Archiv des Autors: Torsten Matzak

Alltag


Mein letzter Tag im Kindergarten war so schön.
Die Kinder sind so entspannt gewesen, sie haben sich nicht geschlagen, nicht extrem viel geschrien,… Außerdem gibt es ein neues Mädchen, Carina. Sie ist so süß. Während dem Essen ist sie zu mir gekommen und hat sich füttern lassen. Ab dem Zeitpunkt ist sie nicht mehr von meiner Seite gewichen. Ich bin kurz aus der Tür gegangen und sie hat das Weinen angefangen, also habe ich sie mitgenommen und sie war still. Als ich dann Feierabend machen wollte, durfte ich auch nicht alleine gehen. Der Kompromiss war dann, dass ich sie einfach mitgenommen habe. Sie saß dann bei uns auf der Couch und hat mir zugeschaut. Marika und ich haben einfach ganz normal geredet und irgendwann ist sie neben mir eingeschlafen. Das war ganz gut, weil ich sie so „unbemerkt“ in den Kindergarten zurück bringen konnte.

Gestern hatte ich übrigens das erste Mal Marika-frei (für drei Stunden). Das hat unseren Nachbarn so geschockt, dass er mich gefragt hat, ob er sich zu mir setzten soll. Ich habe ihm mindestens fünf mal versichern müssen, dass es mir gut geht und ich die Ruhe auch einmal genieße. Er hat es mir zwar nicht geglaubt, aber er ist dann auch wieder gegangen.

Als Marika dann wieder da war, haben wir einen Zitronenkuchen für eine Freundin gebacken, die heute Geburtstag hat. Ich glaube das Backpulver in Ghana ist nicht so „stark“ wie das Deutsche, weil unsere Kuchen hier nicht viel aufgehen. Geschmeckt hat der Kuchen aber trotzdem sehr gut. Leider haben wir ihn fast komplett verschenkt…

Mit unserem Unterricht funktioniert es meistens, wenn die Schüler auch wirklich kommen. Heute haben wir in Form 3 einen freiwilligen Test geschrieben, der dementsprechend gut ausgefallen ist. Außer ein Mädchen, die leider 0 Punkte hat… Warum schreibe ich einen freiwilligen Test mit, wenn ich weiß das ich es nicht kann???
Unsere Lieblingsklasse war dafür mal wieder sehr lustig. Bei denen kann man auch mal so Witze bringen, wie auf eine Powerpoint Präsentation schreiben „Marika ist doof“, natürlich auf deutsch. Danach haben wir es übersetzt und alle haben gelacht. Trotz des Rumalberns, will diese Klasse wirklich etwas lernen und strengt sich an. Deswegen freuen wir uns auf diese Stunden immer ganz besonders. 🙂

Und zu meinem Alltag gehört nach wie vor das Wäsche waschen. Ich habe wirklich keine Ahnung wie lang es noch dauern wird, bis ich waschen kann ohne danach völlig zerstörte Hände zu haben…

Morgen Abend werden wir andere Obrunis treffen! Justice hat sie letztens getroffen und ihnen unsere Nummer gegeben. Die beiden sind auch Freiwillige und unterrichten in einer Montessori Schule hier in der Gegend. Ich bin wirklich gespannt auf den morgigen Abend.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

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Monkeys, waterfalls and new friends


