Monatsarchiv: Februar 2012

Erste Eindruecke


So, hallo Leute,

also als allererstes: Mir geht’s super :)

Ich wollte ja eigentlich vor der Abreise noch einen Bericht schreiben, dazu bin ich leider nicht mehr gekommen. Was ich aber unbedingt noch loswerden wollte: Die letzten Tage und Wochen vorm Abflug waren echt schön und wertvoll, das hat schon was, nochmal mit fast allen Freunden gemeinsam oder einzeln was zur Verabschiedung zu machen, nochmal länger Oma, Opa und Verwandte zu besuchen und von jedem gute Wünsche mit auf den Weg zu bekommen. Da sieht man das schon nochmal mit anderen Augen, was man alles hat. Danke an alle für die lieben Wünsche, Geschenke und vor allem für die Zeit, die sich viele trotz Prüfungsstress für mich genommen haben!

Traurig wars dann natürlich auch noch am Flughafen in München, wobeis mir deutlich besser ging als ich erwartet hab, was denk ich daran lag, dass ich zum einen noch nix so wirklich realisiert hatte und zum anderen ständig von so vielen Eindrücken erschlagen wurde, dass ich gar nicht groß Zeit fand, nachzudenken.

Samstagabend gegen 9 kamen wir dann also in Accra an und begaben uns nach draußen in die schwüle afrikanische Hitze. Alles kam einem so unwirklich vor, der Gang durch verschiedene Sicherheitsschleusen, durch Menschenmassen und der Gedanke: Yeah Mann, ich bin in Ghana.

KK, der Sohn des Chefs unserer Organisation, holte uns vom Flughafen ab und brachte uns durch die quirlige Stadt in ein Hotel, wo wir uns dann einfach nur noch ins Bett legten, ohne so richtig einschlafen zu können.

Am nächsten Morgen wachten wir wie in einer anderen Welt auf. Sonnenschein, Palmen vorm Fenster und alle möglichen Geräusche von draußen. Wir schauten uns ums Hotel herum um: kleine Hütten, huggelige Sandstraßen, Schutthaufen, Katzen und Hühner … und natürlich Leute, die Wäsche wuschen, kochten, herumliefen, Sachen transportierten und uns alle groß anschauten. Man sagte Hallo, winkte oder so, aber ich kam mir schon irgendwie blöd vor, aus der relativ noblen Hoteleinfahrt rauszulaufen und mich umzuschauen wie in einem Zoo. Die Leute lächelten aber alle freundlich zurück und so wars dann schön aufregend und neu. Da ja Sonntag war, wurden wir auch noch kurz von einer sehr freundlichen Passantin in einen Gottesdienst gebracht mit viel Gesang und lauter Musik. Dort in der Kirche fand ichs zum ersten Mal so richtig wunderbar und aufregend, in Ghana zu sein und von nun an am Leben dort teilhaben zu können. KK holte uns vom Hotel ab und gab uns bei ihm zuhause ein super Früchstück inklusive der leckersten Ananas ever, bevor wir dann zur Busstation fuhren. Die Straßen wechselten immer zwischen geteert und sandig, aber auch im größten Dreck und Staub liefen die Menschen mit absolut sauberen Gewändern und Anzügen herum. Die Straßen waren alle so überbevölkert, überall kleine Stände, Leute, die Gefäße und Bündel aufm Kopf trugen und hupende Fahrzeuge, die nach ihren eigenen Regeln fuhren. Ich saß glaub ich mit offenem Mund im Auto und hab einfach nur gestaunt und die Eindrücke genossen.

Um 12 saßen wir dann im Bus nach Kumasi, um 2 war er einigermaßen gefüllt und fuhr los. Den ersten Teil der Strecke gings fast nur über Huckelpiste durch die Stadt und dann durch die Botanik, besser als in jedem Freizeitpark. Ich saß am Fenster, mit den Augen und Gedanken zwischen irgendwo und nirgendwo, der Fahrer hatte Bob Marley aufgelegt und ich hätte mir echt nirgendwo anders zu sein gewünscht als hier in Ghana und war echt glücklich und dankbar.

