Tagesarchiv: September 20, 2010

Die scheinbar letzte Woche Faulenzen….


Nachdem wir am Dienstag von unseren Trip zurückkamen, gingen hier die Tage genauso weiter, wie sie vor Sunjani aufgehört haben, sprich wir haben nicht besonders viel zu tun und versuchen unsere Tage zu gestalten.

Mittlerweile haben wir das Kochen echt raus. Bzw eigentlich hat Milli es raus, weil um ganz ehrlich zu sein ohne sie wären wir beim Kochen wahrscheinlich gnadenlos aufgeschmissen.

Wir haben mittlerweile auch schon Gerichte, die wir echt gerne essen und die wir jetzt zum zweiten Mal kochen, das schaffen wir dann sogar schon fast ganz alleine.

In Sunjani sind wir auf den Geschmack mit Omelett gekommen, das schmeckt echt gut und erinnert irgendwie ein bisschen an zu Hause. Das kann man auch gut mal zum Frühstück essen. Unsere Cornflakes sind jetzt nämlich leer- jetzt muss improvisiert werden. Wir haben aber schon vorher entdeckt, dass kalter Reis mit zermaschten Bananen ggf noch ein bisschen Milch oder Orangen echt gut schmeckt.

Auch im Dorf kennen wir uns immer mehr aus. Wir haben jetzt unseren privaten Orangen und Bananendealer. Das ist echt der Vorteil wenn man hier mit den Dorfkindern einkaufen geht, worum man eigentlich so oder so nicht drum herum kommt. Sofern man hier das Schulgelände verlässt (also eigenltich sind sie auch immer auf dem Schulgelände) hat man sofort an jeder Hand ein paar Kinder. Die Kinder haben uns gezeigt wo man hier gut Bananen und Orangen kaufen kann. Man kommt sich echt ein wenig komisch vor, weil man einfach an irgendwelchen Haustüren klopft und fragt ob man Orangen kaufen kann. Aber mittlerweile kennen die uns auch und freuen sich wenn wir Ihnen unseren täglichen Besuch abstatten um 20 Bananen oder 10 Orangen zu kaufen (für beides zusammen zahlen wir ungefähr 1,25 Euro). Es kommt aber auch manchmal vor das die Bananen leer sind, dann gibt’s halt nichts. Bei der Bananenfrau ist ein Mädchen, welches ein wenig Deutsch spricht, die ist richtig lustig und unterhält sich jedes mal auf Deutsch mit uns. Letztens haben wir sogar von denen was zu Essen angeboten bekommen.

Am Freitag (10.09.) hatten Fabi und ich unseren Megakochtag. Da die anderen beiden gewaschen haben und wir nicht wussten was wir machen sollen, haben wir uns entschlossen mal Bofrot zu machen. Das ist so eine Art runder afrikanischer Donot. Wir hatten ober Lust auf irgendwas Süßes und wie gesagt sowieso genug Zeit. So gegen 12 machten wir uns los zum Einkaufen, die Dinge dazu gibt es nicht bei uns in Denchemouso, also mussten wir in das Nachbardorf Kwadaso fahren, welches ein bisschen größer ist. Nachdem wir nach ewigen Suchen endlich den Markt gefunden haben, haben wir auch direkt wieder Hilfe angeboten bekommen. Die Frauen fanden es sehr amüsant das wir als Deutsche Bofrot kochen wollen.

Der Markt in Kwadaso ist richtig schön, nicht so groß wie in Kumasi, hat aber trotzdem alles was man braucht und eine schöne, private überschaubare Größe.

Beim Bofrot hat uns Millis Mutter geholfen, da Milli selber nicht wusste wie es geht. Mengenangaben gibt es nicht, das wird hier alles nach Gefühl gemacht und der Mixer wird durch die Hand ersetzt.

In der Zeit, die der Bofrotteig ruhen musste, haben wir das Abendbrot zubereitet.

Das Fritieren des Bofrotteiges ist eine Kunst für sich. Man nimmt eine Hand voll Teig aus dem Kumm und muss die Hand dann so über den Topf leer drücken, dass der Teig in dem Topf eine Kugel ergibt. Auf jeden Fall habe ich es ausprobiert und es ist voll daneben gegangen. Nicht nur, dass ich meinen versaut hätte ich hab alle anderen die zu der Zeit im Topf waren gleich mit versaut. Es waren somit keine großen Kugeln, sondern kleine Klümpchen die fritiert wurden. Man hat sich über mich köstlich erfreut.

Wir haben es dann liebevoll German Bofrot getauft.

Alles in allen standen wir auf jeden Fall 6 Stunden in der Küche.