We had an amazing weekend!
It didn’t start out that way though… we had to wait for our car to leave for four and a half hours and then it took us another three hours to get to Kintampo. That’s when our good time actually began. Short reminder: Do you remember how clumsy I am? Yes? Good, let’s get started.
First I hit my toe against the bathroom door(or the other way around, depending on which one you ask) so hard it started bleeding. Well, we cleaned the mess up and got ourselves some fried yam for dinner. During the night I noticed how bad the matress was, but only after thinking about how much worse mine in Denkyemouso is so I decided to enjoy it.
The next morning I slipped and fell into a drainage gutter… result: ripped up knee, hand and bruised leg. Good job, Marika! We also had plenty porridge with bread that morning and it only cost us 1 Cedi, which equals a bit less than 0.25€, per person!
Kintampo Falls was impressive, it was such a huge waterfall! Luckily I didn’t slip on the wet stones… our guide did instead. I don’t think she hurt herself, because she just went for a swim in her already wet clothes. She got us a taxi to Fuller Falls – and also got in with us! The girl apparently decided to go and have a good time with the white people. Fuller Falls was more of a quiet place and very beautiful in it’s own way, so we spent some time there before we went back to Kintampo in a tiny car with seven people jammed in there while listening to loud Ghanaian music! Mary, our guide, sat on my lap and got away without paying anything for that drive. In Ghana you pay per seat and I paid mine/ ours… When she asked to join us for Boabeng-Fiema her adventure had ended and we went on our own. And guess what, we even got a good price for our taxi! We paid 45 Cedis and another Obruni we met there paid 90… Justice also said we got a good price, which makes us feel very good about ourselves.
Now the time has come for a formal apology: Justice, I am sorry for misspelling your name in my previous entries!
The guest house we stayed at (after we survived our taxi ride through a muddy river/ street) was a quiet place with a relaxing atmosphere and we spent the rainy afternoon in a hut playing games.
The next day was just plain amazing! We saw and fed monkeys, climbed up the remnants of a tree that had been eaten by some sort of parasite and had a look at the monkey cemetery. Our guided walk also included a rather scary conversation with our guide:
Guide: Wait, I think I just heard the sound of a black cobra.
Group member: Is it dangerous?
Guide: Yes, yes, very dangerous.
Group member: Does it dig up the ground like that?
(I was standing on „that“)
Guide: Yes, it does that.
Group member: How big is it?
Guide: As big as this tree stump (had about the diameter of my hand) and one meter tall.

Needless to say that I was afraid of meeting that cobra… and luckily we didn’t.

The other Obruni shared a guide with us and went back to Kumasi with us – and put up his tent at our school. It always is nice to make new friends..
Our trip wasn’t the way we thought it would be, it was even better! Jana and I are already planning our next one…

Travelling!!!!


Was für ein Wochenende…

Angefangen mit der anstrengenden Hinfahrt, aufgehört mit unglaublichen Erfahrungen.

Wir haben es am Samstag wirklich noch geschafft, vor dem Sonnenuntergang in unserer Unterkunft zu sein! Die Wartezeit kann man teilweise ganz gut wieder aufholen, indem man die wirklich wenigen Geschwindigkeitsbegrenzungen ignoriert (zu praktisch, dass die meisten Tachos in den Autos hier nicht funktionieren).  Außerdem hat ein Trotro natürlich eine Wahnsinns Kurvenlage und überholen mit freier Sicht wird sowieso überbewertet…
Soweit so gut. Wir waren am Ende des Tages einfach nur froh, angekommen zu sein. Leider hatte unsere Unterkunft kein fließendes Wasser und aus dem Bad hat es auch noch gestunken, aber ich gehe jetzt mal lieber nicht ins Detail. Dafür hat jede von uns nur 15 Cedis gezahlt!

Am nächsten Morgen gab es zum Frühstück Porage an der Straße. Ihr könnt euch das nicht vorstellen, aber es ist einfach schön sich für 1 Cedi pro Person ein Frühstück an der Straße zu besorgen, das auch noch echt lecker ist. Zu dem Porage (das nach Ingwer geschmeckt hat) gab es leckeres Brot. Wir sind dann auf einer Holzbank gesessen, haben gegessen und währenddessen dem Mädchen neben uns dabei zugeschaut, wie sie irgendwas frittiert hat. Das war einfach so typisch ghanaisch…

