Archiv der Kategorie: Lea, Nürnberg

Leo Konrad
September 2011 bis Februar 2012
Kindergarten Denchemouso

Meine zweite Arbeitswoche


Hallo ihr Lieben,

meine zweite Arbeitswoche ist nun zu Ende, der Unterricht hat begonnen und somit ist auch ein bisschen Routine in die Arbeit gekommen. Bevor der Unterricht beginnt ist jeden Morgen „morning assembly“: Die Kinder stellen sich in ihren Gruppen auf und es wird gemeinsam gebetet. Eigentlich eine schöne Sache, aber die Kinder müssen in Reih und Glied stehen, die Hände auf die Schultern des Vordermanns und niemand darf sich bewegen. Eine schöne Atmosphäre und Stimmung kommt so leider nicht auf…

Danach sollten die Kinder in Gleichschritt in ihre Klassen laufen und der Unterricht beginnt. Auf dem Lehrplan steht Lesen/Schreiben, Englisch und Mathe. Diese Woche war ich immer in der KG 2, die Klasse mit den ältesten Schülern, da hier am meisten Englisch gesprochen wird. Ich habe mich in den Unterricht gesetzt und den Kindern bei ihren Aufgaben geholfen. Sie haben sich total gefreut wenn ich zu ihnen gekommen bin oder mir ihre Ergebnisse angeschaut habe. Ich habe mir vor allem Zeit für die schwächeren Schüler genommen, da diese hier total untergehen. Wer Probleme oder Schwierigkeiten hat muss schauen wie er zurechtkommt. Die Lehrerin erklärt Dinge ein oder zweimal und dann sollten sie begriffen werden.

In einer Englischstunde ging es um Begriffe rund ums Essen und die Schüler bekamen schließlich ein Papier und einen Stift und sollten ein Essen von einem Plakat abmalen. Ein Junge kam dann immer zu mir gelaufen und hat mir sein Blatt hingestreckt, da ich ihn aber absolut nicht verstanden habe, bin ich mit ihm zu der Lehrerin gegangen. Bei ihr hat er dann angefangen zu heulen und gesagt, dass er nicht malen kann. Die Lehrerin hat dann angefangen zu lachen, hat ihn weggeschickt und gemeint er soll es nochmal versuchen. Ich habe mich dann zu ihm gesetzt, hab ihm geholfen und er konnte dann ausmalen.

Ein anderer Junge ist Linkshänder und schreibt Wörter oder auch Zahlen verkehrt rum. Auch mit ihm müsste man sich eigentlich hinsetzen und sich Zeit nehmen ihm es schnell richtig beizubringen, aber diese Zeit bringt hier leider niemand auf. Die Lehrerinnen müssen sich um alle Schüler kümmern und ich glaube kaum, dass die Kinder von Zuhause viel Unterstützung bekommen. Ich hoffe, dass die Kinder in der Grundschule dann noch aufgefangen werden, aber irgendwie habe ich da so meine Zweifel, wenn ich mir hier die Arbeitsmoral der Lehrer anschaue.Die Kinder sind von 8-14 Uhr im Kindergarten, es gibt zwei große Pausen, in denen es etwas zu essen gibt und ansonsten wird unterrichtet wie die Lehrerinnen gerade Lust haben. Mal mehr und mal weniger…Nächste Woche schaue ich mir den Unterricht in den anderen zwei Klassen an, hier wird mehr getanzt und gesungen. Das ist echt immer total süß wenn die Kleinen anfangen zu tanzen und zu singen. Die anderen Lehrerinnen haben mic h gebeten doch auch mal in ihre Klassen zu kommen, ich soll ihre Unterrichtsmethoden beurteilen und ein bisschen von Deutschland erzählen. So dass ich von ihnen lernen kann und sie von mir, das fand ich ganz schön. Bin mal gespannt was mich noch alles so erwartet!

Ansonsten waren Sabine und ich diese Woche noch in der Stadt um einen Stoff zu kaufen. Wir sind nächstes Wochenende zu einer Hochzeit eingeladen und lassen uns dafür ein Kleid schneidern. Ich werde Fotos machen… 😉 Den ersten Malariafall gab es unter uns Deutschen leider auch schon, aber er hat es heil überstanden und ist wieder auf den Beinen. Außerdem war diese Woche auf unserem Campus ziemlich was los, ca. 100 angehende Feuerwehrleute bezogen bei uns Quartier und waren die Woche über auf dem Gelände, da die Schüler der Berufsschule noch nicht da sind konnten sie in die Schule ziehen. Was die Feuerwehrleute aber genau gemacht haben, konnte uns niemand sagen. Sie meinten immer nur, sie hätten Training. Wir haben sie aber immer nur beim Wäschewaschen gesehen… Naja, es war auf jeden Fall sehr laut und wir sind froh wenn unsere Schüler dann mal kommen.

