Mein Geburtstag und ein echt schoenes Wochenende!


Hallo liebe Leser,

danke für die vielen Glückwünsche zum Geburtstag, hat mich echt gefreut!

Ich habe einen Tag vor meinem Geburtstag mein Handy verloren und war dementsprechend frustriert, aber ich hatte dann noch einen echt schönen Geburtstag. Montag war ein muslimischer Feiertag in Ghana und somit hatte ich frei. Wir haben dann am Morgen Muffins gebacken, ohne Rührgerät gar nicht so einfach, und mittags sind die anderen Freiwilligen zum Feiern gekommen. Auch von den Ghanaern wurde ich „gefeiert“. Hier ist es Tradition, dass das Geburtstagskind mit Wasser überschüttet wird. Ich hatte Glück, dass die Berufsschüler gerade Ferien hatten und die meisten heimgefahren sind, somit war ich nur zweimal nass. ;) Dienstagmorgen haben dann die Kinder und Lehrerinnen im Kindergarten für mich gesungen, es war total süß, ich hätte filmen sollen! Alle haben sich gefreut und die Kinder sind dann immer wieder zu mir gekommen und haben „happy birthday“ gesungen und haben nach meinem Alter gefragt. Ansonsten werden hier aber Geburtstage nicht so groß gefeiert. Viele Kinder wissen gar nicht wann sie Geburtstag haben und auch das Alter von Geschwistern wird zum Beispiel oft nur geschätzt. So viel zum Thema Geburtstag…

Ich wollte euch noch von letztem Wochenende erzählen, das ich im „Home village“ von Harriot, einer Lehrerin, verbrachte. Es war ca. eine Stunde Autofahrt entfernt und ein richtig schönes, kleines afrikanisches Dörfchen. Doch im Vergleich zu diesem Dorf haben wir sogar in Denchemouso puren Luxus. Es gab zwei gemeinsame „Dorftoiletten“, unsere war im Busch und bestand aus einer Grube, die mit ein paar Holzbrettern bedeckt war. Außerdem gibt es kein fließendes Wasser, geduscht wird mit einem Eimer in einem kleinen Waschraum vor dem Haus und auch gekocht wird vor dem Haus über offenem Feuer.

Unsere Toilette: Eine Grenzerfahrung!

Kochstelle vor dem Haus

Wir wohnten von Freitag bis Sonntag bei der Familie von Harriots Vater, die alle total nett und sehr gastfreundlich waren. Sie überlegten sich ein Programm für uns und gaben sich echt viel Mühe.

Unser Gastvater

Alle zusammen :)

Freitagmorgen waren wir zu einer Verlobungsfeier im Dorf eingeladen und die Hochzeit folgte dann am Sonntag. Die Verlobungsfeier wird als die traditionelle ghanaische Hochzeit bezeichnet und ist für die Ghanaer sehr wichtig. Familie, Freunde und Dorfbewohner waren anwesend. Leider war alles auf Twi und so haben wir nicht wirklich viel verstanden. Aber es wird viel gebetet und die Familien haben ihre Glückwünsche ausgesprochen. Normalerweise wird noch getanzt aber da gerade Stromausfall war blieb die Musik und somit auch das Tanzen aus. Ich habe hier übrigens erst eine Live band gesehen und es wird auch nicht so viel getrommelt wie man sich es immer vorstellt.

Braut mit Familie

Am Samstag wurden dann zwei Hühner für uns geschlachtet und wir sollten uns es unbedingt mit anschauen. Es war sehr grausam! Dem Huhn wird nicht einfach der Kopf auf einmal abgeschlagen sondern es wird mit einem eher stumpfen Messer nur angeschnitten und dementsprechend lange dauert es bis das Tier tot ist und es hat doch lange zu leiden. Der Sinn dahinter ist, dass kein Blut spritzen soll und wenn das erste Blut fließt muss das Tier noch leben. Das tote Huhn wurde dann in heißes Wasser gelegt und gerupft, danach auseinandergenommen und geschnitten. Es war auf jeden Fall interessant zu sehen und es hat dann auch sehr gut geschmeckt! J


Samstagmittag sind wir zum Lake Bosomtwi gefahren, dem größten natürlichen See Ghanas. Wir haben uns auf eine Abkühlung gefreut, doch die blieb leider aus, denn der See war ziemlich warm. Landschaftlich war es sehr schön und idyllisch und wir konnten einfach mal ein bisschen entspannen.

Am Sonntag sind wir nach Obuasi gefahren wo die Hochzeit von Harriots Cousine stattfand. Doch die Fahrt hätten wir uns auch sparen können, ich habe das Brautpaar nicht mal zu Gesicht bekommen. Wir waren in der Kirche und es waren sehr viele Leute da. Zudem war der Raum ziemlich verwinkelt und ich saß genau hinter einem Pfosten und so sah ich so gut wie nichts. Während dem Gottesdienst haben wir mal wieder nichts verstanden und so mussten wir eher aufpassen nicht einzuschlafen…Wir sind dann auch nach dem Gottesdienst gleich nach Hause gefahren.

Es war ein echt schönes Wochenende und wir haben vieles erlebt und gesehen! Ich staune immer wieder über die Lebensverhältnisse hier und komme zum Entschluss, dass Weniger oft Mehr ist!

Sonnige Grüße,

Lea

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