Urlaub!! :)


Ein Hallo nach Deutschland,

erst einmal wünsche ich euch allen noch ein verspätetes gutes neues Jahr, ich hoffe ihr hattet ein schönes Silvester und das Jahr hat gut begonnen!?

Ich beginne mal der Reihe nach zu erzählen was ich die letzten drei Wochen so alles erlebte:

Am 22. Dezember haben wir uns auf den Weg Richtung Küste gemacht. Unser erstes Ziel war die „green turtle lodge“, die sich in der Nähe von Takoradi befand. Eine wunderschöne Lodge im Nirgendwo, ein menschenleerer Strand, hohe Wellen, Sonnenschein, Kokosnusspalmen, gute Cocktails und viel Ruhe und Zeit erwarteten uns. Da wir alle urlaubsreif waren beschlossen wir eine Woche Strandurlaub einzulegen. Wir bezahlten fünf Euro die Nacht und schliefen in einem Schlafsaal. Wenn man Glück hatte konnte man abends am Strand Riesenschildkröten beim Nesten beobachten, aber wir hatten leider kein Glück. Doch wir genossen diese Woche sehr und es war echt schön! Von so einem Strandabschnitt kann man am Mittelmeer wohl nur noch träumen… In diesem Fall beschreiben Bilder wohl mehr als Worte:

Unsere Abende am Strand
Unser Motto! ;)
Freiluftduschen: sehr cool!

Auch Weihnachten verbrachten wir in der Lodge, wobei ich sagen muss, dass nicht wirklich viel an unser Weihnachten erinnerte. Es gab Pizza zum Essen, hört sich für euch wahrscheinlich langweilig an, aber für uns war es ein Highlight!! Wir saßen dann gemeinsam am Strand, haben Stille Nacht gesungen und schließlich unsere Wichtelgeschenke ausgepackt. So hatte jeder ein Geschenk über das er sich freuen durfte. ;)

Ansonsten wird Weihnachten in Ghana vor allem in der Kirche gefeiert, ist ja schließlich auch der eigentliche Grund für das Fest. Viele Schüler und Studenten fahren auch hier über die Feiertage zu ihren Familien nach Hause und es wird Jesu Geburt gefeiert. Doch es ist lange nicht so ein „großes Familienfest“ wie bei uns. Es gibt zwar leckeres Essen, doch große Geschenke sowie Weihnachtsdekorationen bleiben aus. Wenn man Weihnahten nicht zu Hause verbringt und dazu noch in einem Land ist, in dem so ziemlich alles anders ist, wird einem doch schnell klar was eigentlich das Wichtigste an Weihnachten ist und das sind sicherlich nicht die Geschenke…

Nach unserer Woche Strandurlaub machten wir uns am 30. Dezember auf nach Cape Coast. Cape Coast liegt ebenfalls direkt an der Küste und ist neben Kumasi die geschichtsträchtigste Stadt in Ghana. Wir quartierten uns im „Oasis Beach Resort“ ein, oder besser gesagt stellten wir unsere Zelte dort auf und verbrachten in der Lodge drei weitere Tage. Da wir uns nun wieder mitten in einer Stadt befanden war es doch ein ziemlich großer Kontrast zu der Woche davor. Es waren sehr viele Leute dort, überwiegend Weiße und somit war die Ruhe erst mal verflogen. Der Strandabschnitt war nicht ganz so schön und die Wellen für mich fast schon zu hoch um überhaupt ins Wasser zu gehen. Aber es war ganz witzig und wir haben auch viele andere Freiwillige wiedergetroffen, die wir schon in den letzten vier Monaten kennengelernt haben. Cape Coast ist wohl die einzige Stadt in Ghana in der Silvester in unserem Sinne gefeiert wird. Die Ghanaer verbringen Silvester nämlich in der Kirche. Es wird Gott für das alte Jahr gedankt und für das neue Jahr wird gebetet. Vor unserer Lodge befand sich ein großer Platz auf dem in der Neujahrsnacht ein großer Gottesdienst stattfand. Vermutlich waren so ziemlich alle Einwohner von Cape Coast anwesend und es wurde viel gesungen und getanzt und es ging vor allem sehr laut zu. Egal ob gesungen oder gebetet wird, volle Lautstärke ist bei den Ghanaern immer dabei!

Da wir aber doch noch nicht so ghanaisch sind und in unserer Lodge fast nur Weiße waren und auch der Besitzer ein Deutsch-Türke ist wurde natürlich ordentlich gefeiert. Zuerst gab es ein großes Buffet mit Reis, Pommes, gegrilltem Fleisch/Fisch, Gulaschsuppe und verschiedenen Salaten (für uns ein kleines Paradies!!) und danach wurde bis in die Morgenstunden gefeiert. Um Mitternacht gab es ein Feuerwerk sowie ein großes Lagerfeuer am Strand. Die Stimmung war ganz gut und so war mit dem nächsten Tag nicht viel anzufangen. ;)

In Cape Coast selber haben wir uns die ehemalige Sklavenburg angeschaut. War auf jeden Fall interessant zu sehen aber doch auch ziemlich erschreckend. Es ist einfach unvorstellbar was da früher los war und wie mit den Menschen gehandelt wurde. Bis zu 2000 Menschen wurden in vier relativ kleine Räume ohne Licht und ohne Kleidung gepfercht. In diesen Kerkern mussten die Gefangenen bis zu drei Monaten vegetieren, bis die Schiffe kamen und sie verladen wurden. Zuvor wurden sie noch mit glühenden Eisen gebrandmarkt. Viele Menschen überlebten diese Bedingungen nicht und starben noch in der der Burg. Als wir in die Kerker kamen und unser Guide kurz das Licht ausmachte, ist mir schon anders geworden!                                                 Die folgenden Bilder sind aus Elmina, ebenfalls eine Hafenstadt westlich von Cape Coast in der wir kurz haltmachten um die dortige Sklavenburg zu besichtigen. Die Menschen wurden hier unter den gleichen menschenunwürdigen Bedingungen „gehalten“.

