Archiv der Kategorie: Lea, Nürnberg

Leo Konrad
September 2011 bis Februar 2012
Kindergarten Denchemouso

Zweiter Versuch: Impressions


Millicent, die Sekretaerin der Schule

Tochter von Millicent

Harriet, unsere Schneiderin und Fufu-Mama ;)

Tochter von Harriet

Schueler von Sabine in der Berufsschule

Sabine und Eva

Kindergarten

Kerlin, ein Kindergartenkind

Der Kiosk von nebenan :)

Unsere Kueche

Unser Badezimmer

Ausflug nach Kumasi: Das Bild entstand, da der Junge unbedingt ein Foto mit uns machen wollte. Nur leider hat er jetzt nichts von dem Foto, dafuer bekommt ihr es jetzt zu sehen! ;)

 

Liebe Gruesse,

Lea

 

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Hallo Blogleser,

es ist mal wieder an der Zeit einen kleinen Bericht zu verfassen. 😉

Ich beginne mit meinen letzten zwei Arbeitswochen, die ziemlich anstrengend und frustrierend waren. Montag letzte Woche war ich eine halbe Stunde alleine mit den Kids und es ging drunter und drüber! An der Primary School war eine Versammlung und so haben die Lehrerinnen mich gebeten auf die Kinder aufzupassen und ich sollte schauen, dass sie im Gebäude bleiben und nicht auf dem ganzen Gelände rumspringen. War leichter gesagt als getan und es ist mir leider nicht ganz gelungen. Die Kinder sehen in mir (noch) keine Respektperson, was auch verständlich ist, wenn ich mir die ghanaische Erziehungsmethode anschaue. Wenn ich jedes Mal nur geschlagen werden würde, würde ich auch auf nichts anderes mehr reagieren… Und wenn dazu noch die Kommunikationsprobleme kommen, könnt ihr euch vorstellen wie schwierig es ist den Kindern klar zu machen was erwünscht ist und was sie zu lassen haben. Die Kinder werden zum Teil richtig fest geschlagen und meine Argumente dagegen haben die Lehrer bisher (noch) nicht überzeugt. Ein Lehrer meinte nach einem Gespräch:“Ok, ich werde versuchen die Kinder nicht mehr zu schlagen, Dir zuliebe!“                       Na super, da muss ich wohl noch Überzeugungsarbeit leisten…                                                                  Doch trotz aller Schwierigkeiten gibt es auch echt schöne Momente in denen ich das Gefühl habe, dass ich auch schon mit kleinen Dingen etwas bewirken kann. Und das ist auch wichtig, denn an den Grundstrukturen werde ich nichts ändern können.

Letzten Mittwoch habe ich der Lehrerin vom KG2 gesagt, dass ich Unterrichtsstunden haben möchte um mit den Kindern etwas zu machen. Sie war sofort einverstanden und lässt mir freie Hand. Ich kann mich voll austoben und werde ganz unterschiedliche Dinge versuchen! 😉 Von den verschiedensten Spielen über kleine sportliche Aktivitäten, Erlebnispädagogik bis hin zu kreativen Aufgaben wird alles dabei sein… ich hoffe es wird mit Unterstützung der anwesenden Lehrerin funktionieren!! Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

Doch ich bin ja zum Glück nicht nur zum Arbeiten hier: Letzten Samstag waren wir auf einer Hochzeit eingeladen, der Administrator der deutsch-ghanaischen Schule heiratete und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert und sehr interessant. Die Hochzeit war in Koforidua und so mussten wir erst mal ca. 3 Stunden mit einem Bus hinfahren. Frühes Aufstehen war angesagt!! Zuerst war ein zweistündiger Gottesdienst, der sehr lebendig war. Laute Musik, Tanz, Zwischenrufe und ein Kommen und Gehen prägen den ghanaischen Gottesdienst. Anschließend war offizieller Fototermin, es wurde extra eine Rangordnung festgelegt wer wann ein Foto mit dem Brautpaar machen darf/muss. Danach sind wir in eine Art Gemeindehalle gegangen und es gab noch ein kleines offizielles Programm.  Es wurde gesungen, Geld für das Brautpaar gesammelt, gegessen und getrunken. Wir haben uns schon auf ein leckeres Essen gefreut doch das blieb leider aus! Jeder bekam eine kleine Schachtel mit Reis und Chicken zum Mitnehmen.  Das Programm hat sich dann auch ziemlich schnell erledigt gehabt und so machten wir uns um ca. 15 Uhr schon wieder auf den Heimweg. Die Heimfahrt war allerdings nicht so entspannt wie am Morgen. Wir kamen in einen Stau, es folgte ein liegengebliebenes Auto und anschließend war noch eine kleine Polizeikontrolle. Um 21 Uhr waren wir dann erschöpft von der langen Fahrt wieder Zuhause.Sorry, ich habe leider nicht viele Bilder von der Hochzeit gemacht…