Um 8 kamen wir in Kumasi an und wurden in unser neues Zuhause in Denkyemuoso (so wird’s hier in Ghana geschrieben) gebracht. Da grade Stromausfall war, konnte ich mein Zimmer erst am nächsten Morgen in seiner vollen Pracht bestaunen. Dafür sind wir momentan zu dritt, da Jakob von den Praktikanten vor uns noch drei Tage in Denkyemuoso ist. Praktisch, da wir so schon einiges von ihm gezeigt bekommen haben. Heute waren wir z.B. in Denkyemuoso und im nächsten Ort Obst und Getränke einkaufen. Man sieht und erlebt so viel, über das man alles schreiben könnte, ich weiß echt nicht, wo ich anfangen und aufhören soll. Die Lehrer und Angestellten, die ich bis jetzt getroffen hab, und Sark, der Schuldirektor, sind alle sehr nett. Wenn man im Ort rumläuft, wird man natürlich angeschaut, aber wir sind halt auch was Besonderes, also einfach freundlich und locker bleiben. Mit den Taxifahrern und Verkäufern kann man, wenn man so bisschen die Preise raushat, auch ganz normal verhandeln und hat denk ich nicht jedes Mal ein besonderes Prozedere. Also kurzum: Das wird denk ich recht bald alles Alltag werden, aber was Besonderes wirds und solls natürlich auch bleiben.

Die natürliche Landschaft ist echt toll, Hügel, Palmen, Sträucher, Termitenhügel, Eidechsen … In den Dörfern gibt’s immer so ein, zwei Hauptstraßen, an der die ganzen Stände und Läden sind. Meistens sind die Dörfer irgendwie so auf eine Ware spezialisiert, also im einen Dorf gibt’s überall Töpferware, im nächsten überall Ananas, auf dem Markt heute haben bestimmt zwanzig Stände nur Zwiebeln verkauft. Die Läden sind auch interessant, da stehen dann z.B. im Sand und Staub aufm Gehweg blitzeblanke Flachbildfernseher zum Verkauf.

Das hört sich jetzt alles relativ nüchtern an glaub ich, wie ich so schreib, aber ich bin echt von allem total fasziniert, genieß jeden Moment und freu mich auch schon auf meine Arbeit, auch wenn ich mir noch nicht wirklich vorstellen kann, wie die so ablaufen wird.

Also bis jetzt geht’s mir echt gut, das wird vielleicht nicht immer so sein, aber ich bin super glücklich, dass ich nach Ghana gegangen bin und ich glaub es hat sich auch jetzt schon gelohnt.

Damit liebe Grüße nach Deutschland,

Matze

Zwei neue Praktikanten


Wieder machen sich zwei Praktikanten, Lisa Kreilinger und Matthias Oberfrank, nach Ghana auf, um ein sechs Monate in Denchemouso zu leben und zu arbeiten.

Lisa wird am Albert Osei-Wusu Kindergarten anfangen, der im letzten Sommer in ein neues Gebäude umgezogen ist. Matthias wird an der Primary & Junior Secondary School in Denchemouso als Aushilfslehrer arbeiten.

Wir wünschen beiden eine spannende Zeit.

„Und, wie wars?“


Ein letztes Hallo nach Deutschland,  

sorry, ich bin auf die letzten Wochen hin etwas schreibfaul geworden und darum ist dies nun der letzte Blogeintrag mit dem Versuch mein Praxissemester hier in Ghana in ein Fazit zu packen:

Ein Versuch deswegen weil in den vergangenen sechs Monaten so viel passiert ist, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Ich kann nicht sagen ob das halbe Jahr „gut“ oder „schlecht“ war, denn es war sicherlich beides. Es waren glückliche sowie traurige Momente, ich war frustriert, hilflos, orientierungslos aber auch motiviert, interessiert und einfach nur glücklich hier zu sein.

