Halbzeit! ;)


Hallo meine Lieben,
heute ist der 27. November 2011 und genau vor drei Monaten bin ich in Ghana gelandet. Es ist echt erstaunlich wie schnell die Zeit vergeht, aber ich denke, das ist auch ein gutes Zeichen. Ich habe bisher echt viel erlebt und gesehen, positive wie negative Erfahrungen gemacht und auch einiges gelernt, über das Land, die Kultur, aber auch über mich selbst.
Gesundheitlich geht es mir immer noch sehr gut, bisher hatte ich noch nichts Ernstes. Ich hoffe das bleibt auch so, da ich jetzt meine Malariaprophylaxe abgesetzt habe.

Da jetzt schon die Hälfte der Zeit vorbei ist, haben wir angefangen ein Denkmal zu setzen. ;)
Wir sind gerade dabei ein Volleyballplatz für die Schüler auf dem Campus zu „bauen“. Das Projekt war von einem Lehrer schon geplant, aber die Motivation anzufangen hat vor allem auf Seiten der Schüler gefehlt. So haben wir versucht alle zu mobilisieren und haben einfach angefangen zu arbeiten. Die Schüler zu motivieren ist  gar nicht so einfach, da ihr Stundenplan ziemlich vollgepackt ist und am Samstag muss dann Wäsche gewaschen werden. Die Bereitschaft zu arbeiten und aktiv etwas zu tun ist bei vielen Ghanaern nicht sehr hoch, vor allem wenn sie ihren eigenen Nutzen davon nicht sehen.
Naja, spielen wollen dann wahrscheinlich alle… aber davor muss noch eine Menge Arbeit getan werden. Wir haben das Feld abgesteckt, das erst mal begradigt werden muss. Dabei stehen uns lediglich Eimer, Schaufeln und ein Beil zur Verfügung. Meist ist es so heiß, dass man eh nur vormittags arbeiten kann und um 18 Uhr endet der Tag in Ghana schon, da es um diese Uhrzeit bereits dunkel ist. Somit bleibt gar nicht mehr so viel Zeit übrig, aber ich bin zuversichtlich und freue mich schon auf das erste Spiel! :)

Die Jungs hart am Arbeiten!

So sportlich wie die Jungs in Ghana übrigens sind, so unsportlich sind die Mädels. Letzten Freitag war ein Sporttag für die Schüler, ich habe im Kindergarten frei bekommen und so sind wir ein Dorf weiter auf einen „Sportplatz“ gefahren. Leichtathletik stand auf dem Programm und es wurden die besten Athleten der Schule ermittelt, die dann auf Wettkämpfe geschickt werden um gegen andere Schulen anzukämpfen. Die Jungs sind echt fit, Dennis hatte beim 1500-Meterlauf keine Chance, dafür hab ich die Mädels dann im Weitsprung abgezogen. Was aber keine große Leistung war! ;)

Gestern sind wir nach Obuasi gefahren und haben eine Goldmine besichtigt. Obuasi liegt ca. eine Stunde Busfahrt von Kumasi entfernt und wir wurden mal wieder von Harrioth begleitet, da ihr 8-jähriger Sohn dort mit seinem Vater, Charles, lebt. Charles arbeitet in der Goldmine und hat seine Beziehungen für uns spielen lassen. Wir wurden mit Spezialkleidung ausgerüstet und ab ging es mit einem Aufzug in 800 Meter Tiefe. Die Mine hat vier verschiedene Schächte, in denen auf unterschiedlichen Höhen („level“) gearbeitet wird. Ich hatte echt ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber es war total interessant zu sehen. Wir sind in eine richtige „Untergrundwelt“ gekommen. Auf unserem Level befanden sich schwere Maschinen, die das Material abtragen und befördern sowie eine kleine Werkstatt, Büroräume und ein Aufenthaltsraum. Unvorstellbar wie das alles überhaupt in die Tiefe gelangt. Seit 1895 wird in Obuasi Gold abgebaut und fast alle Einwohner der Stadt arbeiten oder leben vom Goldabbau.  Die Bergbauindustrie ist außerdem sehr wichtig für Ghanas Wirtschaft. Viel Gold haben wir leider nicht zu Gesicht bekommen, aber kleine Goldpartikel sind doch zum Vorschein gekommen.
Danach hat uns Charles noch zum Essen eingeladen, er war sehr nett und großzügig und wollte mit uns auch unbedingt noch ein Bier trinken. Naja, aus einem sind dann drei geworden und somit haben wir den Tag nett ausklingen lassen. Es kursiert hier übrigens das Gerücht, dass wir in Deutschland auf Grund des zweiten Weltkrieges Probleme mit dem Wasser haben und daher nur Bier trinken. Klingt witzig, ist aber eigentlich ziemlich traurig da die Menschen das wirklich glauben und uns schon einige darauf angesprochen haben. Und wenn man sie dann nach den angeblichen Gründen fragt wissen sie  keine Antwort, das haben sie halt mal irgendwann gehört und geglaubt.
Gestern war auf jeden Fall wieder ein erlebnisreicher Tag und wir hatten viel Spaß. :)

von links: Philip, Dennis, ich, Sabine und Eva

Hier werden einige Ersatzteile fuer die Maschinen gelagert und repariert

Verschiedene Maschinen mit denen das Gold abgetragen und transportiert wird.

im Aufzug: Ich war froh wieder hochfahren zu koennen! :)

 

Nächstes Wochenende sind wir am Meer!! Ich freue mich total, denn ich habe hier das Meer noch nicht zu Gesicht bekommen. Es findet ein Straßenfestival statt und somit bekommen wir hoffentlich noch gute Musik zu hören. Ich werde berichten!

Ich wünsche euch noch einen schönen ersten Adventssonntag! In Ghana kommt übrigens überhaupt keine Weihnachtsstimmung auf, es ist viel zu heiß dafür…

Viele Grüße,
Lea

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