Was mache ich eigentlich sonst so den ganzen Tag in Ghana?

Gute Frage, denn es ist gar nicht so einfach sich sinnvoll zu beschäftigen, weil es hier einfach viel weniger Möglichkeiten und Angebote gibt. Diese Woche wollten wir mit unserem Sportprogramm beginnen, doch es hat noch nicht so ganz geklappt. Im Nachbardorf an der Uni befindet sich ein „Sportplatz“, besser gesagt ein Basketballkorb und ein Volleyballnetz auf einem Hartplatz. 😉 Doch es hat die Woche über leider viel geregnet und so mussten wir es immer wieder verschieben. Doch ich bin mal gespannt was die Ghanaer in Sachen Volleyball zu bieten haben und freue mich darauf!! Dafür bin ich dann mit Dennis joggen gegangen, was für die Ghanaer eine ziemliche Attraktion ist. Zwei Weiße beim Joggen sieht man ja schließlich nicht alle Tage!! 😉

Ansonsten wird viel gelesen, Musik gehört, Karten und Singstar gespielt, jegliche Spiele auf Laptop und Handy ausprobiert, gekocht, Wäsche gewaschen, Englisch/Twi gelernt, Unterricht vorbereitet und telefoniert. Wenn man Ghanaern seine Handynummer gibt ist das so eine Sache für sich. Sie rufen ständig an, egal zu welcher Uhrzeit und wollen einfach nur wissen wie es einem geht. Klingt ganz nett, kann aber auch ziemlich anstrengend werden…Wir haben echt schon nette Menschen kennengelernt, die uns auch ab und an einen Besuch abstatten. 🙂

Und dann gibt es natürlich noch unsere Radiosendung! Jeden Donnerstag sind wir von 17-17.30 Uhr zu Gast beim Radiosender der Universität, die ca. 15 Minuten Fußweg entfernt ist. Deutsch Unterricht steht auf dem Programm, eine ziemlich witzige Aktion. Es gibt jede Woche ein anders Thema, ein paar Vokabeln und ein bis zwei deutsche Lieder. Wir werden hier noch berühmt! 😉

Gesundheitlich geht es mir ganz gut, bis auf eine allergische Reaktion, die ich auf Grund einer Nusssuppe hatte, gab es bisher keine schlimmen Vorfälle. Ja, die Nusssuppe ist eine Geschichte für sich. 😉 Kurz und knapp: Mir ging es ca. eine Stunde ziemlich dreckig, ihr wisst ja wie ich auf Nüsse reagiere. Hab dann gleich Tabletten und jegliches Zeug genommen und zum Glück ging es mir dann relativ schnell wieder besser. Es war mir eine Lehre! 😉

So weit so gut, ich werde mich wieder melden!

Was gibt’s eigentlich bei euch Neues? 😉

Liebe Grüße aus der Ferne,

Lea

Die neusten News aus Denchemouso und Umgebung!!


