Archiv der Kategorie: Lea, Nürnberg

Leo Konrad
September 2011 bis Februar 2012
Kindergarten Denchemouso

Mein neues Zuhause – Denchemouso


Hallo ihr Lieben,

die nächsten sechs Monate werde ich mit drei weiteren deutschen PraktikantInnen in Denchemouso wohnen. Denchemouso ist ein kleines Dorf ca. 30 Minuten von Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas, entfernt. Zusammen mit Sabine teile ich mir ein Zimmer, nebenan sind Philip und Dennis untergebracht. Wir wohnen in einem Art Hostel indem auch einheimische Schüler untergebracht werden. Da aber gerade noch Ferien sind, ist auf dem Gelände nicht viel los.

Als wir im Dorf ankamen hatten wir das Glück, dass kein fließendes Wasser kam und so durften wir die ersten zwei Tage Wasser aus dem Brunnen schöpfen. Wäre sonst ja auch irgendwie langweilig gewesen.;) Aber es hört sich echt schlimmer an als es ist, man gewöhnt sich schnell an die für uns fremden und unvorstellbaren Lebensbedingungen.

Zum Zeitpunkt unserer Ankunft wurde gerade eine Beerdigung gefeiert. Hier werden Beerdigungen wirklich gefeiert und das nicht nur ein Tag. Es war glaube ich schon der dritte Tag, aber viel haben wir von dem Fest auch nicht mitbekommen.

An unserem ersten Abend bzw. Nachmittag sind wir ins Dorf essen gegangen. Fufu stand auf unserem Speiseplan. Es war sehr lecker aber ziemlich scharf, sowie jedes Essen hier. Gegessen wird natürlich mit den Händen. :)

Am Montag sind wir dann nach Kumasi reingefahren. Man stellt sich an die Straße, wartet bis ein Tro-Tro (Großraumtaxi) vorbeikommt und los gehts. In Kumasi befindet sich der größte Zentralmarkt Westafrikas, so heißt es zumindest im Reiseführer. Zum Glück hatten wir einen Ghanaer dabei, sonst wären wir wohl nicht mehr rausgekommen! Der Markt ist echt riesig und man bekommt nahezu alles.

Für die Ghanaer sind Weiße immer noch eine Attraktion, so wird von allen Seiten „Obroni, obroni“ („Weiße“) gerufen. Angeschaut und begutachtet wird man immer, manche möchten einen dann auch unbedingt anfassen, was mir dann aber irgendwann zu viel geworden ist. Kinder freuen sich unheimlich Weiße zu sehn, bei ganz kleinen Kindern kann es aber auch vorkommen, dass sie Angst haben. Bis jetzt waren alle sehr freundlich und heißen einen im Land willkommen.

Ein ziemlich krasses Erlebnis hatte ich auch schon: Auf dem Markt bin ich an Frauen mit kleinen Kindern auf dem Arm vorbeigekommen. Da die kleinen Kinder nun mal sehr süß sind, habe ich ein kleines Mädchen angelächelt. Eine Frau bemerkte mich und fragte: „oh, you like this baby?“ ich sagte: „Yes!“ daraufhin die Frau: „Okay, you can take it with you.“ Das Schlimme daran, sie meinte es wirklich ernst. Ich bin dann schnell weitergelaufen! ;)

Auf Bilder muesst ihr leider noch etwas warten, in diesem Internetcafe wuerde das Hochladen zu lange gehen..:(

Meine ghanaische Nummer: 0261223954

So weit so gut, Grüße in die Heimat

Lea

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Ankunft und Eindruecke aus Accra


Ein herzliches Hallo aus Ghana,

Unglaublich aber wahr: Am Samstag landetet ich um 20.35 Uhr Ortszeit (wir sind hier 2 Stunden zurück) in Accra, der Hauptstadt Ghanas. Plötzlich ging alles ganz schnell und schon befinde ich mich in mitten einer völlig anderen Kultur.

