So schön kann Ghana sein!


Ein Hallo nach Deutschland,

Letztes Wochenende waren wir am Meer und es war richtig schön! Ein Wochenende (bzw. ein Samstag) Urlaub pur. :)

Doch als wir Freitagabend ankamen hatten wir eine ziemlich lange und stressige Fahrt hinter uns. Freitagmorgen ging es um 6 Uhr morgens mit einem Tro-Tro (Kleinbus) los. Wir waren ca. 20 Leute, alles Freiwillige von verschiedenen Hilfsorganisationen. Die meisten waren aus Deutschland, aber auch die französische Schweiz, Finnland, Lettland und die USA waren vertreten. Das Tro-Tro haben wir über das Wochenende gemietet und so kamen noch zwei Ghanaer mit, die den Fahrerjob übernahmen. Unsere Fahrer hätten wir uns vor der Fahrt mal lieber genauer angeschaut, denn wir kamen in eine Polizeikontrolle und es stellte sich heraus, dass unser Fahrer kein Führerschein bei sich hatte. Dazu kam, dass er die Polizeikontrolle davor einfach übersehen hat bzw. nicht sehen wollte und weitergefahren ist. Er wurde dann schließlich rausgezogen und wurde von einem Polizisten regelrecht aus dem Auto gezerrt und erst mal zusammengeschlagen. Das war echt krass, ich saß im Auto und dachte ich bin im falschen Film. Wie ein Schwerverbrecher wurde er dann aufs Polizeirevier gebracht. Die Korruption ließ dann natürlich nicht lange auf sich warten und unser Fahrer musste freigekauft werden. Wir warteten dann schließlich zwei Stunden bis Freunde von ihm kamen und den Polizisten Geld zustecken. Wir haben auch versucht mit den Polizisten zu verhandeln aber da war nichts zu machen, sie wollten einfach nur Geld sehen. Aber da wir mit der Sache nichts zu tun hatten, waren auch die Polizisten der Meinung, dass der Fahrer da ohne unser Geld wieder rauskommen muss.Da dann auch noch viel Verkehr auf den Straßen war, waren wir erst um 17 Uhr am Ziel.

Aber als ich den Strand, die Palmen und das Wasser gesehen habe, war die ganze Fahrt schon wieder vergessen! Wir waren in einer Lodge, die ziemlich abgelegen war, weit und breit nichts, aber total schön gemacht, trotz ghanaischem Standard (Freiluftdusche und Toilette waren mal wieder angesagt). Die Lodge wurde von einer Französin mit ihrem Mann betrieben und so gab es auch kontinentales Essen, zur Abwechslung mal wieder ganz gut. ;) Es waren auch nur Weiße zu Gast, viele Ghanaer können sich das einfach nicht leisten und Urlaub am Meer ist hier auch nicht so beliebt wie bei uns. Die meisten Ghanaer können nicht mal schwimmen. Aber für uns war es ein kleines Paradies: Hängematten hingen an den Palmen, Surfbretter und Spiele für den Strand wurden zur Verfügung gestellt und eine Bar war vorhanden.

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang waren wir am Strand und haben die Landschaft genossen. Samstagabend gingen wir in die nächste größere Stadt zu einem Reggea-Festival, wobei Festival etwas übertrieben ist. Es war eine Bühne aufgebaut, auf der verschiedene Künstler den Tag über auftraten. Es wurde gefeiert, getanzt und das coolste war, dass es direkt am Strand war. Um 4 Uhr morgens waren wir schließlich wieder in unserer Lodge, ich bin dann aber schon um 8 Uhr wieder aufgestanden um noch ein bisschen das Meer genießen zu können, da wir am Vormittag schon wieder gefahren sind.

Fazit: Trotz der langen Fahrtzeit hat es sich gelohnt und es war echt schön!!

sieht man hier leider nicht, aber wir hatten sehr hohe Wellen!

sieht man hier leider nicht, aber wir hatten sehr hohe Wellen!

 

 
Sonnenaufgang 

Sabina und ich

Weihnachtsstimmung!

Weihnachtsstimmung!

Blick aufs Meer

Beim Arbeiten war es diese Woche dafür umso anstrengender, da Madame Mariama (die Lehrerin in meiner Klasse) krank war bzw. immer noch ist. Sie hat Malaria und kommt erst am Dienstag wieder. Somit war ich alleine in der Klasse und am ersten Tag war dann das Chaos schon vorprogrammiert und ich war mit der Situation ziemlich überfordert. Die anderen drei Lehrerinnen sind aber nicht mal auf die Idee gekommen mir zu helfen, sie waren weiterhin in ihren zwei Klassen bzw. eigentlich haben sie diese Woche fast gar nichts gemacht außer rumgesessen. Außer wenn ich sie dann um Hilfe gebeten habe sind sie gekommen, aber dann haben sie die Kids meistens auch nur verschlagen. Einmal war es so heftig, dass ich dazwischen gegangen bin und meinte, dass es jetzt genug sei. Aber dann hat sie den Jungen einfach mit vor die Türe genommen und weiter geschlagen. Naja, ein Versuch war es wert! Das ist echt nicht schön mit anzusehen… Aber im Laufe der Woche ging das Unterrichten dann immer besser und ich habe geschafft was ich mir vorgenommen habe, auch wenn es immer ziemliches Chaos war. Wir haben Weihnachtssterne angemalt, Zahlen und Buchstaben geschrieben und gespielt. ;)

So brav sind die Kids sonst nicht! Am Mittwoch hatte Philip noch Geburtstag, wir haben ein bisschen gefeiert und ihn kräftig mit Wasser übergeschüttet, wie es hier nun mal üblich ist! Wir sind schon richtig ghanaisch. ;)

Soweit das Neueste aus Ghana und viele Grüße,

Lea

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