Archiv der Kategorie: Ghanaian German School

Alltag


Mein letzter Tag im Kindergarten war so schön.
Die Kinder sind so entspannt gewesen, sie haben sich nicht geschlagen, nicht extrem viel geschrien,… Außerdem gibt es ein neues Mädchen, Carina. Sie ist so süß. Während dem Essen ist sie zu mir gekommen und hat sich füttern lassen. Ab dem Zeitpunkt ist sie nicht mehr von meiner Seite gewichen. Ich bin kurz aus der Tür gegangen und sie hat das Weinen angefangen, also habe ich sie mitgenommen und sie war still. Als ich dann Feierabend machen wollte, durfte ich auch nicht alleine gehen. Der Kompromiss war dann, dass ich sie einfach mitgenommen habe. Sie saß dann bei uns auf der Couch und hat mir zugeschaut. Marika und ich haben einfach ganz normal geredet und irgendwann ist sie neben mir eingeschlafen. Das war ganz gut, weil ich sie so „unbemerkt“ in den Kindergarten zurück bringen konnte.

Gestern hatte ich übrigens das erste Mal Marika-frei (für drei Stunden). Das hat unseren Nachbarn so geschockt, dass er mich gefragt hat, ob er sich zu mir setzten soll. Ich habe ihm mindestens fünf mal versichern müssen, dass es mir gut geht und ich die Ruhe auch einmal genieße. Er hat es mir zwar nicht geglaubt, aber er ist dann auch wieder gegangen.

Als Marika dann wieder da war, haben wir einen Zitronenkuchen für eine Freundin gebacken, die heute Geburtstag hat. Ich glaube das Backpulver in Ghana ist nicht so „stark“ wie das Deutsche, weil unsere Kuchen hier nicht viel aufgehen. Geschmeckt hat der Kuchen aber trotzdem sehr gut. Leider haben wir ihn fast komplett verschenkt…

Mit unserem Unterricht funktioniert es meistens, wenn die Schüler auch wirklich kommen. Heute haben wir in Form 3 einen freiwilligen Test geschrieben, der dementsprechend gut ausgefallen ist. Außer ein Mädchen, die leider 0 Punkte hat… Warum schreibe ich einen freiwilligen Test mit, wenn ich weiß das ich es nicht kann???
Unsere Lieblingsklasse war dafür mal wieder sehr lustig. Bei denen kann man auch mal so Witze bringen, wie auf eine Powerpoint Präsentation schreiben „Marika ist doof“, natürlich auf deutsch. Danach haben wir es übersetzt und alle haben gelacht. Trotz des Rumalberns, will diese Klasse wirklich etwas lernen und strengt sich an. Deswegen freuen wir uns auf diese Stunden immer ganz besonders. 🙂

Und zu meinem Alltag gehört nach wie vor das Wäsche waschen. Ich habe wirklich keine Ahnung wie lang es noch dauern wird, bis ich waschen kann ohne danach völlig zerstörte Hände zu haben…

Morgen Abend werden wir andere Obrunis treffen! Justice hat sie letztens getroffen und ihnen unsere Nummer gegeben. Die beiden sind auch Freiwillige und unterrichten in einer Montessori Schule hier in der Gegend. Ich bin wirklich gespannt auf den morgigen Abend.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

Travelling!!!!


Was für ein Wochenende…

Angefangen mit der anstrengenden Hinfahrt, aufgehört mit unglaublichen Erfahrungen.

Wir haben es am Samstag wirklich noch geschafft, vor dem Sonnenuntergang in unserer Unterkunft zu sein! Die Wartezeit kann man teilweise ganz gut wieder aufholen, indem man die wirklich wenigen Geschwindigkeitsbegrenzungen ignoriert (zu praktisch, dass die meisten Tachos in den Autos hier nicht funktionieren).  Außerdem hat ein Trotro natürlich eine Wahnsinns Kurvenlage und überholen mit freier Sicht wird sowieso überbewertet…
Soweit so gut. Wir waren am Ende des Tages einfach nur froh, angekommen zu sein. Leider hatte unsere Unterkunft kein fließendes Wasser und aus dem Bad hat es auch noch gestunken, aber ich gehe jetzt mal lieber nicht ins Detail. Dafür hat jede von uns nur 15 Cedis gezahlt!

Am nächsten Morgen gab es zum Frühstück Porage an der Straße. Ihr könnt euch das nicht vorstellen, aber es ist einfach schön sich für 1 Cedi pro Person ein Frühstück an der Straße zu besorgen, das auch noch echt lecker ist. Zu dem Porage (das nach Ingwer geschmeckt hat) gab es leckeres Brot. Wir sind dann auf einer Holzbank gesessen, haben gegessen und währenddessen dem Mädchen neben uns dabei zugeschaut, wie sie irgendwas frittiert hat. Das war einfach so typisch ghanaisch…

Danach ging es dann direkt zu den Kintampo Falls. Diese bestanden hauptsächlich aus dem einen, großen Wasserfall, den ihr auf dem ersten Foto sehen könnt. Wenn man direkt davor gestanden ist und nach oben geschaut hat, war das wirklich beeindruckend. Für diese Mini-Tour hatten wir einen Guide, Mary. Das lustige daran war dann, dass sie meinte sie besorgt uns ein Taxi zu Fuller Falls, wo wir anschließend hin wollten. Das hat sie auch gemacht, aber sie ist gleichzeitig auch einfach mitgekommen. Wir haben natürlich immer zahlen müssen und sie nicht. Naja, dafür hat sie uns beide Wasserfälle gezeigt.
Fuller Falls waren dann nicht so beeindruckend wie Kintampo Falls, dafür aber schöner. Wie auf dem zweiten Bild zu erkennen ist, sind die Fuller Falls langgezogener und wirklich schön. Da die Fuller Falls extrem abgelegen sind und da nur selten ein Taxi vorbeikommt, sind wir auf der Rückfahrt in einem Auto, so groß wie ein Toyota Aygo, zu siebt gesessen. Dazu kamen dann noch unsere Rucksäcke und das viele Gepäck der anderen Reisenden. Da sag noch mal jemand, mein Polo sei klein…

Nach den Wasserfällen wollten wir dann eigentlich ein Trotro zu dem Affendorf nehmen. Mary hat uns aber ein Taxi organisiert. Der Fahrer hat am Anfang 600 Cedis von uns verlangt. Da haben wir natürlich heftig protestiert, in echt meinte er 60 Cedis, aber die Ghanaer hängen oft noch eine Null daran. Vor ein paar Jahren gab es hier nämlich eine Währungsreform, an die sich viele noch nicht gewöhnt haben. Am Ende war unser Preis für das Taxi dann 45 Cedis. Wir dachten am Anfang, dass das teuer ist, aber das war es nicht! Die Strecke war wirklich lang und es hat geschüttet und wir waren auf einer Schlammstraße unterwegs. Ich habe aus meinem Fenster nur die braunen Wasserfontänen gesehen und der Fahrer hat ständig die Scheibe mit einem Lappen wischen müssen. Danach war ich mal wieder froh, den ghanaischen Verkehr unbeschadet überstanden zu haben… Das Taxi war übrigens am Ende fast schon billig, Justice fand den Preis fair und ein anderer Obruni, den wir getroffen haben, hat für die gleiche Strecke 90 Cedis gezahlt!

