Archiv der Kategorie: Anja, Holzgerlingen

letzte Meldung aus Ghana


6 Monate Ghana sind vorbei… so schnell geht’s…

Mit gemischten Gefühlen geht’s in ein paar Tagen wieder zurück nach Holzgerlingen ;-) .

Jetzt heißt es also verabschieden von allen Menschen mit denen ich hier zu tun hatte. Der Abschied fällt mir sehr schwer, da ich weiß, dass ich viele, die mir hier ans Herz gewachsen sind, nie wieder sehen werde. So viel mir insbesondere der Abschied von meinen Schülern gestern sehr schwer.

Doch andererseits freue ich mich auch sehr wieder nach Hause zu kommen, euch alle wiederzusehen, einfach mal ohne Aufzufallen aus dem Haus gehen zu können, auf das schwäbisch Essen ;-) und noch vieles mehr.

Morgen (Sonntag) geht’s für mich dann nach Accra, da Jennifer schon am Montag nach Deutschland fliegen wird.

Am 7. März um 21.30 Uhr wird dann voraussichtlich mein Flieger in Accra abheben und es heißt: “Byebye Ghana!!! Schön war’s!!!”. Mit Zwischenlandung und Aufenthalt in Istanbul werden wir dann am 8. März um ca. 18 Uhr in München landen.

Ich freue mich euch ganz bald wiederzusehen =)

Ganz liebe Grüße aus Ghana

eure Anja

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10 Wochen – endlich mal wieder ein Lebenszeichen ;-)


Endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir… =) Viel zu viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Blogeintrag… Das tut mir leid und ich hoffe, dass ich in Zukunft wieder öfter Zeit finde einen zu schreiben… Doch die Zeit vergeht hier nicht wie erwartet nur schleichend, sondern rasend schnell. Das ist aber eigentlich ganz gut so, denn so kann ich meine Zeit hier genießen und freue mich trotzdem auch wieder auf daheim ;-) .

Mittlerweile ist der Alltag eingekehrt und mit ihm auch der gewohnte Stress. Zwar ist mein Leben hier bei weitem weniger stressig als das in Deutschland, aber viel zu tun habe ich mittlerweile trotzdem.

Schule

Nach wie vor bin ich der 2. vollwertige French-teacher an meiner Schule. Mir wurde zwar gesagt, dass „bald“ ein weiterer kommen wird, doch das ist auch schon wieder mindestens 4 Wochen her ;-) . Ich rechne eigentlich sowieso nicht damit, dass er oder sie kommt solange ich hier bin, denn im Moment klemmt es ja eigentlich gar nicht, weil sie ja mich haben ;-)  und so bemüht sich auch niemand darum schnell zu einem weiteren French-teacher zu kommen. Alles in allem ist es mir aber ganz recht, dass ich mir fest zugewiesene Klassen regelmäßig unterrichte. So kenne ich die Kids mittlerweile schon recht gut und das Unterrichten klappt auch immer besser. Gerade bin ich dabei die ganzen Namen zu lernen. Und das ist bei ca. 160 Schülern schon ne echte Herausforderung… Außerdem sind es zum Teil für mich sehr seltsame Namen. Zum einen gibt es Namen, die irgendwelche englischen Titel darstellen (Lord, Prince,…), dann gibt es „normale“ englische Wörter als Namen (Blessing, Miracle, Bestluck,…), dann einige für mich fremde ghanaische Namen (Kwadwo, Kwaku, Atta, Anima,…), biblische Namen (Ezekiel, Moses, Daniel, Samuel,…) und dann noch einige geläufige englische Namen (Richard, Yvonne, Victoria, Michael, John,…). Von zwei Klassen kann ich die Namen schon relativ gut, was das Unterrichten gleich mal viel leichter macht, da man viel leichter ermahnen, aufrufen,… kann (aber das kennt ihr ja…). So habe ich den Satz „Madame, please use the cane!“ jetzt schon mindestens 2 Wochen nicht mehr gehört, weil ich 3 meiner 4 Klassen mittlerweile (meistens) ziemlich gut ruhig bekomme, wenn ich das möchte ;-) . Da bin ich sehr froh darüber, denn ich hoffe ja immer noch, dass die Schüler und Lehrer merken, dass man auch ohne Stock unterrichten bzw. lernen kann und das vielleicht sogar besser als mit. Unglaublich erscheint es meinen Schülern, dass ich noch nie in meinem ganzen Leben mit dem Stock geschlagen wurde. Ich habe ihnen erklärt, dass ich vom Schlagen nichts halte und sie deshalb auch nicht schlagen werde und dass in deutschen Schulen kein Stock benutzt wird. Die Lehrer erklären mir immer wieder, wenn wir mal wieder über das Schlagen mit Stock diskutieren, dass deutsche Schüler wohl viel lieber und artiger seien als ghanaische und man sie deshalb gar nicht bestrafen müsse :D . Ich erkläre ihnen dann, dass es in Deutschland sowohl unartige Schüler, als auch Strafen gäbe, aber eben andere. Ob das nun zu spät in die Schule kommen, die Hausaufgaben nicht machen, reden oder essen im Klassenzimmer,… ist, ist hier ganz egal – bestraft wird so gut wie immer mit Schlägen. Immerhin gibt es ein paar Lehrer, die vom Schlagen genauso viel halten wie ich und die Kids deshalb anders bestrafen. So wirklich „besser“ sind diese Strafen zwar nicht (’urinating place’ putzen, auf den Knien am Eingang des Klassenzimmers sitzen oder zwei Seiten „I am not allowed to talk in class!“ schreiben), aber immerhin keine Schläge. An meiner Schule wird auch samstags unterrichtet. Bisher dachte ich, das sei freiwillig, weil immer ein paar meiner Schüler dort waren, andere aber nicht. Letzte Woche erfuhr ich aber dann, dass der Samstagsunterricht Pflicht sei. Und das lief so ab: Wie immer war ich am Dienstag in meiner 1B1 als plötzlich zwei Lehrer mit erhobenen Stöcken ins Klassenzimmer marschierten. Sie meinten dann zu mir, dass sie der Klasse kurz etwas sagen müssten. Und zur Klasse, dass alle vorkommen sollen, die am Samstag nicht da waren. Was das nun hieß, war mir sofort klar… =( Sobald Schüler in meiner Gegenwart geschlagen werden sollten, habe ich bisher zu dem jeweiligen Lehrer gesagt, dass ich das Klassenzimmer verlasse, sobald er jemanden schlägt. Für mich ist es schon schlimm genug, die Schläge zu hören, aber dann auch noch zuzuschauen, wie die Schüler zusammenzucken und hin und her hüpfen, das kann und will ich nicht. Bisher hat das immer ganz gut funktioniert, so meinten die Lehrer dann, ich müsse das Klassenzimmer nicht verlassen, sie würden die Kids dann heute nicht oder anders bestrafen. Einige meiner Schüler haben mir rückgemeldet, dass sie es gut finden, dass ich den Stock nicht benutze, weil sie auch der Meinung sind, dass man ohne die ganze Zeit mit dem Stock bedroht zu werden, besser lernen kann. Darüber habe ich mich sehr gefreut und ich hoffe, dass noch viele andere (vor allem auch die Lehrer) zu dieser Einsicht kommen. Mittwochs habe ich keinen Unterricht und so habe ich die Headmistress gefragt, ob ich daheim bleiben kann. So habe ich jetzt also mittwochs frei. Morgens wird dann gewaschen und mittags gehe ich meistens in die Stadt zum Einkaufen, ins Cultural Centre oder was uns eben sonst so einfällt. Einen Tag in der Woche frei zu haben ist ganz gut, denn ansonsten habe ich unter der Woche nicht wirklich Zeit, da ich von 7.30 – 14 Uhr in der Schule bin.

