… und die Reise ging weiter!


Hallo Deutschland,

um uns die Zeit bis zu unserem Praktikumsbeginn noch sinnvoll zu vertreiben gingen wir letzten Donnerstag (08.09.11) nochmal auf Tour um Land und Leute kennenzulernen. Sich hier die Zeit sinnvoll zu vertreiben ist gar nicht so einfach. Unser Dorf ist nicht sehr groß und

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dementsprechend gering sind die Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Die Einheimischen sitzen vor oder in ihren Häuschen, kochen, waschen, reden oder verkaufen ihre Waren. Die Kinder spielen auf den Straßen mit Dingen, die da halt gerade rumliegen. Es gibt bis jetzt weder einen Spielplatz noch einen Sportplatz (ist in Planung). Erstaunlich viel Fernseher nutzen die Ghanaer. Meist steht im „Wohnzimmer“ nichts außer einem Fernseher und einer Sitzmöglichkeit.
Um der Langeweile zu entgehen sind wir dann am Donnerstag nach Koforidua gefahren. Koforidua ist die Hauptstadt der Ostregion mit ca. 70000 Einwohnern. Umgeben von den Kwahu-Bergen ist die Landschaft in der Region sehr schön. Donnerstags ist in der Stadt immer Perlenmarkt. Schmuck aus ganz verschiedenen Perlen wird hier angeboten und verkauft, ein kleines Paradies für uns Mädels. Wir haben natürlich auch fleißig eingekauft. 
Essen waren wir in einem kleinen Fast Food Restaurant, endlich mal eine Abwechslung zum ghanaischen Essen. Die Burger haben zwar eigentlich gar nicht so gut geschmeckt aber der Versuchung konnten wir einfach nicht widerstehen. Das ghanaische Essen ist nicht sehr abwechslungsreich, doch so langsam haben wir uns an den täglichen Reis gewöhnt. An was ich mich leider gar nicht gewöhnen kann, ist, dass es kein Frühstück gibt. Ich vermisse unser deutsches Frühstück!!
Am Freitag sind wir dann in die Natur gegangen und schauten uns die Boti Waterfalls an. Wir waren in der Gegend ein bisschen Wandern und genossen die Landschaft. Ich staune immer wieder darüber wie plötzlich aus dem Nichts kleine Dörfer auftauchen, die wirklich bewohnt werden. Mitten im Wald stehen auf einmal Einheimische vor ihren Hütten. Fotografieren darf man dann nur wenn man ihnen Geld gibt. Mit dem Fotografieren ist es eh eine schwierige Sache. Die Erwachsenen wollen nicht gerne fotografiert werden, das verstehe ich auch. Aber sie sehen es dann als selbstverständlich an, dass sie uns ohne fragen fotografieren dürfen…
Freitagabend sind Sabine, Jakob und ich noch etwas trinken gegangen. Wir saßen auf dem Marktplatz, der abends anscheinend als Bar umfunktioniert wird und wurden schon bald von Ghanaern angesprochen, die sich dann auch gleich zu uns setzten.
Nach kurzem Kennenlernen bekamen wir auch schon unseren ersten Heiratsantrag. 😉 Da ich mir aber meinen Heiratsantrag immer irgendwie anders vorgestellt habe, lehnte ich dankend ab und meinte dass ich noch zu jung zum Heiraten bin, da lachten mich die Männer aber nur aus.
Jaja, so schnell kann es gehen. 😉
Das Traurige ist, dass die Jungs alle nach Europa wollen. Viele denken, dass bei uns das Geld auf den Bäumen wächst und wir im Paradies leben. Einer der Jungen meinte, dass wir Europäer leicht ein Visum für Afrika bekommen, da jeder weiß, dass wir eh nicht dort bleiben wollen. Afrikaner hingegen bekommen nur schwer ein Visum für Europa, da alle bleiben wollen. War schon krass wie er das so direkt sagte.
Am Samstag sind Sabine und ich noch alleine weitergezogen. Unser erstes Ziel war das Kakao-Institut in New Tafo. Das Institut betreibt Forschung in Sachen Kakao, Kaffee und Tee und setzt sich mit den Krankheiten der Kakaopflanze auseinander. Leider war Samstag und somit wurden keine öffentlichen Führungen und Besichtigungen angeboten. Außer den Security Leuten war auch niemand anwesend. Doch wir hatten Glück und der Chef der Security Abteilung hatte Erbarmen mit uns und führte uns ein wenig im Institut herum. Er war wirklich freundlich und wusste auch viel zu erzählen. Da Sabine Agrarwissenschaften studiert war das genau das richtige Ausflugsziel für uns.
Anschließend sind wir in die Berge gefahren und wollten dort eine kleine Wanderung zu einem heiligen Felsen unternehmen. Dies war jedoch nicht ganz so einfach. Niemand wusste wie wir dort genau hinkommen und so wurden wir von ein paar Ghanaern begleitet. Da es aber gar kein Wanderweg gab und uns es im hohen Gestrüpp zu unheimlich wurde haben wir schließlich aufgegeben und sind zurück ins Dorf gegangen, wo wir eine Nacht übernachteten.
Sonntagmorgen ging es dann wieder zurück nach Kumasi.

Am Dienstag wird voraussichtlich der Ernst des Lebens wieder beginnen. Ich bin mal gespannt ob alles klappt und werde dann von meiner Arbeit im Kindergarten berichten.

Viele Grüße,
Lea

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