Innenhof
Blick in den Kerker!

Am 2. Januar ging es dann in den Regenwald, unser Ziel war der Kakum-Nationalpark. Wir benutzten den Canopy Walkway, ein in Baumkronenhöhe an Seilen aufgehängter Pfad. Es war doch eine wacklige Angelegenheit und mir wurde ein bisschen flau im Magen, aber wir haben es alle überlebt! ;) Wilde Tiere bekamen wir leider nicht zu Gesicht, aber es war trotzdem sehr schön. Obwohl eine Gruppe Ghanaer vor und hinter uns waren, die leider nicht wirklich ein Gespür für die Natur haben. Die Ghanaer sind nun mal ein lautes Volk und so wurde auch im Regenwald rumgeschrien, gelacht und gesungen.

Der 3. Januar war dann Abreisetag und es ging wieder ins Landesinnere. Der Weg führte uns in die Voltaregion und unser erstes Ziel war Akosombo. Viel haben wir von der Stadt nicht gesehen, da wir hier nur eine Nacht Zwischenstation machten bevor es am nächsten Tag morgens wieder weiter ging. Und diese Nacht hatte nicht sehr viel mit Ghana zu tun. Wir bekamen ein Zimmer in einer großen und sehr teuren Hotelanlage. Unser Reiseführer führte uns dorthin, doch anstatt wie angenommen 3 Euro für die Nacht in einem Zelt zu bezahlen gab es nur Zimmer, die für 60 Euro die Nacht ausgeschrieben waren. Die Preise waren nicht mal in Cedis (ghanaische Währung) sondern in US-Dollar angegeben. Der Hotelinhaber war ein Inder und hat uns dann aber großzügigerweise ein Zimmer für 40 Euro die Nacht gegeben. Obwohl wir acht Leute waren nahmen wir das Zimmer und nahmen eine zum Teil unangenehme Nacht in Kauf, da fünf von uns mit Isomatten auf dem Boden schliefen mussten. Wir hatten aber ein eigenes Badezimmer und durften den Hoteleigenen Swimmingpool mitbenutzen und so war die Nacht schnell vergessen. Außerdem war die Anlage direkt am Voltasee, es gab einen Billardtisch, Tischtennisplatten, Volleyballfeld…                                                                               Aber die Tatsache, dass viele Menschen in ganz Ghana in einer Hütte ohne Strom und ohne fließendem Wasser leben konnte ich nicht so ganz ausblenden und war daher froh, dass wir am nächsten Tag gleich weitergefahren sind.                                                                                                                                  Da stimmt irgendetwas nicht:

Am 4. Januar ging es weiter nach Hohoe, wo wir für 6 Euro die Nacht in einem relativ kleinen Hotel wohnten. Es war dem ghanaischen Standard angepasst, ziemlich sauber und die Küche war ganz gut. Von Hohoe aus machten wir zwei Tagesausflüge, einer führte uns zu den Wli-Wasserfällen und der andere ging in ein Affenreservat.

Die Wli-Wasserfälle sind die höchsten von Ghana und liegen genau an der Grenze zu Togo. Das Wasser fällt ca. 60 Meter aus einer Bergwand frei herunter. Bevor wir zum Wasserfall gelangten wanderten wir ca. eine Stunde durch die Natur. Wir genossen die Ruhe und freuten uns über die vielen Schmetterlinge, die in diesem Naturschutzgebiet leben.

von links: Maria (Freundin von Konrad), Sarah, ich, Dennis, Max und Konrad

Den Tag darauf fuhren wir mit einem Tro-Tro (wir sind übrigens immer mit Tro-Tros gereist, die fahren im ganzen Land von Stadt zu Stadt)nach Tafi-Atome. Dort befindet sich ein Affenreservat mit Mona-Meerkatzen-Populationen, die dort von Wilderern geschützt werden. Es leben mittlerweile ca. 400 Affen im Reservat, die frühmorgens oder abends kurz vor Sonnenuntergang ins Dorf kommen. Da wir zu diesen Zeiten leider nicht da waren bekamen wir die Affen „nur“ im Wald zu Gesicht. Sie waren total zutraulich und ließen sich von uns Füttern. Die kleineren Äffchen setzten sich sogar auf unsere Schultern. Wir bezahlten „Eintritt“ und bekamen dann auch einen Guide, der die Affen mit Pfeiftönen anlockte. Die Eintrittsgelder werden für die Schulen im Dorf eingesetzt und somit war es auf jeden Fall eine gute Sache.

Am 7. Januar ging es dann wieder Richtung „Heimat“ nach Kumasi. Es waren sehr schöne zwei Wochen und wir haben viel vom Land gesehen. Doch als Tourist in Ghana zu reisen ist nicht immer einfach, da man leider nicht gleichbehandelt wird. Weiße bezahlen zum Beispiel grundsätzlich mindestens das Doppelte an Eintrittsgelder als die Einheimischen. Die Hautfarbe spielt hier noch eine viel zu große Rolle und Weiß ist nicht gleich Schwarz, das bekommt man hier immer wieder zu spüren… Aber davon vielleicht im nächsten Blogeintrag mehr!

Ich habe jetzt noch gut 7 Wochen in Ghana, Endspurt ist angesagt!

Viele liebe Grüße,

Lea

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