir gingen haben wir mal wieder Karten gespielt und Megamaumau entwickelt. Das ist richtig geil, mit Bonus Dingen aus dem Uno.

Der Sonntag war bei uns komplett für die Stadt Sunjani eingeplant und abends wollten wir noch was trinken, weil Ruven Geburtstag hatte.

Wir waren alle nicht so motiviert hier irgendwas zu unternehmen. Wir hatten quasi schon am Abend vorher die ganze Stadt gesehen. Sunjani ist nicht wirklich groß. Somit wussten wir einfach nicht was wir noch den ganzen Tag machen sollten.

Wir schlenderten trotzdem einfach los und ließen den Tag auf uns zukommen. Wir wurden positiv überrascht. Ich glaube in Ghana kommt es einfach nicht vor, dass man nichts findet.

Als wir so durch die Straßen schlenderten entdeckten wir mitten in Sunjani ein Fußballspiel. Auch wenn Fußball absolut nicht mein Sport ist war es trotzdem ober Interessant zu zu gucken. Die Manschaften trugen keine einheitlichen Trikos, manche trugen noch nicht mal 2 gleiche Schuhe. Das Spielfeld war einfach ein öffentlicher Platz, am Rande des Platzes war ein Schutthaufen von einer Baustelle, man ließ sich jedoch nicht stören. Der Schutthaufen wurde einfach mit einbezogen ins Spielfeld. Das Tor waren einfach zwei große Holzklötze, die man bei Gelegenheit mal schnell beiseite schieben konnte. Diese Tatsache erwies sich als ziemlich praktisch, weil es öfters vorkam, dass ein Auto über das Spielfeld fuhr, weil es in eine Straße wollte, wozu es zufälligerweise nunmal direkt das Tor durchqueren musste. Dies alles und die Mentalität der Leute machte das Spiel ziemlich Interessant.

Danach tranken wir kurz eine Cola. In der Bar wurde ich von einen Mädchen angesprochen, welches unbedingt mit mir Handynummern austauschen wollte. Als weiße Person wollen hier alle deine Freunde sein, hier wird auch viel schneller mal eben nach der Handynummer gefragt als in Deutschland. Das ist immer ein wenig doof, weil man ja nicht allen Leuten seine Handynummer geben kann. Ich fühl mich dann immer ein bisschen doof, wenn man die Leute zurückweist oder so, aber was will man machen.

Nachdem wir kurz im Internetcafe waren machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbaren. Auf dem Weg fanden wir ein Schokoeis! Ihr glaubt garnicht wie geil ein Schokoeis schmecken kann. Wenn man die ganze Zeit alles hier essen muss und das einzige Süße was man bekommt ein bisschen Obst ist, oder einen Keks pro Tag, aber auch nur einen, weil die Packung nicht so schnell  leer werden darf.

Es ist auf jeden Fall wahr: Schokolade macht glücklich. Und dann haben wir auch noch das geilste Essen überhaupt gegessen. Wir haben uns Baguette geholt, was es in Kumasi nicht gibt und dazu KÄSE! Das war einfach sooo lecker. Ein relativ vernünftiges Brot mit Käse. Ich war wirklich der glücklichste Mensch auf dieser Welt, ich konnte nicht mehr aufhören zu grinsen.

Auf den Weg zurück in unser Hotel haben wir noch mal bei einen richtigen Fußballspiel auf einen richtigen Platz vorbeigeschaut.

Mit den Leuten hier macht es einfach so viel Spaß Fußball oder so zu gucken, weil die einfach ganz anders sind.

Nachdem wir dann im Hotel unser ober geiles Mahl zu uns genommen hatten machte wir uns auf den Weg zurück in unser Restaurant/Bar um was trinken zu gehen.