Nachmittage

Wenn ich dann der Schule um kurz nach 14 Uhr den Rücken kehre, ist es mittlerweile immer sehr heiß (meine Schätzung: 28 – 32°C). Dann heißt es für mich erstmal 15 min heimlaufen. Meistens wir unterwegs mindestens einmal „Bra!“ (= Komm) zu mir geschrien, wonach der Obruni, dann wenn er gerade Lust hat, zu den Menschen, die gerufen haben, geht und eine Weile mit ihnen redet :D . Oft sind das ältere Damen, die weder Englisch verstehen, noch sprechen können. Doch das bisschen Twi, das ich mittlerweile spreche, reicht für eine kurze Unterhaltung und danach verabschiede ich mich dann und gehe weiter. Zwischen 15 und 16 Uhr gehe ich dann meistens wieder los. Mal geht’s nach Denchemouso zu den anderen, mal ins Zentrum von Tanoso oder was sich eben so ergibt. Zwischen 18 und 19 Uhr trete ich dann so gut wie immer meinen Heimweg an, da es ab 18 Uhr dunkel ist und ein Obruni so „spät“ nicht mehr alleine von A nach B laufen sollte, weil es ja sooooooo ’dangerous’ sei. Sobald ich später als 18 Uhr jemandem begegne, der mich kennt (und das sind auf meinen gewohnten Wegen mittlerweile einige ;-) …), werde ich gefragt, warum ich heute erst sooooooo spät nach Hause gehe und das ich mich nun aber beeilen solle. Gefährlich ist es hier aber wirklich überhaupt nicht, erst recht nicht, so früh, wenn noch die ganzen Kinder auf den Straßen herum springen und schon von weitem „Obruni!“ schreien. Das einzig „gefährliche“ bei Dunkelheit sind die zahlreichen Löcher und Unebenheiten in den Straßen ;-) .

Ausflüge

2 Samstage verbrachten wir in den umliegenden Orten von Kumasi. Dort gibt es einige ehemalige Handwerksdörfer, die mittlerweile zwar zu Vororten Kumasis geworden sind, ihr Handwerk aber immer noch ausüben. So waren wir am Samstag 6. Oktober in Ntonso, das bekannt ist für seine Färberei. Hier werden Stoffe mit Naturfarben gefärbt und danach mit Adinkra-Mustern verziert. Jedes Stempelsymbol hat eine eigene Bedeutung. In einem extra für Besucher eingerichteten Zentrum wurde uns erklärt, wie die Farben aus Baumrinde gewonnen werden und wir durften einen Stoffstreifen mit von uns ausgewählten Symbolen bestempeln. Danach wurden wir dann noch in traditioneller Art und Weise in solch bestempelte Stoffe eingekleidet.

Und am 20. Oktober waren wir dann in Bonwire. Bonwire ist der Geburtsort des Kente-Stoffes. Kente ist eine traditionelle Art zu Weben – es werden verschiedene Symbole (vergleichbar mit den Adinkra-Symbolen) in mehreren Farben in ein Stück Stoff gewebt, was Kente sehr zeitaufwändig macht. Am Webstuhl sitzen traditionell meist Männer. Uns wurde gezeigt wie man den Webstuhl bedient und dann durften wir selbst jeder ein Stückchen weben.

Am Freitag, dem 26. Oktober war dann mal wieder Feiertag. Michael, ein Student der Uni in Tanoso, der letztes Jahr an der GGS in Denchemouso unterrichtet hatte, lud uns ein mit einigen seiner Studenten-Freunde über’s verlängerte Wochenende in die Western Region zu fahren. So ging es für uns (2x Lisa, Jenny, Jennys Mama und ich) am Donnerstagabend um 22 Uhr zu Fuß in Richtung Tanoso zu Michaels ’home’. Unterwegs trafen wir dann auf einen Geländewagen, der Streife fuhr diese Nacht. Natürlich wurden wir gleich gefragt, was wir (5 weiße Frauen) denn um diese Zeit auf der Straße machen würden. Doch nach kurzem Hinweis darauf, dass es nachts in Ghana für Obrunis zu gefährlich ist um draußen rumzulaufen, durften wir dann weitergehen. Wohlbehalten kamen wir dann bei Michael an und gingen von dort aus weiter zum Uni-Campus. Dort fehlte natürlich von dem Bus und den anderen Mitreisenden noch jede Spur und so hieß es erstmal wieder warten (aber das sind wir ja schon gewohnt…). Um kurz vor Mitternacht kam dann der Bus und dann wurde eingeladen. Schnell war klar, dass wir nie alle in den Bus passen würden. Der Bus hatte ca. 32 Plätze und wir waren 50 (45 Studenten + 5 Obrunis). Doch das ist in Ghana gar kein Problem. Die Sitzplatzzahl wird einfach durch Holzstühle, die in den Gang gestellt werden, erweitert. So hat dann jede Reihe 5 statt 4 Sitzplätze, die dann wiederum mit 6 Personen befüllt werden (wir saßen als einzige zu fünft auf 5 Plätzen auf der Hinfahrt). Etwa 5 der Studenten standen wirklich die komplette Fahrt (9h) und das ohne jegliche Anzeichen von Müdigkeit. So wurde die ganze Nacht über lautstark gesungen oder sich unterhalten. Mein erhoffter Schlaf kam dadurch etwas zu kurz und beschränkte sich auf ca. 1 Stunde. Am Freitag um 9 Uhr kamen wir dann an unserem ersten Ziel an: Nzulezo. Wir stiegen aus dem Bus aus und standen plötzlich am Strand. Leider regnete es just in dem Moment, doch nachdem alle Erinnerungsfotos mit dem Meer gemacht waren, hörte es dann auch schon wieder auf ;-) . Zum Frühstück gab’s dann erstmal Kenkey mit ’fish stew’. Eigentlich hätte es Reis geben sollen, doch der wurde in Tanoso vergessen… Danach wurden uns allen Schwimmwesten verpasst und dann ging’s los mit Kanus zum Stelzendorf, das wir besichtigen wollten. Die Häuser sehen dort in etwa so aus wie die Pfahlbauten am Bodensee, nur dass es halt ein großes Dorf bestehend aus Häusern auf Stelzen ist, dessen einziger Weg ins und aus dem Dorf übers Wasser führt. Es wohnen dort 700 Menschen und es gibt sogar eine Schule. Bis vor kurzem gab es dort nicht einmal Strom und uns ist unvorstellbar, wie Menschen dort freiwillig leben können. Entsetzt bin ich darüber, dass es hier nicht einmal irgendwelche Geländer, Zäune oder ähnliches gibt. So krabbeln die Kleinsten auf den Holzplanken herum und neben ihnen ist nichts als Wasser… Am Nachmittag geht’s dann mit dem Bus weiter nach Takoradi (2h). Dort sind wir in drei Räumen einer ’Seventh-Day-Adventist-Church’ untergebracht. Wir erfahren, dass all die Studenten, die dabei sind, Adventisten sind. Am Samstagmorgen geht es deshalb in die Kirche (Adventisten feiern den Sabbat, nicht den Sonntag). Etwas verwundert bin ich, dass der Gottesdienst dem mir bekannten sehr ähnlich ist (inhaltlich), nur dass er samstags ist und wir insgesamt von 8.30 Uhr bis um 14.30 Uhr im Gottesdienst verbringen. Danach geht es für uns dann zum ’harbour’ der NAVY in Sekondi-Takoradi. Dort werden uns die Kriegsschiffe von Ghana gezeigt. Zwei der zwölf Schiffe kommen aus Deutschland und da ’Germany’ für ’good quality’ bekannt ist wollen die Ghanaer unbedingt eines der deutschen Schiffe von innen sehen. Am Sonntag geht es dann wieder heim. Dieses Mal schaffen sie es irgendwie, dass jeder einen Sitzplatz (oder zumindest einen halben) hat, so sitzen auch wir nun zu sechst auf 5 Plätzen, was dann dementsprechend bequem ist ;-) . Abwechselnd sitzt deshalb pro Reihe mindestens einer auf die Rückenlehne, damit jeder einen ganzen Sitzplatz hat. Die Rückfahrt dauert dann (warum auch immer) nur 6 Stunden, so sind wir nachmittags schon wieder in Tanoso.

