Guten Morgen, dein Zimmer steht unter Wasser!


„Ruven?? Fabian?! Steht auf!“, ich schaue auf mein Handy und will wieder in meinen Schlaf zurück, als ich sehe, dass es 5.30Uhr ist. „Hier ist überall Wasser!“, „Ja klar… Wasser.“, denke ich und bin mir sicher, dass ich schon wieder eingeschlafen bin. „Jetzt kommt endlich!!“, ich mache meine Augen doch auf. Cornelius steht vor mir. „Das ganze Zimmer steht unter Wasser!“, er hat recht. „Ach  du scheiße, er hat recht!“, auf einen Schlag bin ich wach. Das ganze Zimmer steht ca. 2 cm unter Wasser. Ich mache mich geistesabwesend daran, Wasser zu schöpfen. Fabi und Cornelius bringen alle Sachen in Sicherheit, die auf dem Boden liegen. Unter anderem: Cornelius Laptop und Mareikes Spiegel-Reflex Kamera. Hoffentlich ist das nochmal gut gegangen… Glücklicherweise habe ich keine Wertgegenstände auf dem Boden liegen lassen.  Erst mal müssen wir herausfinden, woher das Wasser kommt. Die Ursache ist schnell aufgedeckt. Die Wasserversorgung für die Toilette muss man hier manuell auf und zu drehen. Richtig… man muss sie auch zu drehen. Das ist, was der glorreiche Fabian zu nachlässig am Abend davor getan hat. So ist über sieben Stunden in der Nacht einiges an Wasser über den Spülkasten gelaufen und unser frühes Desaster erklärt sich.

Jedenfalls hatten wir das Zimmer nach 20mins größtenteils wieder trocken. Die Wasserspur ging bis raus auf die Terrasse und wir haben schon überlegt, wie wir es anstellen können, dass es aussieht, als wäre Sakkordie der Schuldige. Der Gute wohnt direkt nebenan. Sowohl die Kamera als auch der Laptop sind übrigens heile geblieben.

Diese Morgen-Aktion hatte mit sich geführt, dass wir die ersten waren, die sich in der Liste der Schule in der Spalte „erschienen um …Uhr“ eingetragen haben. Dann ging es wieder ans Bücher registrieren. Mittlerweile ist Samstag und wir haben alle Bücher eingetragen. Einen Teil haben wir sogar schon beschriftet. Wenn wir damit fertig sind, müssen wir uns nur noch überlegen, wie wir das Gesamtwerk anordnen und wir sind feritg.

Am Freitag waren Mareike und ich nochmal in Kumasi. Wir mussten noch verschiedene Sachen besorgen und ich wollte unbedingt in ein Internet-Café. Wie im vorigen Beitrag geschrieben, fühle ich mich ohne Internet ganz schön ausgeschlossen und isoliert. Eine neue Simkarte wollte ich auch noch besorgen. Mittlerweile habe ich drei verschiedene ghanaische Handykarten. Niemand konnte mir nach dem schmerzlichen Verlust meines Mobil-Telefons richtig weiterhelfen, welcher Tarif hier der günstigste für einen Nach-Hause-Telefonierer ist. Ich habe mir also gedacht: „Ruven!“, hab ich gedacht, „ Du lässt dich nicht lumpen und probierst die bekanntesten aus.“

So ist es dann gekommen, dass ich im Moment drei verschiedene Nummern habe. Wie könnte es anders sein, der günstigste Tarif ist der, den ich auch mit meinem alten Handy hier hatte. Damit kostet es mich umgerechnet ca. 7 Cent pro Minute, um nach Deutschland zu telefonieren.

Nachdem wir einkaufen waren, stand das Internet-Café auf dem Programm. Direkt neben der Post gibt es hier ein Super Café- zwar ist das etwas teurer als die anderen, aber dafür bietet es Internet, so schnell wie daheim. Dazu kommt die gut funktionierende Klima-Anlage. Zu gut, möchte man sagen. Eine Stunde bei 18°C und europäischer niedriger Luftfeuchtigkeit später hat man sich echt daran gewöhnt. Dann folgt der Schock, beim rausgehen. Es ist nicht unbedingt heiß, aber drückend warm und verdammt feucht. Man fühlt sich ein bisschen so beim Verlassen der Räumlichkeit, als ob man gegen eine Wand läuft. Eine Wand aus Wärme und Wasser. Eigentlich habe ich mich total an das Klima hier gewöhnt, aber dieser Moment hat mich daran erinnert, wie wir einen Monat zuvor aus dem Flieger in Accra gestiegen sind. Richtig. Einen Monat ist es schon her, dass ich mir gesagt habe: „Bis im Sommer, Deutschland!“

Die Fahrt zurück nach Denchemouso war dann ziemlich abenteuerlich. Abends flüchtet die halbe Bevölkerung der Stadt in die Außenbezirke. Das bedeutet viel Betrieb an der Trotro-Station. Da heißt es Kampferfahrung sammeln! Alle stehen fein säuberlich an und es wird nicht gedrängelt. So ist das nicht… wenn da nicht das Wörtchen „Aber“ wäre. ABER sobald ein Auto in Sicht ist, dass in die richtige Richtung fährt ist es vorbei mit den guten Manieren. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Es kommt auch vor, dass der, der als zweiter kommt zuerst malt, weil er den ersten wieder weg zieht. In kürzester Zeit schwappt eine Welle von 20 Menschen in die Minibusse. Unglaublich. Wir haben eine Stunde lang gewartet und sind dann mit einem Trotro gefahren, dem ich keinen weiteren Meter zugetraut hätte. Bei jeder Rechtskurve sind wir komplett aufgesetzt. Kraaaaatz und Schraaapppp!! (Hat ja schon fast was von Micky-Maus Comics…)

Wir sind sicher angekommen.

Ruven

P.S.: Die Person, von der ich am Ende des letzten Beitrags gesprochen habe, war übrigens zufällig auch online, als ich im Internet war. Hab mich sehr gefreut J

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