Monatsarchiv: September 2012

1 Monat Ghana…


Jetzt bin ich schon 4 Wochen in Ghana. Entgegen meiner Erwartungen, die ersten paar Wochen würden nur schleppend vergehen, rast die Zeit schon jetzt ;-)
Seit letzten Montag gibt es nun den „richtigen“ Stundenplan. Etwas ungeschickt an ihm ist aber, dass Form 1 (7.Klasse) und Form 2 (8.Klasse) immer gleichzeitig Französisch haben, das heißt ich kann gar nicht beide Klassenstufen unterrichten. Als ich dieses Problem mit der Headmistress bespreche, meint sie nur, es müsse halt ein zweiter ’French-Teacher’ her, dann sei das kein Problem mehr. :D sehr gut, dass sie das jetzt nach 3 Wochen „Schule“ auch eingesehen hat ;-) . Ich frage, wie ich das dann für die Zwischenzeit machen soll, doch darauf antwortet sie nur, ich solle in die Klasse gehen, auf die ich gerade Lust hätte – :D alles klar…
Am Dienstag sollte dann eigentlich der andere Französisch-Lehrer vorbeikommen (hätte nicht gedacht, dass sie so schnell einen auftreiben können). Doch er hat wohl heute was Besseres vor und so warte ich vergeblich den ganzen Vormittag. Immerhin unterrichte ich heute 4 Schulstunden Französisch in zwei verschiedenen Klassen. Während des Rumsitzens und Wartens hatte ich dann noch ne relativ komische Begegnung mit einer Frau. Sie kam her und fragte, ob sie mich was fragen könne – na klar! Und so wollte sie wissen, warum wir ’white men’ keine Narben haben (wo sie das gelernt hat, weiß ich auch nicht), ob wir irgendeine Medizin gegen Narben hätten und was sie denn machen könne, damit Narben weg gehen.
An diesem Nachmittag besuche ich dann noch Mercy, eine „Referendarin“ (in Ghana ist das ein bisschen anders mit dem Lehrer werden…), die am Campus wohnt, auf dem auch das Internetcafé ist. Sie lebt gemeinsam mit 3 anderen Studentinnen in einem verhältnismäßig kleinen Raum. In ihm befinden sich 2 Stockbetten, ein Tisch und ein Schrank. Außerdem gibt es einen kleinen Balkon, auf dem sie kochen. So sieht hier also ein Studentenwohnheim aus…
Den Mittwoch verbringe ich dann, da ich nach Stundenplan heute keine einzige Französisch-Stunde habe, mal wieder mit Warten. Dieses Mal auf die Headmistress, die am Tag zuvor meinte, ich solle heute Morgen gleich wenn ich komme zu ihrer ’Office’ kommen. Doch von ihr fehlt weit und breit jede Spur. Immerhin taucht diesen Morgen der ’French-Teacher’ Frank auf. Nach einstündigem Warten auf den Stundenplan (der dann aber immer noch der selbe ist wie am Tag zu vor, obwohl man mir gesagt hatte, man verändere ihn noch mal), möchte Frank dann, dass ich die Form 1 + eine Klasse der Form 2 übernehme und er 2 Klassen der Form 2 und die Form 3 übernimmt. Also erkläre ich auch ihm, dass ich solange dieser Stundenplan gilt, nicht Form 1 UND Form 2 unterrichten kann… Also muss er vorerst die komplette Form 2 und 3 übernehmen, was ihm nicht wirklich passt ;-) .
Die Headmistress kam dann übrigens noch um 13.30 Uhr, worauf sie aber 10 Minuten später die Schule wieder verließ, weil sie so ’tired’ sei.
Diesen Nachmittag verbringe ich mit den anderen 4 deutschen Mädels bei Michael, einem Lehrer der GGS. Er wohnt zusammen mit einem anderen Michael und Frank (nicht der ’French-teacher’ ;-) …) zwischen Denchemouso und Tanoso. Wir kochen gemeinsam den ganzen Mittag. So gibt es zuerst Reis mit ’tomato stew’ (scharfe Tomatensoße), dann frittierte Kochbananen mit ’garry and beans’ und später dann noch mal Reis mit irgendeiner Soße.
Während des Kochens legt’s plötzlich los und schüttet wie aus Kübeln. So einen Regen haben wir in Ghana bisher noch nicht erlebt. Wir sitzen auf der Terrasse des Hauses und beobachten wie die „Wege“ (deutsche Trampelpfade) zu Flüssen werden.
Am Freitag war Feiertag, denn es wäre der Geburtstag des ersten Präsidenten. Das heißt für uns wir haben frei und so entscheiden Lisa Pfeffer und ich einen Ausflug zu machen. Wir gehen also am Freitagmorgen los und fahren über Kumasi nach Obuasi, wo sich eine Goldmine befindet, die man besichtigen kann. Es klappt alles gut und so sind wir schon um 11 in Obuasi, suchen uns ein Hotel für die Nacht und gehen zur Mine. Dort wird uns dann aber erklärt, dass am Feiertag keine Führungen stattfinden =(. Wir sollten am nächsten Tag noch mal kommen. Da Obuasi an sich wirklich hässlich ist und wir dort ohne Mine keinen ganzen Tag bleiben wollen, entscheiden wir uns in das Nachbarörtchen Patakro zu fahren, wo es einen bekannten Schrein (UNESCO-Weltkulturerbe) geben soll, zu dem viele Menschen pilgern um zu beten. Nach einer gefühlten Ewigkeit finden wir dann auch irgendwann das richtige Trotro und erfahren, dass es gar kein Trotro direkt nach Patakro gibt und wir irgendwo in ein Taxi umsteigen müssten. Also steigen wir irgendwo dann vom Trotro ins Taxi. Gerade diese 2 Minuten schüttet es wie aus Kübeln. Also sitzen wir dann letztendlich etwas nass im Taxi nach Patakro. Glücklicherweise sitzt Frank (wieder ein anderer) aus Patakro in diesem Taxi. Nachdem wir zahlreiche Male vom Fahrer und den beiden anderen Mitfahrern gefragt werden, ob wir auch wirklich keine Chinesen seien, erreichen wir Patakro. Später erfahren wir dann, dass hier wohl sonst nur Chinesen herkommen. Patakro ist das wohl afrikanischste Dorf, das man sich vorstellen kann. Abgeschieden von jeglicher Zivilisation führt nur eine Straße ins Dorf und endet dort als Sackgasse. Als wir nach dem berühmten Schrein fragen, guckt man uns erstmal komisch an. Auf jeden Fall ist von „Weltkulturerbe“ nicht allzu viel zu sehen. Frank führt uns zwar zu dem angeblichen Schrein, der aus 4 lebensgroßen Figuren besteht. Im ganzen Dorf stehen außerdem lebensgroße Figuren vermutlich aus Holz, die verschiedene Szenen aus dem Leben Jesu darstellen. Frank erzählt uns, dass die Figuren vor langer Zeit dorthin gebracht worden wären, um der Bevölkerung, die bis zu diesem Zeitpunkt an Geister glaubte, Jesus bekannt zu machen – coole Idee =). Doch die eigentliche Attraktion sind wir. Die Dorfbewohner starren uns an als hätten sie noch nie Weiße gesehen.
Am Samstag gehen wir dann schon um 6.30 Uhr los zur Mine. Dort wird uns dann aber gesagt, dass es heute auch keine Führung gäbe und wir uns hätten schon ein paar Tage vorher anmelden müssen – dumm gelaufen =(.
Also sitzen wir schon um 7.15 Uhr im Trotro zurück nach Kumasi.
Am Sonntag wollen wir dann theoretisch um 7.30 Uhr zur ’English Assembly’ der Kirche. Blöd nur, dass es um 7 Uhr anfängt zu regnen und wenn es regnet verlässt in Ghana keiner das Haus. Mein Gastvater erklärt mir: „If God wants us to pray in church today, he will stop the rain!“ :D das ist ja mal ne Einstellung…
Es hört leider erst um 8.30 Uhr auf zu regnen und da der Gottesdienst nur bis 9 Uhr geht, gehen wir jetzt nicht mehr. Eigentlich hieß es dann wir gingen zur ’Twi-Assembly’ um 10 Uhr. Doch da es dann wieder anfängt zu regnen, macht keiner Anstalten zu gehen. Also heute kein Gottesdienst.
Am Sonntagnachmittag verlassen uns dann zwei meiner Gastgeschwister Battista und Apos, da sie von nun an in Kumasi studieren werden. Doch es gibt seit gestern ein neues Gesicht hier: Christiana, auch eine Nichte, die hier bis Oktober oder November wohnen wird. Wir wohnen jetzt hier also im Moment zu sechst.
Seit Montag ist die Schule nun etwas interessanter. Ich setze mich mittlerweile einfach nach jeder Französisch-Stunde zu einem anderen Lehrer-Grüppchen, das gerade auch nichts zu tun hat, und dann reden wir, ’teachen’ sie mich Twi oder ich sie deutsch und so ist es ganz witzig und die Zeit vergeht nicht mehr ganz so langsam. Außerdem haben wir heute (Dienstag) 28 Französisch-Bücher gefunden, die zudem noch brauchbar sind. So kann ich jetzt meine Form 1 sogar MIT Büchern unterrichten =). Normalerweise haben die Schüler für kein einziges Fach ein Buch. Der Lehrer hat jeweils eins, und das war’s dann auch schon. Wenn sie ein Buch haben wollen müssen sie es sich auf dem Markt oder irgendwo anders selber kaufen. Also ist der „Klassensatz“ (zumindest reicht es wenn 2 Schüler zusammen in ein Buch schauen) French-Books eine echte Ausnahme!