Hallo Blogleser,

es ist mal wieder an der Zeit einen kleinen Bericht zu verfassen. ;)

Ich beginne mit meinen letzten zwei Arbeitswochen, die ziemlich anstrengend und frustrierend waren. Montag letzte Woche war ich eine halbe Stunde alleine mit den Kids und es ging drunter und drüber! An der Primary School war eine Versammlung und so haben die Lehrerinnen mich gebeten auf die Kinder aufzupassen und ich sollte schauen, dass sie im Gebäude bleiben und nicht auf dem ganzen Gelände rumspringen. War leichter gesagt als getan und es ist mir leider nicht ganz gelungen. Die Kinder sehen in mir (noch) keine Respektperson, was auch verständlich ist, wenn ich mir die ghanaische Erziehungsmethode anschaue. Wenn ich jedes Mal nur geschlagen werden würde, würde ich auch auf nichts anderes mehr reagieren… Und wenn dazu noch die Kommunikationsprobleme kommen, könnt ihr euch vorstellen wie schwierig es ist den Kindern klar zu machen was erwünscht ist und was sie zu lassen haben. Die Kinder werden zum Teil richtig fest geschlagen und meine Argumente dagegen haben die Lehrer bisher (noch) nicht überzeugt. Ein Lehrer meinte nach einem Gespräch:“Ok, ich werde versuchen die Kinder nicht mehr zu schlagen, Dir zuliebe!“                       Na super, da muss ich wohl noch Überzeugungsarbeit leisten…                                                                  Doch trotz aller Schwierigkeiten gibt es auch echt schöne Momente in denen ich das Gefühl habe, dass ich auch schon mit kleinen Dingen etwas bewirken kann. Und das ist auch wichtig, denn an den Grundstrukturen werde ich nichts ändern können.

Letzten Mittwoch habe ich der Lehrerin vom KG2 gesagt, dass ich Unterrichtsstunden haben möchte um mit den Kindern etwas zu machen. Sie war sofort einverstanden und lässt mir freie Hand. Ich kann mich voll austoben und werde ganz unterschiedliche Dinge versuchen! ;) Von den verschiedensten Spielen über kleine sportliche Aktivitäten, Erlebnispädagogik bis hin zu kreativen Aufgaben wird alles dabei sein… ich hoffe es wird mit Unterstützung der anwesenden Lehrerin funktionieren!! Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

Doch ich bin ja zum Glück nicht nur zum Arbeiten hier: Letzten Samstag waren wir auf einer Hochzeit eingeladen, der Administrator der deutsch-ghanaischen Schule heiratete und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert und sehr interessant. Die Hochzeit war in Koforidua und so mussten wir erst mal ca. 3 Stunden mit einem Bus hinfahren. Frühes Aufstehen war angesagt!! Zuerst war ein zweistündiger Gottesdienst, der sehr lebendig war. Laute Musik, Tanz, Zwischenrufe und ein Kommen und Gehen prägen den ghanaischen Gottesdienst. Anschließend war offizieller Fototermin, es wurde extra eine Rangordnung festgelegt wer wann ein Foto mit dem Brautpaar machen darf/muss. Danach sind wir in eine Art Gemeindehalle gegangen und es gab noch ein kleines offizielles Programm.  Es wurde gesungen, Geld für das Brautpaar gesammelt, gegessen und getrunken. Wir haben uns schon auf ein leckeres Essen gefreut doch das blieb leider aus! Jeder bekam eine kleine Schachtel mit Reis und Chicken zum Mitnehmen.  Das Programm hat sich dann auch ziemlich schnell erledigt gehabt und so machten wir uns um ca. 15 Uhr schon wieder auf den Heimweg. Die Heimfahrt war allerdings nicht so entspannt wie am Morgen. Wir kamen in einen Stau, es folgte ein liegengebliebenes Auto und anschließend war noch eine kleine Polizeikontrolle. Um 21 Uhr waren wir dann erschöpft von der langen Fahrt wieder Zuhause.Sorry, ich habe leider nicht viele Bilder von der Hochzeit gemacht…

Was mache ich eigentlich sonst so den ganzen Tag in Ghana?

