Volta Region


Hallo,

Nach etwas laengerer Zeit gibt es nun mal wieder einen Eintrag.

Ich bin Montag Abend von einer Wochenendreise in die Volta Region zurueckgekehrt. Urspruenglicher Hintergrund war es die Beerdigungsfeier von der Grossmutter meines Arbeitskollegen in Peki zu sehen und auf dem Rueckweg Dokumente fuer eine gemeinsames Projekt bei der Volta River Authority (VRA, fuer die Stromversorgung in Ghana zustaendig) abzugeben. Neben diesen Zielen, kamen zum Teil geplant, zum teil eher spontan noch ein Ausflug zum Wli Wassrfall nahe der Stadt Hohoe, sowie ein Besuch des Monkey Sancuarys in Tafi Atome hinzu. Aber nun ganz von vorne….

Freitag, den 24.September sind wir zunaechst mit einem Tro-Tro (mi tuber 20 leuten gefuellt) in die Volta Region nach Peki aufgebrochen, um die Beerdigungsfeier am naechsten Tag zu sehen. Die Hinfahrt war bereits der Hammer, volles Tro-Tro, die Hintertueren geoeffnet, wir in der letzten Reihe und dann fing es an zu regnen. Aber kein Problem, im Radio lief Bob Marley mit Three Little Birds! “Don’t worry, about a thing, cause every little thing, gonna be alright..” Hat meine Stimmung auf jeden fall aufgeheitert, gerade weil der Verkehr in Accra wieder mal die Hoelle war. Haben 2 Stunden gebraucht bis wir die Stadt verlassen hatten und weitere 2 Stunden bis wir am Ziel waren. Am spaten abend angekommen, haben wir gegessen und dann, wie ist wohl in dieser Region ueblich ist von der verstorbenen Abschied genommen. Sie war in einem mit aufleuchtenden Lichterketten und Plastikpflanzen versehenen Sarg aufgebahrt. Die Frauen der Familie haben gesungen, getanzt und getrauert.

Am nachsten Tag war dann der Gottesdienst und die Beerdigung. Die noch nicht fertiggestellte Kirche befand sich, ohne Waende mitten im tropenartigen Wald. Der Gottesdienst dauerte ca. 3 Stunden und es wurde viel Musik gespielt, Frauen tanzten und man betete naturlich. Auf jeden fall nicht mit einem deutschen Gottesdienst zu vergleichen. Die Beerdigung hingegen schon eher, bis auf das wieder viel gesungen wurde und der Sarg im Kofferaum eines Taxis zum Friedhof gefahren wurde. Nach der Beerdigung wurde gegessen und man hat sich verabschiedet. Leider keine Musik wie es glaub ich hier sonst ueblich ist.

Am nachsten morgen wollten wir uns dann auf den Weg ins Monkey Sanctaury nach Tafi Atome machen, haben uns dann aber noch kurzfrsitig dazu entschieden noch weiter in den Norden nach Hohoe zu fahren, um dort noch einmal Geld abzuholen fur die restliche Reise. In Hohoe angekommen sind wir zum einzigen Geldautomaten, der aber, wer ahnt es nicht funktionierte. Der Pfortner der Bank versprach uns, dass der Automat bis 12 Uhr repariert ist. Zu diesem Zeitpunkt war es ungefahr 8 uhr, also noch genugend Zeit um den nahe gelegenden Wli Wasserfall zu sehen. Das war es auch auf jeden Fall wert, sehr beeindruckend und der grosste Wasserfall Westafrikas.

Wieder zurueck in Hohoe, um 12 Uhr, war der Automat naturlich immernoch nicht repariert und man sagte uns dass gegen 16 Uhr vielleicht jemand kommen wuerde. Zum Glueck hatte mein Arbeitskollegen einen alten bekannten in der Stadt be idem wir uns Geld leihen und unsere Reise fortsetzen konnten.

Nachmittags in Tafi angekommen, wurden wir auch schon von den ersten, in dem Dorf als heilig geltenden, Affen begrusst. Schon faszinierend wie sehr sie sich an den Menschen gewoehnt haben. Ob das gut ist, ist eine andere Frage. Frueh schlafen gegangen, haben wir am naechsten Morgen nochmal eine private Tour inclusive eigener Fuetterung mitbekommen.

Auf dem Rueckweg, die Unterlagen im VRA Buro am Staudamm in Aksombo abgegeben, den riesigen Staudamm besichtigt und uns dann wieder auf den Heimweg nach Accra begeben, ohne viel Verkehr, offene Tueren und auch ohne Regen.

Dienstag ging es dann wieder in den normalen Alltag ueber, wobei es leider so weiterging, wie es in der vorherigen Woche aufhoerte, ohne Aufgabe und Arbeit.

Grund hierfuer ist, dass die Organisation gerade einen politischen Machtwechsel erlebt hat und Posten, Positionen und Machtansprueche wohl noch geklaert werden muessen. Ich haette nicht gedacht, dass Nicht Regierungs Organisationen davon so betroffen sind. Interessant ist auch, wie solche Dinge hier geregelt werden. Egal, die naechsten Wochen koennte es jedoch wohl so weiter gehen, was langsam ein wenig sehr frustrierend wird. Aber mal sehen wie sich die Dinge entwickeln. Mitte Oktober sollten entsprechende Entscheidungen getroffen werden.

Ausser diesem Problem muss ich aber betonen, dass Land und Leute schon hammer sind. Obwohl man hier als Weisser immer auffaellt, fuehle ich mich nie unwohl, betroht oder dergleichen. Viele Gruessen einen und jeder auf seine individuelle Art und Weise. Koennten sich manche Deutsche noch mal was von abschauen…

Ich wuensche euch einen schoenen Abend.

Liebe Gruesse aus dem nie schlafenden Accra,

Jonas

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