Es war ein total entspannter/richtig lustiger Abend. Jedoch musste ich, wenn ich aufs Klo musste die öffentlichen Toiletten besuchen. Sprich du gehst zu so einer Frau an so einen Stand und bezahlst dafür das du aufs Klo gehen darfst. Dafür bekommst du dann ein Zeitungsblatt, welches dein Toilettenpapier dastellt.

Die Toilette war der Hammer. Es gibt mehrere Kabinen, jedoch ohne Tür oder sonstiges, aber du hast eine Mauer. Dann ist ein Loch im Boden und neben dem Loch sind zwei Backsteine auf die du deine Füße stellen kannst. Vor dem Loch ist ein Korb in dem dann das benutzte Zeitungspapier gesammelt wird.

Zu erst bin ich auf der falschen Seite reingegangen und alles war voll mit kackenden Leuten. Auf der anderen Seite war es dann relativ leer. Ich glaube die Ghanaer benutzen diese Toiletten wirklich nur zum Kacken, weil das kleine Geschäft wird hier meistens einfach so irgendwo auf der Straße verrichtet.

Am nächsten Tag, sprich Montag, hatten wir geplant den Bui Nationalpark zu besuchen.

Der Bui war ein bisschen weiter weg, weshalb wir da auch erst mal wieder hinkommen mussten. Also fuhren wir wieder zur Busstation. Diesmal fuhren wir jedoch nicht mit keinen großen Bus, sondern mit einen kleinen, quasi so eine Art Trotro.

Die Fahrt war schon ein Erlebnis. Man wurde relativ hin und her geschleudert. Der Bus ist auch wieder relativ alt und deswegen nicht so gemütlich. Dann sitzen da wieder sehr viele Leute drinnen, weshalb du 1-2 Stunden ziemlich gequetscht sitzt und die Straßen sind auch nicht gerade im besten Zustand.

Besonders toll wurde es dann nachdem wir in Wenchi umgestiegen sind. Ich kam mir echt vor wie in einen Film. Wir sind Kilometer lang nur durch die Pampa gefahren. Bergauf, Bergab den roten Schotterweg entlang und es kam uns niemand entgegen. Wenn man den Verlauf der Straße beobachtet hat, hatte man das Gefühl, dass die Straße einfach niemals endet, sondern ewig so weiter geht.

Es war trotzdem eine sehr interessante Fahrt, da wir einen Einblick in das richtige Landleben in Ghana bekamen. Wir fuhren durch Dörfer, in dem die Häuser noch wie so alte Lehmhütten aussahen. Die Dörfer waren extrem klein. Man hat sich echt einfach nur gefragt was machen die Leute den lieben langen Tag lang?!

Als wir bei Bui ankamen überkam uns die nächsten Überraschung. Erstens erfuhren wir, dass es am selbigen Tag keine Möglichkeit mehr gab von dem Ort wo wir waren weg zu kommen. Es fährt nämlich genau ein Bus pro Tag und zwar um 5 Uhr morgens!

Zweitens erfuhren wir, dass wir zur falschen Jahreszeit kamen. In der Regenzeit sieht man nämlich in dem Park keinerlei Tiere, dabei sind wir extra wegen den Hippos gekommen.

Drittens bestand das ganze Dorf irgendwie aus so eine Art Wellblechwohnwagen- sehr merkwürdig.

Gegen unser erstes Problem bekamen wir ein Zimmer in einen der Wellblechwohnwagen zur Verfügung gestellt, da wir geizig waren entschieden wir uns ein 2er Zimmer zu viert zu nehmen. Jedoch eröffneten sich hier direkt unsere nächsten Probleme. Wir hatten nur das an was wir mit hatten, wir hatten kein Moskitonetz, nichts zu Essen und nichts zu Trinken.

Da wir an der Situation nichts ändern konnten entschieden wir uns trotzdem in den Park zu gehen. Der Park befand sich jedoch ein paar Kilometer entfernt. Den Weg dahin musste man Laufen. Sprich eine Stunde hin/eine zurück. Durch wiederum eine entlos lange Straße im Nirgendwo, die aus Sand bestand und nur bergauf/bergab ging. Dieser Weg war einfach so mega anstrengend.