Ich hoffe euch geht’s auch gut?!?!?
Bin in Gedanken oft bei euch =)

Eure Anja

Der Ghanaer an sich


Hallo ihr Lieben

Der Ghanaer und seine grundsätzlichen Eigenschaften: Der Ghanaer an sich schläft gerne, er spuckt gerne, er liebt es zu schlürfen, einem hinterher zu zischen, einem seine Nummer und Freundschaft anzubieten und einen immer herzuwinken, auch wenn man im Auto sitzt…. Aber mehr dazu im Folgenden.

Zu Beginn möchte ich euch erstmal von meinem Schulleben erzählen, denn das interessiert wohl die meisten.
Mir wurde die 6. Klasse in der Grundschule für den Mathematikunterricht und die 7. Bzw. 8. Klasse für das Fach Französisch zugeteilt. Französisch gab es bis jetzt in der gesamten Schulzeit noch nicht, also wurde mir so zu sagen ein neues Fach auf meine Bitte hin eröffnet (ein anderes musste leider dafür gestrichen werden, wahrscheinlich war es Musik, was eh kein Mensch braucht ;) Scherz).  Nun zu meiner 6. Klasse: an sich sind es sehr nette und herzensgute Schüler, dennoch ist ihre Mathebegabung etwas zu kurz gekommen. Meine Erwartungen waren nicht hoch und ich habe auch schon damit gerechnet, sehr weit unten einzusteigen, aber nun weiß ich, dass ich irgendwo in den tiefsten Brunnen steigen muss, um die nicht vorhandene Mathematik-Basis der Schüler zu erschaffen. Es ist durchaus schwierig mit Kindern zu arbeiten, die die „Ein-mal-Einse“ nicht beherrschen und 7 von 12 nicht subtrahieren können oder sie denken, dass sie es können und als Antwort darf ich mir von einem mir ins Gesicht strahlendem Schüler dann anhören: „21 Madame Jennifer!“  Ein kleiner Stich ins Herz, dennoch denke ich, dass noch nicht alles verloren ist und ich versuche alles, um ihnen die Basis der Mathematik-Basen beizubringen.  Meine ersten Erfolgserlebnisse kamen dann auch schon bald, als ich meinen 1. Mathetest geschrieben habe und er ganz ordentlich ausgefallen ist. Während dem Test habe ich versucht alle Spicker einzusammeln (und ich kenne eigentlich alle Verstecke, da ich ja selber erst aus der Schule raus bin ;) ), dennoch ist es mir bei 40 Schülern nicht gelungen alle im Auge zu behalten.
Der Französischunterricht in der 7. Klasse ist dagegen schon was anderes. Die Kinder sind größer, älter und man muss sich schon durchsetzen können, sonst wird man von dem Lärmpegel überrannt und alle laufen wie verrückt durchs Klassenzimmer. Nachdem ich mich vorgestellt habe und ihnen klargemacht habe, dass bei mir im Unterricht weder geschrien, noch rumgerannt, noch gegessen, noch irgendwelche Stifte rumgeworfen und Plätze getauscht werden, waren sie ruhig.  Ihre Aufgabe war es frankophon-afrikanische Länder aufzuzählen. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass sich Germany in Afrika befindet und, dass dort Französisch gesprochen wird… wusstet ihr das? Indien liegt angeblich auch in Afrika und die offizielle Sprache ist Französisch! Auch das war mir neu.
Nachdem ich einer meiner Stunden erfolgreich beendet habe, gehe ich generell ins Lehrerzimmer, um mich dort über den Neusten Klatsch und Tratsch bei Akousia (eine sehr nette Lehrerin und Freundin) zu erkundigen.
Eine Eigenschaft der Ghanaer ist, dass sie gerne schlafen (siehe oben)! Egal wo, wann, wie, ob auf, unter oder neben dem Geschäft, sie können es überall tun. Auch im Lehrerzimme durfte ich dies ein paar Mal beobachten. Hier gilt das Motto, ist man müde, wird der Kopf auf den Tisch gelegt und man schläft erstmal eine halbe Stunde, auch, wenn man eigentlich Unterricht hätte. Dies passiert oft und stets von der einen auf die andere Sekunde!
Der Ghanaer zischt einem gerne hinter her, dass ist auch eine Eigenschaft, die man hier etwas zu oft erfährt. Nicht nur auf der Straße, sondern auch, wenn man im Tro-Tro sitzt und das Fenster offen hat!
Ein Abenteuer noch zum Schluss. Gestern waren wir am Lake Bosomtwi, der so nebenbei ein sehr schöner, großer und sauberer See ist. Doch die Fahrt dorthin sollte nicht so einfach sein, wie sie in unserem netten Reiseführer beschrieben war. In Kumasi angekommen, müssen wir erstmal den halben Markt durchqueren, um an unser Ziel zu gelangen. An der Haltestelle angekommen, stehen so ca. 40 Leute vor uns (in ein Tro-Tro passen zwischen 16 und 20 Menschen), d.h., dass wir so ca. 2 Stunden anstehen müssen. Da wir von Ghana nichts anderes gewöhnt sind, außer ständig auf irgendetwas zu warten, ist das natürlich ein Kinderspiel für uns. ;) Nach gefühlten 3 Stunden kam dann eine Ghanaerin auf uns zu, die uns ein Tro-Tro nur für „Weiße“ herbeigeschafft  hat. Am See angekommen, werden wir erstmal genötigt, für das Klo dort 50 Pesuwas zu bezahlen, in dem es weder Klopapier noch Wasser gab… Wir sind halt aus Germany und haben anscheinend das Geld. Nach einer Diskussion, die aber leider nichts gebracht hat, mussten wir ihm das Geld geben… Das erste Obstakel geschafft, kommt auch schon das Nächste. Ein Ghanaer kommt auf uns zu und schreit uns an, dass wir ihm auf der Stelle 10 Cedis geben sollen!  Ich natürlich erstmal:“Ähh no!“ haha Nachdem er uns klar gemacht hat, dass es eine Spende sein soll und ich ihm erklärt hab, dass, wenn man einen anbrüllt und Geld für irgendwelche Bäume verlangt, es keine „Spende“ mehr sei, wurde er ruhiger und hat sich sogar für sein Verhalten entschuldigt!
Nach zwei Stunden sonnen mussten wir auch schon wieder nach Hause. Doch dies sollte nicht so einfach sein, wie die Hinfahrt. Ein privates Tro-Tro habe ich uns vom See zum Umsteigepunkt organisiert, dessen Fahrer eher an uns, als an der Straße vor ihm interessiert  war. Für die Fahrt hat er 1 Cedi verlangt und sein Freund wollte mich heiraten. Da wir für die Fahrt zahlen mussten, habe ich ihm gesagt, dass aus unserer Hochzeit nichts werden würde.  Das konnte er nur schwer verkraften. Um ca. 21.00 Uhr waren wir zu Hause.
Nächsten Samstag geht es dann in einen Nationalpark bei Kumasi. Mal schauen, was da so schiefgehen wird! =)

Ansonsten geht’s mir gut! Gas haben wir jetzt (nachdem mir zwei Schüler für das Tragen der Gasflasche organisiert wurden)!
Lisa Hammer ist wieder heil mit Carmen aus Accra zurückgekommen und die Schule fängt bei ihnen am Montag an.

Ihr fehlt mir!

Pour Adrien:  Envoie-moi des gateaux de ta mére, s’il te plaît! :P ❤

Eure

Madame Jennifer =)

 

Denchemouso

Denchemouso

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Bomfobiri Wildlife Sanctuary

Bomfobiri Wildlife Sanctuary

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Bomfobiri Wildlife Sanctuary

Bomfobiri Wildlife Sanctuary
Der Guide und ich!