Unsere nächste Unterkunft war wirklich sehr schön, zwar mitten im Wald und total abgelegen, aber schön ruhig. Außerdem hat die Besitzerin uns Nudeln gekocht und zum Frühstück gab es Pancakes (Marika will mir allerdings noch die „echten amerikanischen“ Pancakes machen).
Da haben wir dann auch Dane getroffen. Er ist aus den USA und will das ganze nächste Jahr reisen.

Zusammen mit Dane haben wir dann heute Früh unsere Affen-Tour gemacht. Der erste Stopp, war der coole Baum auf dem dritten Bild. Innen befindet sich nichts mehr und man konnte darin klettern. Das war wirklich aufregend und man hatte einen tollen Blick von oben.
Nach den Baum ging es dann zu den Affen. Mit Bananen in der Hand, mussten wir nicht lange warten und schon nach kurzer Zeit, sind die ersten Affen an uns hoch gesprungen und haben uns aus der Hand gegessen. Das war eine unglaubliche Erfahrung. Diese wilden Tiere so nah erleben zu dürfen, war wirklich unfassbar und das werde ich nie vergessen!
Die Affen sind in ihrem Dorf übrigens heilig und werden nicht von den Einwohnern gegessen. Es gibt sogar einen eigenen Affenfriedhof und anscheinend kommen die Affen zum Sterben ins Dorf, dass sie dann begraben werden können.
Die Affentour war wirklich ein neues Highlight hier in Ghana!!!!

Die Heimreise verlief dann ausnahmsweise mal perfekt. Lustigerweise hatte Dane auch vor, nach Kumasi zu fahren und dann haben wir ihm angeboten, mit zur Schule zu kommen. Mit KK’s Erlaubnis schläft er jetzt hier in seinem Zelt. Wir haben dann die Gelegenheit genutzt und ihm zusammen mit Justice, Egg and Bread gezeigt.
Esther hat sich übrigens riesig gefreut, dass wir wieder hier sind. Und auch ich bin froh, wieder in meinem eigenen Bett zu liegen. Manche Gewohnheiten ändern sich einfach nie, egal wo man ist. 🙂

Gute Nacht ihr alle

Accra, Cape Coast und Exams


Hi,

http://www.youtube.com/watch?v=u4vFOKzc3Zg

Grad mein Ohrwurm, läuft in jeder Disco und lässt sich nach 2 Bier noch viel besser genießen!

Kurzer Überblick was seit meinem letzten Eintrag passiert ist:

Die Tour zum Lake Bosumtwi (und auch Ghana vs Sudan wo ich eigentlich hinwollte, ssch) sind ins Wasser gefallen, weil ich eine schlecht gekochte groundnut-soup mit Fufu (das Nationalgericht) gegessen habe. Werd ich aber beides auf jeden Fall nachholen.

Letzte Woche Dienstag waren die End-Of-Term-Exams in German language! Dazu haben sich alle meine Schüler in der dining hall versammelt und den von mir vorbereiteten Test geschrieben (hab einen unten angehängt). Die Ergebnisse waren durchschnittlich (=überraschend gut aus meiner Sicht^^, nur 4 Schüler durchgefallen), was aber wahrscheinlich damit zusammengehängt dass ich die Spickversuche nicht so streng bestraft habe wie die andren Lehrer. Außerdem habe ich ein neues Rad (aka „Dreambike and Superbike“), um die Gegend hier mit Ato durchstreifen zu können.

 

 Dreambike!

Seit letzten Donnerstag habe ich Ferien bis zum 20. Mai, dH ich habe insgesamt fünf Wochen zur freien Verfügung.

Zuerst bin ich nach Accra (die Hauptstadt) gefahren und habe im VIP-Bus den VIP-Sitz mit VIP-Sicht ganz vorne bekommen. Obruni-Bonus^^

 

 Road to Accra

In Accra habe ich in einem Hotel an der Spintex Road übernachtet, der Komfort einer warmen Dusche und 24/7 Strom (und KFC!!) war seeeeeeeehr geil und ja – ich hatts mal wieder nötig.

Sonst gibt’s in Accra nicht sonderlich viel zu sehen – abgesehen vom Labadi Beach vllt. Dafür hat man beim Weggehen wesentlich bessere Möglichkeiten als in Kumasi. Auf meinem nächtlichen Streifzug durch Accra habe ich erst ghanaische Rastas (davon gibt’s hier viel mehr als bei uns) und dann Portugiesen und Dänen in meinem Alter kennengelernt, mit denen ich erst im Bella Roma und dann im Firefly ordentlich gefeiert habe.

Seit gestern bin ich in Cape Coast, dem schönsten Fleck den ich in Ghana bisher gesehen habe.

Cape Coast ist eine Küstenstadt mit ~140.000 Einwohnern und einer der größten vollständigen Sklavenburgen in Ghana, die direkt neben meinem Quartier (Oasis Beach Resort) liegt. Da das Resort direkt am Strand liegt (:-P) ist die Hitze hier viel besser auszuhalten.

 

 

Strand vor meiner Haustür und Cape Coast Castle

 

Cape Coast

 

Fischer

Morgen werde ich meine erste Tour in den Regenwald (Kakum, mit vieeeeel Glück trifft man auf Waldelefanten) starten. Bericht folgt.

Bis dann Männels!

 

 

 

 

End of term exam Voc/Tec 2

Name of Student: ……………………………………………………………………………………..

1) You want to have something to eat. What could you say? (1 mark)

a) Ich bin durstig.                   b) Ich bin hungrig.                  c) Wir brauchen Eier.