Mit dem Verlauf meines Praktikums bin ich soweit ganz zufrieden: Ich hatte meine Aufgaben und konnte bzw. musste selbst testen was geht und was nicht geht. Man muss sich hier in Ghana seine Arbeit auf jeden Fall selbst suchen, denn da kommt niemand, der einen einführt und sagt was zu tun ist.

Mit Sicherheit machten mir die Kommunikationsprobleme am meisten zu schaffen. Mit der „richtigen“ Sprache ist man den Menschen doch gleich ein Stück näher und so konnte ich mich mit den Kids leider nicht so unterhalten oder Dinge durchführen wie ich es gerne getan hätte. Das waren dann genau die Momente in denen ich mich einfach hilflos fühlte oder sogar von mir selbst enttäuscht war weil ich mehr von mir erwartete und auch wusste, dass ich es kann aber es halt trotzdem nicht hinbekam. Aber man lernt ja glücklicherweise auch aus negativen Erfahrungen…                                                                                                                        Doch es gab natürlich auch ganz viele schöne Momente. Vor allem wenn ich nach einer Unterrichtsstunde in lachende und glückliche Kindergesichter blickte war der ganze Stress gleich wieder vergessen. Ein Moment der mir wohl noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird: Ein kleines Mädchen kam zu mir, nachdem ich in der Pause eine Spritzpistole in die Hand nahm um die Kinder damit nass zu spritzen, schaute mich mit großen Augen an und sagte einfach nur: „Thank you, Madame Lea“. Solche Kleinigkeiten hören sich für uns total banal an sind für die Kinder hier aber nicht selbstverständlich und schon eine kleine Bereicherung ihres Alltages. Hier lernt man auf jeden Fall wieder sich über kleine Dinge zu freuen!

Natürlich habe ich auch außerhalb meines Praktikums viel erlebt und einiges von Land und Leute mitbekommen und ich muss sagen, dass ich auf lange Sicht gesehen Schwierigkeiten hätte in Ghana zu leben.                                                                                                                                                      Mit der Sonderstellung die man als „Weißer“ in Ghana hat könnte ich mich nicht abfinden. Man fällt einfach überall auf und kann nicht einfach durch die Straßen gehen ohne angesprochen zu werden. Als ich mal mit einer ghanaischen Lehrerin in der Stadt war um etwas einzukaufen meinte sie zu mir am Abend, dass sie froh sei in Ghana schwarz zu sein. Es wäre ihr zu anstrengend immer aufzufallen, angesprochen zu werden und immer nett lächeln zu müssen. Ein weiteres Problem wäre für mich die Tatsache, dass jeder mit dir befreundet sein möchte aber das wohl eher um irgendwann mal in Europa zu landen als aus Interesse an deiner Person. Aus diesem Grund ist es echt schwierig Beziehungen aufzubauen und Freundschaften zu schließen.

Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ich mit dem „einfachen Leben“ Ghanas so gut zu recht komme. Ich denke ich habe in Ghana, zumindest aus europäischen Augen betrachtet, viel Armut gesehen, jedoch wenig Elend. Natürlich gibt es auch in Ghana Menschen, die absolut nichts haben, aber diese Probleme haben wir auch in Deutschland und das wird leider immer wieder vergessen…                                                             Der ghanaische Standard liegt definitiv weit unter dem deutschen und die Menschen haben einfach viel viel weniger Geld als wir. Jedoch geht es den meisten größtenteils mit den (wenigen) Dingen die sie besitzen gut, da auch die Lebenserhaltungskosten in Ghana sehr gering sind. Auch wenn oft kein Strom und fließend Wasser vorhanden ist sind die Menschen nicht am verhungern und sie haben zumindest so viel Geld um sich und ihre Kinder ausreichend zu ernähren. (Ich habe übrigens zugenommen! ;)                                                            Für einen gewissen „Luxus“ bleibt allerdings nichts übrig.

Braucht man diesen „Luxus“ nun oder nicht?

Es gibt noch viele Themen, die hier angesprochen werden könnten jedoch beende ich an dieser Stelle meinen Bericht und ziehe als Fazit, dass ich dieses halbe Jahr in Ghana mit den Höhen und Tiefen als Bereicherung und Erfahrung sehe, die ich nicht mehr missen möchte.