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Lake Busomtwi

Lake Busomtwi

Erster Unterricht + erster Ausflug


So, es ist mal wieder an der Zeit für einen Blogeintrag ;-)
Vor einer Woche hätte eigentlich der Unterricht beginnen sollen. Doch in Wirklichkeit wird in der Junior High School (JHS) erst seit Donnerstag unterrichtet und das auch nur mit einem halb-improvisierten bzw. noch nicht vorhandenen Stundenplan. Das heißt manchmal hat eine Klasse „richtig“ Unterricht und es ist auch ihr Lehrer im Klassenzimmer, doch meistens sitzen sie einfach nur so im Klassenzimmer und tun nichts, weil der Lehrer einfach nicht kommt. Mich erstaunt, dass es trotzdem verhältnismäßig ruhig ist im Schulhaus.
Zum Glück verläuft der Unterricht der Primary School etwas geordneter. Dort gibt es schon seit Montag Stundenpläne für jede Klasse und es wird auch nach diesem unterrichtet. So kann ich zumindest dort beim Unterrichten zuschauen und ein bisschen helfen. Am Mittwoch verbringe ich fast den ganzen Schultag in einer der beiden 6. Klassen (Grundschule geht hier bis zur 6. Klasse) und erlebe so Englisch, I.C.T. (Computer…) und Mathe. Entsetzt bin ich, dass es hier normal ist die Kinder mit einem Stock zu schlagen. In Mathe halte ich es fast nicht aus es mit anzuschauen. Die Schüler müssen einzeln jeweils eine Aufgabe des kleinen Einmaleins rechnen und für jedes falsche Ergebnis gibt’s zwei Schläge mit dem Stock auf die Hand. Die Kinder zittern so vor Angst, dass sie sich gar nicht konzentrieren und überlegen können und die unlogischsten Antworten geben.
Traurig ist, dass die Kinder hier so an die Schläge gewöhnt sind, dass sie sich in der Pause, wenn ihnen was an ihren Mitschülern nicht passt, auch den Stock schnappen und sich gegenseitig damit schlagen.
Den Donnerstag verbringe ich dann größtenteils in einer dritten Klasse, weil die Lehrerin unbedingt möchte, dass ich ihren Unterricht besuche :D . Die Klasse besteht aus 60! Schülern, die zusammengepfercht sind in einem viel zu kleinen Klassenzimmer, das zudem noch mangels genügend Fenster dunkel ist und zahlreiche Löcher im Wellblechdach hat. Später erzählt mir die Lehrerin dann, dass sie 8 Jahre in Großbritannien gelebt und unterrichtet hat. „We don’t care about the children in Ghana!“, sagt sie immer wieder und meint damit, dass das ganze Schulumfeld nicht dazu da ist die Kinder beim Lernen zu unterstützen, sondern dass es sie eher noch davon abhält lernen zu können. So sind die Klassen viel zu groß um sich um den einzelnen Schüler kümmern zu können, der Raum viel zu eng und noch dazu wird das Essen, das die Kids um kurz vor 12 essen, schon um ca. halb 10 geliefert – ist also kalt und zudem noch viel zu wenig, als das davon 60 Kinder satt werden könnten. Sie erzählt mir, dass sie sich immer wieder dafür einsetzt, dass sich an der derzeitigen Situation etwas ändert, doch sobald man Missstände anspricht wird man zum Buh-Mann und verändert wird trotzdem nichts. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, denn eine ghanaische Lehrerin, die sich so offensichtlich um das Wohl der Kids bemüht, ist mir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht begegnet – ich bin positiv überrascht =)
Um 11.30 Uhr werde ich dann von einer Schülerin abgeholt (die Lehrer schicken hier für alles ihre Schüler), da mich meine Gastmutter holen lässt, weil alle Lehrer der JHS nun ein ’Meeting’ haben. Dort werden die Probleme der Schule diskutiert und nach möglichen Lösungsvorschlägen gesucht. Angeblich hat die Schule einen relativ schlechten Ruf, da sie die einzige staatliche Schule in Tanoso ist und auf eine staatliche Schule nur die gehen, die zu ’dumm’ oder zu arm sind für eine Privatschule. Nach 3 einhalb Stunden ’staff meeting’ sind dann endlich alle Probleme angesprochen und die Lehrer auf die einzelnen Fächer der Klassen verteilt (und das 2 Wochen nach Schulbeginn :D ..) Komisch ist nur, dass wir insgesamt 24 Lehrer/innen für 3 Klassenstufen und insgesamt 9 Klassen sind und so manchen (aus welchen Gründen auch immer) kein Fach zugeteilt wird. Da die JHS zur Zeit keinen ’French teacher’ hat, werde ich diese Aufgabe nun erstmal für die Klassen der Form 1 und 2 (entspricht 7. und 8. Klasse) übernehmen, bis die Rektorin einen Lehrer findet. Und da wir in Ghana sind, wird das bestimmt nicht so schnell geschehen ;-) .
Am Freitag gebe ich dann meinen ersten Französich-Unterricht. Ganz schön tricky eine Fremdsprache (Französisch) auf einer anderen (Englisch) zu unterrichten. Noch dazu sagt der improvisierte Stundenplan, dass ich heute insgesamt 4 Schulstunden (also zwei Stunden) in der gleichen Klasse Französisch unterrichten soll. Mein Plan erstmal viel mündlich zu machen geht leider nicht auf, da es die Schüler hier nicht gewöhnt sind, irgendwas eigenständig zu machen oder dass es während des Unterrichts erlaubt ist mit seinem Banknachbar zu reden. Mein Englisch verstehen sie auch nicht wirklich, so wird zwar auf jede meiner Fragen mit „Yes, Madame!“ geantwortet, doch verstanden haben sie meist erst auf’s dritte Mal, was ich von ihnen möchte. Ich bin gespannt, ob ich sie innerhalb der nächsten 6 Monate dazu bewegt kriege, selber zu denken und eigenständig etwas zu erarbeiten, denn hier wird fast ausschließlich frontal unterrichtet. Heißt: der Lehrer steht vorne, schreibt etwas an die Tafel, das dann abgeschrieben wird, dann fragt er eine Frage, auf die der Schüler exakt das antwortet, was an der Tafel steht und dann fragt der Lehrer ob alles klar ist und die Schüler schreien „Yes, Sir/Madame!“.
Am Samstag hatten wir (Carmen, Jenny, 2x Lisa und ich) geplant zum Bosumtwi-See zu gehen und dort den Tag zu verbringen. Der Wasserpegel des Sees stieg jahrelang an und überschwemmte viele Dörfer, obwohl es weder einen Ab- noch einen Zufluss gibt. Scheinbar ist er durch einen Meteoriteneinschlag vor ca. 1 Mio. Jahren entstanden.
Um 7.30 Uhr bin ich also losgelaufen in Richtung Denchemouso zu den anderen. Noch brauche ich 20 Minuten von meiner Gastfamilie nach Denchemouso, aber ich bin optimistisch, dass ich irgendwann noch einen kürzeren Weg finde (probiere jedes Mal einen neuen Weg aus). Wir fahren also nach Kumasi, wo wir ewig den Platz suchen, wo das Tro-Tro nach Abono (Städtchen am See) losfahren soll. Wir fragen uns durch und kommen schließlich an den richtigen Platz, wo aber schon eine Schlange von ca. 30 Leuten wartet, die alle auch noch Abono wollen. Bis um 10.30 Uhr passiert erstmal gar nichts. Die Schlange wird nicht kürzer und von dem Tro-Tro fehlt auch jede Spur. Dann geht plötzlich alles ganz schnell. Dank einer sehr netten Ghanaerin rennen wir zu einem anderen Platz, da dort anscheinend ein Tro-Tro nach Abono losfahren soll. Und tatsächlich erwartet uns ein leeres Tro-Tro. Nach eineinhalbstündiger Fahrt erreichen wir dann endlich unser Ziel: Abono am Lake Bosumtwi. Dort werden wir nun erstmal in die ’Office’ geschickt, wo wir uns in ein Besucherbuch eintragen sollen und uns einiges über den See und seine Geschichte erzählt wird. Mit der Ausrede (die aber wahr war) auf’s Klo zu müssen, konnten wir dann letztendlich entkommen. Kurz darauf wurden wir aber schon wieder aufgehalten, denn einer meinte, wir müssten unbedingt 10 Cedi für irgendein Projekt spenden. Erst nachdem Jenny ihm klargemacht hat, dass spenden FREIWILLIG ist und es nicht besonders freundlich ist, Touristen zu zwingen Geld für alles zu zahlen, entschuldigt er sich und lässt uns ziehen. Wir finden ein nettes Plätzchen am Strand eines Hotels und dort verweilen wir dann bis 16 Uhr. Blöderweise müssen wir auf der Rückfahrt sowohl in Kuntanase (Ort in der Nähe des Sees), als auch in Kumasi jeweils 1 Stunde auf ein Tro-Tro warten. In Kumasi entscheide ich mich dann nicht mehr mit den anderen nach Denchemouso zu fahren, weil ich sonst im Dunkeln allein 20 Minuten nach Hause laufen müsste, sondern das erste Mal allein, als einziger ’Obruni’ im Tro-Tro, direkt nach Tanoso zu fahren. Also stelle ich mich in die Schlange für das Tro-Tro nach Tanoso, die aus mindestens 40 Leuten besteht, und warte. Irgendwann erklärt mir ein Ghanaer, dass die Schlange eigentlich keine Funktion hat, denn hier kommt der Stärkere zuerst dran und nicht der Vorderste. Nach einstündiger Wartezeit und nachdem sich zahlreiche Ghanaer „vorgedrängelt“ haben, also „stärker“ waren als ich ;-) , kämpfe ich mich dann durch (bzw. werde in ein Tro-Tro geschoben und gedrückt) und ergattere einen Platz. Ich bin entsetzt mit welcher Brutalität hier vorgegangen wird. Auf dem Weg zum Tro-Tro wird eine Frau umgerannt, aber anstatt ihr wieder aufzuhelfen, wird sie einfach liegen gelassen, um ja noch einen Platz erkämpfen zu können. Gott sei Dank komme ich um 20.30 Uhr ohne weitere Zwischenfälle in Tanoso an. Meine Gastfamilie erwartet mich schon, ich bekomme eine Portion Spaghetti mit angebratenen Karotten, Zwiebeln, Paprika und Würstchen und erzähle von meinen heutigen Erlebnissen.
Am Sonntag war ich dann das erste Mal in der ’English Assembly’ der Kirche meiner Gastfamilie, aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal ;-)