Viele Grüße und ein paar Sonnenstrahlen,

Lea

Die Sonnenuntergaenge sind hier so schoen! :)

 

Praktikumsbeginn


Ein herzliches Hallo in die Heimat,

am 13. September war offizieller Praktikumsbeginn. Aber die Ghanaer lassen alles ein bisschen ruhiger angehen und so wird in der ersten Woche nach den Ferien weder an den Schulen noch in den Kindergärten unterrichtet. Die Woche wird „opening-week“ genannt und die Schüler dürfen das Schulgebäude bzw. das Gelände wieder auf Vordermann bringen.

Ich arbeite im Kindergarten, der sich neben der Primary School befindet. Doch ihr dürft euch jetzt keinen deutschen Kindergarten als Vergleich vorstellen. Vorschule wäre eher die passendere Bezeichnung. Es handelt sich um ein Gebäude mit verschiedenen Räumen, die alle als Klassenzimmer genutzt werden. Es gibt keine Spielecken, keine Sofas, keine Kuschelecken, keine Leseecken … den Kindern bleiben drei Springseile und drei alte Autoreifen zum Spielen.

Da auch schon die Kinder im Kindergarten in Lesen und Schreiben und ein bisschen in Mathe unterrichtet werden, beginnt auch hier der „normale“ Ablauf erst nächste Woche. Also nahm ich an, dass in der ersten Woche mit den Kindern hauptsächlich gespielt wird, aber da lag ich wohl ein bisschen falsch: Die Erzieherinnen bzw. Lehrerinnen waren da, aber interessierten sich nicht wirklich für die Kinder. Ca. 50 Kinder rennen schreiend im Gebäude rum und versuchen sich irgendwie zu beschäftigen. Die Frauen sitzen aber nur in einer Ecke und unterhalten sich. Von 8 -13 Uhr waren die Kinder da und das einzige was die Erzieherinnen zu Stande brachten war das Verteilen von Brot und etwas zum Trinken so gegen 11 Uhr. Auch für mich haben sie sich nicht wirklich interessiert. Die Kids waren dafür umso begeisterter mich zu sehen. Als ich reinkam rannten ca. 20 Kinder auf mich zu und wollten mich nicht mehr loslassen.

Nur rumsitzen war mir dann zu doof und bei dem Ansturm auch nicht möglich und so habe ich versucht mich mit den Kindern zu beschäftigen. Doch wie erklärt man 3-6 jährigen Kindern, die kaum Englisch sprechen, ein Spiel? Ich habe es mit Händen und Füßen versucht und es ist mir teilweise gelungen. Stille Post und Faules Ei haben wir gerade so hinbekommen. 😉

Wer mich kennt weiß, dass ich mich schnell für Kinder begeistern kann und gerne und viel Zeit mit ihnen verbringe. Doch fünf Stunden ununterbrochenes Kindergeschrei, alle in Aktion, jeder möchte einen berühren und streicheln, auf dem Arm getragen werden … waren  dann doch ziemlich anstrengend und ich war froh als ich wieder meine Ruhe hatte.

Am zweiten Tag habe ich ein paar Ravensburger Spiele mit in den Kindergarten gebracht. Die Kinder waren begeistert doch es war auch ziemlich anstrengend. Die Gefahr, dass etwas kaputt oder verloren geht ist sehr hoch, denn die Kinder wissen einfach nicht, wie man mit Spielsachen umgeht.

Ansonsten ist nicht viel passiert, die Erzieherinnen haben sich die ganze Woche über nicht für die Kinder interessiert. Komischerweise fällt den Frauen aber gleich auf wenn die Kinder etwas falsch machen und dann werden sie angeschrien.

Ich bin gespannt was mich nächste Woche alles erwartet, wie der Unterricht ablaufen wird und werde euch berichten. ,)

 

Liebe Grüße,

Lea

… und die Reise ging weiter!


