Monatsarchiv: November 2010

Der mit dem Affen tanzt – Die 2te


Wow!! Endlich funktioniert das Internet wieder!!! Hier also der neue Blog Eintrag für euch. Viel Spaß!

Tja so ist das. Da hat man gerade einen Blogeintrag fertig, da macht einem das gute Word einen Strich durch die Rechnung. Keine Ahnung was ich gedrückt habe, jedenfalls war alles weg und es war auch komischerweise kein Backup gespeichert. Jetzt bekommt ihr eine Extended-Version, macht euch auf einen Lesemarathon gefasst.

Von Affen, Wasserfällen, Gold und einem unauffindbaren Sebi erzählen. Ein Crossover durch die letzten zwei Wochen, in denen ich das erste Mal zu viel zu tun hatte um einen Blog-Eintrag zu schreiben. Angefangen möchte ich mit einem Besuch bei ihrer Majestät, der Queen Mum des Atwima-County im Ashanti-Kingdom.

Sebastian war gerade zwei Tage da und es wurde ihm eine Ehre zuteil, die uns seit nunmehr drei Monaten verwehrt blieb. Die Queen hatte Zeit gefunden uns in ihrem County willkommen zu heißen und uns kennen zu lernen. Jeder Distrikt in Ghana hat einen Chief und eine Queen. Die Queen bestimmt den Chief und der Chief darf die Queen absetzen. Dieses System gibt es sowohl auf kommunaler Ebene, als auch auf Landesebene. Die Queen hat sogar mehr Autorität als der König, steht aber eher repräsentativ im Hintergrund. Alle Macht den Frauen heißt es also im Königreich der Ashantis. Nach diesem kurzen Einblick in dieses System, das parallel zur demokratischen Regierung existiert nun, wie es sich zugetragen hat :P

Die Queen hat uns also in ihrem Privathaus empfangen, da es ihr momentan gesundheitlich nicht so gut geht. Wir haben alle nach einander unsere Gastgeschenke überreicht und ihr ein bisschen was von unserer Heimat erzählt. Die Gute war selbst schon ein halbes Jahr in Berlin, wo ihre Töchter studieren. In der Tat sollte man das Mum in Queen Mum unterstreichen. Die Frau kommt wie eine liebe Mutti rüber, die sich mit Herz um all ihre „Kinder“ kümmert. Besonders aufgefallen, sind mir ihre tiefen ehrlichen Augen. Nachdem ich mein Buch vom Rheinland und das Schreiben von unserem Bürgermeister Walther Böcker überreicht hatte und die anderen auch soweit waren, ging es nach draussen für eine Fotosession deluxe, dessen Abzüge ihr bei Facebook bestaunen könnt.

Donnerstag hatten wir dann die erste unserer jetzt regelmäßig stattfindenden Radio-Shows! Dj Desmond  hat uns durch das Programm geführt und wir haben den Leuten hier eine ordentliche Portion Deutsch aufgetischt. Dazu gab es dann auch noch eine kleine Rap-Einlage a lá Samy Deluxe meinerseits. Für diese Woche habe ich schon einen eigenen Text mit Sebi geschrieben geschrieben, unterlegt mit einem Beat von Jan und Seb  😀

Weiter ging es dann am Wochenende mit unserem Trip in die benachbarte Brong-Ahafo Region nach Techiman. Dort gibt es in der Nähe das Boabeng-Fiema Monkey Sanctuary. Affen leben hier in freier Wildbahn Haus an Baum mit den Menschen- seit 200 Jahren. Die Affen kommen morgens und abends sogar in das Dorf und klauen sich Essen. Praktisch für unsere entfernten Verwandten, da sie dort als heilig gelten und so unbehelligt Futter klauen können. Wir waren erst ziemlich enttäuscht, da wir auf eine riesen Touri-Gruppe getroffen sind, die offenbar auch in den Wald wollte. Glücklicherweise hat uns der Mann an der Rezeption unser Unwohlsein angesehen und uns versichert, dass wir einen eigenen Guide für uns in Ruhe bekommen werden. Los ging es dann ziemlich bald- mit einer weiteren Enttäuschung. „Morgens und abends kommen die Affen raus um sich Futter zu holen. Leider seid ihr nicht zur richtigen Zeit da…“- Na toll! Keine 20m weiter dann ein rascheln im Baum. Ehe wir uns umschauen konnten, hangelten sich ca. 10 Mona-Äffchen die Bäume zu uns herunter. Wir hatten Brot dabei und holten es raus um sie zu füttern. Die Affen kommen nur morgens und abends… in das Dorf. Im Wald kann man sie den ganzen Tag erleben! Worte sind hier denke ich überflüssig, aber soviel sei gesagt: Sie haben uns aus der Hand gefressen und Model für uns gestanden! Fotos auf Facebook.

Ein unglaubliches Erlebnis und wir konnten uns kaum loseisen. Weiter ging es dann mit den unglaublich großen und hohen Bäumen, die hier wachsen. Die werden schon mal eben 70m hoch. Und wir sind so stolz auf unsere deutsche Eiche… Ich habe ziemlich an meinen Großvater gedacht, für den das sicher etwas gewesen wäre. Wir haben auch einen Ficus-Baum gesehen. Der ist ein Parasit, der um einen anderen Baum herum wächst und diesen nach und nach zerstört. Schaut euch das Foto an…

Nachdem wir die Tour beendet hatten sind wir nochmal auf eigene Faust in den Wald, weil wir noch nicht genug hatten. Ein Affe hat sich eiskalt an unserem Rucksack vergriffen um an das Brot zu kommen. Wir haben eine riesige Spinne gesehen. Und sind zu viert in einem richtig kleinen Auto zurück gefahren. So klein, dass Sebi sich quer über Mareike, Cornelius und mich gelegt hat. Eine dreiviertel Stunde so Auto fahren ist echt kein Spaß! Der Tag hat sich extrem gelohnt. Abends haben wir ihn mit einem schön kühlen Star-Bier in einer der kleinen Bar ausklingen lassen. Dort hat uns jemand von Wasserfällen erzählt, die es auch in der Region um Techiman gibt…

Nächster Morgen 5:30Uhr, der Wecker klingelt und wir machen uns auf den Weg nach Kintapon um die Fuller-Falls zu sehen. Für 20 Cedi, also ca. 10 Euro hat sich uns ein Taxifahrer angeboten, der uns zu beiden Wasserfällen bringen wollte und auch wieder zurück. Ein guter Preis, also ab in das Taxi und los! Der erste Wasserfall war eine Art spiritueller Ort, ab dessen Fuß die Reste eines Altars zu finden waren. Es war dort unter den Bäumen und an dem reißenden Wasser echt angenehm kühl. Der zweite Wasserfall war eine riesen Attraktion. Wir konnten dort sogar baden! Da werden Erinnerungen an Griechenland wach! Wow. Frisch aus dem Wasserfall ging es dann ab in den Bus zurück nach Kumasi und zu Fabian, der zuhause geblieben war.