Zusammen mit acht weiteren PraktikantInnen aus Deutschland begann mein Abenteuer bereits am Flughafen. Wir wurden von Kekey, einem Ghanaer und Sabrina, eine Deutsche die das letzte halbe Jahr in Ghana verbrachte, abgeholt und ins Volu Headquarter gebracht. Dies ist eine Organisation bei der zwei von uns Deutschen ihr Praktikum machen werden. Schon auf der Fahrt dorthin wurde mir bewusst, dass ich mich definitiv nicht mehr in Deutschland befinde. Wir saßen zu viert im Auto –ein Ghanaer und drei Deutsche- und wurden von zwei bewaffneten Polizisten aufgehalten. Keine Ahnung warum, ich verstand kein Wort. Es wurde hitzig diskutiert und schließlich lenkte der Polizist seine Aufmerksamkeit auf uns Weiße und wollte wissen was wir denn in unseren Rucksäcken hätten. Da ging mir aber erst mal das Zäpfchen, das könnt ihr mir glauben. Kekey übernahm das Wort für uns, es wurde noch weiter verhandelt und der ganze Vorfall nahm dann schließlich mit zwei Cedis (ca. ein Euro) sein Ende. So viel zum Thema Korruption in Ghana.

Untergebracht wurden wir dann alle in einem Großschlafraum, wir befestigten unsere Moskitonetze und waren alle froh heil angekommen zu sein. Trotz der tropischen Temperaturen konnte ich die erste Nacht ganz gut schlafen, an die hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt man sich ziemlich schnell.

Am nächsten Morgen bei Tageslicht wurde mir dann erst so richtig bewusst, wo ich eigentlich gelandet bin: Sehr einfache Lebensverhältnisse, Blechhütten, alles spielt sich auf den Straßen ab, viele kleine Marktstände, Frauen die irgendetwas auf ihren Köpfen tragen, spielende Kinder… Vielleicht können euch meine Bilder einen ersten Eindruck vermitteln.

Um 8 Uhr morgens ging es dann auch schon weiter und wir machten uns auf den Weg nach Kumasi. Wir verabschiedeten uns von Cosima und Markus, die im Volu blieben und fuhren mit Taxis zu einer station von dort aus wir in einen Bus in Richtung Kumasi steigen konnten. Der Bus fuhr natürlich nicht sofort ab, es gibt hier auch keine Busfahrpläne, der Bus fährt wenn er voll ist und so warteten wir ca 2 Stunden bis er dann abfuhr. Da wir alle hungrig waren und die Ghanaer auch kein Frühstück in unserem Sinne kennen, haben wir uns die Zeit mit einem Eisandwich vertrieben. Es hat unerwartet gut geschmeckt! ;) Die Marktfrau hat mit uns vermutlich ihr Geschäft des Tages gemacht.

Wir fuhren mit einem sehr komfortablen Bus und so waren wir nach ca. fünf Stunden in Kumasi. Die Strecke Accra-Kumasi beträgt glaube ich nur ca. 300 Kilometer.

Bilder und Eindrücke aus Kumasi bzw. Denchemouso, das Dorf in dem ich das nächste halbe Jahr wohnen werde, folgen…

Liebe Gruesse,

Lea

Neue Gruppe erreicht heute Ghana


Für neun junge Erwachsene ging es heute über Istanbul nach Accra. Sie starten in insgesamt fünf verschiedenen Einrichtungen an drei Standorten in Ghana ein Praktikum mit unseren Partner.

Konrad Liebig, Jakob Spätling-Kiefer, Dennis Burkert, Markus Wünschelbaum, Philipp Zintl, Torsten Matzak (Vorstand), Lea Konrad, Sabine Fischer, Eva Grabenstein, Cosima Stresse (v.l.n.r.)

Konrad Liebig, Eva Grabenstein und Jakob Spätling-Kiefer werden bei unserem neuen Kooperationspartner, der Primary and Junior Secondary School in Tanaso, als Aushilfs- und Nachhilfelehrer arbeiten. Dennis Burkert wird in der selben Funktion an der Primary and Junior Secondary School in Denchemouso tätig werden.

Lea Konrad wird im neuen Kindergarten von Denchemouso die dortigen Erzieherinnen unterstützen und die nunmehr seit fast zwei Jahren bestehende Kooperation fortsetzen.

Sabine Fischer undPhilipp Zintl werden zusammen an der Ghanaian German School arbeiten. Sabine wird sich nach vier Jahren Vakanz – der frühere Verantwortliche in Ghana ist damals viel zu früh verstorben – um die Wiederanlage des Schulgartens kümmern.

Cosima Streese und Markus Wünschelbaum bleiben in Accra und werden das Headquarter von Volu unterstützen.

Sie werden alle auch hier wieder über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichten. Und wir wünschen ihnen allen eine aufregende und spannende Zeit in einem noch unbekannten Land.

Reiseroute