Erste Eindruecke


So, hallo Leute,

also als allererstes: Mir geht’s super :)

Ich wollte ja eigentlich vor der Abreise noch einen Bericht schreiben, dazu bin ich leider nicht mehr gekommen. Was ich aber unbedingt noch loswerden wollte: Die letzten Tage und Wochen vorm Abflug waren echt schön und wertvoll, das hat schon was, nochmal mit fast allen Freunden gemeinsam oder einzeln was zur Verabschiedung zu machen, nochmal länger Oma, Opa und Verwandte zu besuchen und von jedem gute Wünsche mit auf den Weg zu bekommen. Da sieht man das schon nochmal mit anderen Augen, was man alles hat. Danke an alle für die lieben Wünsche, Geschenke und vor allem für die Zeit, die sich viele trotz Prüfungsstress für mich genommen haben!

Traurig wars dann natürlich auch noch am Flughafen in München, wobeis mir deutlich besser ging als ich erwartet hab, was denk ich daran lag, dass ich zum einen noch nix so wirklich realisiert hatte und zum anderen ständig von so vielen Eindrücken erschlagen wurde, dass ich gar nicht groß Zeit fand, nachzudenken.

Samstagabend gegen 9 kamen wir dann also in Accra an und begaben uns nach draußen in die schwüle afrikanische Hitze. Alles kam einem so unwirklich vor, der Gang durch verschiedene Sicherheitsschleusen, durch Menschenmassen und der Gedanke: Yeah Mann, ich bin in Ghana.

KK, der Sohn des Chefs unserer Organisation, holte uns vom Flughafen ab und brachte uns durch die quirlige Stadt in ein Hotel, wo wir uns dann einfach nur noch ins Bett legten, ohne so richtig einschlafen zu können.

Am nächsten Morgen wachten wir wie in einer anderen Welt auf. Sonnenschein, Palmen vorm Fenster und alle möglichen Geräusche von draußen. Wir schauten uns ums Hotel herum um: kleine Hütten, huggelige Sandstraßen, Schutthaufen, Katzen und Hühner … und natürlich Leute, die Wäsche wuschen, kochten, herumliefen, Sachen transportierten und uns alle groß anschauten. Man sagte Hallo, winkte oder so, aber ich kam mir schon irgendwie blöd vor, aus der relativ noblen Hoteleinfahrt rauszulaufen und mich umzuschauen wie in einem Zoo. Die Leute lächelten aber alle freundlich zurück und so wars dann schön aufregend und neu. Da ja Sonntag war, wurden wir auch noch kurz von einer sehr freundlichen Passantin in einen Gottesdienst gebracht mit viel Gesang und lauter Musik. Dort in der Kirche fand ichs zum ersten Mal so richtig wunderbar und aufregend, in Ghana zu sein und von nun an am Leben dort teilhaben zu können. KK holte uns vom Hotel ab und gab uns bei ihm zuhause ein super Früchstück inklusive der leckersten Ananas ever, bevor wir dann zur Busstation fuhren. Die Straßen wechselten immer zwischen geteert und sandig, aber auch im größten Dreck und Staub liefen die Menschen mit absolut sauberen Gewändern und Anzügen herum. Die Straßen waren alle so überbevölkert, überall kleine Stände, Leute, die Gefäße und Bündel aufm Kopf trugen und hupende Fahrzeuge, die nach ihren eigenen Regeln fuhren. Ich saß glaub ich mit offenem Mund im Auto und hab einfach nur gestaunt und die Eindrücke genossen.

Um 12 saßen wir dann im Bus nach Kumasi, um 2 war er einigermaßen gefüllt und fuhr los. Den ersten Teil der Strecke gings fast nur über Huckelpiste durch die Stadt und dann durch die Botanik, besser als in jedem Freizeitpark. Ich saß am Fenster, mit den Augen und Gedanken zwischen irgendwo und nirgendwo, der Fahrer hatte Bob Marley aufgelegt und ich hätte mir echt nirgendwo anders zu sein gewünscht als hier in Ghana und war echt glücklich und dankbar.

Um 8 kamen wir in Kumasi an und wurden in unser neues Zuhause in Denkyemuoso (so wird’s hier in Ghana geschrieben) gebracht. Da grade Stromausfall war, konnte ich mein Zimmer erst am nächsten Morgen in seiner vollen Pracht bestaunen. Dafür sind wir momentan zu dritt, da Jakob von den Praktikanten vor uns noch drei Tage in Denkyemuoso ist. Praktisch, da wir so schon einiges von ihm gezeigt bekommen haben. Heute waren wir z.B. in Denkyemuoso und im nächsten Ort Obst und Getränke einkaufen. Man sieht und erlebt so viel, über das man alles schreiben könnte, ich weiß echt nicht, wo ich anfangen und aufhören soll. Die Lehrer und Angestellten, die ich bis jetzt getroffen hab, und Sark, der Schuldirektor, sind alle sehr nett. Wenn man im Ort rumläuft, wird man natürlich angeschaut, aber wir sind halt auch was Besonderes, also einfach freundlich und locker bleiben. Mit den Taxifahrern und Verkäufern kann man, wenn man so bisschen die Preise raushat, auch ganz normal verhandeln und hat denk ich nicht jedes Mal ein besonderes Prozedere. Also kurzum: Das wird denk ich recht bald alles Alltag werden, aber was Besonderes wirds und solls natürlich auch bleiben.

Die natürliche Landschaft ist echt toll, Hügel, Palmen, Sträucher, Termitenhügel, Eidechsen … In den Dörfern gibt’s immer so ein, zwei Hauptstraßen, an der die ganzen Stände und Läden sind. Meistens sind die Dörfer irgendwie so auf eine Ware spezialisiert, also im einen Dorf gibt’s überall Töpferware, im nächsten überall Ananas, auf dem Markt heute haben bestimmt zwanzig Stände nur Zwiebeln verkauft. Die Läden sind auch interessant, da stehen dann z.B. im Sand und Staub aufm Gehweg blitzeblanke Flachbildfernseher zum Verkauf.

Das hört sich jetzt alles relativ nüchtern an glaub ich, wie ich so schreib, aber ich bin echt von allem total fasziniert, genieß jeden Moment und freu mich auch schon auf meine Arbeit, auch wenn ich mir noch nicht wirklich vorstellen kann, wie die so ablaufen wird.

Also bis jetzt geht’s mir echt gut, das wird vielleicht nicht immer so sein, aber ich bin super glücklich, dass ich nach Ghana gegangen bin und ich glaub es hat sich auch jetzt schon gelohnt.

Damit liebe Grüße nach Deutschland,

Matze

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