Zurück Daheim ging wurde dann erst mal einen Tag entspannt. Naja, Unterricht, Nachhilfe in Mathe geben, Kochen… wenn man das so entspannen nennen kann. Dienstag haben wir uns dann auf die Spuren der Goldgräber nach Obuasi begeben. Dort gibt es die weltweit zweitgrößte Goldmine. Sie ist eine der zwei Goldminen, die am Aktienmarkt gehandelt werden. Wir haben mal überschlagen… im Monat geht da Gold im momentanen Wert von über 50 Mio. Euro raus. Ein zwei Steine haben wir mitgehen lassen, in denen man kleine Goldadern sehen kann. Unglaublich irgendwie, diesen Mythos Gold dort so zu spüren zu bekommen.

Dort haben sich dann Sebis und mein Weg getrennt. Ich bin mit Cornelius zurück nach Kumasi und Sebi ist auf eigene Faust zum Kakuum National-Park gereist um noch ein Highlight mitzunehmen, bevor es für ihn schon am Montag zurück nach Deutschland zu euch in den kalten Winter geht.

Abends klingelte dann mein Telefon. Sebis Mutter war dran, sie mache sich Sorgen, weil sie Sebi nicht erreicht. Nun ja… ich konnte ihn auch nicht erreichen. Ein paar Stunden lang habe ich mir echt Sorgen gemacht und mir schon überlegt, wie ich die Nummern von allen Hotels rausfinden kann, in denen er sein könnte. Heute morgen hat er sich dann aber gemeldet. Im Nationalpark hat man halt kein Netz!

Und weiter ging es mit Angst. Angst vor einem riesigen Berg. Einem riesigen Berg aus Wäsche, der zu müffeln begann und danach schrie, gewaschen zu werden. Zwei Wochen lang habe ich nicht gewaschen und mein Koffer quoll vor Wäsche über. 4 Std. habe ich gewaschen. Nie wieder werde ich das so lange vor mir herschieben.

Achja… beinahe hätte ich es vergessen! Dieses Wochenende geht es wieder nach Winneba! Sebi und Fabi wollen den Ort auch kennen lernen, den wir ehrfürchtig nur noch Paradies rufen. Was soll ich sagen… wieviel Grad ist es bei euch? So um die 0°C oder? :P

Neuigkeiten gibt es auch von unserem Projekt! Wir haben einige E-Mails geschrieben und leider wenig Antworten bekommen. Im Moment basteln wir an unserer Broschüre um unser Projekt und den Verein kompakt und gut vorstellen zu können. Langsam weiß ich, wie sich die Menschen fühlen müssen, die für gute Zwecke sammeln. Aber versteht mich nicht falsch! Ich bin extrem dankbar für die Rückmeldungen und Hilfen, die wir bekommen haben. Wir konnten einige gute Adressen sammeln und hoffen, dass wir das Geld zusammen bekommen. We do our best!

Das Wasser läuft im Moment immer seltener. Zwei Tage nichts, dann fließt es für ein paar Stunden und versiegt dann wieder. Keine Ahnung woran es liegt, aber so eine banale Sache wie Duschen mit fließendem Wasser wird hier zum Luxus für uns! Im Moment heißt es, einmal am Tag unseren Wasserbehälter per Hand mit aus dem Brunnen befüllten Eimern voll machen. Experience Africa :)

Der Marathon nähert sich seinem Ende. Ich will noch sagen, dass ich jetzt, wo die Weihnachtszeit begonnen habe irgendwie ein bisschen mehr an Zuhause denken muss. Ihr fehlt mir. Aber es geht mir gut und ich habe genug zutun um solche Gedanken schnell wieder beiseite zu schieben, wie ihr lesen könnt.

Eine frohe Weihnachtszeit! Ich mache mich jetzt über meinen Weihnachtskalender (!) her. Danke Torsten!

Alles Liebe an alle, die das hier Lesen!

Besonders an meine Süße.

Fünf Minuten chillen. Sebi ist da!


Einmal Augen schließen und wieder öffnen und schon sind mal eben 10 Tage ins Land gegangen. Zehn Tage die reich an Ereignissen waren und ich muss mich echt erst mal sammeln um alles zusammen zu bekommen.

Lasst mich überlegen. Den letzten Eintrag habe ich am Montag letzte Wochen geschrieben, nachdem wir aus Winneba zurück gekommen sind. Erst mal war waschen angesagt. Ohne Ende da es ziemlich trocken war. Wenn man in so einer trockenen Zeit dann 6 Stunden in einem Minibus mit offenen Fenstern sitzt, der ohne Rücksicht auf Verluste über die Piste jagt, kann es sich zutragen, dass sich das ein oder andere Staubkörnchen seinen Weg auf jedwede Kleidung findet. Aus weiß werde braun.

Am folgenden Tag haben wir Obronis wieder etwas an unserer Radio-Karriere gefeilt und einen weiteren Sender besucht um mit dem Administrator Werbung für die Schule zu machen. Nach der Show haben wir uns dann mit dem Direktor unterhalten. Thema war die angedachte Radio-Show, die wir Deutschen auf dem Sender etablieren sollen. Ich hatte darüber berichtet… Jedenfalls sieht es so aus, dass wir jetzt wöchentlich eine halbe Stunde Sendezeit bekommen um die deutsche und die ghanaische Kultur mit einander bekannt zu machen.

Ich verbringe im Moment echt Stunden vor dem Laptop um E-Mails und Briefe zu verfassen. Wir hängen uns alle richtig rein um unser Sportplatz-Projekt wahr zu machen. An dieser Stelle auch nochmal ein kurzer Aufruf: Falls irgendjemand eine Idee hat, woher wir Geld bekommen könnten- wo es Menschen gibt, die gerne Spenden würden- egal ob es bloß ein Cent ist… Her damit! Schreibt mir Mails oder hinterlasst Kommentare gleich auf meinem kleinen Blog.

Und da stand auch schon wieder das Wochenende bevor. Torsten ist zu uns gestoßen. Er ist der Vize-Präsident des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreises und ist zu Besuch um die Fortschritte beim Bau des neuen Kindergarten-Gebäudes zu begutachten. Er ist einer der drei Menschen, denen wir alle hier unseren Ghana-Aufenthalt verdanken. Bei ihm habe ich mich vor mehr als einem Jahr um die Stelle hier beworben.

