Die neusten News aus Denchemouso und Umgebung!!


Hallo Blogleser,

es ist mal wieder an der Zeit einen kleinen Bericht zu verfassen. ;)

Ich beginne mit meinen letzten zwei Arbeitswochen, die ziemlich anstrengend und frustrierend waren. Montag letzte Woche war ich eine halbe Stunde alleine mit den Kids und es ging drunter und drüber! An der Primary School war eine Versammlung und so haben die Lehrerinnen mich gebeten auf die Kinder aufzupassen und ich sollte schauen, dass sie im Gebäude bleiben und nicht auf dem ganzen Gelände rumspringen. War leichter gesagt als getan und es ist mir leider nicht ganz gelungen. Die Kinder sehen in mir (noch) keine Respektperson, was auch verständlich ist, wenn ich mir die ghanaische Erziehungsmethode anschaue. Wenn ich jedes Mal nur geschlagen werden würde, würde ich auch auf nichts anderes mehr reagieren… Und wenn dazu noch die Kommunikationsprobleme kommen, könnt ihr euch vorstellen wie schwierig es ist den Kindern klar zu machen was erwünscht ist und was sie zu lassen haben. Die Kinder werden zum Teil richtig fest geschlagen und meine Argumente dagegen haben die Lehrer bisher (noch) nicht überzeugt. Ein Lehrer meinte nach einem Gespräch:“Ok, ich werde versuchen die Kinder nicht mehr zu schlagen, Dir zuliebe!“                       Na super, da muss ich wohl noch Überzeugungsarbeit leisten…                                                                  Doch trotz aller Schwierigkeiten gibt es auch echt schöne Momente in denen ich das Gefühl habe, dass ich auch schon mit kleinen Dingen etwas bewirken kann. Und das ist auch wichtig, denn an den Grundstrukturen werde ich nichts ändern können.

Letzten Mittwoch habe ich der Lehrerin vom KG2 gesagt, dass ich Unterrichtsstunden haben möchte um mit den Kindern etwas zu machen. Sie war sofort einverstanden und lässt mir freie Hand. Ich kann mich voll austoben und werde ganz unterschiedliche Dinge versuchen! ;) Von den verschiedensten Spielen über kleine sportliche Aktivitäten, Erlebnispädagogik bis hin zu kreativen Aufgaben wird alles dabei sein… ich hoffe es wird mit Unterstützung der anwesenden Lehrerin funktionieren!! Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

Doch ich bin ja zum Glück nicht nur zum Arbeiten hier: Letzten Samstag waren wir auf einer Hochzeit eingeladen, der Administrator der deutsch-ghanaischen Schule heiratete und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert und sehr interessant. Die Hochzeit war in Koforidua und so mussten wir erst mal ca. 3 Stunden mit einem Bus hinfahren. Frühes Aufstehen war angesagt!! Zuerst war ein zweistündiger Gottesdienst, der sehr lebendig war. Laute Musik, Tanz, Zwischenrufe und ein Kommen und Gehen prägen den ghanaischen Gottesdienst. Anschließend war offizieller Fototermin, es wurde extra eine Rangordnung festgelegt wer wann ein Foto mit dem Brautpaar machen darf/muss. Danach sind wir in eine Art Gemeindehalle gegangen und es gab noch ein kleines offizielles Programm.  Es wurde gesungen, Geld für das Brautpaar gesammelt, gegessen und getrunken. Wir haben uns schon auf ein leckeres Essen gefreut doch das blieb leider aus! Jeder bekam eine kleine Schachtel mit Reis und Chicken zum Mitnehmen.  Das Programm hat sich dann auch ziemlich schnell erledigt gehabt und so machten wir uns um ca. 15 Uhr schon wieder auf den Heimweg. Die Heimfahrt war allerdings nicht so entspannt wie am Morgen. Wir kamen in einen Stau, es folgte ein liegengebliebenes Auto und anschließend war noch eine kleine Polizeikontrolle. Um 21 Uhr waren wir dann erschöpft von der langen Fahrt wieder Zuhause.Sorry, ich habe leider nicht viele Bilder von der Hochzeit gemacht…

Was mache ich eigentlich sonst so den ganzen Tag in Ghana?

Gute Frage, denn es ist gar nicht so einfach sich sinnvoll zu beschäftigen, weil es hier einfach viel weniger Möglichkeiten und Angebote gibt. Diese Woche wollten wir mit unserem Sportprogramm beginnen, doch es hat noch nicht so ganz geklappt. Im Nachbardorf an der Uni befindet sich ein „Sportplatz“, besser gesagt ein Basketballkorb und ein Volleyballnetz auf einem Hartplatz. ;) Doch es hat die Woche über leider viel geregnet und so mussten wir es immer wieder verschieben. Doch ich bin mal gespannt was die Ghanaer in Sachen Volleyball zu bieten haben und freue mich darauf!! Dafür bin ich dann mit Dennis joggen gegangen, was für die Ghanaer eine ziemliche Attraktion ist. Zwei Weiße beim Joggen sieht man ja schließlich nicht alle Tage!! ;)

Ansonsten wird viel gelesen, Musik gehört, Karten und Singstar gespielt, jegliche Spiele auf Laptop und Handy ausprobiert, gekocht, Wäsche gewaschen, Englisch/Twi gelernt, Unterricht vorbereitet und telefoniert. Wenn man Ghanaern seine Handynummer gibt ist das so eine Sache für sich. Sie rufen ständig an, egal zu welcher Uhrzeit und wollen einfach nur wissen wie es einem geht. Klingt ganz nett, kann aber auch ziemlich anstrengend werden…Wir haben echt schon nette Menschen kennengelernt, die uns auch ab und an einen Besuch abstatten. :)

Und dann gibt es natürlich noch unsere Radiosendung! Jeden Donnerstag sind wir von 17-17.30 Uhr zu Gast beim Radiosender der Universität, die ca. 15 Minuten Fußweg entfernt ist. Deutsch Unterricht steht auf dem Programm, eine ziemlich witzige Aktion. Es gibt jede Woche ein anders Thema, ein paar Vokabeln und ein bis zwei deutsche Lieder. Wir werden hier noch berühmt! ;)

Gesundheitlich geht es mir ganz gut, bis auf eine allergische Reaktion, die ich auf Grund einer Nusssuppe hatte, gab es bisher keine schlimmen Vorfälle. Ja, die Nusssuppe ist eine Geschichte für sich. ;) Kurz und knapp: Mir ging es ca. eine Stunde ziemlich dreckig, ihr wisst ja wie ich auf Nüsse reagiere. Hab dann gleich Tabletten und jegliches Zeug genommen und zum Glück ging es mir dann relativ schnell wieder besser. Es war mir eine Lehre! ;)

Wer mir mal eine Post schicken moechte: P.O. Box KS 9004, Adum-Kumasi

So weit so gut, ich werde mich wieder melden!

Was gibt’s eigentlich bei euch Neues? ;)

Liebe Grüße aus der Ferne,

Lea

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