2) Write down the German numbers from 1 to 20 in CORRECT ORDER. (10 marks)

3) Conjugate the verb “sein” (ich, du, er, wir, ihr, sie). (6 marks)

4) Read the following text carefully and then try to answer the questions below. Make a circle around the correct answer (True or false). (6 marks)

John and Evans are brothers. John is older and bigger than Evans. They also have a sister, Elisa. Elisa is the oldest of the three, but she is also the smallest. Today, they are making Fufu. Elisa is not hungry, but she is thirsty. John is very hungry, but Evans is the hungriest.

a)      John ist jünger als Evans.                                          True                False

b)      Elisa ist am ältesten.                                                True                False

c)      Elisa ist größer als Evans.                                         True                False

d)      John ist am durstigsten.                                            True                False

e)      Evans ist am hungrigsten.                                        True                False

f)       John ist hungriger als Elisa.                                      True                False

5) Translate the following expressions (If you don’t know the verb, translate at least the personal pronoun!). (6 marks)

a) I love

b) Younger than

c) The fastest

d) They go

6) Answer the questions about German culture and history by underlining the correct answer. (6 marks)

1. You want to use public transport systems in Germany. What should you know?

A) You have to bargain with the bus driver.

B) Trains are not very safe in Germany.

C) There are strict timetables for the departure and arrival of busses and trains.

2. Which of the following statements about religion is true?

A) Religion is the center of life for most German people.

B) Most German people are Islamic fundamentalists.

C) Roman Catholic and Protestantism are the most common religions in Germany.

3. Which of the following statements about seasons in Germany are true (2 correct answers)?

A) The trees don’t have leaves in summer.

B) There are four seasons.

C) There’s usually ice and snow in winter.

4. What are the most important basic food supplies in Germany?

A) Yam, plantain, rice

B) Cassava, fish, tomato

C) Potato, noodles, bread

5. Which of the following statements about the German economy is true?

A) Germany is the biggest economy in the world.

B) Germany’s economy is very small and not important.

C) Germany is the biggest economy in Europe.

6. Which of the following things is NOT accepted in Germany and forbidden by law?

A) Homosexuality

B) Possession of Weed

C) Smoking in public places

7) Add the correct question word (obligatory) and translate the sentence into English (Bonus). (5 marks + 5 bonus marks)

a)______________ Stift ist das?

b)______________ ist der Präsident?

c)______________ Farbe hat die Tomate?

d)______________ gehst du?

e)______________ beginnt die Schule?

 

8) Build two German questions using a question word (Don’t copy from question 7!). (5 marks)

9) Introduce yourself in German. You should at least say your name, your age and where you come from. (12 marks)

10. Answer the questions correctly. (3 marks)

1. Which city is the German capital?

2. Who is the German chancellor?

3. What is the German currency?

Bonus question: Name all of the German car manufacturers that you remember. (Up to 5 marks)                                                                                                                                                        

Tutor: David Wünschel                                                                               Good luck!    

Die Schule und erste Reisepläne


Servus männels!

Kurzer Rapport:

Ich habe meine erste komplette Schulwoche hinter mir und bin froh dass die Klassen so klein sind (3-12 Schüler). Der Bildungsstandard der Schüler ist teilweise erschreckend schwach, die schlechten bzw dummen (ja, teilweise wirklich dummen) Schüler wissen nicht mal die Hauptstadt von Ghana, die guten Schüler wissen nicht ob USA in Europa oder Frankreich in Asien liegt. Von Adolf Hitler und dem zweiten Weltkrieg haben immerhin ein paar schon mal was gehört. Außerdem glauben (fast) alle an die Schöpfungsgeschichte und an „magicians“ und sind durch keine rationalen Argumente von diesem Glauben abzubringen.

Langweilig wird mir selten, ich muss täglich Unterricht vorbereiten und die Schüler kommen alle halbe Stunde vorbei und wollen mir irgendwas zeigen oder mit mir labern. Mit Zach (Mr. Creativity^^) habe ich aus Schnur, Gummi, Dose und Holzbrett eine Mausefalle gebaut die wir heute Nacht im Busch testen. Außerdem habe ich vorsorglich die DVD-Box von The Wire und alle fünf Teile von A Tale of Ice and Fire (Game of Thrones-Bücher, 5000 Seiten auf Englisch) eingepackt.

Nächstes Wochenende (3 Tage, da ich Freitags immer frei habe) habe ich eine Tour an den Lake Bosumtwi, Ghanas größten Süßwassersee eingeplant.

Der Campus:

Blick von meiner “Terrasse”:

Eintrag die Erste


Guten Tag meine lieben Freunde und Follower!

An dieser Stelle werde ich, wenn ich denn die Muße dazu habe, die nächsten sechseinhalb Monate über meine Arbeit, meine Reisen und sonstige Erlebnisse in Ghana berichten.

Abflug: In der Nacht von Sonntag auf Montag schlafe ich überhaupt nicht, da ich schon um 4 Uhr morgens aus dem Haus muss (nicht mal die Oscars kann ich zu Ende schauen, was ich nicht alles für dieses Projekt opfere!) und um 2 keine Lust mehr verspüre mich noch ins Bett zu hauen. Als ich um halb 8 endlich in meinem gemütlichen Economy-Class-Sessel sitze bin ich heilfroh und penne bis Istanbul durch. Dort habe ich drei Stunden Aufenthalt, danach geht’s weiter in den Flieger nach Accra mit Zwischenstopp in Niamey (In Ghana gibt es momentan anscheinend kein Kerosin).

Dort angekommen erwartet mich Keke, der Sohn des Präsidenten meiner Entsendeorganisation (Deutsch-Ghanaischer Freundschaftskreis), und bringt mich nach einigen Stunden des Wartens auf seinen Cousin (der mit einer späteren Maschine ankam) in ein gediegenes Hotel wo ich mit einem Bier in der Hand die Ankunft in Ghana feiere. Gegen Mitternacht lege ich mich schlafen.

Reise nach Kumasi: Am nächsten Morgen werde ich von Kwasi, der auch über mehrere Ecken mit Keke verwandt ist, zum Frühstück abgeholt: Es gibt Omelette mit Baked Beans (erstaunlich gut!). Anschließend fahren wir zur Bus Station und holen uns Tickets für den VIP-Bus (der nicht nur so heißt sondern mit Klimaanlage, Flachbildfernseher und Ledersesseln ausgestattet sich auch so anfühlt) nach Kumasi, die mit 1,2mio Einwohnern zweitgrößte Stadt Ghanas. Nach 6-stündiger Fahrt muss ich nur noch 30 Minuten im Taxi nach Denchemuoso verbringen, dann bin ich endlich an meiner Heimstätte für die nächsten sechs Monate angekommen: Der Campus (eher schulhof^^) der Ghanaian German School empfängt mich in Person von Lisa P., eine der vier Volunteers die vor mir hier waren.