Am Wochenende sind wir dann auch nochmal los marschiert um Millies Geburtstag zu begießen, was echt Spaß gemacht hat. Dabei hat es nämlich so krass geregnet, wie ich es noch nie erlebt habe. Gut, dass wir wenigstens ein bisschen Dach hatten.

Montag kommt und Ruven geht. Nach Accra um genau zu sein, denn Herr Heinen höchst selbst möchte ganz gerne vom Flughafen abgeholt werden! Ich bin also am Montag los um dann eine Nacht bei Verwandten von Mareike zu verbringen. Wow… hat echt Spaß gemacht. Ich habe tatsächlich Kartoffelbrei mit Frikadellen und Sauerkraut essen können!!! Und ich habe es mir schmecken lassen. Es war echt richtig Interessant dort. Mareikes Onkel kommt aus Pulheim und so kommt es, dass ich durch die Straßen von Accra gefahren bin, Fenster runter und aus vollen Röhren „Alles wat isch will…“ aus den Lautsprechen dröhnte. Die beiden sind echt schon rumgekommen. Sie unterstützen Entwicklungshilfe hauptberuflich und hatten ihre Stationen in Ghana (4 Jahre), Nigeria (5 Jahre), Kongo (3 Jahre) und Namibia. Im Sommer geht’s übrigens nach Botswana.

Dienstag war gekommen und ich auf dem Weg zum Flughafen. Ich habe mich mit einem Sicherheitsbeamten so lange unterhalten, bis ich ihn überredet hatte, dass ich mir die Landebahn anschauen darf. Es gibt nämlich dort keine Besucherterrasse. Und da kam er geflogen. Emirates Flight from Dubai is now approaching! Solange Sebi noch am auschecken war, habe ich mir Wolfsburg gegen Schalke am Flughafen angeschaut. Und da ist er. Schon krass. Mein Bester fliegt mal eben 5000km um mich hier am anderen Ende der Welt zu besuchen. Ich bin unglaublich froh und irgendwie stolz.

Die weitere Reise nach Kumasi war dann etwas langwierig, weil Feiertag war. Dementsprechend haben wir dann erst mal 3 Stunden warten müssen um endlich einen Bus von innen zu sehen. Um ca. 23 Uhr haben wir dann unser bescheidenes Domizil erreicht, dass wir uns jetzt die nächsten drei Wochen zu viert teilen werden. Richtig kuschelig :D

Dadurch das erst Torsten und dann Sebi aus Deutschland ihren Weg hier her gefunden haben, schwimmen wir jetzt durch unzählige Mitbringsel in Schokolade, Haribo, Schwarzbrot (!!!) und sogar Salami. Danke für alles!

Ich möchte nur kurz anfügen, dass wir direkt am Tag danach unser Treffen mit der höchsten Autorität auf kommunaler Ebene hier in Ghana, der Queen Mother hatten. Fotos werden folgen. Da leben wir schon zweieinhalb Monate hier ohne selbige zu Gesicht zu bekommen… naja was solls.

So. Da hat es sich ausgeschrieben und ihr werdet in der nächsten Woche wieder von mir hören.

Umpalumpa

Lasst es euch gut gehen!

#9


Hallihallo, heute ist der 14.11. und ich konnte mich endlich mal wieder zum Schreiben bewegen. Doch gibt es diesmal einen Grund für die lange bloglose Zeit! Denn es ist durch meine Krankheit einfach kaum etwas passiert… Naja, aber ich erzähl es trotzdem mal.

Am Samstag vor 2 Wochen, dem 30.10., gab es ein Highlight und das war der Besuch bei unserer neuen Freundin Anne. Doch es war erstmal eine witzige Angelegenheit dort hinzukommen. Zunächst fuhren wir einfach nach Kejetia (der Busstation von Kumasi) und kauften ein wenig ein. Dann riefen wir irgendwann ein Taxi und sagten ihm die Wegbeschreibung, die auch wir bekommen hatten: am Golden Tulip (dem eindrucksvollsten Hotel Kumasis, dass ich kenne), nach rechts oder links und dann irgendwann rechts und dann das erste weiße Haus auf der rechten Seite… Toll! Es war ein Wunder, dass wir uns nicht komplett verfuhren. Naja, als wir dann da waren, waren wir uns natürlich auch nichts sicher, ob wir überhaupt an der richtigen Stelle waren. Doch nach kurzer Zeit kam Anne uns abholen und wir durften durch den Hintereingang rein (der Haupteingang wurde uns von der Familie aus verboten, warum auch immer… aber das spiegelte die Einstellung der Familie auch recht gut wider, denn wir bekamen nur die Söhne beim Hund ausführen zu Gesicht).

Das Anwesen der Gastfamilie Annes war übrigens absolut unglaublich! Es bestand aus 3 Häusern, die irgendwie miteinander verbunden waren, hinzu kam dann noch eine relativ große Rasenfläche und ein Pool… ein Pool! Das war das Beste am ganzen! Wir lagen auch die meiste Zeit an diesem Pool und entspannten. Es war richtig schön! Dann spielten wir noch ein wenig Karten und ließen uns teuren Pfirsichsaft und teure Kekse schmecken. Das war es wert! Am besten wurde es dann, als wir in die Küche von Anne schauten: es gab KÄSE! Dazu muss man wissen, dass ich die letzten 6 Wochen nur von Käse geträumt und geschwärmt hatte. Ich machte mir gleich ein Käse, Tomate, Butter Brot und war für den Rest des Tages glücklich. Zum Abendessen gab es einen Tomaten-Zwiebel-Balsamicoessig-Salat zusammen mit Fertignudeln. Es schmeckte vorzüglich, auch wenn es zu wenig war. Kurze Zeit später machten wir uns dann auch auf den Heimweg und der Tag war vorbei.

Am nächsten Tag entspannte ich eigentlich die meiste Zeit, aber am Abend gingen wir nochmal zu PK essen. Eigentlich sollte es Foufou geben, aber dann gab es nur Yam mit einer Tomatensoße. Das war auch lecker, aber wir hatten uns etwas anderes erhofft. Tja, shit happens! Wir saßen letztendlich die ganze Zeit nur da und unterhielten uns. So wie immer. Diesmal war auch Oti da, der sich ziemlich offensiv an Mareike ranmachte. Das war witzig mit anzusehen, aber irgendwie konnte man nicht umhin, dass sie einem leid tat,  denn Oti kannte kein Pardon! ^^

Am Montag dachte ich dann, dass es mir wieder gut geht und ich startete wieder ins Schulleben. Dabei erlebte ich eine großartige Deutschstunde mit Schülern, die wirklich und ernsthaft mitarbeiteten. Es war einfach zu schön um wahr zu sein, denn als die Stunde vorbei war, wollten sie trotzdem mehr wissen.