Danach ging es dann direkt zu den Kintampo Falls. Diese bestanden hauptsächlich aus dem einen, großen Wasserfall, den ihr auf dem ersten Foto sehen könnt. Wenn man direkt davor gestanden ist und nach oben geschaut hat, war das wirklich beeindruckend. Für diese Mini-Tour hatten wir einen Guide, Mary. Das lustige daran war dann, dass sie meinte sie besorgt uns ein Taxi zu Fuller Falls, wo wir anschließend hin wollten. Das hat sie auch gemacht, aber sie ist gleichzeitig auch einfach mitgekommen. Wir haben natürlich immer zahlen müssen und sie nicht. Naja, dafür hat sie uns beide Wasserfälle gezeigt.
Fuller Falls waren dann nicht so beeindruckend wie Kintampo Falls, dafür aber schöner. Wie auf dem zweiten Bild zu erkennen ist, sind die Fuller Falls langgezogener und wirklich schön. Da die Fuller Falls extrem abgelegen sind und da nur selten ein Taxi vorbeikommt, sind wir auf der Rückfahrt in einem Auto, so groß wie ein Toyota Aygo, zu siebt gesessen. Dazu kamen dann noch unsere Rucksäcke und das viele Gepäck der anderen Reisenden. Da sag noch mal jemand, mein Polo sei klein…

Nach den Wasserfällen wollten wir dann eigentlich ein Trotro zu dem Affendorf nehmen. Mary hat uns aber ein Taxi organisiert. Der Fahrer hat am Anfang 600 Cedis von uns verlangt. Da haben wir natürlich heftig protestiert, in echt meinte er 60 Cedis, aber die Ghanaer hängen oft noch eine Null daran. Vor ein paar Jahren gab es hier nämlich eine Währungsreform, an die sich viele noch nicht gewöhnt haben. Am Ende war unser Preis für das Taxi dann 45 Cedis. Wir dachten am Anfang, dass das teuer ist, aber das war es nicht! Die Strecke war wirklich lang und es hat geschüttet und wir waren auf einer Schlammstraße unterwegs. Ich habe aus meinem Fenster nur die braunen Wasserfontänen gesehen und der Fahrer hat ständig die Scheibe mit einem Lappen wischen müssen. Danach war ich mal wieder froh, den ghanaischen Verkehr unbeschadet überstanden zu haben… Das Taxi war übrigens am Ende fast schon billig, Justice fand den Preis fair und ein anderer Obruni, den wir getroffen haben, hat für die gleiche Strecke 90 Cedis gezahlt!

Unsere nächste Unterkunft war wirklich sehr schön, zwar mitten im Wald und total abgelegen, aber schön ruhig. Außerdem hat die Besitzerin uns Nudeln gekocht und zum Frühstück gab es Pancakes (Marika will mir allerdings noch die „echten amerikanischen“ Pancakes machen).
Da haben wir dann auch Dane getroffen. Er ist aus den USA und will das ganze nächste Jahr reisen.

Zusammen mit Dane haben wir dann heute Früh unsere Affen-Tour gemacht. Der erste Stopp, war der coole Baum auf dem dritten Bild. Innen befindet sich nichts mehr und man konnte darin klettern. Das war wirklich aufregend und man hatte einen tollen Blick von oben.
Nach den Baum ging es dann zu den Affen. Mit Bananen in der Hand, mussten wir nicht lange warten und schon nach kurzer Zeit, sind die ersten Affen an uns hoch gesprungen und haben uns aus der Hand gegessen. Das war eine unglaubliche Erfahrung. Diese wilden Tiere so nah erleben zu dürfen, war wirklich unfassbar und das werde ich nie vergessen!
Die Affen sind in ihrem Dorf übrigens heilig und werden nicht von den Einwohnern gegessen. Es gibt sogar einen eigenen Affenfriedhof und anscheinend kommen die Affen zum Sterben ins Dorf, dass sie dann begraben werden können.
Die Affentour war wirklich ein neues Highlight hier in Ghana!!!!

Die Heimreise verlief dann ausnahmsweise mal perfekt. Lustigerweise hatte Dane auch vor, nach Kumasi zu fahren und dann haben wir ihm angeboten, mit zur Schule zu kommen. Mit KK’s Erlaubnis schläft er jetzt hier in seinem Zelt. Wir haben dann die Gelegenheit genutzt und ihm zusammen mit Justice, Egg and Bread gezeigt.
Esther hat sich übrigens riesig gefreut, dass wir wieder hier sind. Und auch ich bin froh, wieder in meinem eigenen Bett zu liegen. Manche Gewohnheiten ändern sich einfach nie, egal wo man ist. 🙂

Gute Nacht ihr alle