Gute Frage, denn es ist gar nicht so einfach sich sinnvoll zu beschäftigen, weil es hier einfach viel weniger Möglichkeiten und Angebote gibt. Diese Woche wollten wir mit unserem Sportprogramm beginnen, doch es hat noch nicht so ganz geklappt. Im Nachbardorf an der Uni befindet sich ein „Sportplatz“, besser gesagt ein Basketballkorb und ein Volleyballnetz auf einem Hartplatz. ;) Doch es hat die Woche über leider viel geregnet und so mussten wir es immer wieder verschieben. Doch ich bin mal gespannt was die Ghanaer in Sachen Volleyball zu bieten haben und freue mich darauf!! Dafür bin ich dann mit Dennis joggen gegangen, was für die Ghanaer eine ziemliche Attraktion ist. Zwei Weiße beim Joggen sieht man ja schließlich nicht alle Tage!! ;)

Ansonsten wird viel gelesen, Musik gehört, Karten und Singstar gespielt, jegliche Spiele auf Laptop und Handy ausprobiert, gekocht, Wäsche gewaschen, Englisch/Twi gelernt, Unterricht vorbereitet und telefoniert. Wenn man Ghanaern seine Handynummer gibt ist das so eine Sache für sich. Sie rufen ständig an, egal zu welcher Uhrzeit und wollen einfach nur wissen wie es einem geht. Klingt ganz nett, kann aber auch ziemlich anstrengend werden…Wir haben echt schon nette Menschen kennengelernt, die uns auch ab und an einen Besuch abstatten. :)

Und dann gibt es natürlich noch unsere Radiosendung! Jeden Donnerstag sind wir von 17-17.30 Uhr zu Gast beim Radiosender der Universität, die ca. 15 Minuten Fußweg entfernt ist. Deutsch Unterricht steht auf dem Programm, eine ziemlich witzige Aktion. Es gibt jede Woche ein anders Thema, ein paar Vokabeln und ein bis zwei deutsche Lieder. Wir werden hier noch berühmt! ;)

Gesundheitlich geht es mir ganz gut, bis auf eine allergische Reaktion, die ich auf Grund einer Nusssuppe hatte, gab es bisher keine schlimmen Vorfälle. Ja, die Nusssuppe ist eine Geschichte für sich. ;) Kurz und knapp: Mir ging es ca. eine Stunde ziemlich dreckig, ihr wisst ja wie ich auf Nüsse reagiere. Hab dann gleich Tabletten und jegliches Zeug genommen und zum Glück ging es mir dann relativ schnell wieder besser. Es war mir eine Lehre! ;)

Wer mir mal eine Post schicken moechte: P.O. Box KS 9004, Adum-Kumasi

So weit so gut, ich werde mich wieder melden!

Was gibt’s eigentlich bei euch Neues? ;)

Liebe Grüße aus der Ferne,

Lea

Meine zweite Arbeitswoche


Hallo ihr Lieben,

meine zweite Arbeitswoche ist nun zu Ende, der Unterricht hat begonnen und somit ist auch ein bisschen Routine in die Arbeit gekommen. Bevor der Unterricht beginnt ist jeden Morgen „morning assembly“: Die Kinder stellen sich in ihren Gruppen auf und es wird gemeinsam gebetet. Eigentlich eine schöne Sache, aber die Kinder müssen in Reih und Glied stehen, die Hände auf die Schultern des Vordermanns und niemand darf sich bewegen. Eine schöne Atmosphäre und Stimmung kommt so leider nicht auf…

Danach sollten die Kinder in Gleichschritt in ihre Klassen laufen und der Unterricht beginnt. Auf dem Lehrplan steht Lesen/Schreiben, Englisch und Mathe. Diese Woche war ich immer in der KG 2, die Klasse mit den ältesten Schülern, da hier am meisten Englisch gesprochen wird. Ich habe mich in den Unterricht gesetzt und den Kindern bei ihren Aufgaben geholfen. Sie haben sich total gefreut wenn ich zu ihnen gekommen bin oder mir ihre Ergebnisse angeschaut habe. Ich habe mir vor allem Zeit für die schwächeren Schüler genommen, da diese hier total untergehen. Wer Probleme oder Schwierigkeiten hat muss schauen wie er zurechtkommt. Die Lehrerin erklärt Dinge ein oder zweimal und dann sollten sie begriffen werden.