Am Sonntag waren wir wieder in der Kirche, in der Presbyterian Church diesmal zusammen mit Jeff. Wir waren ganze 5 Stunden in der Kirche. Es fing alles damit an, dass Jeff uns für 9 an die Kirche bestellt hat, um 7 bekamen wir einen Anruf, dass wir in einer halben Stunde vom Auto abgeholt werden. Das Auto mussten wir dann, wie wir um 8 merkten uns selber organisieren durch Sac. An der Kirche angekommen merken wir, dass wir doch erst um 9 hätten da sein müssen.

Ich muss ehrlich sagen, dass mir der letzte Gottesdienst besser gefallen hat, weil er mehr mit Gesang durch die Kirche ausgefüllt war und dadurch lebhafter war. Jedoch war der Gottesdienst auch nur so lang, da zwei Ehemalige, die wohl richtig viel für die Kirche gemacht haben verabschiedet wurden, das hat ewig gedauert. Es wurden zig mal Spenden für die eingesammelt und Geschenke überreicht und weiß nicht was alles. Das Spenden einsammeln war auf jeden Fall auch richtig geil. Und zwar wurde zu erst gesagt 20 Cedi und jeder der 20 Cedi schenken wollte durfte vor gehen und das einwerfen, dass wurde dann bis auf 1 Cedi runter gestaffelt. Richtig hart, damit man auch ja sieht was wer schenkt.

Aber Jeff hat uns dazu aufgefordert zu Tanzen in der Kirche. Also sind wir vorne auf die Tanzfläche (die hier in jeder Kirche eigentlich besteht) gegangen und haben mit den Leuten getanzt. Ich kam mir ein bisschen komisch vor, vor allen weil doch noch relativ viele Leute saßen. Es waren immer nur ein paar die ihren Bedürfnis des Tanzens nachgekommen sind. Aber wir haben sehr zur Belustigung der Kirchengemeinde beigetragen, da freut man sich doch.

Ich durfte jetzt hier auch das Krankenhaus (jedoch das private) kennen lernen, da ich es geschafft habe, mir in Ghana eine Blasenentzündung zu zu ziehen, fragt mich nicht wie!

Der Arzt ist ein netter Mensch mit einer riesigen Nase, aber er ist sehr um einen bemüht. Jedoch darf ich jetzt insgesamt 3 Mal hin, da man am Samstagabend hier leider keinen Proben mehr machen kann oder darf, naja auch eine Beschäftigung.

Mein Zimmer ist immer noch nicht fertig, ich weiß auch noch nicht mal ob sie endlich ml angefangen haben und unser Termin mit den ID Cards wurde auch schon 2 Mal verschoben und wir wissen noch nicht wann wir die bekommen.

Aber naja Ghana halt ;)

Also liebste Grüße aus dem warmen Ghana wünscht euch Mareike

Letzte Woche???


Tja vertan vertan….!

Ganz Ghanalike hat die Schule natürlich nicht wie geplant letzte Woche Mittwoch angefangen. Das ganze haben wir Dienstag Nachmittag erfahren, nachdem wir Saccordie angesprochen haben, wann wir denn  am nächsten Tag wie wo zu sein haben. Saccordie teilte uns mit, dass der ghanaische Staat den Schulstart wohl um eine Woche nach hinten verschoben hat, weswegen die Schule noch nicht diese Woche anfängt.

Wir haben uns am Dienstag schon gewundert, dass kaum Lehrer und Schüler da sind, aber uns nichts weiter bei gedacht, weil wir vorher schon erfahren haben, dass der offizielle Schulanfang nicht von allen Schülern und Lehrern besonders ernst genommen wird.

Naja auf jeden Fall bleibt uns so eine weitere Woche, die wir wunderbar gestalten können.

Am Dienstag waren wir in Kumasi und haben uns auf den Weg gemacht mal den Markt in Kumasi ein wenig zu erkunden. Bis jetzt haben wir uns in den Markt noch nicht richtig rein getraut, weil der einfach soo riesig ist. Der Mark in Kumasi ist der Größte in Westafrika, füllt ungefähr eine Fläche von 1 km² und beinhaltet ca 10000 kleine Ständchen.

Bevor wir uns ins Wagnis stürzten gönnten wir uns jedoch noch ein kleines kulinarisches Highlight und gingen Pizza essen. Das war zwar relativ teuer aber einfach ober geil!