Seid ganz <3-lich gegrüßt
Eure Anja

P.s.: Leider gestaltet sich das Fotografieren noch etwas schwierig, da die meisten Menschen hier nicht auf Bildern sein möchten, da sie nicht wollen, dass man sich in Deutschland über sie und ihre ärmeren Lebensverhältnisse lustig macht…  So habe ich bisher fast nur Bilder ohne Menschen…habe ich bisher fast nur Bilder ohne Menschen…

Einmal GREATER ACCRA bitte….


Einmal Accra und Teshie bitte…einmal wieder dahin, wo ich herkomm. Einmal wieder da hin, wo ich letztes Jahr meinen ersten Ghanaaufenthalt hatte, der mich schließlich wieder nach Ghana gebracht hat.

Dahin wo ich mich vielleicht und sicherlich etwas besser als in Kumasi auskenne, wo ich Leute treffe, die ich kenne, die mich und meinen Namen kennen und denen ich einfach Vertrauen entgegenbringen kann und möchte, weil sie ein bißchen wie Familie sind – oder Freunde. Weil sie mich letztes Jahr herzlichst in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben, der ein oder andere mir viel über die Kultur erzählt hat, mir gezeigt hat, wie man hier kocht und „miteinander ißt“. Wo ich zwar sicherlich immernoch die Weiße bin, wo mir aber nicht das Gefühl gegeben wird ein Strager zu sein, sondern invited.

Nachdem hier in Ghana die Familie eine präsentere Rolle spielt als bei uns in Deutschland….z.B. Ist es üblich, dass die verscheidensten Familienmitglieder in unterschiedlichster Konstellation zusammen leben – nicht unbedingt freiwillig, sondern weils dort Arbeit gibt, oder die Schule, die besucht werden soll, dort liegt, oder weil ein Kind geboren wird und deshalb ein Cousin zu einem ander Onkel ziehen muss. So ist es auch üblich, dass Kinder nicht unbedingt bei ihren Eltern aufwachsen, sondern vielleicht bei der Tante oder bei der Großmutter.

Ich wollte also das Haus, in dem ich letztes Jahr gewohnt habe und seine Mitbewohner besuchen, es liegt in Teshie Tebibiano. Damals lebte dort der Cousin des Hausbesitzers und eine Famile, bestehend aus einer Mutter mit ihren beiden Kindern und einem Hausmädchen. Da die Mutter nun in einem anderen Stadtteil von Teshie einen Laden eröffnet hat, von dem aus es zu weit wäre jeden Abend nach Hause zu kommen, wohnt sie nun mit ihren Kindern und dem Hausmädchen in der Nähe des Ladens und ist nur ab und zu im Haus. Anstelle dessen wohnt nun ein anderer Cousin und die Schwester der Mutter in diesem Haus. – Neues Jahr, neue Mitbewohner. Trotzdem wird zu jeder Zeit davon gesprochen, das die ursprünglichen Mieter immernoch drin wohnen, lustig, aber manchmal verwirrend. Vielleicht sind sie es, die die Miete bezahlen, oder diejenigen Familienmitglieder, die anfangs hier gewohnt haben und nach und nach andere ihres Clans zwar hier schlafen und leben– aber nicht als Bewohner gesehen werden, wer weiß das schon so genau. Vielleicht ist die ursprüngliche Mieterin die älteste und ist und bleibt damit das Oberhaupt und der Mieter ;)

Greater Accra nennt sich eine der zehn Regionen hier in Ghana. Es sind so zu sagen Regierungsbezirke – oder eher Verwaltungseinheiten Wie auch immer. Greater Accra umschließt die Hauptstadt ACCRA und die westliche Küste kurz bevor der Volta Lake ins Meer fließt ;) .

Neben Teshie, wollte ich in Accra die factory der TRASHY-BAGS besichtigen. Sie verwertet unter anderem die hier üblichen sachet water/pure water rubbers. Hier wird das Trinkwasser in 500ml Plastikbeuteln verkauft, welche nach dem Leeren meist auf der Straße landen. Genauso wird mit dem Eis und dem Youghurt verfahren, die ebenfalls in farbenfrohem Plastik verpackt sind. Dass Ghana ein Müllproblem hat, ist sicher bekannt, und diese Firma geht einen eigenen Weg, dieses Problem kreativ zu lösen.

Im Nordosten von Accra liegt die TK-Beads-factory, die die hier populären Glasperlen herstellt. Auch eine Art Müllverwertung, da diese Beads aus Altglas hergestellt werden. Alles alles alles ist reine Handarbeit!!

Neben der Besichtigung der factory und dem Verfolgen der einzelnen Arbeitsschritte, hat jede Firma natürlich auch ihren eigenen Showroom, wo man sich dann mit dem Material eindecken kann. Vor allem in der Beads-factory kam der Kaufrausch über mich, vor lauter Farben und Formen gings soweit, dass Lisa und ich nur noch mit den letzten Cedis gerade so nach Hause gekommen sind. Jetzt kann ich meine eigenen Armbänder kreieren…HURRA…

Hiermit danke an AFRICA-RECYCLED, von wo ich die einzelnen factories entnommen habe.

 

Was gabs sonst noch??

am Labadi Beachchillen am strandStrand, Sonne, Sonnenbrand,

 

 

 

 

abends die Windbrise vom Meer her, deshalb auch eine kleine Erkältung

 

 

 

Peter Tosh Nights im „Rolling Stone“, Reggae-Nights mit „Princess Labadi Beach“

 

 

3 eier täglich!!täglich drei Eier als Gemüseomlette zum Frühstück bei Oba Yaa, genauso wie vier Hunde und acht Junge (1 männlich und 7 weiblich)

NEUES AUS DEM TOLLHAUS


Hallöchen,

 