In einer Englischstunde ging es um Begriffe rund ums Essen und die Schüler bekamen schließlich ein Papier und einen Stift und sollten ein Essen von einem Plakat abmalen. Ein Junge kam dann immer zu mir gelaufen und hat mir sein Blatt hingestreckt, da ich ihn aber absolut nicht verstanden habe, bin ich mit ihm zu der Lehrerin gegangen. Bei ihr hat er dann angefangen zu heulen und gesagt, dass er nicht malen kann. Die Lehrerin hat dann angefangen zu lachen, hat ihn weggeschickt und gemeint er soll es nochmal versuchen. Ich habe mich dann zu ihm gesetzt, hab ihm geholfen und er konnte dann ausmalen.

Ein anderer Junge ist Linkshänder und schreibt Wörter oder auch Zahlen verkehrt rum. Auch mit ihm müsste man sich eigentlich hinsetzen und sich Zeit nehmen ihm es schnell richtig beizubringen, aber diese Zeit bringt hier leider niemand auf. Die Lehrerinnen müssen sich um alle Schüler kümmern und ich glaube kaum, dass die Kinder von Zuhause viel Unterstützung bekommen. Ich hoffe, dass die Kinder in der Grundschule dann noch aufgefangen werden, aber irgendwie habe ich da so meine Zweifel, wenn ich mir hier die Arbeitsmoral der Lehrer anschaue.Die Kinder sind von 8-14 Uhr im Kindergarten, es gibt zwei große Pausen, in denen es etwas zu essen gibt und ansonsten wird unterrichtet wie die Lehrerinnen gerade Lust haben. Mal mehr und mal weniger…Nächste Woche schaue ich mir den Unterricht in den anderen zwei Klassen an, hier wird mehr getanzt und gesungen. Das ist echt immer total süß wenn die Kleinen anfangen zu tanzen und zu singen. Die anderen Lehrerinnen haben mic h gebeten doch auch mal in ihre Klassen zu kommen, ich soll ihre Unterrichtsmethoden beurteilen und ein bisschen von Deutschland erzählen. So dass ich von ihnen lernen kann und sie von mir, das fand ich ganz schön. Bin mal gespannt was mich noch alles so erwartet!

Ansonsten waren Sabine und ich diese Woche noch in der Stadt um einen Stoff zu kaufen. Wir sind nächstes Wochenende zu einer Hochzeit eingeladen und lassen uns dafür ein Kleid schneidern. Ich werde Fotos machen… 😉 Den ersten Malariafall gab es unter uns Deutschen leider auch schon, aber er hat es heil überstanden und ist wieder auf den Beinen. Außerdem war diese Woche auf unserem Campus ziemlich was los, ca. 100 angehende Feuerwehrleute bezogen bei uns Quartier und waren die Woche über auf dem Gelände, da die Schüler der Berufsschule noch nicht da sind konnten sie in die Schule ziehen. Was die Feuerwehrleute aber genau gemacht haben, konnte uns niemand sagen. Sie meinten immer nur, sie hätten Training. Wir haben sie aber immer nur beim Wäschewaschen gesehen… Naja, es war auf jeden Fall sehr laut und wir sind froh wenn unsere Schüler dann mal kommen.

Viele Grüße und ein paar Sonnenstrahlen,

Lea

Die Sonnenuntergaenge sind hier so schoen! :)

 

Praktikumsbeginn


Ein herzliches Hallo in die Heimat,

am 13. September war offizieller Praktikumsbeginn. Aber die Ghanaer lassen alles ein bisschen ruhiger angehen und so wird in der ersten Woche nach den Ferien weder an den Schulen noch in den Kindergärten unterrichtet. Die Woche wird „opening-week“ genannt und die Schüler dürfen das Schulgebäude bzw. das Gelände wieder auf Vordermann bringen.

Ich arbeite im Kindergarten, der sich neben der Primary School befindet. Doch ihr dürft euch jetzt keinen deutschen Kindergarten als Vergleich vorstellen. Vorschule wäre eher die passendere Bezeichnung. Es handelt sich um ein Gebäude mit verschiedenen Räumen, die alle als Klassenzimmer genutzt werden. Es gibt keine Spielecken, keine Sofas, keine Kuschelecken, keine Leseecken … den Kindern bleiben drei Springseile und drei alte Autoreifen zum Spielen.