Ich hoffe hiermit ist die eine oder andere „und, wie wars?“-Frage beantwortet! ;)

Diesen Freitag werden wir Denchemouso verlassen und haben noch zwei Wochen Zeit zum Reisen. Um das Wetter noch richtig zu genießen, bevor es wieder ins kalte Deutschland geht, zieht es uns nochmal an die Küste.

Obwohl der Abschied schwer fallen wird freue ich mich doch sehr auf Deutschland, denn eine Sache ist mir klar geworden: Zuhause ist es einfach am Schönsten!

Danke für das fleißige Lesen meiner Berichte, hat mich gefreut!

 

Wir sehen uns in gut zwei Wochen,

Lea

07. 02. 2012


Dieser Blogg wird wohl einer der ganz kurzen Sorte. Aber ich sitze gerade im Internetcafe und die Chance muss man natürlich ausnutzen. Also am Freitag ging es mir irgendwie schon wieder nicht so gut, in der Schule gab es nichts zu tun also bin ich spät aufgestanden und dabei ist es den ganzen Tag eigentlich auch geblieben. Ich hatte leichte Halsschmerzen und ein bisschen Husten und das wurde den Abend über, den wir mal wieder in der einen oder anderen Bar verbracht haben auch nicht gerade besser. Am nächsten Morgen hatte ich ziemlich schlimme Halsschmerzen, das war aber weniger das Problem, als dass ich keine Stimme mehr hatte. Das hält auch noch bis heute an, was echt nervt. Heute ist es schon besser. Ich habe aber immer noch Halsschmerzen und Husten. Am Samstag habe ich deshalb dann abends nichts mehr gemacht. Wer hätt’s gedacht? Am Sonntag genauso wenig wie sonst auch gemacht. Am Montag, also gestern habe ich dann mal mein Zimmer aufgeräumt und ordentlich sauber gemacht. Das war auch echt nötig weil immer noch Teile von meinem Reisegepäck auf dem Boden lagen. Von dem Reisegepäck von vor etwa einem Monat. Nunja. Heute bin ich dann relativ früh aufgewacht aber Konrad wollte dann noch kurz Weißwäsche waschen, daraus wurde dann aber nichts und irgendwann bin ich dann eben ins Internetcafe gewandert. Jetzt sitze ich hier und sollte mir mal endlich Gedanken machen was ich so nach meinem Ghanaaufenthalt machen will. Studieren, arbeiten oder einfach doch auswandern weil das Reisen so schön war? Man weiß es nicht und aus dem Grund sollte ich jetzt mal hier Schluss machen und mich auf das Wesentliche konzentrieren. Als wäre ich da jemals gut drin gewesen… 😉

Grüße aus Ghana, Jakob.

letzte Nachricht aus Ghana


„Verabschiedet euch auch ganz bewusst von eurem alten Ich, wenn ihr geht. Ihr werdet als anderer Mensch zurückkommen.“

Ich weiß jetzt, was mit diesem Satz gemeint ist. Es ist jetzt 5 Monate her, da ich den ersten Bericht geschrieben habe. Und nun ist es an der Zeit meinen letzten Bericht aus Ghana zu schreiben.

Natürlich werde ich in gewisser Weise immer noch eure Eva sein, doch hat sich manch Ansicht, manches Verhalten und Denken, sowie mein Auftreten verändert (und zugegebenermaßen mein Gewicht auch :D). Meine Arbeit hier war oft sehr frustrierend und langweilig und hat mich doch enttäuscht. Ich selber habe schnell herausgefunden, dass ich nicht damit klar komme als eine Befehls gebende Person zu agieren, vor allem, weil meine Schüler doch etwas älter als erwartet waren und ich somit meist gleichaltrig war. Um doch etwas sinnvolles zu tun zu, hatten wir viel versucht zu starten, was alles den Bach runter ging. In Ghana funktioniert eben nicht jeder und alles so wie man will. Auch unser Bibliotheksprojekt hat nun ziemlich spät erst gestartet, dazu aber später noch. Das alles war sehr enttäuschend für mich und hat mich oft sehr heruntergezogen. Daneben hatte ich noch mit Themen wie mit dem Schlagen oder meiner Gastfamilie zu tun, die es mir auch nicht immer leicht gemacht haben.