Hallo Deutschland,

um uns die Zeit bis zu unserem Praktikumsbeginn noch sinnvoll zu vertreiben gingen wir letzten Donnerstag (08.09.11) nochmal auf Tour um Land und Leute kennenzulernen. Sich hier die Zeit sinnvoll zu vertreiben ist gar nicht so einfach. Unser Dorf ist nicht sehr groß und

DSC04425

dementsprechend gering sind die Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Die Einheimischen sitzen vor oder in ihren Häuschen, kochen, waschen, reden oder verkaufen ihre Waren. Die Kinder spielen auf den Straßen mit Dingen, die da halt gerade rumliegen. Es gibt bis jetzt weder einen Spielplatz noch einen Sportplatz (ist in Planung). Erstaunlich viel Fernseher nutzen die Ghanaer. Meist steht im „Wohnzimmer“ nichts außer einem Fernseher und einer Sitzmöglichkeit.
Um der Langeweile zu entgehen sind wir dann am Donnerstag nach Koforidua gefahren. Koforidua ist die Hauptstadt der Ostregion mit ca. 70000 Einwohnern. Umgeben von den Kwahu-Bergen ist die Landschaft in der Region sehr schön. Donnerstags ist in der Stadt immer Perlenmarkt. Schmuck aus ganz verschiedenen Perlen wird hier angeboten und verkauft, ein kleines Paradies für uns Mädels. Wir haben natürlich auch fleißig eingekauft. 
Essen waren wir in einem kleinen Fast Food Restaurant, endlich mal eine Abwechslung zum ghanaischen Essen. Die Burger haben zwar eigentlich gar nicht so gut geschmeckt aber der Versuchung konnten wir einfach nicht widerstehen. Das ghanaische Essen ist nicht sehr abwechslungsreich, doch so langsam haben wir uns an den täglichen Reis gewöhnt. An was ich mich leider gar nicht gewöhnen kann, ist, dass es kein Frühstück gibt. Ich vermisse unser deutsches Frühstück!!
Am Freitag sind wir dann in die Natur gegangen und schauten uns die Boti Waterfalls an. Wir waren in der Gegend ein bisschen Wandern und genossen die Landschaft. Ich staune immer wieder darüber wie plötzlich aus dem Nichts kleine Dörfer auftauchen, die wirklich bewohnt werden. Mitten im Wald stehen auf einmal Einheimische vor ihren Hütten. Fotografieren darf man dann nur wenn man ihnen Geld gibt. Mit dem Fotografieren ist es eh eine schwierige Sache. Die Erwachsenen wollen nicht gerne fotografiert werden, das verstehe ich auch. Aber sie sehen es dann als selbstverständlich an, dass sie uns ohne fragen fotografieren dürfen…
Freitagabend sind Sabine, Jakob und ich noch etwas trinken gegangen. Wir saßen auf dem Marktplatz, der abends anscheinend als Bar umfunktioniert wird und wurden schon bald von Ghanaern angesprochen, die sich dann auch gleich zu uns setzten.
Nach kurzem Kennenlernen bekamen wir auch schon unseren ersten Heiratsantrag. 😉 Da ich mir aber meinen Heiratsantrag immer irgendwie anders vorgestellt habe, lehnte ich dankend ab und meinte dass ich noch zu jung zum Heiraten bin, da lachten mich die Männer aber nur aus.
Jaja, so schnell kann es gehen. 😉
Das Traurige ist, dass die Jungs alle nach Europa wollen. Viele denken, dass bei uns das Geld auf den Bäumen wächst und wir im Paradies leben. Einer der Jungen meinte, dass wir Europäer leicht ein Visum für Afrika bekommen, da jeder weiß, dass wir eh nicht dort bleiben wollen. Afrikaner hingegen bekommen nur schwer ein Visum für Europa, da alle bleiben wollen. War schon krass wie er das so direkt sagte.
Am Samstag sind Sabine und ich noch alleine weitergezogen. Unser erstes Ziel war das Kakao-Institut in New Tafo. Das Institut betreibt Forschung in Sachen Kakao, Kaffee und Tee und setzt sich mit den Krankheiten der Kakaopflanze auseinander. Leider war Samstag und somit wurden keine öffentlichen Führungen und Besichtigungen angeboten. Außer den Security Leuten war auch niemand anwesend. Doch wir hatten Glück und der Chef der Security Abteilung hatte Erbarmen mit uns und führte uns ein wenig im Institut herum. Er war wirklich freundlich und wusste auch viel zu erzählen. Da Sabine Agrarwissenschaften studiert war das genau das richtige Ausflugsziel für uns.
Anschließend sind wir in die Berge gefahren und wollten dort eine kleine Wanderung zu einem heiligen Felsen unternehmen. Dies war jedoch nicht ganz so einfach. Niemand wusste wie wir dort genau hinkommen und so wurden wir von ein paar Ghanaern begleitet. Da es aber gar kein Wanderweg gab und uns es im hohen Gestrüpp zu unheimlich wurde haben wir schließlich aufgegeben und sind zurück ins Dorf gegangen, wo wir eine Nacht übernachteten.
Sonntagmorgen ging es dann wieder zurück nach Kumasi.