Da auch schon die Kinder im Kindergarten in Lesen und Schreiben und ein bisschen in Mathe unterrichtet werden, beginnt auch hier der „normale“ Ablauf erst nächste Woche. Also nahm ich an, dass in der ersten Woche mit den Kindern hauptsächlich gespielt wird, aber da lag ich wohl ein bisschen falsch: Die Erzieherinnen bzw. Lehrerinnen waren da, aber interessierten sich nicht wirklich für die Kinder. Ca. 50 Kinder rennen schreiend im Gebäude rum und versuchen sich irgendwie zu beschäftigen. Die Frauen sitzen aber nur in einer Ecke und unterhalten sich. Von 8 -13 Uhr waren die Kinder da und das einzige was die Erzieherinnen zu Stande brachten war das Verteilen von Brot und etwas zum Trinken so gegen 11 Uhr. Auch für mich haben sie sich nicht wirklich interessiert. Die Kids waren dafür umso begeisterter mich zu sehen. Als ich reinkam rannten ca. 20 Kinder auf mich zu und wollten mich nicht mehr loslassen.

Nur rumsitzen war mir dann zu doof und bei dem Ansturm auch nicht möglich und so habe ich versucht mich mit den Kindern zu beschäftigen. Doch wie erklärt man 3-6 jährigen Kindern, die kaum Englisch sprechen, ein Spiel? Ich habe es mit Händen und Füßen versucht und es ist mir teilweise gelungen. Stille Post und Faules Ei haben wir gerade so hinbekommen. 😉

Wer mich kennt weiß, dass ich mich schnell für Kinder begeistern kann und gerne und viel Zeit mit ihnen verbringe. Doch fünf Stunden ununterbrochenes Kindergeschrei, alle in Aktion, jeder möchte einen berühren und streicheln, auf dem Arm getragen werden … waren  dann doch ziemlich anstrengend und ich war froh als ich wieder meine Ruhe hatte.

Am zweiten Tag habe ich ein paar Ravensburger Spiele mit in den Kindergarten gebracht. Die Kinder waren begeistert doch es war auch ziemlich anstrengend. Die Gefahr, dass etwas kaputt oder verloren geht ist sehr hoch, denn die Kinder wissen einfach nicht, wie man mit Spielsachen umgeht.

Ansonsten ist nicht viel passiert, die Erzieherinnen haben sich die ganze Woche über nicht für die Kinder interessiert. Komischerweise fällt den Frauen aber gleich auf wenn die Kinder etwas falsch machen und dann werden sie angeschrien.

Ich bin gespannt was mich nächste Woche alles erwartet, wie der Unterricht ablaufen wird und werde euch berichten. ,)

 

Liebe Grüße,

Lea

… und die Reise ging weiter!


Hallo Deutschland,

um uns die Zeit bis zu unserem Praktikumsbeginn noch sinnvoll zu vertreiben gingen wir letzten Donnerstag (08.09.11) nochmal auf Tour um Land und Leute kennenzulernen. Sich hier die Zeit sinnvoll zu vertreiben ist gar nicht so einfach. Unser Dorf ist nicht sehr groß und