Da die vier Mädels schon Freitagmorgens fahren, zeigen Sie mir alles was ich wissen muss und beantworten jede noch so dumme Frage um mich auf meinen Aufenthalt hier vorzubereiten.

Heute ist Freitag, und ich weiß, dass es ein schwieriges halbes Jahr werden wird. Vor allem da ich der einzige Freiwillige bin. Dennoch denke ich, auch wenn die täglichen Strom- und Wasserausfälle sicherlich an mir nagen werden, dass ich gut zurechtkommen werde: Der gemeine Ghanaer ist in der Regel offen und freundlich, einige Kontakte wurden bereits geknüpft. Außerdem interessieren sich die Männer alle für Fußball :-)

Am Montag fange ich als Deutschlehrer und Sportassistent (Mathe und Englisch zum Glück doch nicht) an. Wie ich eben von Maxwell erfahren habe genau einen Tag lang, da am Dienstag die eine Woche andauernde Mid-Term-Break beginnt.

Da ich bisher zu faul war die Kamera einzurichten gibt’s die ersten Bilder im nächsten Blogeintrag.

Beste Grüße aus dem Sommer

David

I love Ghana


Nachdem der letzte Bericht insgesamt eher weniger positiv war, kann ich euch erfreulicherweise mitteilen, dass die letzten zwei Wochen echt toll waren!
Man gewöhnt sich an vieles und da wir jetzt die meiste Zeit wieder Wasser haben, ist das größte Problem so gut wie nicht vorhanden. Ausserdem muss man das Gute darin sehen: falls es in Deutschland irgendwann eventuell ganz vielleicht mal kein Wasser geben sollte oder nur wenig, ich kann mich jetzt inklusive Haare mit einem halben Wassereimer waschen =)
Sonst gibt es nicht viel Neues zu berichten. Der Alltag hat begonnen und im Hause Danquah- Hammer verläuft das Leben in ruhigen Bahnen: Morgens um halb 7 aufstehen, eine kleine Runde joggen gehen ( hätte ich daheim auch nie gemacht =D ) , dann schauen, dass man in die Dusche kommt, weil oft gegen halb 8 /8 das Wasser auf unbestimmte Zeit abgedreht wird. Danach gibt es ein kleines Frühstück und Jennifer geht in die Schule. Da ich immer erst später Unterricht habe, wasche oder putze ich als am Morgen und gehe dann gegen halb 10 ins Lehrerzimmer zum Frühstücken. Dort gibt es jeden Tag ein anderes, meist aus Brei bestehendes Frühstück, das sich dann jede Woche wiederholt. Meistens sitze ich dann noch mit ein paar Interns zusammen und unterhalte mich oder versuche Twi zu lernen.
Damit ihr einen Eindruck von meinen Arbeitszeiten hier bekommt:
Mo: 2.30-3.10 zweites Jahr, sieben Schüler
Di: 2.30-3.10 erstes Jahr, kein Schüler bisher also auch kein Unterricht
Mi: 11.20-12.40 drittes Jahr, acht Schüler sowie eigentl von 2.30-3.10 erstes Jahr
Do: 2.30-3.10 zweites Jahr
Freitag: FREI =)
also ihr seht vor Stress werde ich nicht umfallen … Eigentlich sollen wir uns noch um die Library kümmern aber da wir keine genaue Ansage bekommen haben, was unsere Aufgabe ist, machen wir bisher nichts. Ich habe aber schon mit George geredet und von ihm die Info bekommen, dass wir bald anfangen können, sobald mehr Stühle und Tische ( „everything will be nice“ ) da sind.

Gegen 12.30 gibt es dann Mittagessen im Lehrerzimmer. Auch dort verhält es sich wie beim Frühstück: fast jeden Tag etwas anderes aber jede Woche das gleiche! Insgesamt ist das Essen dort sehr Bohnenlastig aber es geht schon. Mir schmeckt besonders Watschi , Reis und Bohnen, beides ist aber rot, und dazu Tomatostu und Gari.
Den restlichen Tag gehen wir dann einkaufen oder treffen uns mit Anja oder machen auch mal nichts. Nichts tun können die Jenni und ich mittlerweile besonders gut und sieht ungefähr so aus.
Man nehme ein Handy oder Ipod und ihre kleine Boxen, legt sich auf den Boden (aufgrund der dort vorzufindenen Kälte) und döst vor sich hin. Hört sich nicht sonderlich spannend an, ich weis. Daheim habe ich das auch glaube ich noch nie gemacht aber hier hat man manchmal nichts anderes zu tun. Dazu kommt die Hitze und zur Zeit ist es oft auch sehr schwül.
Abends kochen wir Mädels dann oft zusammen. Wir sind wie eine kleine Wg und es klappt auch erstaunlich gut! Die eine schnippelt Gemüse, die andere kocht und die nächste spült am Ende ab. Leider steht die Kochplatte bei Jenni und mir im Zimmer und nach dem kochen ist es immer sehr heiß.
Gestern war unser zwei monatiges Ghana dasein, und das haben wir bei Cranutstue und Reis gefeiert. Einer meiner Schüler, Maxwell, hat der Carmen beim kochen assistiert. Er ist echt sehr nett und kommt uns besuchen wenn er gerade Zeit hat.
Überhaupt sind die meisten meiner Schüler total süß und lieb. Manchmal ist es leider auch sehr erschreckend an was sie glauben und wovon sie auch überzeugt sind. Zum Beispiel muss man die Tomaten entkernen, weil die Samen sonst im Bauch wachsen. Des weiteren darf man nach dem Essen nichts Süßes essen weil darin Öl war. Eine weitere Erklärung was daran das Problem sein soll gibt es aber nicht…
Letzen Sonntag kam im Übrigen Jennis Mama . Es war sehr ungewohnt jemanden von Deutschland hier zu sehen aber es war auch echt schön. Ausserdem hat sie unseren Gummibärchen Pombären und Pestosoßen Vorrat aufgestockt. Jetzt können wir einmal im Monat Gummibären und Chips essen =)
Die letzte Woche verging dann total schnell und am Freitag bin ich zu einem Fußballspiel meiner Schule mitgegangen. Wir haben gegen die Mac senior Highschool gespielt, die bei uns in der Nähe ist.
Es hat total Spaß gemacht dort zu sein. Ich habe viel mit den Schülern geredet, die Lehrer wollten Fotos mit der Obruni und am Ende haben wir auch noch gewonnen!!! Mit einer Trommel wurde das ganze musikalisch unterstützt und die Mädels haben dazu gesungen und getanzt. ich habe mich sehr wohl gefühlt und viel gelacht!
Am Abend bin ich dann in die Stadt gefahren, was schon ein Abenteuer für sich war. Ich habe mich da mit der Jenni und einem weiteren Freund getroffen. Eigentlich wollten wir Shisha rauchen aber dann gab es keine Kohle mehr. So ist das eben. Aber es war ein schöner Abend und es gab auch noch was Feines zu essen!
Samstag morgen haben es sich die Jenni und die Lisa dann richtig gut gehen lassen: Deutsche Pfannkuchen mit deutscher Marmelade und Mangosaft!! Dolce Vita pur!!! Später sind wir dann zu einem Pool und haben dort den Mittag verbracht!
Sonntag wurde dann mit ausgiebigen Nichtstun verbracht.
Heute Montag der 22.10.12 geht die Schule dann wieder los und der Alltag beginnt.
Ich habe jedoch erfahren, dass wir vom 7-12.11.12 Mid term break haben, also Ferien. Also werde ich zu dieser Zeit auf Reise sein!
Auch am kommenden Wochenende werden wir alle weg sein. Wir fahren in die Western Region mehr dazu dann im nächsten Bericht.
Das wars dann erstmal. Es ist kurz vor halb eins und Frau Hammer wird jetzt zum Mittagessen gehen. Vielleicht habe ich ja Glück und es gibt Watschi ;)