Doch gerade diese Situationen haben mich hier geprägt und haben mich weiterentwickelt. Meine Standpunkte sind immer deutlicher geworden, meine Wünsche und Ziele hatte ich immer deutlicher vor Augen. Ich habe gelernt meine Meinung, wie sie auch sein mag, selber zu akzeptieren und auf meine Bedürfnisse zu achten, habe gelernt in mich zu hören und mich zu verstehen. Und das ist meiner Meinung nach das wichtigste an diesem Aufenthalt gewesen! Ja, ich komme als eine andere zurück und ich bin unendlich glücklich dieses knappe halbe Jahr in Ghana gewesen zu sein.

Es war auch eine unheimlich bereichernde Zeit, eine Zeit voller Spaß und  Entdeckungen, voller Freude, Erkenntnis und Erlebens. Ich habe viel gesehen, erlebt, gelacht, auch mal geweint, Freunde gefunden und Menschen kennengelernt. Ich würde diese Erfahrungen nie wieder hergeben wollen und empfehle das wirklich jedem jungen Menschen weiter. Egal wie schwer es manchmal war und wie sehr ich manchmal nach Hause wollte, das gehört eben dazu.

Ja, dann ist es für mich auch mal an der Zeit zu danken. (Vorsicht lange Liste… Ich danke gerne 😉 )

Ich danke zuerst einmal meinen Eltern, die diesen Aufenthalt erst für mich möglich gemacht haben. Danke Papa, dass du mit mir so viel recherchiert hast, mich bei der Suche so gut Unterstützt hast und dass du mich immer wieder neu angetrieben hast. Ich würde wohl ohne dich nicht hier sitzen. Und danke, dass du an meinem Geburtstag da warst. Im Nachhinein find ich es lustig, wie du mit den Rastas hier getanzt hast 😀 Danke Mama, dass du mich immer unterstützt hast, dass du mir Mut gemacht hast und dass du so viel Geld fürs telefonieren ausgegeben hast! Ich schätze das sehr, dass du immer für mich da bist!

Ich danke meinen Großeltern, die mich so lieb und so oft über alles informiert haben, mich auch unterstützt haben, mir ganz liebe Briefe, Postkarten und Emails geschickt haben. Danke euch für alles!

Dann danke ich meinen lieben Freunden, die sich so sehr um mich gekümmert und mich unterstützt haben und den Kontakt trotz dem Stress in der Schule, Studium oder Arbeit aufrecht gehalten haben. Danke für eure Unterstützung und für eure Infos aus Deutschland! Danke Lea, Paddy, Dani, Kellya, Lilo, Leo, Niki, Sari und all den anderen!!!

Ich danke meinen lieben Leuten hier, es decir Lea, Sabine, Philipp, Dennis, Konrad und Jakob. Ohne euch wäre ich wohl manchmal verzweifelt (obwohl…. mit euch auch manchmal…;) )! Ihr habt diesen Aufenthalt mit gestaltet und so unvergesslich gemacht. Ich denke nur an die ganzen Ausflüge, an die Ferien und an die Abende, die „Tagesreisen“ nach Adum/Kedetja, das zusammen rumhängen oder arbeiten. All das war doch eigentlich ein rießen Spaß. Ich sage nur: Wir sind unheimlich gewitzt!!

Danke natürlich an meine Gastfamilie Abena, meine Ma, Effe, meine Sister und Kwabena, mein Kumpel ;)! Danke für das Zimmer, das Essen, die Sorge, die Geduld mit mir und die Möglichkeit in einer ghanaischen Familie zu leben! Es war irgendwie eine sehr schöne Zeit.