DSC04425

dementsprechend gering sind die Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Die Einheimischen sitzen vor oder in ihren Häuschen, kochen, waschen, reden oder verkaufen ihre Waren. Die Kinder spielen auf den Straßen mit Dingen, die da halt gerade rumliegen. Es gibt bis jetzt weder einen Spielplatz noch einen Sportplatz (ist in Planung). Erstaunlich viel Fernseher nutzen die Ghanaer. Meist steht im „Wohnzimmer“ nichts außer einem Fernseher und einer Sitzmöglichkeit.
Um der Langeweile zu entgehen sind wir dann am Donnerstag nach Koforidua gefahren. Koforidua ist die Hauptstadt der Ostregion mit ca. 70000 Einwohnern. Umgeben von den Kwahu-Bergen ist die Landschaft in der Region sehr schön. Donnerstags ist in der Stadt immer Perlenmarkt. Schmuck aus ganz verschiedenen Perlen wird hier angeboten und verkauft, ein kleines Paradies für uns Mädels. Wir haben natürlich auch fleißig eingekauft. 
Essen waren wir in einem kleinen Fast Food Restaurant, endlich mal eine Abwechslung zum ghanaischen Essen. Die Burger haben zwar eigentlich gar nicht so gut geschmeckt aber der Versuchung konnten wir einfach nicht widerstehen. Das ghanaische Essen ist nicht sehr abwechslungsreich, doch so langsam haben wir uns an den täglichen Reis gewöhnt. An was ich mich leider gar nicht gewöhnen kann, ist, dass es kein Frühstück gibt. Ich vermisse unser deutsches Frühstück!!
Am Freitag sind wir dann in die Natur gegangen und schauten uns die Boti Waterfalls an. Wir waren in der Gegend ein bisschen Wandern und genossen die Landschaft. Ich staune immer wieder darüber wie plötzlich aus dem Nichts kleine Dörfer auftauchen, die wirklich bewohnt werden. Mitten im Wald stehen auf einmal Einheimische vor ihren Hütten. Fotografieren darf man dann nur wenn man ihnen Geld gibt. Mit dem Fotografieren ist es eh eine schwierige Sache. Die Erwachsenen wollen nicht gerne fotografiert werden, das verstehe ich auch. Aber sie sehen es dann als selbstverständlich an, dass sie uns ohne fragen fotografieren dürfen…
Freitagabend sind Sabine, Jakob und ich noch etwas trinken gegangen. Wir saßen auf dem Marktplatz, der abends anscheinend als Bar umfunktioniert wird und wurden schon bald von Ghanaern angesprochen, die sich dann auch gleich zu uns setzten.
Nach kurzem Kennenlernen bekamen wir auch schon unseren ersten Heiratsantrag. 😉 Da ich mir aber meinen Heiratsantrag immer irgendwie anders vorgestellt habe, lehnte ich dankend ab und meinte dass ich noch zu jung zum Heiraten bin, da lachten mich die Männer aber nur aus.
Jaja, so schnell kann es gehen. 😉
Das Traurige ist, dass die Jungs alle nach Europa wollen. Viele denken, dass bei uns das Geld auf den Bäumen wächst und wir im Paradies leben. Einer der Jungen meinte, dass wir Europäer leicht ein Visum für Afrika bekommen, da jeder weiß, dass wir eh nicht dort bleiben wollen. Afrikaner hingegen bekommen nur schwer ein Visum für Europa, da alle bleiben wollen. War schon krass wie er das so direkt sagte.
Am Samstag sind Sabine und ich noch alleine weitergezogen. Unser erstes Ziel war das Kakao-Institut in New Tafo. Das Institut betreibt Forschung in Sachen Kakao, Kaffee und Tee und setzt sich mit den Krankheiten der Kakaopflanze auseinander. Leider war Samstag und somit wurden keine öffentlichen Führungen und Besichtigungen angeboten. Außer den Security Leuten war auch niemand anwesend. Doch wir hatten Glück und der Chef der Security Abteilung hatte Erbarmen mit uns und führte uns ein wenig im Institut herum. Er war wirklich freundlich und wusste auch viel zu erzählen. Da Sabine Agrarwissenschaften studiert war das genau das richtige Ausflugsziel für uns.
Anschließend sind wir in die Berge gefahren und wollten dort eine kleine Wanderung zu einem heiligen Felsen unternehmen. Dies war jedoch nicht ganz so einfach. Niemand wusste wie wir dort genau hinkommen und so wurden wir von ein paar Ghanaern begleitet. Da es aber gar kein Wanderweg gab und uns es im hohen Gestrüpp zu unheimlich wurde haben wir schließlich aufgegeben und sind zurück ins Dorf gegangen, wo wir eine Nacht übernachteten.
Sonntagmorgen ging es dann wieder zurück nach Kumasi.

Am Dienstag wird voraussichtlich der Ernst des Lebens wieder beginnen. Ich bin mal gespannt ob alles klappt und werde dann von meiner Arbeit im Kindergarten berichten.