Vergisst mich nicht und immer wenn ihr Fleisch esst oder ein Glas Saft trinkt denkt ganz fest an mich =)

Eure Lisa

Essen – Wetter – Schule – und bald wieder Accra


Der letzte Bericht ist schon eine Weile her…immer wieder habe ich angefangen, aber nichts zuende geschrieben. Es fällt mir schwer einen Überbegriff zu finden, unter dem ich alles was hier so passiert platzieren kann.

Genau heute feiern wir zweimonatiges in Ghana und zwar mit „Nkatenkwan“ or you also can call ist „Groundnutsoup“ auf deutsch „Erdnusssuppe“. Ich werde es nicht mit Fleisch oder Fisch zubereiten, weil ehrlich gesagt sind die Mädels noch nicht soweit sowas hier in Ghana zu sich zu nehmen und ich hab auch noch nicht wirklich den Durchblick, welchen Fisch man nun für welchen Stew oder welche Soup verwendet. Stew ist eher eine Soße und Soup eben einen Suppe. Und wenn dir jemand auf die Frage hin, welcher Fisch in dem Stew ist „red fish“ als Antwort gibt, ist man nicht zwangsläufig schlauer. Aber so sind sie die Ghanaer. Sie geben Dingen gerne Namen, die eher beschreibed als klar definierend sind. Sie beschreiben oft, wie etwas aussieht – die Farbe, die Textur, oder die Form, als den korrekten – „artgerechten“ Namen zu verwenden, um es zu typisieren.

Bleiben wir mal beim Essen. Ampesie zum Beispiel nennt man Plantain oder Yam, die gekocht als Beilage zu Soup oder Stew gereicht werden. Die Art der Zubereitung bestimmt den Namen. Genauso kann beides auf dem Feuer geröstet werden, dann wird es zusammen mit Erdnüssen gegessen und heißt Coco. Du bestellst dann „Coco ne Nkate“ „- Gesröstetes mit Erdnüssen“.

Andere Beilagen, die hier gern gegessen werden sind Reis, Fufu, Banku oder Kenkey. Nun kommt es darauf an, welche Beilage mit welcher Suppe oder Soße gegessen wird, denn nicht alles passt zusammen ;) . Und der Reis ist kein ursprünglich lokales Essen – „its from the Chinese, they brought it here.“

Der Reis wird gern als Joloffreis gegessen – dann wird er in einem Tomatenstew gekocht und was ich etwas abartig finde, hier werden dann Spaghuettis dazugereicht. Das liegt wohl daran, dass die Nudeln hier günstiger sind als der Reis – was auch wieder abartig ist. ODer man bestellt „Fried Rice“ was dann ein gebratener Reis mit Gemüse und Sojasoße ist und an Reisgerichte beim ASIAMAN erinnern.

Eine anderes Phänomen sind sogenannte BOFROTTS. Das sind Teigbällchen, die frittiert werden. Sie werden aus verschiedenen Mehlen hergestellt und eine Art von ihnen kann ich z.B. essen. HURRA – allerdings bin ich immernoch nicht dahintergestiegen, welches Mehl dafür verwendet wird. Die, die ich essen kann, sehen aus wie Krapfen – kann man sich das vorstellen – ich kann hier Krapfen essen!!! HURRA. Auf die Frage hin, welches Mehl sie denn verwenden, habe ich nun schon von mehreren Stellen die Antwort „normal flouver“. Leider wieder mal keine konkrete Aussage. Keiner kann mir das Getreide oder die Wurzel oder die Hülsenfrucht nennen, die dafür verwendet wird und eine krapfenartige Textur erreicht. Schade eigentlich.

frittiertes gleich in der frueh!!

Morgends gibt’s bei mir meist „Mansa und Kosi“ beides frittierte Bällchen, die einen aus Mais und wie ich heute erfahren habe, zerstampften Bananen oder Plantain. Die anderen besteht aus Bohnenmehl, etwas Zwiebeln und Chillipulver. Den Porridge – eine Art Getreidebrei aus Mais, oder Millet – eine Schalenfrucht, die ich aus Deutschland nicht kenne, von trinkbarer Konsistenz, mit Zucker und Ingwer gewürzt – gut für die Verdauung- den lass ich meist weg, aber normalerweise wird er zusammen mit den Bällchen gegessen.

Ein anderer Begleiter morgends oder für zwischendurch ist „Kwadu ne Nkate“ was Bananen und Erdnüsse bedeutet. Die Erdnüsse werden in kleinen Tütchen dazugereicht. Man kann also überall, wo man Bananen kaufen kann, geröstete, leicht gesalzene Erdnüsse kaufen. Erdnüsse gibt es hier auch in verschiedensten Varianten. Z.B. in der eigenen Schale gekocht. Geschält – aber mit roter Haut geröstet, diese gibts gesalzen oder nicht und dann richtig geschält und gesalzen, wie wir Erdnüsse kennen. Auch gern in Verbindung mit geröstetem Mais, also halb aufgepoppt – an diesen Ständen kann man dann meist auch Poppkorn finden.

Soweit mal, was das Essen angeht. Ich vermisse eigentlich nichts, wobei ich gestern beim Skypen, jemandem beim Käsebrot zubereiten zugesehen habe und bei dem Gedanken an Bergkäse auf Butter und Brot ist mir ganz schwindelig geworden.