Endlich angekommen, bekam jeder von uns ein eigenes Kanu mit zwei Paddlern. Die Tour durch den Nationalpark besteht nämlich aus einer Tour im Kanu über den Black Volterre.

Der Fluss war einfach durch die Regenzeit viel viel viel breiter als sonst und überschwemmte das ganze Umland. Er war auch nicht mehr schwarz, sondern milchig.

Die Landschaft war atemberaubend, jedoch war es etwas langweilig irgendwann, da wir garkeine Tiere gesehen haben.

Zurück bei unserer Unterkunft waren wir alle so genervt und niemand hatte mehr Bock die Nacht über irgendwo im Nirgendwo zu bleiben. Wir baten die Ranger uns irgendwas zu organisieren in der Hoffnung und dem Glauben, dass es nicht so teuer wird.

Die Ranger organisierten uns einen Kleinbus, der den ganzen Weg nur für uns fahren sollt, weshalb wir relativ viel zahlen mussten. Im nächsten Ort mussten wir dann den Bus wechseln in den letzten Scheißbus und natürlich nahm der Busfahrer noch mehrere Leute mit. Der Busfahrer blieb auch in Wenchi über Nacht und machte am nächstn morgen ganz normal seine Tour. Wir fühlten uns ober vearscht, weil wir so viel zahlen mussten , weil es hieß wir haben einen ganzen Bus für uns und der Busfahrer müsse hin und Rückweg mit einen leeren Bus machen, weshalb wir ihn mehr oder weniger das ganze Einkommen geben mussten.

Von Wenchi aus nahmen wir dann ein Taxi. Uns wurde zwar gesagt, das von daaus jeder Zeit ein Kleinbus fährt, aber auch das stellte sich als Verarsche heraus.

Sprich wir haben scheiß viel Geld für einen scheiß Trip bezahlt! Aber zumindestens haben wir eine Erfahrung gemacht und werden den Fehler bestimmt nicht noch mal machen.

Unser leerer Magen trieb uns in unser Stammrestaurant. Und es gab… Fufu! Diesmal hat es mir schon viel besser geschmeckt, kann auch daran liegen, dass ich das Fleisch abbestellt habe.

Aber ich denke ich kann mich an das Essen gewöhnen. Die Frau hat uns dann so einen ober fairen Preis für das Fufu gemacht. Da wir kein Fleisch hatten haben wir anstatt ca 1,50 Euro nur ca 25 cent bezahlt. Dafür hat sie dann ca 50 cent Trinkgeld von uns bekommen. Die Frau hat sich soo gefreut. Das war einfach ober goldisch, die ist zurück zu ihrer Küche gehüpft einfach zu geil!

Am nächsten Tag hatten ich mein zweites Eimerduschenerlebnis. Bisher gab es immer fließend Wassser, sprich man konnte den Eimer direkt in der Dusche an einen Wasserhahn auffüllen. An jenen Morgen gab es jedoch kein fließendes Wasser. Sprich du musst deinen Eimer an dem Wassertank, der vor der Dusche steht auffüllen. Also musst du mit einen vollen Eimer beim Duschen hinkommen! Das war ein großes Problem für mich. Meine Haare wurden nicht gewaschen! Aber auch so, der Eimer ist wenn er voll ist zu schwer, dass du ihn richtig hochheben kannst und ich find es schwer den schweren Eimer so zu koordinieren, dass du nicht zu viel Wasser benutzt, so dass du noch genug Wasser hast für nach dem Einseifen, aber trotzdem überall nass wirst!