Auch ein viel zu langer Blogeintrag hat mal ein Ende ;-) Ganz liebe Grüße aus Ghana!!! Bis bald =) Eure Anja

Ghana-Basics ;-)


Da es nichts wirklich „Neues“ zu berichten gibt, möchte ich euch heute ein paar grundlegende Sachen erzählen:

1. Wetter
Entgegen meiner Erwartungen ist es hier nicht die ganze Zeit nur heiß. Morgens hat es so um die 20 Grad schätzungsweise (ein Thermometer habe ich bisher noch nicht gesehen…), nachmittags wird es dann meistens schon richtig heiß (zwischen 25 und 30 Grad – meine Schätzung) und abends kühlt es dann aber immer ab. Wir befinden uns gerade in der Regenzeit. Das heißt, es regnet mittlerweile fast täglich und das relativ stark. So schüttet es dann mal eine halbe Stunde, mal aber auch 2 Stunden. Regen heißt in Ghana, das danach die Straßen eine Weile so gut wie nicht mehr begeh- oder befahrbar sind, da sie sich in Flüsse und Bäche verwandelt haben, was wiederum bedeutet, dass man bei Regen erstmal daheim bleibt und alles Vorgehabte vergisst ;-)

2. Essen
Zum ghanaischen Essen kann man vor allem zwei Sachen sagen: Es ist (fast) alles sehr fettig und scharf.
Da ich in einer Gastfamilie lebe, genieße ich täglich ghanaisches Essen. So gibt es meistens Reis mal mit ’tomato-’, mal mit ’vegetable stew’, und so gut wie immer mit Hähnchenfleisch oder Fisch. Manchmal gibt es auch Yam (ähnlich wie Kartoffeln), ebenfalls mit irgendwelchen Soßen. Immer wieder gibt es Spaghetti mit angebratenen Karotten, ’sausages’ und ’garden eggs’ (schmeckt wie Paprika). Das Essen ist echt superlecker und mein Magen verträgt bisher auch alles bestens, darüber bin ich echt froh!

3. Familie
Der Begriff „Familie“ kann in Ghana nicht so verstanden werden wie der der deutschen Familie. Im Haus meiner Gastfamilie wohnen zur Zeit zum Beispiel 3 Töchter von Geschwistern meiner Gasteltern (also Nichten) und ein Mädel, das sie von der Gemeinde kennen. Doch alle sagen „Mum“ und „Dada“ (= Papa). Das ist für mich noch ein bisschen gewöhnungsbedürftig und es hat erstmal auch zwei Wochen gebraucht, bis ich jetzt endlich mal alle Namen den richtigen Gesichtern zuordnen kann und zudem noch weiß, wer hier eigentlich wie mit wem verwandt ist. Es reden auch alle von sich gegenseitig als ’brother’ und ’sister’ auch wenn sie „nur“ Cousine und Cousin sind. Die 5 leiblichen Kinder studieren oder arbeiten auswärts und wohnen so nicht zu Hause, kommen aber immer wieder zu Besuch.

4. Ghanaer
Die meisten Ghanaer sind recht freundlich und grüßen auf der Straße (oder zumindest grüßen sie zurück). ’Welcome’ hört man auch die ganze Zeit, ob ich nach Hause komme oder auf meinem täglichen Marsch durch’s Wohngebiet, stets werde ich gefragt „How are you?“ oder willkommen geheißen.
Die Kinder, denen ich jeden Tag auf dem Weg in die Schule, nach Denchemouso oder sonst wo hin begegne, sind echt witzig. Sobald sie mich erblicken, fangen sie an in voller Lautstärke ’Obrooooooni!!!’ zu schreien und das hält dann an, bis ich an ihnen vorbei gelaufen bin. Jetzt schreien sie ’Obroni, byebye!’ entweder bis sie mich nicht mehr sehen oder ich mich noch oft genug umgedreht und gewunken habe.
Etwas nervig dagegen ist das Zzzzz. Ghanaer zischen einfach unglaublich gerne. Ob weil sie etwas verkaufen wollen, du einfach nur zu ihnen schauen sollst oder aus irgendeinem anderen Grund, Zischen hört man es die ganze Zeit und egal wo man gerade ist.
Aufgrund unserer Hautfarbe müssen wir auch ständig aufpassen, dass wir nicht verarscht werden, denn da ’Obronis’ ja reich sind, verdoppeln viele einfach mal den Preis für alles – so kostet ein Brot dann mal 7 Cedis, anstatt nur wie sonst immer 3 Cedis ;-) .
Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass jeder dein Freund sein und von dir nach Deutschland mitgenommen werden möchte. Die Meisten stellen sich das Leben in Deutschland total einfach und paradiesisch vor.
Und noch etwas: Ghanaer machen total oft NICHTS. So wird auf alles unglaublich lange gewartet und das stört hier auch keinen. Auch wird sich, wenn man das Bedürfnis eines Nickerchens verspürt, einfach mit dem Kopf auf den Tisch, auf die Bank in seinem Laden, oder auf den Boden gelegt und dann geschlafen. So sieht man wo man auch hinkommt (vor allem in der Mittagshitze) Leute liegen und vor sich hin dösen.

5. Schule
Über die Schule hier habe ich ja schon einiges berichtet…
Im Allgemeinen finde ich es mega anstrengend hier zu unterrichten. Zum einen sind die Klassen viel zu groß, so sitzen dir zwischen 35 und 40 Kids gegenüber. Dazu kommt dann, dass sie es gewöhnt sind für jeden Fehler oder wenn sie laut sind mit dem Stock geschlagen zu werden. Da ich mich weigere sie zu schlagen, habe ich quasi schon verloren und bekomme sie nicht immer leise, wenn ich das gerne hätte. Gebe ich ihnen dagegen eine Aufgabe, die sie in ihrem Heft lösen müssen, sind sie immer total still und konzentriert. Noch dazu kann ich mir die ganzen Namen leider noch überhaupt nicht merken. So weiß ich bisher ca. 5 Namen pro Klasse, was das aufrufen und ermahnen nicht gerade leichter macht ;-) .