Dann danke ich den Lehrern, die auch ihren Teil beigetragen haben, ob nun in Auseinandersetzungen, Vergleichen oder Gesprächen über Religionen und Gewohnheiten. Von den Lehrern habe ich eine Menge mitgenommen. Danke Felicia, Kossi, Vincent, Victoria, Pat, Eva, Stephen, Esther und und und…

Ich danke den Leuten an der GGS, mit denen ich auch ziemlich schöne Zeiten und Ausflüge hatte. Als allererstes mal Harriet mit Sewaa! Dann natürlich Martin, Sark, George und Millicent.

Und dann danke ich noch all den Menschen, die meinen Aufenthalt hier mitgestaltet haben. Meine ghanaischen Freunde Richard, Jaffaru, George, Richard (II), Erik meine Nachbarin Ama (Mepe wo!), die netten Friseusinnen von Gegenüber, meine Bananenfrau, meine Kiddies hier, meine lieben Schüler, die Verkäuferinnen an der Schule, die Menschen auf meinem Weg, die mich kennen, der coole Rastamann aus Cape Coast, mit dem ich sehr lange lustige Gespräche hatte, mein Sandwitchmann im Oasis, Bob und Francis von der Green Turtle Lodge, Frank, Harry, meinen Privatautofahrer, die ganzen coolen Verkäufer von dem kulturellen Shop, vor allem Piedro und meine „Mama“, die zwei vom Postoffice („I know you already. Your number is nine zelo zelo four“) und und und…

Und dann noch den ganzen Obrunis, die hier mitgestaltet haben. All die Volunteers, die ich hier kennengelernt habe, Mäxchen, Nico, Peter, Sarah, Barbara, Katie, Yorda, Severin, Jenny, Jenny, Martina, Paulina, Nicole und all die die ich flüchtig kennengelernt habe. Die Leute, die ich auf Reisen kennengelernt habe, Gary, mein lieblings Australier, Jaqueline aus Deutschland mit Sidney (die ich unbewusst dazu gebracht habe den ersten Brief ihres Lebens zu schreiben, mit 5 Jahren), Ali und Mirko vom Oasis, Roger und Carmen aus Holland, Sarah aus Wales, Jesse aus Kanada, die zwei netten Damen aus England, Amber aus Holland, Anette und Dennis ebenfalls aus Holland, Volker aus Deutschland mit seiner ghanaischen Frau Tigri und und und.

Ich danke natürlich auch all denen, die meinen Blog gelesen haben, mich seelisch unterstützt haben und immer für mich ein offenes Ohr hatten. DANKE!

Zum Schluss Danke ich natürlich noch dem Deutsch-Ghanaischem Freundschaftskreis, die mich genommen haben, mir die Chance gegeben haben, mit mir einige Problemchen hatten und doch mir ein unvergessliches Erlebnis möglich gemacht haben. Danke!

Ich verlasse Ghana am Mittwoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das weinende Auge sieht die schöne Zeit und die lieben Menschen, die ich jetzt verlasse. Der Abschied hier wird wohl doch ein wenig härter, da ich ja nicht sicher weiß, wann und ob ich mal wieder zurückkomme.

Das lachende Auge sieht aber all die lieben Menschen, die in Deutschland auf mich warten. Außerdem all die Sachen, auf die ich mich so sehr freue. Angefangen mit einem Käsebrot, über einen guten Kaffee am Morgen, eine dicke Zudecke bis zum Klavier……

In Deutschland wird es dann noch einen ausführlichen Bericht über das Eingewöhnen geben (was ich mir jetzt schon schwer vorstelle)  und natürlich einen Bericht über die Spenden, de bereits eingesetzt wurden!

Man sieht/hört/schreibt sich in Deutschland! Bis dahin, alles Liebe, Ich freu mich auf euch!