Auch auf dem Rückweg nach Denchemouso hatten wir wieder ein lustiges Erlebnis. Unser Busfahrer hat nämlich irgendwas oder irgedwen angefahren. Der ganze Bus ist aufgesprungen und  hat versucht was zu sehen. Alle haben wie wild durcheinander geredet und es war einfach total die Unruhe. Der Busfahrer stand nur draußen und hat wie wild geschimpft und gestikuliert und mit irgendeinen Mann irgendwas geklärt, sehr lustiger Zusant. Geendet hat es darin, dass wir weggefahren sind, keine Ahnung ob da noch mal irgendwann irgendwas kommt oder ob es sich damit einfach geklärt hat.

Der Bus hat uns freundlicher Weise direkt in Denchemouso rausgelassen. Der Weg vom Bus nach Hause war auch sehr lustig. Wir haben uns nämlich entschloßen mal einen anderen Weg zu laufen als den normalen, da man da immer so einen Bogen laufen muss. Der neue Weg war nur leider irgendwann kein Weg und wir sind mitten durchs hohe Feld und mussten irgendwann über einen Fluss springen und so. War mal wieder sehr abenteuerlich mit dem Gepäck.

Daheim angekommen gab es direkt die nächste Freude. Hier gibt es nämlich auch kein fließendes Wasser im Moment und das Gas für den Herd ist auch leer. Und Milli hat mir berichtet das direkt nachdem ich gegangen bin vor unseren Haus eine riesen Schlange war und das es hier davon wohl mehrere gibt, die auch nicht gerade ungefährlich sind.

Also freu ich mich auf Eimerduschen, Kochimprovisationen und Schlangen!

Liebste Grüße

03.09.2010 -kleiner Zwischenbericht


Mein Tagesrhythmus im Moment ist ziemlich eintönig. Ich wache gegen 7 halb 8 auf und verbringe hier meinen Tag mit Einkaufen für unser tägliches Abendbrot, ab und an geht man mal ins Internetcafe, oder  spielt mit den Kindern und man lernt natürlich immer wieder viele neue Dinge über die Kultur in Ghana. Trotzdem gehen die Tage hier total schnell vorbei. Man muss immer gucken das man vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause ist, damit man sich mit Autan oder sowas einsprühen kann und lange Klamotten anziehen kann. Dunkel wird es hier schon gegen 6 Uhr.

Also muss bis 6 Uhr alles was du am Tag erledigen willst geschehen sein.

Wir haben in den letzten Tagen mal den Pool besucht, der hier an ein Hotel angebunden ist. Das Hotel passt garnicht in die Umgebung, weil es so komplett neu und relativ nobel aussieht. Man hatte auch nicht das Gefühl das das Hotel irgendwelche Gäste hat. Ich glaube, dass wir überhaupt die Einzigen sind, die es sich leisten können in den Pool hier zu gehen, irgendwie fühlt man sich dabei ein bisschen doof.

Wir fangen auch immer mehr an uns wirklich an die ghanaischen Essensgewohnheiten zu gewöhnen. Wir kaufen fast nur noch auf den Markt ein. Wir haben jetzt unsere letzten Cornflakes gekauft danach wird es abgeschafft, weil es einfach viel zu teuer ist. In Ghana isst man kein Frühstück, so wie wir es in Deutschland kennen. In Ghana isst man morgens, wenn man Hunger hat die Reste von dem Abendbrot des Vortages (sprich warmes Essen). Das wollen wir hier auch bald einstellen. Daran werde ich mich auf jeden Fall erst mal richtig gewöhnen müssen!

Wir haben uns beim letzten Einkauf sogar Schokokekse gegönnt. Man bekommt jeden Tag einen Keks, dieser Moment ist immer ein kleines Highlight!

Wir kochen im Moment immer zu zweit und lassen uns von Milli ghanaische Gerichte zeigen. Es schmeckt echt gut und an die Schärfe hat man sich schon gut gewöhnt- zumindestens an unseren Schärfegrad. Ich glaub wenn wir dann bei Ghanaern zu Hause eingeladen werden wird das noch mal ganz anders sein.