So, das wär’s für heute =)
Seid ganz <3-lich gegrüßt von eurem ’Obroni’
Eure Anja

1 Monat Ghana…


Jetzt bin ich schon 4 Wochen in Ghana. Entgegen meiner Erwartungen, die ersten paar Wochen würden nur schleppend vergehen, rast die Zeit schon jetzt ;-)
Seit letzten Montag gibt es nun den „richtigen“ Stundenplan. Etwas ungeschickt an ihm ist aber, dass Form 1 (7.Klasse) und Form 2 (8.Klasse) immer gleichzeitig Französisch haben, das heißt ich kann gar nicht beide Klassenstufen unterrichten. Als ich dieses Problem mit der Headmistress bespreche, meint sie nur, es müsse halt ein zweiter ’French-Teacher’ her, dann sei das kein Problem mehr. :D sehr gut, dass sie das jetzt nach 3 Wochen „Schule“ auch eingesehen hat ;-) . Ich frage, wie ich das dann für die Zwischenzeit machen soll, doch darauf antwortet sie nur, ich solle in die Klasse gehen, auf die ich gerade Lust hätte – :D alles klar…
Am Dienstag sollte dann eigentlich der andere Französisch-Lehrer vorbeikommen (hätte nicht gedacht, dass sie so schnell einen auftreiben können). Doch er hat wohl heute was Besseres vor und so warte ich vergeblich den ganzen Vormittag. Immerhin unterrichte ich heute 4 Schulstunden Französisch in zwei verschiedenen Klassen. Während des Rumsitzens und Wartens hatte ich dann noch ne relativ komische Begegnung mit einer Frau. Sie kam her und fragte, ob sie mich was fragen könne – na klar! Und so wollte sie wissen, warum wir ’white men’ keine Narben haben (wo sie das gelernt hat, weiß ich auch nicht), ob wir irgendeine Medizin gegen Narben hätten und was sie denn machen könne, damit Narben weg gehen.
An diesem Nachmittag besuche ich dann noch Mercy, eine „Referendarin“ (in Ghana ist das ein bisschen anders mit dem Lehrer werden…), die am Campus wohnt, auf dem auch das Internetcafé ist. Sie lebt gemeinsam mit 3 anderen Studentinnen in einem verhältnismäßig kleinen Raum. In ihm befinden sich 2 Stockbetten, ein Tisch und ein Schrank. Außerdem gibt es einen kleinen Balkon, auf dem sie kochen. So sieht hier also ein Studentenwohnheim aus…
Den Mittwoch verbringe ich dann, da ich nach Stundenplan heute keine einzige Französisch-Stunde habe, mal wieder mit Warten. Dieses Mal auf die Headmistress, die am Tag zuvor meinte, ich solle heute Morgen gleich wenn ich komme zu ihrer ’Office’ kommen. Doch von ihr fehlt weit und breit jede Spur. Immerhin taucht diesen Morgen der ’French-Teacher’ Frank auf. Nach einstündigem Warten auf den Stundenplan (der dann aber immer noch der selbe ist wie am Tag zu vor, obwohl man mir gesagt hatte, man verändere ihn noch mal), möchte Frank dann, dass ich die Form 1 + eine Klasse der Form 2 übernehme und er 2 Klassen der Form 2 und die Form 3 übernimmt. Also erkläre ich auch ihm, dass ich solange dieser Stundenplan gilt, nicht Form 1 UND Form 2 unterrichten kann… Also muss er vorerst die komplette Form 2 und 3 übernehmen, was ihm nicht wirklich passt ;-) .
Die Headmistress kam dann übrigens noch um 13.30 Uhr, worauf sie aber 10 Minuten später die Schule wieder verließ, weil sie so ’tired’ sei.
Diesen Nachmittag verbringe ich mit den anderen 4 deutschen Mädels bei Michael, einem Lehrer der GGS. Er wohnt zusammen mit einem anderen Michael und Frank (nicht der ’French-teacher’ ;-) …) zwischen Denchemouso und Tanoso. Wir kochen gemeinsam den ganzen Mittag. So gibt es zuerst Reis mit ’tomato stew’ (scharfe Tomatensoße), dann frittierte Kochbananen mit ’garry and beans’ und später dann noch mal Reis mit irgendeiner Soße.
Während des Kochens legt’s plötzlich los und schüttet wie aus Kübeln. So einen Regen haben wir in Ghana bisher noch nicht erlebt. Wir sitzen auf der Terrasse des Hauses und beobachten wie die „Wege“ (deutsche Trampelpfade) zu Flüssen werden.
Am Freitag war Feiertag, denn es wäre der Geburtstag des ersten Präsidenten. Das heißt für uns wir haben frei und so entscheiden Lisa Pfeffer und ich einen Ausflug zu machen. Wir gehen also am Freitagmorgen los und fahren über Kumasi nach Obuasi, wo sich eine Goldmine befindet, die man besichtigen kann. Es klappt alles gut und so sind wir schon um 11 in Obuasi, suchen uns ein Hotel für die Nacht und gehen zur Mine. Dort wird uns dann aber erklärt, dass am Feiertag keine Führungen stattfinden =(. Wir sollten am nächsten Tag noch mal kommen. Da Obuasi an sich wirklich hässlich ist und wir dort ohne Mine keinen ganzen Tag bleiben wollen, entscheiden wir uns in das Nachbarörtchen Patakro zu fahren, wo es einen bekannten Schrein (UNESCO-Weltkulturerbe) geben soll, zu dem viele Menschen pilgern um zu beten. Nach einer gefühlten Ewigkeit finden wir dann auch irgendwann das richtige Trotro und erfahren, dass es gar kein Trotro direkt nach Patakro gibt und wir irgendwo in ein Taxi umsteigen müssten. Also steigen wir irgendwo dann vom Trotro ins Taxi. Gerade diese 2 Minuten schüttet es wie aus Kübeln. Also sitzen wir dann letztendlich etwas nass im Taxi nach Patakro. Glücklicherweise sitzt Frank (wieder ein anderer) aus Patakro in diesem Taxi. Nachdem wir zahlreiche Male vom Fahrer und den beiden anderen Mitfahrern gefragt werden, ob wir auch wirklich keine Chinesen seien, erreichen wir Patakro. Später erfahren wir dann, dass hier wohl sonst nur Chinesen herkommen. Patakro ist das wohl afrikanischste Dorf, das man sich vorstellen kann. Abgeschieden von jeglicher Zivilisation führt nur eine Straße ins Dorf und endet dort als Sackgasse. Als wir nach dem berühmten Schrein fragen, guckt man uns erstmal komisch an. Auf jeden Fall ist von „Weltkulturerbe“ nicht allzu viel zu sehen. Frank führt uns zwar zu dem angeblichen Schrein, der aus 4 lebensgroßen Figuren besteht. Im ganzen Dorf stehen außerdem lebensgroße Figuren vermutlich aus Holz, die verschiedene Szenen aus dem Leben Jesu darstellen. Frank erzählt uns, dass die Figuren vor langer Zeit dorthin gebracht worden wären, um der Bevölkerung, die bis zu diesem Zeitpunkt an Geister glaubte, Jesus bekannt zu machen – coole Idee =). Doch die eigentliche Attraktion sind wir. Die Dorfbewohner starren uns an als hätten sie noch nie Weiße gesehen.
Am Samstag gehen wir dann schon um 6.30 Uhr los zur Mine. Dort wird uns dann aber gesagt, dass es heute auch keine Führung gäbe und wir uns hätten schon ein paar Tage vorher anmelden müssen – dumm gelaufen =(.
Also sitzen wir schon um 7.15 Uhr im Trotro zurück nach Kumasi.
Am Sonntag wollen wir dann theoretisch um 7.30 Uhr zur ’English Assembly’ der Kirche. Blöd nur, dass es um 7 Uhr anfängt zu regnen und wenn es regnet verlässt in Ghana keiner das Haus. Mein Gastvater erklärt mir: „If God wants us to pray in church today, he will stop the rain!“ :D das ist ja mal ne Einstellung…
Es hört leider erst um 8.30 Uhr auf zu regnen und da der Gottesdienst nur bis 9 Uhr geht, gehen wir jetzt nicht mehr. Eigentlich hieß es dann wir gingen zur ’Twi-Assembly’ um 10 Uhr. Doch da es dann wieder anfängt zu regnen, macht keiner Anstalten zu gehen. Also heute kein Gottesdienst.
Am Sonntagnachmittag verlassen uns dann zwei meiner Gastgeschwister Battista und Apos, da sie von nun an in Kumasi studieren werden. Doch es gibt seit gestern ein neues Gesicht hier: Christiana, auch eine Nichte, die hier bis Oktober oder November wohnen wird. Wir wohnen jetzt hier also im Moment zu sechst.
Seit Montag ist die Schule nun etwas interessanter. Ich setze mich mittlerweile einfach nach jeder Französisch-Stunde zu einem anderen Lehrer-Grüppchen, das gerade auch nichts zu tun hat, und dann reden wir, ’teachen’ sie mich Twi oder ich sie deutsch und so ist es ganz witzig und die Zeit vergeht nicht mehr ganz so langsam. Außerdem haben wir heute (Dienstag) 28 Französisch-Bücher gefunden, die zudem noch brauchbar sind. So kann ich jetzt meine Form 1 sogar MIT Büchern unterrichten =). Normalerweise haben die Schüler für kein einziges Fach ein Buch. Der Lehrer hat jeweils eins, und das war’s dann auch schon. Wenn sie ein Buch haben wollen müssen sie es sich auf dem Markt oder irgendwo anders selber kaufen. Also ist der „Klassensatz“ (zumindest reicht es wenn 2 Schüler zusammen in ein Buch schauen) French-Books eine echte Ausnahme!