02. 02. 2012


Ich wollte mich mal wieder mit einem meiner Blogs melden. Also seit meinem letzten Blog vom Montag den 23. Ist nicht allzu viel passiert. Wie die Meisten die diesen Blog lesen wissen werden, haben wir ja eine Spendenaktion für eine Schulbibliothek gemacht. Dieser Blog soll also hauptsächlich unserer Aktion gewidmet werden. Erst einmal will ich all denen danken die für unser Projekt gespendet haben! Wir haben am Montag erfahren, dass wir sehr wahrscheinlich ein Bücherregal für 100 Cedi durch „Beziehungen“ bekommen. Auf dem Konto waren zu dem Zeitpunkt etwa 500€, also 1.000 Cedi. Alle anderen Schreiner wollten für ein Regal mindestens 200 Cedi die wir nach ein paar Büchern nicht mehr gehabt hätten. Also war es gut, dass eine Freundin von Loszu zufällig auf einer Party einen Schreiner aufgetrieben hat der etwas für unsere Aktion übrig hatte (ein Libanese) und der sich dann bereiterklärt hat ein Regal für uns zu machen. Eigentlich wollten wir 9 Regale haben, dann ist uns aber wieder eingefallen, dass es bei einer Bibliothek eher auf die Bücher als auf die Regale ankommt und so haben wir uns jetzt auf drei Regale insgesamt geeinigt, womit wir dann noch 500 Cedi für Bücher haben. Also sind wir, Eva, ihre Gastmutter, Konrad und ich,  am Mittwoch in die Stadt gefahren und haben etwa 10 Bücherläden abgeklappert und alle möglichen Bücher gekauft. Von Schulbüchern die den Lehrern als Unterrichtsmaterial dienen sollen,  Lernbücher die die Kinder sich ausleihen können wenn sie etwas noch genauer wissen wollen (davon eher weniger, da wir dachten das macht eher wenig Sinn und ist eher für die hochmotivierten die sowieso schon an einer Privatschule sind…) und natürlich Geschichten in jedem Leselevel, das beinhaltet auch ganz einfache Bücher, fast schon Bilderbücher, für die ganz Kleinen und für die die noch nicht so gut lesen können. Konrad ist dann noch in der Stadt geblieben um Stoff für einen Bettbezug zu kaufen. Ich wollte das zwar auch machen lassen, habe mich an dem Tag aber leider nicht so gut gefühlt. Deshalb sind wir dann zu dritt zurück nach Tanoso gefahren wo wir die Bücher noch nummeriert haben. Am nächsten Tag sind Konrad und ich dann auf den Zentralmarkt gefahren weil Konrad zu wenig Stoff bekommen hatte und ich wollte mir auch einen Bettbezug aus den ghanaischen Stoffen machen lassen und außerdem noch einen Kapuzen-„Pulli“ aus irgendeinem bunten traditionellen Stoff. Ich dachte erst das sieht sicher bescheuert aus aber ihr werdet es ja bald selbst sehen wenn ich ein Bild hochladen kann. Später am Tag sind wir dann direkt zum Schneider mit einem von Konrads Bettbezügen aus Deutschland und unseren Stoffen im Gepäck. Für mein Kapuzenteil brauchte der Knilch allerdings auch noch eine Vorlage, obwohl er es drei Tage zuvor schon einmal gemacht hatte. Ich musste also am nächsten Tag nochmal hin. Der Chef von der Schneiderei ist ein echter Profi. Er hat eine Mode- bzw. Designschule besucht, dann aber abgebrochen weil er meinte, es nicht mehr nötig zu haben. Das meinten scheinbar auch die Kunden den jetzt hat er bereits etwa 10 – 15 Angestellte die für ihn die kleinen Arbeiten erledigen und er kümmert sich nur noch um die wichtigeren Sachen wie Anzüge und Aufträge.