Am Dienstag wird voraussichtlich der Ernst des Lebens wieder beginnen. Ich bin mal gespannt ob alles klappt und werde dann von meiner Arbeit im Kindergarten berichten.

Viele Grüße,
Lea

Trip to Tamale and the Mole Nationlapark


Hallo Blogleser,

erstmal ein Dankeschoen fuer eure Kommentare, freut mich zu lesen!! :)

Da meine Arbeit im Kindergarten/Vorschule erst am 13. September beginnt und die Ferien an den Schulen zum Teil erst am 19.September zu Ende gehen, nutzten wir die Zeit und machten uns auf den Weg das Land zu erkunden. Unser erstes Ziel hieß Tamale, eine Stadt im Norden Ghanas.

Freitagmorgen stellten wir uns schon früh den Wecker, so dass wir den ersten Bus nach Tamale bekommen haben. In Ghana beginnen die Tage eh viel früher als in Deutschland. Um 6 Uhr morgens herrscht schon reger Marktbetrieb und die Straßen füllen sich, auch an den Wochenenden. Knapp 400 Kilometer sind es von Kumasi nach Tamale, den Straßen Ghanas entsprechend waren wir dann ca. 6 Stunden unterwegs. Die Busfahrten sind nicht immer sehr angenehm, es wird erst losgefahren bis wirklich alle Sitzplätze belegt sind und dann werden noch Stehplätze vergeben. Die Dreckpisten und Schlaglöcher in den Straßen sorgen für eine schlaflose Fahrt und wenn dann noch die Hitze dazukommt könnt ihr euch vorstellen wie es in dem Bus zugeht.

In Tamale haben wir uns dann ein Hotel gesucht und sind abends noch in eine Bar etwas trinken gegangen. Wir waren auf einer Dachterrasse auf der ein DJ auflegte. Wenn in Ghana Musik läuft fangen gleich viele an zu tanzen, vor allem die Jungs. Das ist echt richtig cool! Und die Ghanaer tanzen auch wirklich gut, da mussten wir uns erst mal überwinden überhaupt auf die Tanzfläche zu gehen. ;) Zumal man als Weiße eh immer beobachtet und angesprochen wird.

Am nächsten Tag sind wir dann in das sogenannte „cultural centre“ gegangen, ein kleiner Markt wo viele Künstler ihre Sachen ausstellen und verkaufen. Bilder, Schmuck, Taschen, Schüsseln…

Der Norden Ghanas ist sehr muslimisch geprägt, so sind in Tamale viele Moscheen zu finden und auch auf den Straßen wird viel gebetet. Auffallend ist, dass die Moscheen sehr schön und gleich als solche erkennbar sind. Christliche Kirchen dagegen sind meist nur einfache Häuser mit der Aufschrift „Church“.

Samstagmittag machten wir uns dann auf den Weg zum Mole Nationalpark. Wir kamen abends dort an und als wir unser Zimmer beziehen wollten lagen erst mal drei Wildschweine vor unserer Türe, die beseitigt werden mussten. Am nächsten Morgen war dann eine kleine Safaritour mit einem Guide angesagt. Gummistiefel wurden angezogen und ab gings in den Busch. Wir wurden belohnt und die Elefanten zeigten sich. Löwen, Leoparden oder andere Wildkatzen hielten sich von uns fern, leben aber laut Reiseführer auch dort. Ansonsten waren noch Antilopen, Gazellen, Affen, und Wildschweine zu sehen.

Sehr cool war, dass das Hotel einen kleinen Pool hatte (dafür gab es pro Tag nur zwei Stunden fließendes Wasser) und wir so den gesamten Tag am Pool verbrachten. Es gab dort eine kleine Aussichtsplattform von der aus auch der eine oder andere Elefant sichtbar war und sich beim Trinken beobachten ließ.

Montagmorgen um 4 Uhr fuhr dann der Bus zurück nach Tamale. Da der Busfahrer wie ein Verrückter fuhr und ihm die Schlaglöcher scheinbar nichts ausmachten brauchten wir eine Stunde weniger als bei der Hinfahrt, dafür war es eine Horrorfahrt. Wir Mädels entschieden uns dann von Tamale gleich weiter Richtung Kumasi zu fahren und so waren wir dann gegen Abend wieder in Denchemouso.