Ich hoffe euch geht’s auch gut?!?!?
Bin in Gedanken oft bei euch =)

Eure Anja

Erster Unterricht + erster Ausflug


So, es ist mal wieder an der Zeit für einen Blogeintrag ;-)
Vor einer Woche hätte eigentlich der Unterricht beginnen sollen. Doch in Wirklichkeit wird in der Junior High School (JHS) erst seit Donnerstag unterrichtet und das auch nur mit einem halb-improvisierten bzw. noch nicht vorhandenen Stundenplan. Das heißt manchmal hat eine Klasse „richtig“ Unterricht und es ist auch ihr Lehrer im Klassenzimmer, doch meistens sitzen sie einfach nur so im Klassenzimmer und tun nichts, weil der Lehrer einfach nicht kommt. Mich erstaunt, dass es trotzdem verhältnismäßig ruhig ist im Schulhaus.
Zum Glück verläuft der Unterricht der Primary School etwas geordneter. Dort gibt es schon seit Montag Stundenpläne für jede Klasse und es wird auch nach diesem unterrichtet. So kann ich zumindest dort beim Unterrichten zuschauen und ein bisschen helfen. Am Mittwoch verbringe ich fast den ganzen Schultag in einer der beiden 6. Klassen (Grundschule geht hier bis zur 6. Klasse) und erlebe so Englisch, I.C.T. (Computer…) und Mathe. Entsetzt bin ich, dass es hier normal ist die Kinder mit einem Stock zu schlagen. In Mathe halte ich es fast nicht aus es mit anzuschauen. Die Schüler müssen einzeln jeweils eine Aufgabe des kleinen Einmaleins rechnen und für jedes falsche Ergebnis gibt’s zwei Schläge mit dem Stock auf die Hand. Die Kinder zittern so vor Angst, dass sie sich gar nicht konzentrieren und überlegen können und die unlogischsten Antworten geben.
Traurig ist, dass die Kinder hier so an die Schläge gewöhnt sind, dass sie sich in der Pause, wenn ihnen was an ihren Mitschülern nicht passt, auch den Stock schnappen und sich gegenseitig damit schlagen.
Den Donnerstag verbringe ich dann größtenteils in einer dritten Klasse, weil die Lehrerin unbedingt möchte, dass ich ihren Unterricht besuche :D . Die Klasse besteht aus 60! Schülern, die zusammengepfercht sind in einem viel zu kleinen Klassenzimmer, das zudem noch mangels genügend Fenster dunkel ist und zahlreiche Löcher im Wellblechdach hat. Später erzählt mir die Lehrerin dann, dass sie 8 Jahre in Großbritannien gelebt und unterrichtet hat. „We don’t care about the children in Ghana!“, sagt sie immer wieder und meint damit, dass das ganze Schulumfeld nicht dazu da ist die Kinder beim Lernen zu unterstützen, sondern dass es sie eher noch davon abhält lernen zu können. So sind die Klassen viel zu groß um sich um den einzelnen Schüler kümmern zu können, der Raum viel zu eng und noch dazu wird das Essen, das die Kids um kurz vor 12 essen, schon um ca. halb 10 geliefert – ist also kalt und zudem noch viel zu wenig, als das davon 60 Kinder satt werden könnten. Sie erzählt mir, dass sie sich immer wieder dafür einsetzt, dass sich an der derzeitigen Situation etwas ändert, doch sobald man Missstände anspricht wird man zum Buh-Mann und verändert wird trotzdem nichts. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, denn eine ghanaische Lehrerin, die sich so offensichtlich um das Wohl der Kids bemüht, ist mir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht begegnet – ich bin positiv überrascht =)
Um 11.30 Uhr werde ich dann von einer Schülerin abgeholt (die Lehrer schicken hier für alles ihre Schüler), da mich meine Gastmutter holen lässt, weil alle Lehrer der JHS nun ein ’Meeting’ haben. Dort werden die Probleme der Schule diskutiert und nach möglichen Lösungsvorschlägen gesucht. Angeblich hat die Schule einen relativ schlechten Ruf, da sie die einzige staatliche Schule in Tanoso ist und auf eine staatliche Schule nur die gehen, die zu ’dumm’ oder zu arm sind für eine Privatschule. Nach 3 einhalb Stunden ’staff meeting’ sind dann endlich alle Probleme angesprochen und die Lehrer auf die einzelnen Fächer der Klassen verteilt (und das 2 Wochen nach Schulbeginn :D ..) Komisch ist nur, dass wir insgesamt 24 Lehrer/innen für 3 Klassenstufen und insgesamt 9 Klassen sind und so manchen (aus welchen Gründen auch immer) kein Fach zugeteilt wird. Da die JHS zur Zeit keinen ’French teacher’ hat, werde ich diese Aufgabe nun erstmal für die Klassen der Form 1 und 2 (entspricht 7. und 8. Klasse) übernehmen, bis die Rektorin einen Lehrer findet. Und da wir in Ghana sind, wird das bestimmt nicht so schnell geschehen ;-) .