nach einer weiteren Woche im Outback Ghanas gibt es nun endlich Erfolg in Sachen Arbeit zu vermelden – mehr oder weniger zumindest. Nachdem diese Woche an sich nicht besser begonnen hat als die Woche zuvor (rum sitzen, nichts tun, abwarten…) habe ich am Freitag dann endlich die Möglichkeit bekommen, bei den Ältesten im Kindergarten zu unterrichten – oder eher, dass ich es versuchen konnte… :D Aber vielleicht sollte ich zuerst erklären, wie ich diesen Teilerfolg erringen konnte: Am Donnerstag wurde mir eröffnet, dass Freitag eine Lehrerfortbildung in Kumasi stattfinden sollte, zu dem ein Großteil der Erzieherinnen gehen wollte. Nachdem letzten Freitag mit ganzen 10 Kindern ja nicht unbedingt die Hölle los war, habe ich mich also auf einen ruhigen Vormittag mit nur 10 anstatt 20 Kindern auf mir eingestellt – allerdings war dem nicht ganz so, denn wie sich heraus gestellt hat, waren die Köchin und ich die einzigen Volljährigen Besucher des Kindergartens – gemeinsam mit ungefähr 40 tobenden, sich auf das Wochenende freuenden Kindern. Eins war mir nach 10 Minuten schon klar, langweilig würde es sicher nicht werden! Wie schon erwähnt, da keine Lehrerin da war, habe ich dann die Ältesten (5 bis 7 Jahre) zugeteilt bekommen – „just try to get them busy“ waren die letzten Worte der Köchin, bevor sie mich kichernd mit den Kindern allein ließ. Da ich durch mein Trainer Dasein ja eigentlich große Kindergruppen gewöhnt bin, hatte ich schon den festen Vorsatz, die Kinder irgendwie zu beschäftigen… Nachdem sich der englische Wortschatz und das Verständnis der Kinder jedoch ausschließlich auf das Alphabet und die Zahlenreihe bis 30 beschränkt, verlief das mit dem Unterrichten auf Englisch aber dann auch relativ schnell wieder im Sand. Ich bin demnach zu dem Schluss gekommen, dass das Projekt „Unterrichten im Kindergarten“ wohl gescheitert ist – und nachdem ich Freitag ja mal kurz reinschnuppern konnte, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich das wirklich nur Schade finde. ;) Allerdings darf ich Freitags jetzt auch immer Sport für die Ältesten „unterrichten“, habe ich natürlich auch gleich ausprobiert. Da aber ein erneutes Eingestehen von Scheitern nicht gut für mein Ego wäre, werde ich es wohl so ausdrücken: 40-50 Kinder aus Kindergarten und Schule jagen einer 18-jährigen Weißen hinterher, die einen Ball in der Hand hält. :D Im Nachhinein muss ich aber zugeben, dass das mit zu den schönsten Erfahrungen gehört, die ich bisher mit den Kindern machen konnte. Man fühlt sich wie in eine Doku über kickende afrikanische Kinder auf Arte hinein versetzt… Das ist schon ein mega Gefühl, die ganzen lachenden, schreienden Kinder um sich rum, wieder so ein Moment in dem man denkt: „Ich bin wirklich in Ghana, ich hab das tatsächlich durchgezogen…“ Soviel also erst mal zu meiner Tätigkeit als Lehrerin im Kindergarten. Ich glaube allerdings, dass ich mir noch einen zweiten Job an der Primary School suchen werde, sonst ist mein Hintern nach den 6 Monaten an einem Stuhl fest gewachsen.

Vielleicht sollte ich noch ein oder zwei Worte zu den Kindern hier sagen, sonst könnte man glaube ich denken, ich würde in einem Tollhaus arbeiten… Das Problem liegt meiner Meinung daran, dass Honeylove, Blessing oder Godfred hier seit frühester Kindheit wegen jedem Ungehorsam und Fehler geschlagen werden, sie also daran gewöhnt sind, dass man ihnen mit einem Stock sagt, was richtig oder falsch ist. Demnach wird auf fast nichts anderes mehr als „Gewalt“ gehört und da ich nicht vorhabe, mit dem Zollstock im Anschlag durch die Gegend zu rennen, muss ich mich wohl damit abfinden, dass ich als Lehrerin im Kindergarten nur schwer durchkommen werde.

Jetzt noch etwas zu Honeylove, Blessing und Godfred – diese Kinder existieren wirklich und die Namen sind absolut real! Ich war im ersten Moment auch etwas irritiert, ob ich tatsächlich richtig lesen kann (gut, bei meinem 0-8-15 Lisa bin ich so etwas Außergewöhnliches auch wirklich nicht gewohnt), aber das scheinen hier ganz normale Namen zu sein. Im Trend liegen aber auch Martha, Esther und Hans, wobei ich Jacklyn (genau so geschrieben) auch ganz nett finde… ;) Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Aber gut, das war´s dann auch erst mal wieder zum Thema „Arbeiten“, falls sich in dieser Hinsicht doch noch ein weiterer Erfolg verbuchen lässt, werde ich euch das natürlich wissen lassen.

Ich hoffe, euch geht es gut im kalten Deutschland, ich werde mich jetzt mal wieder in die Sonne bequemen, um meinen Bikini-Streifen zu intensivieren. ;)

 

Liebste Grüße,

Lisa

Konzert & Cultural Center


am Freitag waren wir auf einem konzert und im culture centre in kumasi . es war echt schön obwohl das essen doch seeeehr scharf war!!!
Das konzert sollte eigentlich um 6 beginnen wir doofen pünktlichen deutschen stehen um 6 auf der matte. Geschlagene zwei stunden später tut sich dann auch was ;) jaaa das ist eben ghana
Das Konzert war dann aber echt cool. Es war die ghanaische version von dsds und hieß big in ghana wobei die 4 besten aus kumasi aufgetreten sind. Wir fanden die meisten davon eher fragwürdig aber vlt sind wir noch nicht ganz drin im ghana feeling ;)
Eigentlich sind wir zu dem konzert wegen den fokn bois eine band die die carmen kannte. Um 11 rum war es dann soweit die beiden sollten auftreten!!!! Doch dann…light off. Nun standen wir da haben stundenlang auf ihren auftritt gewartet und dann ist einfach der strom weg = (
Die jenni hat dann aber mit ihrem charmanten art ein bisschen gepöbelt und wir sind in den „backstage“ bereich gekommen. Nachdem wir ein bisschen diskituert hatten , meinten sie das so in 20 minuten ihr auftritt sein wird. Also warteten wir weiter artig. Als es dann soweit war hat es uns aber sehr gut gefallen. Chillige musik, witzige leute.

Sonst ist nicht so viel passiert wir haben eine einführung bekommen und uns so langsam eingerichtet.
Anja ist dann am Dienstag zu ihrer Gastfamilie in tanoso gekommen und bei ihr sowie jenni und lisa hat die Schule bzw der Kindergarten begonnen.
Carmen und ich haben dann noch die zeit genutzt und sind an die küste gefahren. De Ort heisst Teshie und ist in der Nähe von Freunden bei denen sie letztes Jahr schon war.
Von Kumasi nach Accra was rund 300 km sind brauchen wir einen geschlagenen tag inklusive 6x umsteigen…. Das ist eben auch ghana ;)
Abends sind wir dann völlig kaputt bei unserem guesthouse angekommen, das von einer sehr netten schweizerin betrieben wird die schon länger in ghana lebt. Die Zimmer sind sehr schön und sauber und das Frühstück vorzueglich!!
Tagsüber haben wir Ausflüge gemacht oder waren am labadi beach. Sehr schön waren vor allem der Wasserfall in Dodowa. Total im grünen gelegen, ein wunderschöner ort, den es sich wirklich lohnt zu besuchen!!
Auf dem Rückweg von dodowa haben wir dann noch bei der beads factory vorbeigeschaut.
Sie receyclen glas und stellen daraus Perlen her die zum Teil bemalt werden. Es ist alles handgemacht und somit einmalig. In dem Shop haben wir dann kräftig eingekauft.Die Perlen kann man mischen oder so belassen und sich armbänder ketten oder ähnliches „designen“.
Ausserdem haben wir noch einen Ausflug zur trashy bag company gemacht. Auch sie tuen etwas ffür die Umwelt: sie receyclen das Plastik der Wasserbeutel und auch von Werbeplakaten. Wir haben uns die einzelnen Herstellungsprozesse angeschaut und uns auch da im shop das ein oder andere gegönnt.
Die Leute hier sind unglaublich nett und sie helfen einem sehr.Hier kann ich echt bestätigen das die ghanaer ein freundliches volk sid. Bestimmt dreimal wurden wir von leuten durch die halbe stadt geführt weil wir keine ahnnung hatten. Und was uns auch noch sehr positiv aufgefallen ist, dass man in Accra viel weniger angeschaut bzw obruni genannt wird. Die Stadt ist zudem auch sauberer wie Kumasi.
Alles in allem war es eine tolle woche, die wir mit einer reggea party am strand abrundeten =)
Seit gestern sind wir wieder hier. Die rückfahrt verlief ohne Probleme und so konnten wir gleich wieder unser abendlichen light off miterleben…
Heute wurde wieder gewaschen und man merkt erstmal wie viel wäsche man hat. Die Klamotten sind sehr dreckig und vor allem der rote sand und dunst der überall ist setzt sich fest.
Am Montag geht die schule los und wir sind jetzt ttsächlich schon knapp 3 wochen da!!!

Viele Grüße nach freiburg!!!