So, am nächsten Tag sollte dann ein Staffmeeting stattfinden, weswegen ich die Hälfte meiner Englischstunde opfern musste. Doch das stellte sich als positiv heraus, denn ich war absolut fertig. Nach einer halben Stunde hatte ich Probleme zu stehen und ich wollte nicht mehr, aber ich brachte die restlichen Definitionen noch an die Tafel und verabschiedete mich. Das Meeting fand dann aber natürlich nicht statt. Wäre ja auch noch schöner.

Ich für meinen Teil legte mich dann für den Rest des Tages hin, denn die Stunde hatte mir absolut den Rest gegeben. Auch der folgende Tag begann mit einer absoluten Schwächephase. Es gab Pfannkuchen (!!!) und ich konnte nichts davon essen, weil ich einfach keinen Hunger verspürte. Deswegen rieten mir Anita und Daborah, die wir zum Pfannkuchenessen eingeladen hatten, den verlegten Termin des Meetings nicht wahrzunehmen und danach sofort zum Arzt zu gehen. Das tat ich dann auch, obwohl ich die Idee zum Arzt zu gehen total sinnlos fand, weil er nichts tun könnte, als mir gute Ratschläge und Tabletten zu geben. Und das hatte ich nicht so recht nötig. Alles was ich brauchte war Ruhe. Doch da ich am nächsten Tag fit sein wollte, weil wir einen dreitägigen Trip nach Winneba geplant hatten, ging ich trotzdem und wurde vom Arzt nur in meiner Meinung bestätigt. Sein Rat war Cola zu trinken, viel davon, weil ich so endlich mal Flüssigkeit aufnehmen würde und Zucker in meinen Kreislauf kommen würde. Dazu muss man wissen, dass ich die Wochen davor wegen meiner Krankheit nur etwa 400 ml pro Tag getrunken hatte, wenn ich einen guten Tag hatte…

Nun ja, die Cola gönnte ich mir! Und sofort sah ich besser aus, aber war trotzdem noch zu schwach um am nächsten Tag mitzufahren. Eigentlich wollte ich an diesem Donnerstag noch meine Englischstunde halten, doch da es der letzte Schultag war, war die Schule schon nach der ersten Doppelstunde vorbei und ich hatte frei. Ich verabschiedete mich von meinen Kollegen und startete die Tage des harten Chillens. Es stellte sich heraus, dass ich genau das richtige getan hatte. Zwar hatten die anderen eine extrem geile Zeit in Winneba, aber mir ging es mit der Zeit schlechter. Ich lag für drei Tage einfach nur auf der Couch und schaute Filme… Pro Tag etwa 5. Nebenbei kam Debbie vorbei und leistete mir Gesellschaft. Das war ganz nett. Sie schaute auch ein paar Filme mit mir, aber da ich nicht so viele gute englische Filme hatte, war es für sie nicht so cool. Und dank meiner Krankheit war ich auch sonst nicht wirklich unterhaltend. Naja, die Zeit verflog und am Samstag kochten wir dann leckere Contumary-Erdnusssuppe mit Hühnerfleisch. Und kurz bevor die anderen am Sonntag zurück kamen, bereitete Daborah noch den Rest vor, weil ich wieder schwächelte. Es war ein leckeres Essen! Den Rest des Abends haben wir dann noch Erlebnisse ausgetauscht, wobei ich nur eine Sache beisteuern konnte: eines Morgens waren nämlich etwa 20 Ziegen in unserem Hof und fraßen alles kahl. Das war witzig, aber ändern konnte ich nicht wirklich irgendwas, da ich an das Sofa und meinen Film gefesselt war….

Aber die Bilder und Erzählungen der anderen waren wirklich beeindruckend! Um ehrlich zu sein, war ich auch ganz schön neidisch, denn sie haben den ganzen Tag in der Sonne liegen können und allerhand Leute getroffen. Naja, es wäre gelogen, wenn ich sagte, dass ich niemanden kennen gelernt hätte, während ich zu Hause blieb. Daborah stellte mir ihren jüngsten Bruder vor, der dann mit mir Kill Bill schaute und ich traf die Verlobte von Sakkordie, die in der Voltaregion lebt, wenn ich mich recht erinnere. Deswegen haben wir sie auch vorher nie zu Gesicht bekommen, weil diese Region einfach zu weit weg ist.

So, wie auch immer, dann lief die Ferienzeit auch schon wieder langsam aus, der Montag war einfach nur ein Tag an dem man anwesend sein musste und das war ich auch. Doch ich entspannte nur… Ich kann mich nicht erinnern, ob ich vllt mal einkaufen ging oder ähnliches, aber viel passierte eindeutig nicht!

Der Dienstag war dann ein schöner erster Schultag. Von etwa 20 bis 25 meiner Schüler waren nur 10 da. Deswegen hab ich einfach mit ihnen wiederholen wollen, dann sprachen sie ein Thema an, dass ich ihnen beibringen wollte, aber trotz tausend und einem Beispiel haben sie es nicht wirklich verstanden. Naja trotzdem hat die Stunde viel Spaß gemacht, weil sie es wenigstens probierten.

Später am Tag wollte ich Volleyball spielen gehen und ging deshalb zur Uni. So fand ich heraus, dass an Montagen und Dienstagen kein Training mehr stattfindet. Naja, ich regelte das Antivirenprogramm für PK, dass ich eigentlich schon bekommen hatte, aber beim Installieren sprangen die Viren des Computers auf meinen Stick und alles wurde sinnlos. Wie auch immer, nun konnte mich aber diesbezüglich nichts mehr aufhalten.

Am Ende des Abends schauten wir dann Sex and the City… das war ein interessantes Erlebnis, weil in diesem Film die Dekadenz auf härteste Weise zelebriert wird und mich das irgendwie ziemlich geschockt hat.

Wie auch immer, der nächste Tag kam geschwind. Cornelius und ich hatten an diesem Mittwoch vor mal wieder in die Innenstadt von Kumasi zu fahren, weil ich Stoffe für ein Hemd holen wollte und wir mal wieder ein geniales Essen machen wollten und die Zutaten nur aus Adum (einem Stadtteil Kumasis) bekommen konnten.