Am Freitag gebe ich dann meinen ersten Französich-Unterricht. Ganz schön tricky eine Fremdsprache (Französisch) auf einer anderen (Englisch) zu unterrichten. Noch dazu sagt der improvisierte Stundenplan, dass ich heute insgesamt 4 Schulstunden (also zwei Stunden) in der gleichen Klasse Französisch unterrichten soll. Mein Plan erstmal viel mündlich zu machen geht leider nicht auf, da es die Schüler hier nicht gewöhnt sind, irgendwas eigenständig zu machen oder dass es während des Unterrichts erlaubt ist mit seinem Banknachbar zu reden. Mein Englisch verstehen sie auch nicht wirklich, so wird zwar auf jede meiner Fragen mit „Yes, Madame!“ geantwortet, doch verstanden haben sie meist erst auf’s dritte Mal, was ich von ihnen möchte. Ich bin gespannt, ob ich sie innerhalb der nächsten 6 Monate dazu bewegt kriege, selber zu denken und eigenständig etwas zu erarbeiten, denn hier wird fast ausschließlich frontal unterrichtet. Heißt: der Lehrer steht vorne, schreibt etwas an die Tafel, das dann abgeschrieben wird, dann fragt er eine Frage, auf die der Schüler exakt das antwortet, was an der Tafel steht und dann fragt der Lehrer ob alles klar ist und die Schüler schreien „Yes, Sir/Madame!“.
Am Samstag hatten wir (Carmen, Jenny, 2x Lisa und ich) geplant zum Bosumtwi-See zu gehen und dort den Tag zu verbringen. Der Wasserpegel des Sees stieg jahrelang an und überschwemmte viele Dörfer, obwohl es weder einen Ab- noch einen Zufluss gibt. Scheinbar ist er durch einen Meteoriteneinschlag vor ca. 1 Mio. Jahren entstanden.
Um 7.30 Uhr bin ich also losgelaufen in Richtung Denchemouso zu den anderen. Noch brauche ich 20 Minuten von meiner Gastfamilie nach Denchemouso, aber ich bin optimistisch, dass ich irgendwann noch einen kürzeren Weg finde (probiere jedes Mal einen neuen Weg aus). Wir fahren also nach Kumasi, wo wir ewig den Platz suchen, wo das Tro-Tro nach Abono (Städtchen am See) losfahren soll. Wir fragen uns durch und kommen schließlich an den richtigen Platz, wo aber schon eine Schlange von ca. 30 Leuten wartet, die alle auch noch Abono wollen. Bis um 10.30 Uhr passiert erstmal gar nichts. Die Schlange wird nicht kürzer und von dem Tro-Tro fehlt auch jede Spur. Dann geht plötzlich alles ganz schnell. Dank einer sehr netten Ghanaerin rennen wir zu einem anderen Platz, da dort anscheinend ein Tro-Tro nach Abono losfahren soll. Und tatsächlich erwartet uns ein leeres Tro-Tro. Nach eineinhalbstündiger Fahrt erreichen wir dann endlich unser Ziel: Abono am Lake Bosumtwi. Dort werden wir nun erstmal in die ’Office’ geschickt, wo wir uns in ein Besucherbuch eintragen sollen und uns einiges über den See und seine Geschichte erzählt wird. Mit der Ausrede (die aber wahr war) auf’s Klo zu müssen, konnten wir dann letztendlich entkommen. Kurz darauf wurden wir aber schon wieder aufgehalten, denn einer meinte, wir müssten unbedingt 10 Cedi für irgendein Projekt spenden. Erst nachdem Jenny ihm klargemacht hat, dass spenden FREIWILLIG ist und es nicht besonders freundlich ist, Touristen zu zwingen Geld für alles zu zahlen, entschuldigt er sich und lässt uns ziehen. Wir finden ein nettes Plätzchen am Strand eines Hotels und dort verweilen wir dann bis 16 Uhr. Blöderweise müssen wir auf der Rückfahrt sowohl in Kuntanase (Ort in der Nähe des Sees), als auch in Kumasi jeweils 1 Stunde auf ein Tro-Tro warten. In Kumasi entscheide ich mich dann nicht mehr mit den anderen nach Denchemouso zu fahren, weil ich sonst im Dunkeln allein 20 Minuten nach Hause laufen müsste, sondern das erste Mal allein, als einziger ’Obruni’ im Tro-Tro, direkt nach Tanoso zu fahren. Also stelle ich mich in die Schlange für das Tro-Tro nach Tanoso, die aus mindestens 40 Leuten besteht, und warte. Irgendwann erklärt mir ein Ghanaer, dass die Schlange eigentlich keine Funktion hat, denn hier kommt der Stärkere zuerst dran und nicht der Vorderste. Nach einstündiger Wartezeit und nachdem sich zahlreiche Ghanaer „vorgedrängelt“ haben, also „stärker“ waren als ich ;-) , kämpfe ich mich dann durch (bzw. werde in ein Tro-Tro geschoben und gedrückt) und ergattere einen Platz. Ich bin entsetzt mit welcher Brutalität hier vorgegangen wird. Auf dem Weg zum Tro-Tro wird eine Frau umgerannt, aber anstatt ihr wieder aufzuhelfen, wird sie einfach liegen gelassen, um ja noch einen Platz erkämpfen zu können. Gott sei Dank komme ich um 20.30 Uhr ohne weitere Zwischenfälle in Tanoso an. Meine Gastfamilie erwartet mich schon, ich bekomme eine Portion Spaghetti mit angebratenen Karotten, Zwiebeln, Paprika und Würstchen und erzähle von meinen heutigen Erlebnissen.
Am Sonntag war ich dann das erste Mal in der ’English Assembly’ der Kirche meiner Gastfamilie, aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal ;-)

Seid ganz <3-lich gegrüßt
Eure Anja

P.s.: Leider gestaltet sich das Fotografieren noch etwas schwierig, da die meisten Menschen hier nicht auf Bildern sein möchten, da sie nicht wollen, dass man sich in Deutschland über sie und ihre ärmeren Lebensverhältnisse lustig macht…  So habe ich bisher fast nur Bilder ohne Menschen…habe ich bisher fast nur Bilder ohne Menschen…

Endlich angekommen in meiner Gastfamilie ;-)


Hallo ihr Lieben =)