Also am Freitag war dann schon Evas letzter Tag in der Schule, da sie Mitte nächster Woche mit Dennis wieder nach Deutschland fliegt. Beiden hat es zwar sehr gefallen aber beide hatten Gründe weswegen sie wieder in Deutschland sein wollten, das ist aber jetzt nicht Teil dieses Blogs. Am Freitag saßen wir also das letzte Mal alle drei zusammen im Lehrerzimmer und haben uns wieder einmal mit den Lehrern unterhalten, Bananenbrot gegessen und getan auf was man eben sonst noch so kommt. Ich bin dann aber bald wieder abgehauen weil ich noch zum Schneider musste. Danach bin ich dann mal wieder im Internetcafe in der Uni gewesen. Dort habe ich dann versucht mich mal endlich für ein Studium zu entscheiden oder zumindest gründlich darüber zu informieren. Der Studientest hat mir prophezeit, dass ich mit meinen Interessen eigentlich gar kein Studium bräuchte was mich dann so entmutigt hat, dass ich das erst mal bleiben lassen habe. Was wir am Abend gemacht haben kann man sich wahrscheinlich schon denken: wir haben uns mit den Leuten aus Denkyemouso getroffen und allesamt den Abschied von Eva und Dennis in einer Bar begossen. Danach haben wir einem Trotro ganze 20 Cedi dafür gegeben, dass es und nach Bantama fährt. Wir waren 10 Leute, es hat sich also schon gelohnt. Da haben wir dann all die anderen getroffen mit denen wir sonst so ausgehen, also die Leute von Loszu. Das ging dann bis spät in die Nacht so weiter. Am Samstag haben wir eigentlich ziemlich wenig gemacht, außer am Abend, da bin ich dann nochmal mit den Leuten von Loszu weggegangen. Als ich dann um halb vier Uhr morgens nachhause gekommen bin, ist der Gastvater ganz aufgeregt aus dem Haus gestürmt gekommen und erst als er mich gesehen hat, hat er mir gesagt, er dachte er hätte einen Dieb beim Einbruch erwischt… uuups. Peinlich… Am Sonntag wollte ich eigentlich waschen, habe es dann aber doch irgendwie verdrängen können. Wer mich kennt weiß, dass ich darin wirklich ein Meister bin… Am Montag habe ich immer noch nicht gewaschen, ich musste ja in die Schule gehen und am Nachmittag war es dann viiiiel zu heiß. Am Dienstag habe ich mir dann vorgenommen, weil es so viel Wäsche war, mir den ganzen Tag zum Waschen frei zu nehmen. Dann habe ich versucht die Waschmaschine die wir zwar besitzen aber nie gebrauchen in Gang zu bekommen. Da wir kein fließend Wasser haben muss man wie ich gehört hatte, einfach Wasser da rein schütten wo normalerweise das Waschmittel reinkommt. Da das Wasser aber auch nicht abfließen kann (wohin auch?) muss man den Schlauch wo das dreckige Wasser rauskommt in einen Eimer hängen den man dann immer mal wieder in den Garten kippt. Das ist ein ganz schönes Heck meck. Aber es lohnt sich dergestalt, dass die Wäsche, die man mit der Hand zu säubern nicht imstande ist, endlich mal wieder sauber wird. Ich liebe verschlungene Sätze, auch wenn das nicht in den sonstigen Wortfluss passt. Dumm war dann nur, dass am Mittag, also kurz nach der ersten Maschine der Strom ausgegangen ist. Wir hatte mal wieder nicht genügend Stromcredits. Das hatte sich also nicht so wirklich gelohnt. Aber als dann die Gastmutter nachhause kam hat sie den Strom irgendwie wieder angemacht und ich konnte noch eine Maschine waschen. Die Weißwäsche habe ich nicht mehr hingekriegt aber nur weil die Leine schon voll war. Am Abend gab es dann Fufu und in der Nacht Bauchschmerzen für mich. Am nächsten Morgen hatte ich dann Durchfall, Husten und immer noch Bauchschmerzen. Also bin ich noch einen Tag zuhause geblieben. Heute bin ich wieder in die Schule gegangen, habe angefangen diesen Blog zu schreiben, habe die Bücher die schon vor unserer Zeit für die Bibliothek vorgesehen waren inspiziert, alte Schulbücher ohne großen Wert. Am Mittag habe ich festgestellt, dass ich mich definitiv an dem Bananenbrot zum Frühstück überfressen habe und bis gegen halb zwei wieder nachhause gegangen. Jetzt habe ich schon wieder so einen langen Blog geschrieben, obwohl der doch jetzt mal kürzer werden sollte. Mist.

Na dann, Bis zum nächsten Mal, euer Jakob.