Das Kaufen der Stoffe war auf jeden Fall eine Erfahrung, weil der Markt das erste Mal extrem voll war, während ich mich dort aufhielt. Tausende Menschen strömten durch die engen Gassen und transportierten alles Denkbare und Undenkbare. Man muss es erlebt haben! Den richtigen Stoffe zu finden war leider nicht so einfach, weil die Stoffe einfach nicht an das europäische Schönheitsverständnis angepasst sind. Am Ende gefiel mir die Trauerkleidung am besten, aber gekauft hab ich sie lieber nicht, weil ich das Hemd ja auch mal so in Ghana tragen wollte.

Ich hab also ewig gebraucht, um an die Stoffe zu kommen, aber letztendlich war ich mit meiner Auswahl sehr zufrieden. Dann gingen wir zum Supermarkt und danach besorgten wir Kartoffeln. Die sind zwar teuer, aber schmeckten im Nachhinein richtig geil! Sonst ist in Kumasi aber nicht viel passiert. Auf dem Rückweg gönnten wir uns natürlich noch eine Kokosnuss und bekamen gleich ein Trotro nach Hause. Zu essen gab es an diesem Abend leckeres Gemüse mit Kartoffeln und Hühnerschenkeln. Das war echt mal gelungen. Den Abend ließen wir dann mit Sex and the City 2 ausklingen, was wirklich schlecht war, denn dieser Film hatte einfach nichts.

Am 11.11. gingen wir am Morgen mit Sakkordie zur MYND FM Radiostation. Dort hatten wir ein nettes Programm. Natürlich war Mareike diesmal das Highlight für den Radiomann und fragte sie immer wieder live Fragen, die sie nicht beantworten konnte, weil diese Fragen sich auf die Schule bezogen und Mareike noch nie bei so einem Programm mit war.

Naja, aber mir persönlich hat es Spaß gemacht, weil es diesmal nur auf Englisch war und man endlich mal hinterher gekommen ist und nicht aus dem Nichts angestupst wird und gebeten wird auf irgendwelche Fragen zu antworten. Naja, danach chillte ich noch eine Weile auf dem Unigelände und besuchte das Internet, wie fast jeden Tag dieser Woche.

Als wir zurückkamen war es schon früher Nachmittag und Cornelius und ich spielten noch ein bisschen Volleyball mit den Schülern. Doch nach einer mehr oder weniger kurzen Zeit hat es mir schon wieder gereicht, weil mir zu viel diskutiert wurde und die Regeln auch absolut ungewohnt waren. Man durfte hier zum Beispiel nicht im oberen Zuspiel annehmen und sowieso schien alles ein wenig willkürlich. Naja, bald darauf entschied ich mich ein bisschen Schiedsrichter zu sein und das war dann ganz witzig, weil man sich die Diskussionen von weit weg anschauen konnte und somit drüber lachen konnte. Dann klingelte es zum Essen und eigentlich wollte ich noch PK besuchen gehen, entschied mich dann aber lieber zu entspannen und das am nächsten Morgen zu regeln.

Und so geschah es dann auch. Morgens um 6 Uhr standen wir auf und machten uns für eine Sporteinheit fertig. Dazu gehörte einerseits nach Ohwimase zu joggen und andererseits dort in Ohwimase bei PK ins „Fitnessstudio“ zu gehen. Das sah dann wie folgt aus: beim Joggen war ich viel zu unkonditioniert, um mit Ruven mithalten zu können. Das hieß also, dass er mir nach kurzer Zeit davon joggte und ich anstatt der geplanten 10 Minuten Joggen 15 Minuten joggte. Und ich pfiff aus dem letzten Loch. Es ging nicht mehr viel! Ich torkelte zum Gym und riss mich zusammen. Ich glaube ich hatte schon mal über das Gym geredet: das waren einfach ein paar Zahnräder, die zusammen mit Eisenstangen zu Gewichten umfunktioniert wurden. Unter freiem Himmel. Das hat echt was, besonders weil man mit ganz vielen absolut durchtrainierten Schwarzen trainiert, vor denen man im Dunkeln auch riesige Angst haben könnte, wenn man nicht wüsste, was ihnen im Kopf rumgeht.

Aber die sind alle cool drauf. Sie scherzen und lachen mit einem und helfen auch gerne mal mit Übungen. Es ist einfach eine sehr entspannte Atmosphäre, auch wenn alle ganz gerne mal mit Muskelmasse angeben, oder sich minutenlang im Spiegel (der übrigens jeden breiter aussehen lässt) betrachtet. Aber das hat eigentlich auch eher Charme als dass es nervig ist.

Nach dem Kraftsport ging ich dann zu PK, von dem ich den Hausschlüssel bekommen hatte und installierte endlich das Antivirusprogramm auf seinem Computer. Es dauerte zwar ewig und drei Tage und zwischendurch machte ich echt schlapp, aber Ruven kam bald nach und beendete den Installationsprozess für mich. Danach nahm ich mir ein Taxi nach Hause und Ruven joggte. Da Freitag war, chillte ich für eine lange Zeit, um dann irgendwann mit Mareike nach Kwadaso zu fahren. Dort wollten wir versuchen endlich den langersehnten Balsamicoessig zu bekommen. Aber wir versagten. Stattdessen holten wir einfach normalen Essig und wollten damit dann ein annehmbares Salatdressing machen. Daneben holten auch wir noch allerhand Gemüse und Gewürze, die es dort im Überfluss gab. Dazu gehörte schwarzer Pfeffer, Curry und ein ganz besonderes Schmankerl: geriebene grüne Paprikaschoten. Es war so giftgrün, dass man fast Angst bekommen konnte. Wir holten es aber einfach wegen seiner Farbe und wollten später rausfinden, wie es schmeckt.

Auf dem Rückweg, ich muss es einfach erwähnen, holten wir uns noch Eis, was extremst lecker war. Auf dem Weg vom Taxi zu unserer Wohnung kamen dann die Schüler an und nahmen mir alle Sachen ab, denn ich trug einige Tüten und einen 15 Kilo Wasserbeutel auf dem Kopf. Aber Mareike wurde knallhart nichts abgenommen… Das stellt den Platz von Frauen in Ghana ganz gut dar. Sie sind absolut angesehen, aber halt zuständig für die Küche und den Einkauf. Männer besorgen scheinbar nur das Geld. Aber da keiner damit Probleme zu haben scheint, regt sich niemand auf. Naja, zu Hause angekommen, offenbarte ich Mareike, dass ich noch Volleyball spielen gehen wollte, was ich dann auch tat. In dieser Zeit bereitete sie schon den Reis für die geplante Reispfanne vor. Als ich dann zurück kam, schnitten wir das Gemüse zurecht und mixten es mit dem Reis, Curry und anderen Gewürzen. Nebenbei regelte ich auch den Tomaten-Zwiebel-Salat und sein Dressing. Am Ende war es echt lecker, aber mit Balsamico noch genialer. Tja, man kann nicht alles haben. Irgendwann waren der Reis und das Gemüse fertig und es sah verdammt lecker aus, doch ich versagte etwas beim Reis… Denn ich gab absolut zu viel dazu, aber das merkte ich erst als ich es probierte. Um den salzigen Geschmack zu überdecken gab ich auch noch Unmengen von Zucker hinzu. Am Ende war es immer noch ziemlich salzig, aber noch im Rahmen. Wie auch immer, mit dem Salat zusammen war es sooooo lecker, dass ich mich absolut überfraß und noch stundenlang Bauchschmerzen hatte, doch das war es wert! ^^

Da Mili am Vorabend Geburtstag hatte, gingen wir diesen Abend mit ihr in eine Bar, denn an jenem Vorabend wurde sie auch noch von ihrem Freund versetzt und ging alleine weg.