Ein anderer Gedanke traf mal auf Salat mit Thunfisch und Zwiebeln. Was man hier theoretisch auch zubereiten könnte, aber der Essig, den sie hier verkaufen erinnert mich eher an Großkantinenmix-Essig. Also auch nicht so toll. Man kann in diversen Lokalen durchaus Salat mit Tuna bestellen oder Salat mit Chicken, dieser wird dann wie mir bereits bekannt, mit Ketchup und Majo angemacht….Danke ich verzichte.

Was gibt es zum Wetter zu sagen… Das hat sich in den letzten Wochen verändert. Die Regenzeit ist zwar offiziell am zu Ende gehen, aber ehrlich gesagt, haben wir eben jetzt Regenzeit – vielleicht ist das so wie bei uns, wo man das Gefühlt hat, das Wetter verschiebt sich etwas nach hinten. Also gut Regenzeit eben und das wohl bis Depzember – bis dann der Hamatan kommt, der trockenen Wind mitsichbringt. Dann aber wohl die Temperaturen etwas nachlassen.

Es regnet also fast täglich und die Sonne ist bis weilen unerträglich heiß – die Luft feucht und schwül. Der Regen kommt oft nachmittags. Dann schüttet es 20 Minuten oder ne halbe Stunde und dann reißt der Himmel wieder auf. Langsam aber sicher bekommt  man ein Gespür dafür, wanns losgeht. Vorher beginnt es zu winden und es wird etwas kühler.

Der erste Regen

Der erste Regen, den wir hier mitbekommen haben, haben Lisa und ich ordentlich abgefeiert – die Einheimischen haben uns etwas unverständlich dabei beobachtet, wie wir das kühle Nass geniesen. Mittlerweile weiß man, wie hinderlich so ein Regenschauer sein kann. Je nach Heftigkeit verändert er ganze Straßenabschnitte, sodass sie unpassierbar werden. Der Trotroverkehr am Ketjetia – sozusagen am Hauptbahnhof – steht still und braucht seine Zeit, wieder auf Touren zu kommen. Und auch wenn man sich durch geduldiges Warten bereits im vorderen Drittel der Warteschlange befunden hat und nach dem Regenschauer nicht mit der hier üblichen ghanaischen Forschheit vorgeht, befindet man sich jetzt wieder im hinteren Drittel der Schlange.Die Wäsche, die in mühevoller, kräftezehrender Kleinarbeit gewaschen und aufgehängt wurde, wird nass, wenn du dich zum Zeitpunkt des Ergusses nicht zu hause befindest – und auch keiner deiner Mitbewohner. Ja so isses hier momentan. Und das absurde zwischendurch war die Tatsache, dass wir zwar Wasser in Hülle und Fülle vom Himmel hatten, aber nicht fließend aus unseren Wasserhähnen. Zumindest tagsüber.

Das Wasser hier am Campus wird durch eine Solarpumpe vom Grundwasser in die hier üblichen Aufbewahrungskanistern befördert. Unser Kanister umfasst 1000 Liter. Vor ca. 3 Wochen wurde unser Kanister geleert und gereinigt, und anschließend gab es ein paar bewölkte Tage, sodass die Sonneneinstrahlung nicht ausreichend war, um das Wasser in die Kanister zu pumpen. Sind diese völlig entleert, braucht es lauf Hausmeister 8 volle Sonnenstunden, damit die 1000 Liter hochgepumpt werden, und das war eben nicht drin. Also mussten wir unser Wasser aus dem nahe gelegenen Brunnen selber schöpfen. Dabei läßt man einen Kanister an einem Seil herunter, wartet, bis er sich unten mit Wasser füllt und zieht ihn dann hoch. Das gibt Muskeln sag ich euch. Ich fands zwischendurch super – so bleibt man fit. Denn während die anderen Mädels hier täglich joggen gehen und dann Kraftübungen vor meiner Nase machen, sitze ich hier morgends und trinke „faul“ meinen Kaffee. Ja und mancher Morgen kann auch so beginnen, dass dir der durchaus ansehnliche Nachbar mit nacktem Oberkörper dabei behilflich ist, das Wasser hochzuziehen. Da sag ich nicht nein!

So lernen wir mit wenig Wasser und das nicht fließend aus dem Wasserhahn zu waschen, zu duschen, zu spühlen, während die Luft hier so feucht ist, dass mittlerweile mein Tabakbeutel und mein Rucksack angefangen hatten zu schimmeln, aber ich habe alles gerettet.

Außerdem sind die Stromausfälle, die anfangs täglich für eine Stunde oder mehr von 19:30 ab unseren Abend begleiteten, häufig vormittags und tagsüber. Fürs Wohnen und Leben sind diese „Lights off“ nicht so störend, aber die Schulen und der tägliche Betrieb wird dadurch sehr beeinträchtigt. ICT – Information and Computer Technology – findet z.B. theoretisch statt, weil die meisten der Rechner kaputt sind. Nach einem „Light off“ also einen Stromausfall, ist die Spannung zu Beginn viel höher und daduch gehen Geräte gern mal kaputt. Auch die Registrierung der Schüler für die final exams kann nicht abgeschlossen werden, wenn es keinen Strom gibt.

Noch kurz zum Schulbetrieb.

Vor der Senior High School

Evelyn und Isaak- zwei meiner Schueler

Vor meiner Abreise hat mir eine Grundschullehrerin prophezeit, dass das fehlende Material das größte Problem sein wird. Sie könnte Recht haben. Eine meiner Klassen – das 3. Jahr der SHS umfasst 36 Schüler im Alter von 17-20 Jahren. Es geht nicht darum, dass ich weder einen Lehrplan, noch einen Stoffverteilungsplan, noch irgendwelche Bücher habe an die ich mich halten könnte, sondern daran, dass es ausser der Tafel und der Kreide keinerlei Medien zur Verfügung stehen. Auf die Frage an den Headmaster, wo man den Arbetisblätter ausdrucken könnte, war sein Kommentar, nur Tests – also End of Term Tests – würden ausgedruckt, Übungsaufgaben kann man an die Tafel schreiben und die Schüler kopieren dies in ihre Hefte – na prima. Ob es Plakate gebe? „No, we dont have this. This is an Ghanian-German-School, so you have to bring it!“ Acha. Mittlerweile drucke ich tatsächlich Übungsblätter selber aus. Man versuche sich vorzustellen, dass ich in meinem letzten Studienjahr aufs Referendariat vorbereitet wurde, wo Medienschlachten ausgetragen werden müssen. Und tatsächlich ist es gar nicht so einfach seine Muttersprache in einer Fremdsprache zu unterrichten. Ich bin um jede Hilfe froh. Zum Glück bemühe ich mich hier Twi zu lernen und so erschließen sich mir Wege, wie Sprache gelernt werden kann.