Es war ein anstrengendes aber schönes Wochenende. Bei der Hitze muss man sich echt überwinden etwas zu unternehmen, aber es hat sich gelohnt! :)

Greets from Ghana

Mein neues Zuhause – Denchemouso


Hallo ihr Lieben,

die nächsten sechs Monate werde ich mit drei weiteren deutschen PraktikantInnen in Denchemouso wohnen. Denchemouso ist ein kleines Dorf ca. 30 Minuten von Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas, entfernt. Zusammen mit Sabine teile ich mir ein Zimmer, nebenan sind Philip und Dennis untergebracht. Wir wohnen in einem Art Hostel indem auch einheimische Schüler untergebracht werden. Da aber gerade noch Ferien sind, ist auf dem Gelände nicht viel los.

Als wir im Dorf ankamen hatten wir das Glück, dass kein fließendes Wasser kam und so durften wir die ersten zwei Tage Wasser aus dem Brunnen schöpfen. Wäre sonst ja auch irgendwie langweilig gewesen.;) Aber es hört sich echt schlimmer an als es ist, man gewöhnt sich schnell an die für uns fremden und unvorstellbaren Lebensbedingungen.

Zum Zeitpunkt unserer Ankunft wurde gerade eine Beerdigung gefeiert. Hier werden Beerdigungen wirklich gefeiert und das nicht nur ein Tag. Es war glaube ich schon der dritte Tag, aber viel haben wir von dem Fest auch nicht mitbekommen.

An unserem ersten Abend bzw. Nachmittag sind wir ins Dorf essen gegangen. Fufu stand auf unserem Speiseplan. Es war sehr lecker aber ziemlich scharf, sowie jedes Essen hier. Gegessen wird natürlich mit den Händen. :)

Am Montag sind wir dann nach Kumasi reingefahren. Man stellt sich an die Straße, wartet bis ein Tro-Tro (Großraumtaxi) vorbeikommt und los gehts. In Kumasi befindet sich der größte Zentralmarkt Westafrikas, so heißt es zumindest im Reiseführer. Zum Glück hatten wir einen Ghanaer dabei, sonst wären wir wohl nicht mehr rausgekommen! Der Markt ist echt riesig und man bekommt nahezu alles.

Für die Ghanaer sind Weiße immer noch eine Attraktion, so wird von allen Seiten „Obroni, obroni“ („Weiße“) gerufen. Angeschaut und begutachtet wird man immer, manche möchten einen dann auch unbedingt anfassen, was mir dann aber irgendwann zu viel geworden ist. Kinder freuen sich unheimlich Weiße zu sehn, bei ganz kleinen Kindern kann es aber auch vorkommen, dass sie Angst haben. Bis jetzt waren alle sehr freundlich und heißen einen im Land willkommen.

Ein ziemlich krasses Erlebnis hatte ich auch schon: Auf dem Markt bin ich an Frauen mit kleinen Kindern auf dem Arm vorbeigekommen. Da die kleinen Kinder nun mal sehr süß sind, habe ich ein kleines Mädchen angelächelt. Eine Frau bemerkte mich und fragte: „oh, you like this baby?“ ich sagte: „Yes!“ daraufhin die Frau: „Okay, you can take it with you.“ Das Schlimme daran, sie meinte es wirklich ernst. Ich bin dann schnell weitergelaufen! ;)

Auf Bilder muesst ihr leider noch etwas warten, in diesem Internetcafe wuerde das Hochladen zu lange gehen..:(

Meine ghanaische Nummer: 0261223954

So weit so gut, Grüße in die Heimat

Lea

Ankunft und Eindruecke aus Accra


Ein herzliches Hallo aus Ghana,

Unglaublich aber wahr: Am Samstag landetet ich um 20.35 Uhr Ortszeit (wir sind hier 2 Stunden zurück) in Accra, der Hauptstadt Ghanas. Plötzlich ging alles ganz schnell und schon befinde ich mich in mitten einer völlig anderen Kultur.