Naja, wir entschieden uns für eine Bar in Kwadaso, die recht entspannt war und wo die Getränke erschwinglich waren. Es war ein witziger Abend und wir hörten ein bestimmtes Lied zum Abschied, welches ich in mein Herz geschlossen hab, aber von dem ich weder weiß, wie es heißt, noch von wem es ist. Es klingt aber genial. Doch irgendwann finde ich den Namen raus und habe es auf meinem Ipod!

Zu Hause unterhielten wir uns noch eine Weile und konspirierten. Denn Ruven kam die kluge Idee, dass Mili schwanger sein könnte. Das würde eine solche hastige Hochzeit erklären und warum sie so einen großen Bauch hat. Außerdem wollte sie nichts Alkoholisches trinken. Natürlich kann das auch alles andere Gründe haben, nämlich, dass sie einfach mal nach einer ziemlich alkoholreichen Zeit kürzer treten will und dass ihr Freund bald für 5 bis 6 Jahre nach Amerika reist, aber es macht doch mehr Spaß Gossip in die Welt zu setzten. Dann redeten wir noch ein wenig über die Untreue in Ghana. Darauf sind wir gekommen, als wir über Milis Freund redeten, denn der wird in Amerika sicherlich nicht treu bleiben. Braucht er nach ghanaischen Traditionen auch gar nicht, denn es ist normal. Die, die es sich leisten können, haben mehrere Frauen und die die es sich nicht leisten können haben eine Frau und einige Affären… Doch wieder mal, es ist einfach normal für Ghana und keiner beschwert sich. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich hier die Frauen fühlen müssen, aber wenn man es von Anfang an nicht anders kennt, dann kommt man wohl besser damit zurecht. Mili hat auf jeden Fall durch ihren Vater die Meinung, dass jeder Mann fremdgeht, weil er seine Hormone nicht unter Kontrolle hat, so wie ihr Vater.

Tja, wie auch immer, am Samstag wollte ich dann morgens zur Kirche gehen. Davor jedoch ging ich zum Volleyball und vergaß die Zeit, sodass ich die Treffzeit um 1,5 Stunden verpasste. Naja, ich ging also einfach nach Hause und chillte und schlief noch eine halbe Stunde. Dann war aber schon die Zeit zum Haare schneiden gekommen, denn Cornelius und ich wollten endlich mal wieder weniger ungepflegt um den Kopf herum aussehen. Naja, da Cornelius und Ruven beim Gym einen Friseur kennen gelernt hatten, der in Deutschland an einer Frankfurter Militärkaserne Haare geschnitten hatte. Somit wussten wir also, dass er halbwegs mit unserer Art Haar umgehen konnte. Er gab sich auch extrem viel Mühe, sodass jeder Haarschnitt etwa eine Stunde dauerte… Naja, ich bekam einen Militärschnitt und sehe nun absolut bösartig aus. Aber ich werde mich dran gewöhnen. Cornelius ist mit seinem Schnitt auch nicht unbedingt zufrieden, aber wir werden es beide überleben. Der Friseur war echt freundlich, was es alles relativierte. Am Abend dann machten Ruven und Mareike Red-Red (frittierte, reife Kochbananen mit Bohneneintopf) für Torsten (den, der meine Bewerbung bearbeitet hat und überhaupt ziemlich viel beim Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis zu sagen hat, weil er Vizepräsident des Vereins ist), der aus München kommen sollte. Doch da sich sein Flieger verspätete, kam er nicht noch bei uns vorbei und so hatten wir eine übergroße Menge an Essen für uns. Doch wir warteten mit Essen bis kurz vor 11. Eine Zeit zu der wir sonst immer schon schliefen. Das war ziemlich anstrengend!

Und jetzt komme ich zum heutigen Tag. Es ist viel passiert! Der Morgen begann schön entspannt. Wir standen sehr spät auf, also so 7:30 Uhr und frühstückten erstmal, während Ruven zur Kirche ging. Dann ereilte uns ein Anruf von einer unbekannten Nummer. Es stellte sich heraus, dass es Torsten war. Er lud uns zu sich sein, denn er wohnte nur um eine Ecke in einem Guest House. Dort redeten wir lange Zeit über Land, Leute und Lebensweise. Wir verglichen Eindrücke und Meinungen. Aber keiner von uns hatte ernsthafte Probleme, sodass wir schnell zur Entwicklung der Tabelle der ersten Bundesliga kamen. Nebenbei aßen wir Trollis aus Deutschland. Mit allen möglichen Bayern München Motiven. Tja, und dann kam der langersehnte Moment, es gab Pakete aus Deutschland. Jeder von uns rastete vor Glück aus. Nur Cornelius hatte kleine Probleme, denn er gelobte keine Süßigkeiten mehr bis zu seiner Abreise zu essen. Und da die Hälfte unserer Pakete aus Süßigkeiten bestand, wurde sein Durchhaltevermögen auf eine harte Probe gestellt. Besonders als Ruven zwei Packungen mit den leckeren American Cookies auspackte. Die mit Schokostückchen. Natürlich wurde eine halbe Packung gleich am Abend vernichtet, jedoch ohne Cornelius. Wie auch immer, bald nach der Paketausgabe gingen wir zurück zu unserem Apartment. Dort gab es dann die Melone, die wir extra für Torsten gekauft hatten. Sehr lecker! ^^

Während wir dann so da saßen, vernichtete ich etwa ein Drittel meiner Süßigkeitenvorräte. Das war sehr lecker und dringend mal wieder nötig! Danach fühlte ich mich zwar nicht so wohl, weil ich es ziemlich übertrieben hatte, aber das ist und war mir egal.