Mittlerweile bin ich gut angekommen in meiner Gastfamilie. Letzten Dienstag (also doch ’ghanaian time’ ;-) – so wird aus dem Montag der Dienstag…) Abend war es endlich so weit. Es gab wohl mit den letzten Volunteers, die in dieser Familie gelebt haben einige Probleme und deshalb waren sich die Eltern unschlüssig, ob sie noch mal jemand Deutsches aufnehmen sollen. So fuhr ich am Montagabend mit dem Schulleiter der GGS, der (theoretisch) für uns verantwortlich ist, und Jeff, einem anderen Mitglied des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis (DTGHF), über den ich hier in Ghana bin, zu der Familie, damit sie entscheiden konnten, ob sie mich aufnehmen wollen oder nicht. Sie entschieden sich dazu mich am nächsten Tag zu empfangen =) *puh*. Auf der Heimfahrt wurde mir dann nahegelegt, mich anständig zu benehmen, weil sie sich dort sonst nicht mehr blicken lassen könnten und nie wieder Deutsche aufgenommen werden würden.
Wieder in Denchemouso angekommen bereute ich es dann, dass ich morgens voller Optimismus montags in die Family zu kommen, alle meine Sachen eingepackt hatte. So musste ich jetzt ohne Licht, da (wie bis jetzt jeden Abend) ’lights out’ also Stromausfall herrschte, die nötigsten Sachen wieder auspacken, damit ich noch eine letzte Nacht bei den anderen am Campus schlafen konnte.
Doch am Dienstagabend war’s dann endlich soweit und ich wurde mit meinen ganzen Habseligkeiten von einem Taxi zu meiner Gastfamilie gefahren. Leider war wieder Stromausfall, so konnte ich nicht mehr auspacken. Wir saßen dann noch einige Zeit zusammen im Wohnzimmer und unterhielten uns. Die Familie ist echt mega nett. Sie haben 5 „Kinder“, wobei die jüngste 19 ist und zwei schon nicht mehr zuhause wohnen, da sie studieren. So darf ich im Zimmer des Sohnes wohnen, der auswärts studiert. Mein Zimmer besteht aus einem riesigen Bett, einem Schrank und einem nicht-funktionierenden Ventilator. Der erste Schock folgte dann noch sofort am ersten Abend. Als ich nach dem ’bathroom’ fragte wurde mir erklärt, es gäbe kein fließendes Wasser. Für mich verwöhnte Deutsche echt ne krasse Umstellung. Wann immer man Wasser braucht, ob für die Klospülung (offener Spülkasten, in den man einen Eimer Wasser schütten und dann an einem Haken ziehen muss), um sich zu waschen, zum Zähneputzen oder zum Kochen, muss man es aus dem Brunnen im Garten holen. Doch mittlerweile hab ich mich ganz gut damit arrangiert und spucke nun halt auch meinen Zahnputzschaum in den Garten, „dusche“ mit einem Eimer voll Wasser und entsorge das benutzte Klopapier in einem Mülleimer anstatt im Klo.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist dagegen, dass man hier zum einen zu sehr interessanten Zeiten isst und zum anderen, dass jeder mit seinem Teller irgendwohin sitzt und dann dort isst. Die Ghanaer gehen normalerweise ohne Frühstück aus dem Haus, doch da ich immer zu früh fertig zum Gehen bin, bekomme ich meist Brot und Kaba (Milo heißt der hier – Pulver, das in heißes Wasser gekippt wird). Um 15 Uhr gibt’s dann Mittagessen – meistens Yam (schmeckt wie Kartoffeln) mit irgendwelchem Gemüse. Und um 17 Uhr gibt’s dann schon wieder Abendessen – ebenfalls warm. Bis jetzt entweder Reis mit irgendeiner Soße oder Fufu (von der Konsistenz her wie Kartoffelbrei – aus Kochbananen und etwas ähnlichem wie Yam). Da ich hier Gast bin wird mir immer eine extragroße Portion rausgeschöpft und behauptet, das sei gar nicht viel… ;-) Obwohl mir ans Herz gelegt wurde, beim Abspülen, Kochen,… zu helfen, wird sobald ich frage, ob ich was helfen kann, abgelehnt. Ich hoffe das ändert sich noch. Doch mein Gastvater erklärte mir, im Haus sei es oft ’boring’ (langweilig) und so brauche ich mich nicht zu wundern, wenn sie mich nichts helfen lassen, da das ihre einzige Beschäftigung ist…
Am Dienstag war Schulbeginn. Das heißt in Ghana aber nicht, dass mit dem Unterrichten angefangen wird, sondern, dass erstmal 4 Tage lang (von 7.30 – 14 Uhr) das komplette Schulgelände geputzt wird. Soll heißen die Lehrer geben den Schülern Anweisungen, was sie zu tun haben (Bänke oder Boden putzen, Rasenmähen mit Messern, Garten umgraben,…) und chillen dann im Lehrerzimmer. Das Lehrerzimmer besteht aus 4 Holztischen und unzähligen Plastikgartenstühlen. Am Mittwoch und Donnerstag haben wir stundenlang im Lehrerzimmer über einen Laptop eine mexikanische Telenovela (auf spanisch mit englischem Untertitel) angeschaut und ansonsten sitzt jeder irgendwo und starrt Löcher in die Wand.
Am Samstag hat mich meine Gastfamilie zu einer Hochzeit in ihrer Kirche (Church of Pentecost) mitgenommen. Leider war das Meiste auf Twi, aber interessant war’s trotzdem =) Vom Aufbau her verläuft eine Hochzeit hier eigentlich ähnlich wie in Deutschland. Nur ist alles viel lauter und lebendiger – soll heißen, es wird lautstark gesungen, gebetet (jeder betet laut(!) vor sich hin) und durch die Gegend getanzt. Laut Liedblatt fing die Hochzeit um 9 Uhr an, wir waren um kurz nach 10 dort und da war noch nicht wirklich viel los. Mir wurde ein Platz in der zweiten Reihe zugewiesen und blöderweise waren überall Leute mit Fotos und Kameras, die meinten, der ’Obruni’ (also ich) müsste unbedingt überall drauf sein. So wusste ich leider nicht wirklich, wie ich mich verhalten sollte, da ich ja nicht verstand, was sie redeten… Um 12 Uhr gingen wir dann wieder heim, weil mein Gastvater Hunger hatte, obwohl die Hochzeit noch in vollem Gange war – Ghana halt ;-)
Am Sonntagmorgen sind wir dann zum Gottesdienst wieder in die Kirche gegangen. Eigentlich sollte ich zur ’English Assembly’ gehen, doch diese fand nicht statt, da ’Children’s Day’ war. Das heißt, dass die ’Sunday Schools’ (entspricht unserer Kinderkirche) den Gottesdienst für die Gemeinde mitgestalten, indem sie singen, tanzen, ein Anspiel machen,… Leider war wieder alles auf Twi, aber zum Zuschauen war’s trotzdem echt interessant.
Irgendwann wurde ich nach vorne gebeten, um mich vorzustellen. Völlig überrumpelt sagte ich ein paar Sätze auf Englisch, die meine Gastmutter dann auf Twi übersetzte. So bin ich jetzt auf jeden Fall der ganzen Gemeinde bekannt ;-)
Ich bin echt froh, dass ich schon 2 Wochen, nachdem ich hier angekommen bin, eine Gemeinde „gefunden“ habe und hoffe, dass die ’English Assembly’ auch so lebendig und ghanaisch ist, ich mich dort schnell eingewöhne und ein Teil der Gemeinde werde =)

Atschire (sprich: Atschäää) – bis bald =)
Eure Anja

Endlich angekommen in meiner Gastfamilie ;-)


Hallo ihr Lieben =)