Zusammen mit acht weiteren PraktikantInnen aus Deutschland begann mein Abenteuer bereits am Flughafen. Wir wurden von Kekey, einem Ghanaer und Sabrina, eine Deutsche die das letzte halbe Jahr in Ghana verbrachte, abgeholt und ins Volu Headquarter gebracht. Dies ist eine Organisation bei der zwei von uns Deutschen ihr Praktikum machen werden. Schon auf der Fahrt dorthin wurde mir bewusst, dass ich mich definitiv nicht mehr in Deutschland befinde. Wir saßen zu viert im Auto –ein Ghanaer und drei Deutsche- und wurden von zwei bewaffneten Polizisten aufgehalten. Keine Ahnung warum, ich verstand kein Wort. Es wurde hitzig diskutiert und schließlich lenkte der Polizist seine Aufmerksamkeit auf uns Weiße und wollte wissen was wir denn in unseren Rucksäcken hätten. Da ging mir aber erst mal das Zäpfchen, das könnt ihr mir glauben. Kekey übernahm das Wort für uns, es wurde noch weiter verhandelt und der ganze Vorfall nahm dann schließlich mit zwei Cedis (ca. ein Euro) sein Ende. So viel zum Thema Korruption in Ghana.

Untergebracht wurden wir dann alle in einem Großschlafraum, wir befestigten unsere Moskitonetze und waren alle froh heil angekommen zu sein. Trotz der tropischen Temperaturen konnte ich die erste Nacht ganz gut schlafen, an die hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt man sich ziemlich schnell.

Am nächsten Morgen bei Tageslicht wurde mir dann erst so richtig bewusst, wo ich eigentlich gelandet bin: Sehr einfache Lebensverhältnisse, Blechhütten, alles spielt sich auf den Straßen ab, viele kleine Marktstände, Frauen die irgendetwas auf ihren Köpfen tragen, spielende Kinder… Vielleicht können euch meine Bilder einen ersten Eindruck vermitteln.

Um 8 Uhr morgens ging es dann auch schon weiter und wir machten uns auf den Weg nach Kumasi. Wir verabschiedeten uns von Cosima und Markus, die im Volu blieben und fuhren mit Taxis zu einer station von dort aus wir in einen Bus in Richtung Kumasi steigen konnten. Der Bus fuhr natürlich nicht sofort ab, es gibt hier auch keine Busfahrpläne, der Bus fährt wenn er voll ist und so warteten wir ca 2 Stunden bis er dann abfuhr. Da wir alle hungrig waren und die Ghanaer auch kein Frühstück in unserem Sinne kennen, haben wir uns die Zeit mit einem Eisandwich vertrieben. Es hat unerwartet gut geschmeckt! ;) Die Marktfrau hat mit uns vermutlich ihr Geschäft des Tages gemacht.

Wir fuhren mit einem sehr komfortablen Bus und so waren wir nach ca. fünf Stunden in Kumasi. Die Strecke Accra-Kumasi beträgt glaube ich nur ca. 300 Kilometer.

Bilder und Eindrücke aus Kumasi bzw. Denchemouso, das Dorf in dem ich das nächste halbe Jahr wohnen werde, folgen…

Liebe Gruesse,

Lea

Neue Gruppe erreicht heute Ghana


Für neun junge Erwachsene ging es heute über Istanbul nach Accra. Sie starten in insgesamt fünf verschiedenen Einrichtungen an drei Standorten in Ghana ein Praktikum mit unseren Partner.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Konrad Liebig, Jakob Spätling-Kiefer, Dennis Burkert, Markus W., Philipp Zintl, Torsten Matzak (Vorstand), Lea Konrad, Sabine Fischer, Eva Grabenstein, Cosima S. (v.l.n.r.)

Konrad Liebig, Eva Grabenstein und Jakob Spätling-Kiefer werden bei unserem neuen Kooperationspartner, der Primary and Junior Secondary School in Tanaso, als Aushilfs- und Nachhilfelehrer arbeiten. Dennis Burkert wird in der selben Funktion an der Primary and Junior Secondary School in Denchemouso tätig werden.

Lea Konrad wird im neuen Kindergarten von Denchemouso die dortigen Erzieherinnen unterstützen und die nunmehr seit fast zwei Jahren bestehende Kooperation fortsetzen.

Sabine Fischer undPhilipp Zintl werden zusammen an der Ghanaian German School arbeiten. Sabine wird sich nach vier Jahren Vakanz – der frühere Verantwortliche in Ghana ist damals viel zu früh verstorben – um die Wiederanlage des Schulgartens kümmern.

Cosima S. und Markus W. bleiben in Accra und werden das Headquarter von Volu unterstützen.

Sie werden alle auch hier wieder über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichten. Und wir wünschen ihnen allen eine aufregende und spannende Zeit in einem noch unbekannten Land.

Reiseroute