So konnten wir gestärkt in den Markt gehen. Der Markt ist einfach unglaublich. Wir sind nur einmal quer rüber und haben somit noch nicht allzu viel gesehen, aber es ist beeindruckend was da alles angeboten wird. Im Reiseführer steht man bekommt auf dem Markt alles außer Flugzeuge und Schiffe. Auf dem Markt wuseln alle möglichen Menschen durcheinander und man verliert ein wenig den Überblick. Es ist einfach ein ganz kunterbuntes Leben in so einen Markt, einfach typisch afrikanisch: laut, durcheinander, eng, aber auf der anderen Seite persönlich, lebensfroh und sortiert.

Am Mittwoch war ich dann beim Arzt, um mir mein Testergebnis abzuholen. Wie erwartet: Blasenentzündung. Der Arzt ist einfach ober sympathisch, ich mag den voll. Als ich in den Raum kam hat der mit einen Buch und einen großen Kissen in seinen Sessel gechillt und gelesen und das ganze Barfuss. Ich finde es auch einfach unglaublich wie der sich um einen kümmert obwohl der nicht viel Geld dafür bekommt. Ich soll jetzt nächste Woche noch mal vorbei gehen, wenn ich das Medikament fertig genommen habe, nur damit ich ihm erzähle wie es mir geht, das würde kein deutscher Arzt wissen wollen. Da bekommst du dein Medikament und fertig.

Ich war mit nächster Woche dann insgesamt 4 Mal beim Arzt und habe insgesamt für alles- für die Gespräche mit dem Arzt, für die Regestrierung beim Arzt (einmalige Kosten) und für die Laborkosten wegen Test-  insgesamt 9 Euro bezahlt und fühle mich besser aufgehoben als in Deutschland. Davon könnten sich deutsche Ärzte mal eine Scheibe abschneiden.

Obwohl die öffentlichen Ärzte hier wohl richtig schlimm sind und sich mehr oder weniger garnicht um die Patienten kümmern. Milli meinte, dass hier in den öffentlichen Krankenhaus sau viele Leute einfach sterben, weil der Arzt keine Interesse an den Patienten hat.

Am Donnerstag waren wir in Kumasi in dem National Culture Center das war auch richtig interessant. Angebunden an das Center ist ein kleines Museum, in den man etwas über Prempeh 2.

einen ehemaligen Cheef in Ghana erfahren kann. Das war sehr interessant, weil man dadurch auch direkt mehr über die ganze Kultur hier gelernt hat, da es immer noch Cheefs in Ghana gibt, die hier auch nach wie vor eine große Rolle spielen.

Im Anschluss daran haben wir im Center so eine Art kleinen Rundgang gemacht, bei dem man jegliche Handwerke aus der Ashanti Region (die Region, in der ich wohne) sehen kann. Sprich Leute, die gerade Trommeln schnitzen, töpfern Stoffe machen oder ähnliche Sachen. Man kann den Leuten dabei zu gucken und in einen Store dementsprechende Dinge erwerben. Ich habe mir noch nichts gekauft, aber ich habe das auf jeden Fall noch vor.

Am Freitag (heute) sollten wir eigentlich ein Meeting mit den Lehrern von der Schule haben. Das Meeting ist leider jedoch ausgefallen, da die Schule einen Konflikt mit ein paar Dorfbewohnern hatte und deswegen auf die Polizei musste. Wir wissen jetzt auch nicht genau wann das Meeting statt findet.

Genauso wie wir immer noch nicht wissen, wann wir unsere ID Cards bekommen, aber garantiert morgen. Genauso wie freies Internet, welches Jeff uns organisieren will, immer wenn wir ihn darauf ansprechen sagt er uns, dass er sich morgen drum kümmert. Morgen ist also ein weitreichender Begriff.

Ich lebe auch immer noch in meinen Zimmer. Gestern ist mir beim Öffnen meiner Medikamentenschachtel eine Maus entgegen gefallen, die jedoch noch gelebt hat. Danach hab ich erst mal die Katze in mein Zimmer geschickt.

Aber einen Vorschritt gibt es, Saccordie hat uns mitgeteilt, was genau unsere Aufgaben in der Schule sein werden.

Ich werde natürlich im Kindergarten arbeiten. Daneben werde ich noch Deutschunterricht an der Schule hier geben und öffentlichen Deutschunterricht, der jeden Montagabend statt finden wird für die Leute aus dem Dorf, die Interesse daran haben Deutsch zu lernen  und dann natürlich die bereits schon erwähnte Radiosendung (die letzten Aufgaben fallen uns allen zu).

So wir werden weiterhin versuchen unsere Tage rum zu bekommen.

Liebste Grüße

Mareike

p.s. es ist uebrigens doch nicht die letzte Woche, wie wir heute erfahren faengt die Schule voraussichtlich am 27.09. an…. also noch mindestens eine Woche laenger