Naja, danach gingen wir dann mit Torsten zu Alberts Haus (das ist der Präsident des Vereins). Das war wirklich mal ein Anblick! Eine absolute Villa. Zweistöckig! Und vor allem sah sie schon fast fertig aus. Normalerweise sieht man hier drüben nur halbfertige Häuser, die eher an Ruinen erinnern, als an alles andere. Hier ist es nämlich so, dass man sein Geld langsam aber sich in sein Haus investiert. So kann es halt auch passieren, dass es, wie bei Albert nach 20 Jahren immer noch nicht fertig ist. In 2 Jahren will Albert dann einziehen. Dann bekommt er deutsche Rente. Ich weiß zwar nicht wie viel er bekommen wird, aber selbst mit 500 Euro pro Monat, kann man es hier echt krachen lassen! Ich meine wir bekommen 150 Euro pro Monat und zusammen mit dem Geld für Reisen sind es vllt 200 bis 220 Euro pro Monat. Wenn man sich jetzt vorstellt, dass man mehr als doppelt so viel Geld zur Verfügung hat… Ich wüsste nicht was ich täte, denn das ist echt zu viel. Nebenbei sollte mal erwähnt sein, dass Alberts Haus nur 80000 Euro gekostet hat. Torsten sagte, dass das gleiche Haus in Deutschland vielleicht eine halbe Million gekostet hätte. Tja, das ist Ghana.

Danach sind wir dann wieder zurück gegangen und ich hab für 2 Stunden geschlafen. Danach war wieder joggen und Kraftsport angesagt und diesmal joggte ich sogar zurück. Wenn auch viel langsamer als Ruven, aber irgendwo muss man ja mal anfangen. Wieder zu Hause gab es Essen und die benannten Cookies. Ich war sogar so frei meine zweite Tafel Schokolade zu verteilen, die gute Alpenmilchcreme… Wow, es war echt unglaublich! Jetzt ist der Geschmack noch halb auf meiner Zunge, denn es ist erst zwei Stunden her… Ich glaube ich hole mir noch ein Stück und beende meinen Eintrag hiermit.

Viel Spaß noch und bis später…

Es ist gut, gut zu sein!


Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Der Trip nach Winneba war geschwängert von tausend neuen Eindrücken… Los ging es am Donnerstag um 10.45 Uhr. Um 11.15 Uhr haben wir uns dann mit Anne an der Bus-Station getroffen und uns ein Trotro nach Winneba gesucht. Nach drei Stunden des wartens ging es dann tatsächlich los- Strand, wir kommen! In der Zwischenzeit sind Cornelius und ich los um noch was zu futtern zu kaufen. Wir wurden mal wieder von der ghanaischen Offenheit begeistert. Eine Portion Fufu und ein gutes Gespräch mit ein paar einheimischen später, versprach der Eigentümer, uns bald in Denchemouso für eine Deutsch-Stunde zu besuchen. Nächste Woche werde ich wieder da vorbei gehen. Dann fahre ich wieder Richtung Accra um Sebi vom Flughafen abzuholen- noch eine Woche!! :-)

6,5 Stunden hat die Fahrt gedauert. Oha. Das war eng. Bringt nichts, Worte darüber zu verlieren: schaut euch das Foto an (Fotos auf meiner Facebook-Seite!!). 20.30 Uhr- Ankunft in Winneba. Die Taxifahrer haben sich verbal geprügelt, wer uns denn nun für 2 Cedi zum Hotel bringen darf….

Und dann begann er… Urlaub!

Angekommen wurden wir von Sami, dem Mann für alles vor Ort, in Empfang genommen. 5 Euro für ein Doppelzimmer mit Klimaanlage pro Nacht. Bad gibt’s draussen. An diesem ersten Abend haben wir noch gar nicht wirklich realisiert, wo wir sind. Morgens sind wir dann raus um Fotos zu machen. Ein Traum! Ohne Mist, wir waren im Paradies! Das Hotel ist ein altes Militär-Gebäude aus der Kolonial-Zeit. Hohe Wände, uralte Möbel- alles ohne Schnick Schnack, dafür praktisch eingerichtet. Nach Ende der Kolonialzeit 1955 wurde das Gebäude als Hotel umfunktioniert. Wenn ich so ein Haus irgendwann mal besitze, bin ich der glücklichste Mann der Welt. An diesem Punkt fingen die tausend positiven Überraschungen also an- noch einmal der Hinweis auf die Fotos, um das ganze Visuell zu unterstützen. Nach dem Frühstück sind wir dann mit Sami runter zum Strand. Sind wir in der Karibik? Neiiiin wir sind in Ghana! In West-Afrika! Wer braucht schon die Karibik? :D Kokos-Palmen gesäumter weißer Sandstrand. Alte Bauruinen im Hintergrund, eine kleine Strand-Bar. Fischer, die mit ihren kleinen Boten dem Meer jeden Kg Fisch abkämpfen, Muscheln. Sonne, Strand, nette Leute und dann kam Isaac. Isaac, seines Zeichens Rastafari, führte uns ein bisschen am Strand herum und erzählte uns, dass vor 20 Jahren ein großes Touristen-Centrum aufgebaut wurde. Der Eigentümer starb und hinterließ seiner riesen Familie das große Erbe. Große Familie, viele Interessen und das Ende vom Lied: Nur noch Ruinen und unfertige Neubauten. Danach kamen wir zu Isaacs Bleibe. Ein ebenfalls unfertiges Haus. Aber ein Garten… Wow! Rote Kartoffeln, Kochbananen, Kakao, Zuckerrohr, Papaya, Bananen, Ananas… alles selbst angelegt. In seinem Wasser-Brunnen schwimmen zwei Schildkröten, die er am Strand gefunden hat. Sein kleiner Welpe hört auf den Namen „Jah-Live“. Ein kleiner Rasta-Tempel unter einer Palme, Dusche im Garten unter freiem Himmel. Das Haus ist bisher nicht mehr als ein Rohbau und doch ist es ein Traum. Kein Strom, aber das Meer direkt vor der Tür. Simplicity! – Das Lebensmotto der Rastafari. Als wir uns umgeschaut hatten wurden wir erst mal auf eine Kokosnuss eingeladen. Direkt vom Baum, versteht sich. „You know… We have to stand together! Black and white together- Like a piano!”. Das nächste Mal wenn wir in Winneba sind, sind wir bei ihm eingeladen. Wenn ein Ghanae sowas sagt, dann meint er es auch so.