Viele Grüße,
Lea

Trip to Tamale and the Mole Nationlapark


Hallo Blogleser,

erstmal ein Dankeschoen fuer eure Kommentare, freut mich zu lesen!! :)

Da meine Arbeit im Kindergarten/Vorschule erst am 13. September beginnt und die Ferien an den Schulen zum Teil erst am 19.September zu Ende gehen, nutzten wir die Zeit und machten uns auf den Weg das Land zu erkunden. Unser erstes Ziel hieß Tamale, eine Stadt im Norden Ghanas.

Freitagmorgen stellten wir uns schon früh den Wecker, so dass wir den ersten Bus nach Tamale bekommen haben. In Ghana beginnen die Tage eh viel früher als in Deutschland. Um 6 Uhr morgens herrscht schon reger Marktbetrieb und die Straßen füllen sich, auch an den Wochenenden. Knapp 400 Kilometer sind es von Kumasi nach Tamale, den Straßen Ghanas entsprechend waren wir dann ca. 6 Stunden unterwegs. Die Busfahrten sind nicht immer sehr angenehm, es wird erst losgefahren bis wirklich alle Sitzplätze belegt sind und dann werden noch Stehplätze vergeben. Die Dreckpisten und Schlaglöcher in den Straßen sorgen für eine schlaflose Fahrt und wenn dann noch die Hitze dazukommt könnt ihr euch vorstellen wie es in dem Bus zugeht.

In Tamale haben wir uns dann ein Hotel gesucht und sind abends noch in eine Bar etwas trinken gegangen. Wir waren auf einer Dachterrasse auf der ein DJ auflegte. Wenn in Ghana Musik läuft fangen gleich viele an zu tanzen, vor allem die Jungs. Das ist echt richtig cool! Und die Ghanaer tanzen auch wirklich gut, da mussten wir uns erst mal überwinden überhaupt auf die Tanzfläche zu gehen. ;) Zumal man als Weiße eh immer beobachtet und angesprochen wird.

Am nächsten Tag sind wir dann in das sogenannte „cultural centre“ gegangen, ein kleiner Markt wo viele Künstler ihre Sachen ausstellen und verkaufen. Bilder, Schmuck, Taschen, Schüsseln…

Der Norden Ghanas ist sehr muslimisch geprägt, so sind in Tamale viele Moscheen zu finden und auch auf den Straßen wird viel gebetet. Auffallend ist, dass die Moscheen sehr schön und gleich als solche erkennbar sind. Christliche Kirchen dagegen sind meist nur einfache Häuser mit der Aufschrift „Church“.

Samstagmittag machten wir uns dann auf den Weg zum Mole Nationalpark. Wir kamen abends dort an und als wir unser Zimmer beziehen wollten lagen erst mal drei Wildschweine vor unserer Türe, die beseitigt werden mussten. Am nächsten Morgen war dann eine kleine Safaritour mit einem Guide angesagt. Gummistiefel wurden angezogen und ab gings in den Busch. Wir wurden belohnt und die Elefanten zeigten sich. Löwen, Leoparden oder andere Wildkatzen hielten sich von uns fern, leben aber laut Reiseführer auch dort. Ansonsten waren noch Antilopen, Gazellen, Affen, und Wildschweine zu sehen.

Sehr cool war, dass das Hotel einen kleinen Pool hatte (dafür gab es pro Tag nur zwei Stunden fließendes Wasser) und wir so den gesamten Tag am Pool verbrachten. Es gab dort eine kleine Aussichtsplattform von der aus auch der eine oder andere Elefant sichtbar war und sich beim Trinken beobachten ließ.

Montagmorgen um 4 Uhr fuhr dann der Bus zurück nach Tamale. Da der Busfahrer wie ein Verrückter fuhr und ihm die Schlaglöcher scheinbar nichts ausmachten brauchten wir eine Stunde weniger als bei der Hinfahrt, dafür war es eine Horrorfahrt. Wir Mädels entschieden uns dann von Tamale gleich weiter Richtung Kumasi zu fahren und so waren wir dann gegen Abend wieder in Denchemouso.

Es war ein anstrengendes aber schönes Wochenende. Bei der Hitze muss man sich echt überwinden etwas zu unternehmen, aber es hat sich gelohnt! :)

Greets from Ghana