Mittlerweile bin ich gut angekommen in meiner Gastfamilie. Letzten Dienstag (also doch ’ghanaian time’ ;-) – so wird aus dem Montag der Dienstag…) Abend war es endlich so weit. Es gab wohl mit den letzten Volunteers, die in dieser Familie gelebt haben einige Probleme und deshalb waren sich die Eltern unschlüssig, ob sie noch mal jemand Deutsches aufnehmen sollen. So fuhr ich am Montagabend mit dem Schulleiter der GGS, der (theoretisch) für uns verantwortlich ist, und Jeff, einem anderen Mitglied des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis (DTGHF), über den ich hier in Ghana bin, zu der Familie, damit sie entscheiden konnten, ob sie mich aufnehmen wollen oder nicht. Sie entschieden sich dazu mich am nächsten Tag zu empfangen =) *puh*. Auf der Heimfahrt wurde mir dann nahegelegt, mich anständig zu benehmen, weil sie sich dort sonst nicht mehr blicken lassen könnten und nie wieder Deutsche aufgenommen werden würden.
Wieder in Denchemouso angekommen bereute ich es dann, dass ich morgens voller Optimismus montags in die Family zu kommen, alle meine Sachen eingepackt hatte. So musste ich jetzt ohne Licht, da (wie bis jetzt jeden Abend) ’lights out’ also Stromausfall herrschte, die nötigsten Sachen wieder auspacken, damit ich noch eine letzte Nacht bei den anderen am Campus schlafen konnte.
Doch am Dienstagabend war’s dann endlich soweit und ich wurde mit meinen ganzen Habseligkeiten von einem Taxi zu meiner Gastfamilie gefahren. Leider war wieder Stromausfall, so konnte ich nicht mehr auspacken. Wir saßen dann noch einige Zeit zusammen im Wohnzimmer und unterhielten uns. Die Familie ist echt mega nett. Sie haben 5 „Kinder“, wobei die jüngste 19 ist und zwei schon nicht mehr zuhause wohnen, da sie studieren. So darf ich im Zimmer des Sohnes wohnen, der auswärts studiert. Mein Zimmer besteht aus einem riesigen Bett, einem Schrank und einem nicht-funktionierenden Ventilator. Der erste Schock folgte dann noch sofort am ersten Abend. Als ich nach dem ’bathroom’ fragte wurde mir erklärt, es gäbe kein fließendes Wasser. Für mich verwöhnte Deutsche echt ne krasse Umstellung. Wann immer man Wasser braucht, ob für die Klospülung (offener Spülkasten, in den man einen Eimer Wasser schütten und dann an einem Haken ziehen muss), um sich zu waschen, zum Zähneputzen oder zum Kochen, muss man es aus dem Brunnen im Garten holen. Doch mittlerweile hab ich mich ganz gut damit arrangiert und spucke nun halt auch meinen Zahnputzschaum in den Garten, „dusche“ mit einem Eimer voll Wasser und entsorge das benutzte Klopapier in einem Mülleimer anstatt im Klo.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist dagegen, dass man hier zum einen zu sehr interessanten Zeiten isst und zum anderen, dass jeder mit seinem Teller irgendwohin sitzt und dann dort isst. Die Ghanaer gehen normalerweise ohne Frühstück aus dem Haus, doch da ich immer zu früh fertig zum Gehen bin, bekomme ich meist Brot und Kaba (Milo heißt der hier – Pulver, das in heißes Wasser gekippt wird). Um 15 Uhr gibt’s dann Mittagessen – meistens Yam (schmeckt wie Kartoffeln) mit irgendwelchem Gemüse. Und um 17 Uhr gibt’s dann schon wieder Abendessen – ebenfalls warm. Bis jetzt entweder Reis mit irgendeiner Soße oder Fufu (von der Konsistenz her wie Kartoffelbrei – aus Kochbananen und etwas ähnlichem wie Yam). Da ich hier Gast bin wird mir immer eine extragroße Portion rausgeschöpft und behauptet, das sei gar nicht viel… ;-) Obwohl mir ans Herz gelegt wurde, beim Abspülen, Kochen,… zu helfen, wird sobald ich frage, ob ich was helfen kann, abgelehnt. Ich hoffe das ändert sich noch. Doch mein Gastvater erklärte mir, im Haus sei es oft ’boring’ (langweilig) und so brauche ich mich nicht zu wundern, wenn sie mich nichts helfen lassen, da das ihre einzige Beschäftigung ist…
Am Dienstag war Schulbeginn. Das heißt in Ghana aber nicht, dass mit dem Unterrichten angefangen wird, sondern, dass erstmal 4 Tage lang (von 7.30 – 14 Uhr) das komplette Schulgelände geputzt wird. Soll heißen die Lehrer geben den Schülern Anweisungen, was sie zu tun haben (Bänke oder Boden putzen, Rasenmähen mit Messern, Garten umgraben,…) und chillen dann im Lehrerzimmer. Das Lehrerzimmer besteht aus 4 Holztischen und unzähligen Plastikgartenstühlen. Am Mittwoch und Donnerstag haben wir stundenlang im Lehrerzimmer über einen Laptop eine mexikanische Telenovela (auf spanisch mit englischem Untertitel) angeschaut und ansonsten sitzt jeder irgendwo und starrt Löcher in die Wand.
Am Samstag hat mich meine Gastfamilie zu einer Hochzeit in ihrer Kirche (Church of Pentecost) mitgenommen. Leider war das Meiste auf Twi, aber interessant war’s trotzdem =) Vom Aufbau her verläuft eine Hochzeit hier eigentlich ähnlich wie in Deutschland. Nur ist alles viel lauter und lebendiger – soll heißen, es wird lautstark gesungen, gebetet (jeder betet laut(!) vor sich hin) und durch die Gegend getanzt. Laut Liedblatt fing die Hochzeit um 9 Uhr an, wir waren um kurz nach 10 dort und da war noch nicht wirklich viel los. Mir wurde ein Platz in der zweiten Reihe zugewiesen und blöderweise waren überall Leute mit Fotos und Kameras, die meinten, der ’Obruni’ (also ich) müsste unbedingt überall drauf sein. So wusste ich leider nicht wirklich, wie ich mich verhalten sollte, da ich ja nicht verstand, was sie redeten… Um 12 Uhr gingen wir dann wieder heim, weil mein Gastvater Hunger hatte, obwohl die Hochzeit noch in vollem Gange war – Ghana halt ;-)
Am Sonntagmorgen sind wir dann zum Gottesdienst wieder in die Kirche gegangen. Eigentlich sollte ich zur ’English Assembly’ gehen, doch diese fand nicht statt, da ’Children’s Day’ war. Das heißt, dass die ’Sunday Schools’ (entspricht unserer Kinderkirche) den Gottesdienst für die Gemeinde mitgestalten, indem sie singen, tanzen, ein Anspiel machen,… Leider war wieder alles auf Twi, aber zum Zuschauen war’s trotzdem echt interessant.
Irgendwann wurde ich nach vorne gebeten, um mich vorzustellen. Völlig überrumpelt sagte ich ein paar Sätze auf Englisch, die meine Gastmutter dann auf Twi übersetzte. So bin ich jetzt auf jeden Fall der ganzen Gemeinde bekannt ;-)
Ich bin echt froh, dass ich schon 2 Wochen, nachdem ich hier angekommen bin, eine Gemeinde „gefunden“ habe und hoffe, dass die ’English Assembly’ auch so lebendig und ghanaisch ist, ich mich dort schnell eingewöhne und ein Teil der Gemeinde werde =)

Atschire (sprich: Atschäää) – bis bald =)
Eure Anja