Als der Strand-Tag dann vorbei war und die Sonne langsam unter gegangen ist, sind wir schnell duschen gegangen und waren dann bei Isaac zum Essen verabredet. 25 Jahre ist er alt. Seit drei Jahren ist er Rastaman und war vorher Koch in der Polizei-Schule im Ort. Dementsprechend gab es dann wunderbar gutes Red-Red. Frittierte Kochbananen mit einem richtig leckerem Bohnen-Tomaten-Brei. Ein zwei Bier gabs auch noch ;-)

„It´s nice to be nice!“- „Es ist gut, gut zu sein!“ Immer wieder haben wir diese Sätze auf englisch und deutsch von Isaac gehört. Er lebt es einfach. Das Leben ist ein Kreislauf.

„What goes around, comes around!“

Tag zwei begann regnerisch. Wir haben uns trotz eincremen alle verbrannt und waren recht froh darüber, zumal Regen am Morgen Sonne am Nachmittag hier keinesfalls ausschließt. Wir sind also mit unserem Rasta-Guide an den Fischerhafen der Stadt und wurden netter Weise von einem Bekannten in seinem Truck mitgenommen. Der Fischgeruch war allgegenwärtig und leider auch der des Mülls. Sobald man die gesäuberten Strände verlässt muss man realisieren, dass hier eben nicht so sehr auf die korrekte Entsorgung von Müll geachtet wird- oder einfach nicht die Mittel dafür vorhanden sind. Vom Hafen aus sind wir eine halbe Stunde am Strand entlang gegangen um die Flussmündung des Ayensu in den Golf von Guinea zu sehen. Die Mündung war ziemlich ausgetrocknet- es geht langsam immer mehr auf die Trockenzeit zu. Jeder Mensch wurde unterwegs mit „May Jah Bless You! King Selassie I.! Give thanks to the most High!“ begrüßt. Rastafaris schneiden ihre Haare nicht. Sie sehen sie als Gottgegeben an. Beweis dafür ist, dass sie nachwachsen, wenn man sie abschneidet. Grausam war es also, als er einen Jungen gesehen hat, dem gerade die Haare abgeschnitten wurden. Darauf folgte ein 10-Minuten Vortrag zu dem Thema.

Dann kamen wir an die Mündung. Die Mündung war eher weniger interessant. Umso mehr dann aber das Hotel an selbiger. Ein Rastafari-Hotel! Total geil… Ein Jamaikaner hat es hier aufgebaut und so können dort Rasta-Männer und Frauen, Leute die das Rasta-Dasein einfach interessiert und auch jeder andere dort die positiven Vibes dieser Kultur leben (siehe Fotos).

Was wir alles gesehen haben! Unglaublich. Da noch ein paar Stunden übrig waren haben wir erst mal ein Bierchen getrunken und sind dann runter zum Strand. Abends hat Isaac wieder für uns gekocht und dann sind wir zu einer Beach-Party mit „DJ Black“ (man höre und staune..) gegangen. DJ Black ist einer der bekanntesten Radio-DJ´s aus Ghana. Doof war nur, dass er um 1 Uhr noch immer nicht da war. Er ist auch nicht mehr gekommen… War trotzdem ein geiler Abend, der in einem gut gekühlten Hotelzimmer sein Ende fand.

Morgens haben wir uns dann von Isaac verabschiedet und sein Bruder hat uns umsonst zur Busstation gebracht. Zurück gings dann am Sonntag Morgen über Accra. Diesmal mit etwas mehr Platz, aber einem TV direkt vor meinem Kopf- und wenn ich direkt sage, meine ich direkt! Aus dem konnte ich mir dann 6 Stunden lang Geschrei und Intrigen auf Englisch und Twi anhören. Eine wunderbare Reise nahm dann in Kumasi ihr Ende, als wir uns von Anne verabschiedeten und die letzte Etappe Richtung Denchemouso angetraten. Fabi, der leider zu Hause geblieben ist (die Malaria lässt ihn noch nicht so ganz in Ruhe), hat uns mit einem richtig nicem Essen empfangen.

TOP!!! And remember: Black and White shall stay together like a Piano!

Gleich gehts los!!


Ich wollte mich kurz nochmal vor unserem ersten Trip an die Küste Ghanas melden. Heute geht’s ca. 4-5 Std. Richtung Süden. Wir fahren nach Winneba, das ist die Universitätsstadt Ghanas, und werden dort bis Sonntag ein wenig die Sonne genießen. Damit wird dann ein Kapitel das Aktivität eingeläutet, denn ab diesem haben wir eigentlich an jedem Wochenende bis Ende des Jahres was vor. Ich verspreche, viele Fotos zu machen um euch Frostbeulen in Deutschland ein paar warme Gedanken zu bescheren.

Die Letzte Woche war ziemlich cool. Am Samstag sind wir nach dem einkaufen in Kumasi weiter zu Anne. Schickes Häuschen, muss ich sagen. Pool, eigene Gästewohnung….und: einen Spiegel! Ich habe mich tatsächlich das erste Mal seit ein bisschen mehr als zwei Monaten ganz im Spiegel gesehen. Abgenommen hab ich nicht ;) Auf den Moment, in dem ich mich mal wieder auf eine Waage stellen kann, warte ich noch. Sonntag Abend waren wir bei P.K. zum Essen und Quatschen eingeladen. Am Montag dann hatte ich gehofft, die Hausaufgaben einsammeln zu können, die ich aufgegeben hatte. 3 von 27- so sah die traurige Bilanz aus. Nachdem ich dann gedroht hatte, diese Bilanz dem Administrator vorzulegen, sind bis Dienstag dann tatsächlich noch 16 Hefte draus geworden. Echt krass mal zu erfahren, wie sich Unterricht aus der Lehrerperspektive anfühlt. Wenn man dann da vorne steht und alles, was man geplant hat mal eben durch die Faulheit der Schüler über den Haufen geworfen wird. Wenn man sich dann aufregt und merkt, dass es niemanden kratzt… ziemlich mühsam. Naja, aber dafür bin ich nicht hier. In Zukunft werde ich Unterricht für die machen, die auch Bock haben, was zu lernen. Bin sowieso mal gespannt, wann die werten Herren und Damen nach den Midterm-Ferien die offiziell von Donnerstag (04.11.) bis einschließlich Sonntag (07.11.) gehen. Die Schülermeinungen gehen auseinander, wann der Unterricht fortgesetzt werden kann. Die Schätzungen belaufen sich auf 1-2 Wochen. So läuft das hier halt. Extreme Strenge und Disziplin auf der einen Seite, die die Lehrer vermitteln wollen, und auf der anderen Seite kleine Bequemlichkeiten, die sich die Ghanaen in Sachen Termin-Genauigkeit leisten.

Genug davon- es geht nach Winneba!