Mein Bauch ist im Moment noch in der Eingewöhnungsphase zum Essen, aber da muss der jetzt durch!

Ich vermisse übrigens jetzt schon ober ein schönes Vollkornbrot mit Käse, oder einfach einen schönen Salat. Oder irgendwie Kräuterquark oder sowas!

Vorgestern hab ich mich auf dem Heimweg vom Internetcafe erst mal richtig hingelegt! Das Internetcafe kann man hier übrigens richtig gut benutzen. Die Verbindung ist zwar langsam aber gut! Der Typ ist ober lustig, wir waren jetzt 2 Mal da und er hat jedes Mal von uns Fotos gemacht, weil wir so ein Highlight für ihn waren!

Auf jeden Fall hat es während wir im Internetcafe waren richtig krass angefangen zu schütten. Auf den Weg von und zum Internetcafe müssen wir immer ein kleinen Bach überqueren. Dieser Bach hat sich jedoch durch den Regen in einen reißenden Fluss verwandelt, und jegliche Hilfsmittel um über den Bach zu kommen mit weggespült. Die Kinder haben uns eine Möglichkeit gezeigt den Fluss zu überqueren, dazu mussten man über eine Mauer klettern. Ruven hat erst versucht mich alleine „hochzuziehen“ dabei bin ich leider abgerutscht und hab mir das ganze Knie aufgehauen! Naja… halb so schlimm. Lustig sind immer nur die Reaktionen der Ghanaer jeder der dir entgegen kommt guckt dich wehleidig an und sagt „I’m sorry“. Die Leute sind hier einfach so nett und offen und jeder versucht dir zu helfen, einfach echt ganz anders als in Deutschland!

Gestern hatten wir unsere Oriantation, bei der wir noch mal offiziell begrüßt wurden und erfahren haben, was wir dürfen und was nicht. Mir ist es zB nicht erlaubt Jungs in der Öffentlichkeit einfach mal zu umarmen. Jedes Meeting wird hier mit einen Gebet eröffnet. Man wird hier sehr oft nach seinen Glauben gefragt, ich habe gemerkt, dass es viel besser ist einfach zu sagen, dass man jeden Sonntag in die Kirche geht. Die Leute hier sind sehr gläubig und verstehen es nicht, wenn man nicht , wenn man eine andere Einstellung zu Gott hat.

Wir haben auch eine richtig coole Sache erfahren. Und zwar werden wir einmal in der Woche im ghanaischen Radio sein und werden über das Radio den Leuten die Möglichkeit geben Deutsch zu lernen, etwas über Deutschland zu erfahren und sie können uns telefonisch anrufen und uns fragen stellen. Ich finde das eine richtig gute Idee und freue mich schon tierisch darauf. Wir haben auch vor dann deutsche Volksmusik aller „Ein knallrotes Gummiboot“ und sowas zu spielen. Das wird auf jeden Fall richtig geil!

Gestern habe ich auch das erste Mal meine Wäsche mit der Hand gewaschen. Das ist ober anstrengend ich hab heute Muskelkater und meine Hände sind solche Arbeit auch definitiv nicht gewohnt. Sie sind teilweise ein wenig kaputt. Ich glaube auch das ich teilweise das Waschpulver nicht richtig rausgewaschen habe, aber egal die Klamotten werden jetzt so getragen!

Wir haben hier noch eine Weile Leerlauf, bis wir anfangen müssen zu arbeiten. Damit wir nicht die ganze Zeit vergammeln haben wir uns überlegt noch mal für ein paar Tage zu verreisen und schonmal ein wenig von dem Land zu sehen. Wir wollen nach Sunyani fahren und uns dann da sie Stadt und den dritt größten Nationalpark: den Bui Nationalpark angucken.

Also wir versuchen jetzt hier mal unsere Reise zu planen.

Liebe Grüße