Endlich angekommen in meiner Gastfamilie ;-)


Hallo ihr Lieben =)

Mittlerweile bin ich gut angekommen in meiner Gastfamilie. Letzten Dienstag (also doch ’ghanaian time’ ;-) – so wird aus dem Montag der Dienstag…) Abend war es endlich so weit. Es gab wohl mit den letzten Volunteers, die in dieser Familie gelebt haben einige Probleme und deshalb waren sich die Eltern unschlüssig, ob sie noch mal jemand Deutsches aufnehmen sollen. So fuhr ich am Montagabend mit dem Schulleiter der GGS, der (theoretisch) für uns verantwortlich ist, und Jeff, einem anderen Mitglied des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis (DTGHF), über den ich hier in Ghana bin, zu der Familie, damit sie entscheiden konnten, ob sie mich aufnehmen wollen oder nicht. Sie entschieden sich dazu mich am nächsten Tag zu empfangen =) *puh*. Auf der Heimfahrt wurde mir dann nahegelegt, mich anständig zu benehmen, weil sie sich dort sonst nicht mehr blicken lassen könnten und nie wieder Deutsche aufgenommen werden würden.
Wieder in Denchemouso angekommen bereute ich es dann, dass ich morgens voller Optimismus montags in die Family zu kommen, alle meine Sachen eingepackt hatte. So musste ich jetzt ohne Licht, da (wie bis jetzt jeden Abend) ’lights out’ also Stromausfall herrschte, die nötigsten Sachen wieder auspacken, damit ich noch eine letzte Nacht bei den anderen am Campus schlafen konnte.
Doch am Dienstagabend war’s dann endlich soweit und ich wurde mit meinen ganzen Habseligkeiten von einem Taxi zu meiner Gastfamilie gefahren. Leider war wieder Stromausfall, so konnte ich nicht mehr auspacken. Wir saßen dann noch einige Zeit zusammen im Wohnzimmer und unterhielten uns. Die Familie ist echt mega nett. Sie haben 5 „Kinder“, wobei die jüngste 19 ist und zwei schon nicht mehr zuhause wohnen, da sie studieren. So darf ich im Zimmer des Sohnes wohnen, der auswärts studiert. Mein Zimmer besteht aus einem riesigen Bett, einem Schrank und einem nicht-funktionierenden Ventilator. Der erste Schock folgte dann noch sofort am ersten Abend. Als ich nach dem ’bathroom’ fragte wurde mir erklärt, es gäbe kein fließendes Wasser. Für mich verwöhnte Deutsche echt ne krasse Umstellung. Wann immer man Wasser braucht, ob für die Klospülung (offener Spülkasten, in den man einen Eimer Wasser schütten und dann an einem Haken ziehen muss), um sich zu waschen, zum Zähneputzen oder zum Kochen, muss man es aus dem Brunnen im Garten holen. Doch mittlerweile hab ich mich ganz gut damit arrangiert und spucke nun halt auch meinen Zahnputzschaum in den Garten, „dusche“ mit einem Eimer voll Wasser und entsorge das benutzte Klopapier in einem Mülleimer anstatt im Klo.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist dagegen, dass man hier zum einen zu sehr interessanten Zeiten isst und zum anderen, dass jeder mit seinem Teller irgendwohin sitzt und dann dort isst. Die Ghanaer gehen normalerweise ohne Frühstück aus dem Haus, doch da ich immer zu früh fertig zum Gehen bin, bekomme ich meist Brot und Kaba (Milo heißt der hier – Pulver, das in heißes Wasser gekippt wird). Um 15 Uhr gibt’s dann Mittagessen – meistens Yam (schmeckt wie Kartoffeln) mit irgendwelchem Gemüse. Und um 17 Uhr gibt’s dann schon wieder Abendessen – ebenfalls warm. Bis jetzt entweder Reis mit irgendeiner Soße oder Fufu (von der Konsistenz her wie Kartoffelbrei – aus Kochbananen und etwas ähnlichem wie Yam). Da ich hier Gast bin wird mir immer eine extragroße Portion rausgeschöpft und behauptet, das sei gar nicht viel… ;-) Obwohl mir ans Herz gelegt wurde, beim Abspülen, Kochen,… zu helfen, wird sobald ich frage, ob ich was helfen kann, abgelehnt. Ich hoffe das ändert sich noch. Doch mein Gastvater erklärte mir, im Haus sei es oft ’boring’ (langweilig) und so brauche ich mich nicht zu wundern, wenn sie mich nichts helfen lassen, da das ihre einzige Beschäftigung ist…
Am Dienstag war Schulbeginn. Das heißt in Ghana aber nicht, dass mit dem Unterrichten angefangen wird, sondern, dass erstmal 4 Tage lang (von 7.30 – 14 Uhr) das komplette Schulgelände geputzt wird. Soll heißen die Lehrer geben den Schülern Anweisungen, was sie zu tun haben (Bänke oder Boden putzen, Rasenmähen mit Messern, Garten umgraben,…) und chillen dann im Lehrerzimmer. Das Lehrerzimmer besteht aus 4 Holztischen und unzähligen Plastikgartenstühlen. Am Mittwoch und Donnerstag haben wir stundenlang im Lehrerzimmer über einen Laptop eine mexikanische Telenovela (auf spanisch mit englischem Untertitel) angeschaut und ansonsten sitzt jeder irgendwo und starrt Löcher in die Wand.
Am Samstag hat mich meine Gastfamilie zu einer Hochzeit in ihrer Kirche (Church of Pentecost) mitgenommen. Leider war das Meiste auf Twi, aber interessant war’s trotzdem =) Vom Aufbau her verläuft eine Hochzeit hier eigentlich ähnlich wie in Deutschland. Nur ist alles viel lauter und lebendiger – soll heißen, es wird lautstark gesungen, gebetet (jeder betet laut(!) vor sich hin) und durch die Gegend getanzt. Laut Liedblatt fing die Hochzeit um 9 Uhr an, wir waren um kurz nach 10 dort und da war noch nicht wirklich viel los. Mir wurde ein Platz in der zweiten Reihe zugewiesen und blöderweise waren überall Leute mit Fotos und Kameras, die meinten, der ’Obruni’ (also ich) müsste unbedingt überall drauf sein. So wusste ich leider nicht wirklich, wie ich mich verhalten sollte, da ich ja nicht verstand, was sie redeten… Um 12 Uhr gingen wir dann wieder heim, weil mein Gastvater Hunger hatte, obwohl die Hochzeit noch in vollem Gange war – Ghana halt ;-)
Am Sonntagmorgen sind wir dann zum Gottesdienst wieder in die Kirche gegangen. Eigentlich sollte ich zur ’English Assembly’ gehen, doch diese fand nicht statt, da ’Children’s Day’ war. Das heißt, dass die ’Sunday Schools’ (entspricht unserer Kinderkirche) den Gottesdienst für die Gemeinde mitgestalten, indem sie singen, tanzen, ein Anspiel machen,… Leider war wieder alles auf Twi, aber zum Zuschauen war’s trotzdem echt interessant.
Irgendwann wurde ich nach vorne gebeten, um mich vorzustellen. Völlig überrumpelt sagte ich ein paar Sätze auf Englisch, die meine Gastmutter dann auf Twi übersetzte. So bin ich jetzt auf jeden Fall der ganzen Gemeinde bekannt ;-)
Ich bin echt froh, dass ich schon 2 Wochen, nachdem ich hier angekommen bin, eine Gemeinde „gefunden“ habe und hoffe, dass die ’English Assembly’ auch so lebendig und ghanaisch ist, ich mich dort schnell eingewöhne und ein Teil der Gemeinde werde =)

Atschire (sprich: Atschäää) – bis bald =)
Eure Anja

Endlich angekommen in meiner Gastfamilie ;-)


Hallo ihr Lieben =)