Extending the KUMASI-Map..

Magazin-das Gebrauchtteileviertel

Es gibt einen Stadtteil in Kumasi – er heißt eigentlich SUAME – wird aberMAGAZINE oder   kurz MAZIN genannt. Ich bin mit motoriesierten Dreirädern durchgerauscht. Dieser Stadt teil ist ein Magazin für gebrauchte Autoteile. Also alles was man sich so vorstellen kann, alles was wir warscheinlich auf den Schrottplatz bringen, wird hier verkauft. Man hat uns sogar geraten, als Business gebrauchte Autoteile nach Ghana zu bringen – „somebodys waste is the others money“. Denkt man an die Reportagen von Agbobloshie, der Müllhalde Ghanas, auf der unser Elektroschrott landet, findet man in Magazine eben unsere alten Autoteile. Aber nicht nur Autoteile, sondern auch Mechaniker, Elektriker, Lakierer – alles was motorisierte Vehikel angeht ist hier zu finden und zu reparieren. Ca. 100.000 Menschen arbeiten hier!!! Jeder für sich, alles individuelle Seller, keinerlei Manufakturen, Zusammenschlüsse, Spezialisierungen, keine Kooperationen, die eine Weiterentwicklung, Rationalisierung oder ähnliches entstehen lassen könnte, findet hier statt. Die Regierung plant wohl schon seit einiger Zeit soetwas wie ein Schulungszentrum bauen zu wollen, wo die einzelnen Zweige zusammen kommen können, aber das kann noch seine Zeit brauchen.

Dann war ich noch in einem ich würds Ghetto nennen. PLATTFORM nennt sich der Bereich am Rande des Kejetiamarktes an den Bahngleisen. Nachdem das geschäftige Markttreiben zwischen 17 und 18 Uhr dem Ende zugeht, ziehen sich die Leute zurück. Nicht zum Schlafen, sondern manche zum Trinken und Tanzen, das sind dann die „Hussler“, die von weiter her sind und ihr Bett dort aufschlagen, wo die Nacht für sie zu Ende geht. Manche breiten an den Stellen, wo sie tagsüber ihre Waren verkaufen, ihr Nachtlager aus, und manche ziehen sich zu den Railways zurück, um dort das Essen für den nächsten Tag zu zu bereiten.“The fires are burning!“ Es ist dunkel, sagen wir halb neun und nach dem Markttreiben wird das Essen für den nächsten Tag zubereitet, ich wünschte ich hätte eine Kamera dabeigehabt, um unbeobachtet Bilder schießen zu können. Wieder arbeiten die Leute hier Tag und Nacht, laut Pino geht es dann morgends zwischen 4 und halb 5 wieder los.

Mit den Mädels habe ich mittlerweile zwei der hier recht berühmten Handwerksdörfern besucht. Einmal NTONSO, es liegt im Norden von Kumasi-Stadt und ist bekannr für das Bedrucken von Kentestoffen und zwar mit traditionellen ADINKRA-Symbolen. Das in Ghana sehr weit verbreitete steht für „except of god“ – symbol of the subremancy of God. Man findet es auf fast jedem Plastikstuhl in Ghana und gern auch als Halskette. Jeder von uns lässt sich die Prozedur erklären, wie aus einer Baumrinde, die lange gekocht und zerstampft wird eine schwarze breiige Farbe entsteht, mit der anschließen gedruck werden kann. Zum Drucken verwenden sie dann geschnitze Kalebassen oder Siebdruck – sehr rationell und fortschrittlich! Jeder von uns sucht sich einen Kenteschal aus und bedruckt diesen mit selbst ausgewählten Symbolen.

KENTE

Und letztens dann noch in BONWIRE, das fürs Weben der Kentestoffe berühmt ist. Allerdings sind es hauptsächlich die Männer – also 90% der Männer dieses DOrfes sind Kenteweber und 5% der Frauen – laut Nana, der am Ort einen Kentestoffladen hat und uns Mädels schon am Trotro abfängt um uns zuerst bei seiner Familie im Innenhof die Kurzfassung der Tradition der Kentestoffe und -symbole zu erklären. Das tut er natürlich in der Hoffnung, dass wir damit schon befriedigt sind und unser Geld bei ihm ausgeben. Aber er ist dann doch so nett, als er merkt, wir wollen mehr, uns zu dem Zentrum zu führen. Auch hier dürfen wir uns selber ausprobieren. Der nette Kwashi verdreht mir dabei so den Kopf, dass ich aufs erste Mal die Tüte mit unseren Mitbringseln liegen lasse…

Soweit mal. Übermorgen geht’s wieder nach Accra. Dann wird wieder vor allem GA gelernt und kein TWI mehr, dann wird wieder Busstopp geschriehen, um das Trotro zum Halten zu bringen und nicht mehr MATE. dann heisst es ei nuu shishi und nicht mente asie, um zu erklaeren, dass man keinen blassen schimmer hat, um was es gerade geht.

Am Montag kommt dann der Alex. Ich bin schon ganz aufgeregt ihn vom Flughafen abzuholen und willkommen zu heißen hier in Ghana – meinem Ghana!! Bis dahin eine gute Zeit….

daily life


Zeit für einen weiteren bericht, der euch einen Einblick über das tägliche leben geben wird =)