Mittlerweile bin ich gut angekommen in meiner Gastfamilie. Letzten Dienstag (also doch ’ghanaian time’ ;-) – so wird aus dem Montag der Dienstag…) Abend war es endlich so weit. Es gab wohl mit den letzten Volunteers, die in dieser Familie gelebt haben einige Probleme und deshalb waren sich die Eltern unschlüssig, ob sie noch mal jemand Deutsches aufnehmen sollen. So fuhr ich am Montagabend mit dem Schulleiter der GGS, der (theoretisch) für uns verantwortlich ist, und Jeff, einem anderen Mitglied des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis (DTGHF), über den ich hier in Ghana bin, zu der Familie, damit sie entscheiden konnten, ob sie mich aufnehmen wollen oder nicht. Sie entschieden sich dazu mich am nächsten Tag zu empfangen =) *puh*. Auf der Heimfahrt wurde mir dann nahegelegt, mich anständig zu benehmen, weil sie sich dort sonst nicht mehr blicken lassen könnten und nie wieder Deutsche aufgenommen werden würden.
Wieder in Denchemouso angekommen bereute ich es dann, dass ich morgens voller Optimismus montags in die Family zu kommen, alle meine Sachen eingepackt hatte. So musste ich jetzt ohne Licht, da (wie bis jetzt jeden Abend) ’lights out’ also Stromausfall herrschte, die nötigsten Sachen wieder auspacken, damit ich noch eine letzte Nacht bei den anderen am Campus schlafen konnte.
Doch am Dienstagabend war’s dann endlich soweit und ich wurde mit meinen ganzen Habseligkeiten von einem Taxi zu meiner Gastfamilie gefahren. Leider war wieder Stromausfall, so konnte ich nicht mehr auspacken. Wir saßen dann noch einige Zeit zusammen im Wohnzimmer und unterhielten uns. Die Familie ist echt mega nett. Sie haben 5 „Kinder“, wobei die jüngste 19 ist und zwei schon nicht mehr zuhause wohnen, da sie studieren. So darf ich im Zimmer des Sohnes wohnen, der auswärts studiert. Mein Zimmer besteht aus einem riesigen Bett, einem Schrank und einem nicht-funktionierenden Ventilator. Der erste Schock folgte dann noch sofort am ersten Abend. Als ich nach dem ’bathroom’ fragte wurde mir erklärt, es gäbe kein fließendes Wasser. Für mich verwöhnte Deutsche echt ne krasse Umstellung. Wann immer man Wasser braucht, ob für die Klospülung (offener Spülkasten, in den man einen Eimer Wasser schütten und dann an einem Haken ziehen muss), um sich zu waschen, zum Zähneputzen oder zum Kochen, muss man es aus dem Brunnen im Garten holen. Doch mittlerweile hab ich mich ganz gut damit arrangiert und spucke nun halt auch meinen Zahnputzschaum in den Garten, „dusche“ mit einem Eimer voll Wasser und entsorge das benutzte Klopapier in einem Mülleimer anstatt im Klo.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist dagegen, dass man hier zum einen zu sehr interessanten Zeiten isst und zum anderen, dass jeder mit seinem Teller irgendwohin sitzt und dann dort isst. Die Ghanaer gehen normalerweise ohne Frühstück aus dem Haus, doch da ich immer zu früh fertig zum Gehen bin, bekomme ich meist Brot und Kaba (Milo heißt der hier – Pulver, das in heißes Wasser gekippt wird). Um 15 Uhr gibt’s dann Mittagessen – meistens Yam (schmeckt wie Kartoffeln) mit irgendwelchem Gemüse. Und um 17 Uhr gibt’s dann schon wieder Abendessen – ebenfalls warm. Bis jetzt entweder Reis mit irgendeiner Soße oder Fufu (von der Konsistenz her wie Kartoffelbrei – aus Kochbananen und etwas ähnlichem wie Yam). Da ich hier Gast bin wird mir immer eine extragroße Portion rausgeschöpft und behauptet, das sei gar nicht viel… ;-) Obwohl mir ans Herz gelegt wurde, beim Abspülen, Kochen,… zu helfen, wird sobald ich frage, ob ich was helfen kann, abgelehnt. Ich hoffe das ändert sich noch. Doch mein Gastvater erklärte mir, im Haus sei es oft ’boring’ (langweilig) und so brauche ich mich nicht zu wundern, wenn sie mich nichts helfen lassen, da das ihre einzige Beschäftigung ist…
Am Dienstag war Schulbeginn. Das heißt in Ghana aber nicht, dass mit dem Unterrichten angefangen wird, sondern, dass erstmal 4 Tage lang (von 7.30 – 14 Uhr) das komplette Schulgelände geputzt wird. Soll heißen die Lehrer geben den Schülern Anweisungen, was sie zu tun haben (Bänke oder Boden putzen, Rasenmähen mit Messern, Garten umgraben,…) und chillen dann im Lehrerzimmer. Das Lehrerzimmer besteht aus 4 Holztischen und unzähligen Plastikgartenstühlen. Am Mittwoch und Donnerstag haben wir stundenlang im Lehrerzimmer über einen Laptop eine mexikanische Telenovela (auf spanisch mit englischem Untertitel) angeschaut und ansonsten sitzt jeder irgendwo und starrt Löcher in die Wand.
Am Samstag hat mich meine Gastfamilie zu einer Hochzeit in ihrer Kirche (Church of Pentecost) mitgenommen. Leider war das Meiste auf Twi, aber interessant war’s trotzdem =) Vom Aufbau her verläuft eine Hochzeit hier eigentlich ähnlich wie in Deutschland. Nur ist alles viel lauter und lebendiger – soll heißen, es wird lautstark gesungen, gebetet (jeder betet laut(!) vor sich hin) und durch die Gegend getanzt. Laut Liedblatt fing die Hochzeit um 9 Uhr an, wir waren um kurz nach 10 dort und da war noch nicht wirklich viel los. Mir wurde ein Platz in der zweiten Reihe zugewiesen und blöderweise waren überall Leute mit Fotos und Kameras, die meinten, der ’Obruni’ (also ich) müsste unbedingt überall drauf sein. So wusste ich leider nicht wirklich, wie ich mich verhalten sollte, da ich ja nicht verstand, was sie redeten… Um 12 Uhr gingen wir dann wieder heim, weil mein Gastvater Hunger hatte, obwohl die Hochzeit noch in vollem Gange war – Ghana halt ;-)
Am Sonntagmorgen sind wir dann zum Gottesdienst wieder in die Kirche gegangen. Eigentlich sollte ich zur ’English Assembly’ gehen, doch diese fand nicht statt, da ’Children’s Day’ war. Das heißt, dass die ’Sunday Schools’ (entspricht unserer Kinderkirche) den Gottesdienst für die Gemeinde mitgestalten, indem sie singen, tanzen, ein Anspiel machen,… Leider war wieder alles auf Twi, aber zum Zuschauen war’s trotzdem echt interessant.
Irgendwann wurde ich nach vorne gebeten, um mich vorzustellen. Völlig überrumpelt sagte ich ein paar Sätze auf Englisch, die meine Gastmutter dann auf Twi übersetzte. So bin ich jetzt auf jeden Fall der ganzen Gemeinde bekannt ;-)
Ich bin echt froh, dass ich schon 2 Wochen, nachdem ich hier angekommen bin, eine Gemeinde „gefunden“ habe und hoffe, dass die ’English Assembly’ auch so lebendig und ghanaisch ist, ich mich dort schnell eingewöhne und ein Teil der Gemeinde werde =)

Atschire (sprich: Atschäää) – bis bald =)
Eure Anja

IMMER DIESE “ARBEIT”… ;)


Hallo ihr alle,

 

schon wieder eine Woche vergangen, geht ja alles ganz fix. Wobei ich mir diese Woche eigentlich öfter gewünscht habe, sie würde noch schneller vergehen… Als Erklärung hierfür nur so viel: Kindergarten hat begonnen! :D Eigentlich war ich ja schon mega gespannt auf den Start, hab ich ja in meinem letzten Blogeintrag auch geschrieben… Endlich was sinnvolles zu tun, nicht mehr nur den ganzen Tag rumhängen, nichts tun und warten, das die Zeit verstreicht… Dachte ich zumindest!:D Aber weit gefehlt! Mein offizieller erster Arbeitstag am Dienstag begann um halb 11 (ausgemacht war, dass ich um 7.00 Uhr abgeholt werden würde, aber das nur am Rande) und endete um 12 Uhr damit, dass ich den Kindern Essen ausgeben durfte. Kann ja nur besser werden, das war zumindest mein Gedanke als ich mich am Mittwoch um 8.00 Uhr in den Kindergarten aufgemacht habe. Aber ich wurde auch diesmal enttäuscht, von nützlicher und beschäftigender Arbeit weit und breit keine Spur, zumindest für mich nicht. Demnach habe ich den gesamten Vormittag (Gott sei Dank macht der Kindergarten Mittwochs wohl um halb 1 statt um 2 Uhr zu) auf einem Stuhl am Eingang zusammen mit den anderen Erzieherinnen sitzend verbracht. Allerdings habe ich wirklich süße Kinder kennen gelernt und auch gleich an paar nette Bilder geschossen. :) Die Kinder sind hier wirklich allesamt zuckersüß und auch unglaublich höflich, viel höflicher als in den deutschen Kindergärten! So wird jede Erzieherin persönlich mit einem „Good morning, Madamé“ und einem Knicks (von den Mädchen) begrüßt, die Jungen salutieren dazu. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob dieser Gehorsam nur der autoritären Ausstrahlung der Erzieherinnen zu verdanken ist oder anderen Maßnahmen, auch wenn ich bis jetzt (zum Glück!) noch keine beobachten konnte. Zu mir sagen die Kinder „Madamé Lisa“ und ich muss ja zugeben, dass ich das wirklich süß finde… ;) Und da sie mich mindestens genau so interessant finden wie ich sie, war der Morgen auch nur noch halb so langweilig, als sie auf mir und um mich rum gekrabbelt sind. Davon überzeugt, dass Donnerstag nach den vergangenen zwei Tagen ja interessanter werden muss, war ich auch an diesem Tag pünktlich um 8.00 Uhr da, ebenso wie die Kinder. Von den Erzieherinnen aber noch weit und breit keine Spur, also warten vor verschlossenen Türen. Aber nur 5 Minuten, dann kamen die Lehrerinnen (an denen ich mich in meinem Auftreten den Kindern gegenüber orientieren soll, aber das wieder nur am Rande ;) ) und mein Hinterteil fand dann schlussendlich doch wieder den wohlbekannten Platz auf dem Stuhl am Eingang (leider ging der Kindergarten diesmal bis um 2 Uhr….). Allerdings hatten sie diesmal Bastelzeug mitgebracht, also konnte ich zumindest ein kleines bisschen Ausschneiden und Kleben. Man mag es zwar kaum glauben, aber eigentlich hätte ich nicht mal das machen sollen, erst nach mehrmaligem Nachfragen wurden mir dann die leichten Sachen aufgetragen (meine Mami ist zwar keine ghanaische Big Mummy, die ihren Kindern das Überleben im Busch lehrt, aber Schneiden und Kleben hat sie mir auch beigebracht :D Ich komme zu dieser Schlussfolgerung, da sie mir ziemlich kritisch zugeschaut haben und dann aber doch zufrieden zu sein schienen). Es besteht jedoch Hoffnung, das kommende Woche mehr zu tun ist, denn dann beginnt auch der Unterricht. Das Problem diese Woche war schlicht und ergreifend, dass es die erste Woche nach den Ferien ist. Und die zählt für viele Ghanaer eben auch noch zu den Ferien, also kommen die meisten Kinder erst die Woche danach. Und da beginnt dann eben auch erst der Unterricht, davor lohnt es sich nicht. Tags darauf habe ich dann auch noch gleich zwei weitere wichtige Regeln gelernt, um sich das Leben hier entspannter und angenehmer zu machen: 1. Freitage gehören zum Wochenende, 2. regnet es am Morgen, kommt man wenn überhaupt erst, nachdem der Regen aufgehört hat. Ganz einfach. Damit lässt sich dann auch die überwältigende Zahl von genau 10 Kindern erklären, die ich am Freitag dann damit bespaßt habe, dass ich mit den Erzieherinnen die Spiele, die am Vortag gebastelt worden waren, gespielt habe (Domino und Memorie). Auf die Woche zurück blickend lässt sich wohl das Fazit ziehen, dass ich nicht wirklich viel zu der Woche davor (rumsitzen, nichts tun, warten, dass die Zeit vergeht) geändert hat. Mir wurde allerdings versichert, dass kommende Woche „a lot of work, a lot of work“ (O-Ton Erzieherin) auf mich zukommt. Bin also gespannt und hoffe, dass ich euch dann endlich sagen kann , wie meine eigentliche Arbeit hier so aussieht! :D

Liebste Grüße ins herbstliche Deutschland (so wurde mir berichtet?!) :)

Lisa

Nanam und die Fokn Bois


Hallo Welt

Die letzte Woche war aufregend und wir haben viel Neues erlebt. Es war alles dabei: Das erste Fufu in Ghana, das erste Konzert, die erste Beerdigung, der erste Schultag und vieles mehr…

Nun, das erste Fufu im Cultural Center in Kumasi war nicht jeder Mannssache, denn es war einfach zu scharf. Nach dem Essen haben wir, die Mädchengang, uns erstmal ein bisschen in diesem Center umgesehen. Die ersten Verehrer blieben nicht lange aus und alle 5 Meter wurde jemand von uns nach seiner Nummer gefragt (zum Glück können wir unsere Nummern nicht auswendig und können somit das ganze um ein paar Minuten hinauszögern). Der erste Handelversuch von Lias Hammer wurde auch erfolgreich abgeschlossen und es ging weiter zu unserem eigentlichen Ziel, dem großen Konzert, von dem Carmen uns schon die ganze Woche erzählt hat. Da wir Deutsche sind und somit auch automatisch pünktlich um 18 Uhr dort auftauchten, wurden wir wieder zum Warten gezwungen. Diesmal mussten wir uns drei Stunden gedulden, bis das „Big in Ghana“-Konzert endlich mit einem „Dancebattle“ begann.  Danach kamen die besten  4 Künstler Kumasis nach der Reihe auf die Bühne und präsentierten uns ihre neuen Hits. Die Gestalten auf der Bühne waren uns etwas suspekt und anfangs war uns auch nicht wirklich klar, was an diesem „Gesang“ der Gesang sein sollte; auch das Bühnenoutfit war hin und wieder etwas fragwürdig. Eigentlich waren wir auch gar nicht wegen den neuen „Superstars“ da, sondern wegen den Fokn Bois, die nach einer Stunde Stromausfall und von unserem persönlichen Drängen im Backsagebereich endlich auf die Bühne kamen und uns ihre recht amüsante Show da boten. So gegen 1 haben wir dann das Gelände verlassen und uns auf den Heimweg gemacht. Ja, das sollte jedoch nicht das Ende des Abends sein. Leider wusste der Taxifahrer nicht, wo unser Ort liegt und hat sich gleichmal verfahren (wir total aufgeschmissen und fertig). Angekommen sind wir dann trotzdem irgendwie…
Meine erste Beerdigung war was ganz Neues. Alle sitzen im Kreis auf rot-schwarzen Stühlen im (Hintergrund läuft ghanaische Tanzmusik) und geben keinen Ton von sich. In der Mitte sitzt der Chief (Nanam) und starrt auf das Bild des Verstorbenen. Einen persönlichen Schirmhalter besitzt der Chief auch, dem der Arm schon abfällt, weil der Schirm aus Holz und ziemlich schwer ist. Nach einer Weile durfte er dann aber auch eine Pause machen und etwas essen. Ja, das mit dem Essen war so eine Sache. Mir wurde etwas angeboten und da ich nicht so bin und gerne Neues ausprobiere, habe ich natürlich das Angebot angenommen (mein Bauch hat auch schon geknurrt). Ich nehme also die Styroporbox entgegen und mache sie auf. Meine Augen weiten sich und ich stehe unter Schock. In der Box liegt tatsächlich ein Fischkopf. Schnell klappe ich sie zu… Gelächter von allen Seiten. Haha
An demselben Tag bin ich das erste Mal alleine mit dem Tro-Tro („Klein-Linienbus“) nach Hause. Es war aufregend und man wollte mich mal wieder besch*****, aber jeder der mich kennt weiß, dass man eine Danquah mit Kern-Wurzeln nicht abzocken kann (ein anderer Ghanaer hat sich auch noch für mich eingesetzt. Ein Dankeschön an ihn an dieser Stelle). Das hat dann der „Geldeinsammler“ auch schnell begriffen.
Heute sollte die Schule eigentlich schon um 7.30 Uhr anfangen, aber, da wir ja in Ghana sind, kann man das nicht so ernst nehmen. Mit 1,5 Stunden Verspätung wurden wir also zur Schule neben an gebracht. Wir waren da, aber die Headmistress der Schule leider nicht. Um 10.30 Uhr traten wir unseren zweiten Marsch in Richtung „Headmistress‘ Office“ an. Das Büro der sehr netten Dame ist klein und schmuddelig. Wir werden nach unseren Namen und anderen Daten gefragt. Anschließend wurden meine ghanaischen Wurzeln, die Tatsache, dass ich kein Twi sprechen kann und warum und, was so in etwa meine Aufgaben sein werden, geklärt. Zum Einen soll ich die 6. Klasse in Mathe und Englisch unterrichten und zum Anderen die Lehrer in Deutsch. Wie ich das Letztere anstellen werde ist mir noch nicht so klar, aber ich werde es auf jeden Fall meistern! Mit Lisa Pfeffer zusammen soll ich den Kindergarten gestalten, d.h., dass wir die Wände noch weiter bemalen sollen. Alles schön und gut, nur leider können wir nicht malen… Auch dies werden wir meistern müssen. Nachdem uns der Kindergarten ausführlich gezeigt wurde, gab es Mittagessen für alle. Danach wurden wir zum „relaxen“ nach Hause geschickt.
Was ich in der Grundschule dann genau machen werde und, wie der Unterricht aussehen wird, erfahre ich dann morgen oder nächste Woche… wenn dann mal alle Schüler so gemächlich eingetrudelt sind.
Sonstige news im Hause Hammer-Danquah: Wir haben immer noch kein Gas, die Klospülung ist noch kaputt (wie ich erfahren habe schon seit mind. 1 Jahr), der Kühlschrank riecht streng und wir besitzen mittlerweile schon 2 Stühle in unserem Zimmer ! ;) Ansonsten haben wir’s uns jetzt schon richtig gemütlich gemacht und an den täglichen Stromausfall (der uns trotzdem ab und an zur Weißglut treibt) haben wir uns auch gewöhnt.

So, das war’s dann auch schon wieder von mir aus Ghana.

Pour Adrien:  Les Tapas d’Alicante me manquent!!! -.-

Eure Jennifer