Mein letzter bericht endete ja damit, dass Montag die schule losgeht.
Mh oder eben auch nicht, die realität sah dann doch anders aus…
Da mir nur erzählt wurde das ich mich mit dem headmaster treffen sollte, mir aber keine Uhrzeit genannt wurde, ging ich einfach mal auf gut glück um 8 zum Schulgebäude. Dort standen noch zwei andere, wie sich später herausstellte Interns (Praktikanten). In der nächsten halben stunde gesellten sich dann noch 3 weitere dazu sodass wir schliesslich zu sechst waren. Vom headmaster keine spur von Schülern kein lebenszeichen. Nach einem anruf beim headmaster wurde uns der tag freigegeben wir sollen doch bitte morgen wieder kommen…
Am Dienstag war ich dann mit der carmen beim headmaster, ein lustiger verplanter mann, und es wurde gefragt was wir unterrichten wollen. Stundenpläne gab es leider noch nicht und uns wurde gesagt, dass die Schüler dann bald kommen würden. AHA Aber um fair zu bleiben muss ich sagen das er nicht ganz unrecht hatte: Dienstag 3 Uhr bequemte sich tatsächlich der erste Schüler an die Schule mit dem kommentar: I´m the first one?! That sucks.
Bis Donnerstag (20.9.12) wiederholte sich die headmaster besuche ohne gro0e ereignisse. Donnerstag war dann Staffmeeting, bei dem sich so gut wie alle Lehrer versammelten und das wichtigste besprochen wurden. Man kann sagen die hälfte der Lehrer sind Praktikanten dh studenten von der Uni die so eine art praxissemester machen. Sie bleiben nur das first term, dass bis zum 19. Dezember geht.
Am Abend war ich mit Carmen das erste mal Piito trinken (Hirsebier) und wir haben festgestellt das Kumasi abends viel entspannter ist!
DA am Freitag feiertag war haben wir uns überlegt wegufahren, was anja und lisa auch taten.
Jenni Carmen und ich sind mit Mikel ,ein Student, an die Uni in Kumasi gefahren. Sie ist rießig mit Pool , 6 wohnkomplexen fussballpllatz…. Den Pool haben wir dann auch erstmal genutzt und einen schönen mittag verbracht. Kleine Anmerkung zur kulturellen Bildung:
Ghanaer knnen zum Großteil nicht schwimmen!! Das führt dazu das alle im nichtschwimmer becken stehen , was bei den meisten aufgrund ihrer Muskelmasse ziemlich witzig aussieht. Gestandene Männer die im Wasser plantschen.
AM abend waren wir dann das erste Mal bei Freunden aus England, die zum Teil Ghanaer sind und deshalb hier im Moment wohnen. Glücklicherweise haben wir sie getroffen und verstehen uns so gut mit ihnen aber dazu später mehr.
Das Wochenende war sonst recht entspannt haben mit Mikel gekocht um langsam mal selbst die ghanaische Küche zu erforschen.. =)
Die ersten Tage der folgende Woche liefen nicht sonderlich spannend ab , kein Unterricht, da kein Stundenplan. Und dann das unglaubliche:
DO 27.9.2012 ich habe meinen ersten Unterricht!!!
Ich habe die vocational/technical school, jahrgang 1,2,3. Da aber der erste Jahrgang aufgrund fehlenden Schüler nicht existiert. Deshalb wurde der einzige vorhandene chüler aus dem ersten Jahrgang in den zweiten Jahrgang gesteckt. Den zweiten Jahrgang durfte ich dann am Donnerstag unterrichten. Ganze fünf schüler (den aus dem ersten jahr mit eingerechnet) saßen auf ihren Holzbänken und warteten darauf die letzte stunde des tages hinter sich zzu bringen.
Da in Deutsch keine final exams geschrieben werden, ist die motivation deutsch zu lernen nur teilweise zu sehen. Zudem wurde mir auch immer noch die letzte Stunde gegeben, in der eh keiner mehr bock auf irgendwas hat…
Zwei der fünf sind echt nicht schlecht, die anderen haben gar kein plan von irgendwas. Sie sind zwischen 16 und 19 o ä.
Auf die Frage wie viele den noch fehlen,meinten sie : they will come madame they will come.
Es ist wohl so das manche ihre Schulgebühren nicht zahlen können und deshalb erst später in die schule kommen, wenn sie das Geld haben. So ganz verstanden hab ich es aber auch nicht.

Am Freitag kam uns Lisa Kreilinger besuchen, die das halbe Jahr vor uns da war. Sie ist wieder in Ghana aber in einem anderen Projekt. Am Abend waren wir mit einem Teil der Manchesterherren feiern und ich muss sagen es war echt richtig gut. Es war gar nicht so anstrengend wie erwartet von wegen angaffen und sowas. Trotzdem ist es in einigen Dingen doch etwas anders aber alles in allem ein top abend!!
Das restliche Wochenende war dann ganz chillig. Aber was einfach richtig ätzend ist das wir derzeit kein fließendes Wasser haben!!!! Manchmal kommts aber die meiste Zeit haben wir kein Wasser.
Wir müssen dann die Eimer mit Wasser aus dem Brunnen füllen….
Wenn man kein Wasser hat und dann auch noch der Strom ausfällt , fühlt man sich echt wie im Mittelalter. Es ist einfach nur nervig weil man gerade vom wasser doch abhängig ist. Abspülen, spülen, duschen ( was bei den ghanaischen temperaturen ja auch mal nötig ist), putzen , waschen, kochen einfach alles.
Zum Glück haben die Engländer immer wasser und strom, sodass ich dann eben zum duschen zu ihnen gegangen bin.. Wie gesagt wir hatten echt glück sie getroffen zu haben!!
Auf Nachfragen wegen dem wasser kommen immer irgendwelche verschiedenen Gründe oder auch gar keine wirkliche Antwort.
Um das ganze noch zu krönen ist wohl gerade die Regenzeit angebrochen, das heisst einen täglichen Regenschauer. Das kann man sich dann so vorstellen. Kein Strom Kein Wasser Regen und nach dem Regen sind die Straßen teilweise eine Katastrophe.. cool!!
Heute ist Mittwoch der 3. Oktober ( tag der dt Einheit ;) ) und ich sitze wieder hier ohne strom und wasser.
Ich werde nachher das erste mal den dritten Jahrgang unterrichten und freue mich schon drauf.
Essen gibt’s im Lehrerzimmer immer so gegen halb 1 und frühstück um hlab 10.
Ich verstehe mich immer besser mit den Lehrern vor allem den Interns. Ich kriege meistens wenn ich da rumsitze twi unterricht. Eigentlich wollten wir als Gruppe welchen haben aber der headmaster kriegts nicht auf die reihe also muss es jetzt eben auch so gehen.
Trotzdem bin ich teilweise geschockt, was sich die leute hier denken.
Es ist wirklich nicht viel was ich bisher gelernt habe und alle sagen immer wie schnell ich lernen würd. In Deutschland würde man das alles in einer Stunde machen hier eben eine Woche… Dasselbe eben auch in der Schule, wie kann es sein das man nach einem jahr deutsch, selbst wenn man nicht immer da war oder nicht aufgepasst hat, nicht fähig ist, hallo wie geht’s zu sagen??!! Das ist echt bedenklich aber auch schade weil manche wirklich nicht sooo dumm sind.

Soo das wars wieder vorerst von meiner seite.
Hoffen wir auf fließendes Wasser- wäre doch auch mal wieder angenehm sich in der eigenen dusche die haare zu waschen…

Viele liebe grüße nach Hause!!!
Ich vermisse euch !!!

p.s. : mir wurde übrigens erzählt das es augentropfen gibt das ich wieder besser sehen kann und keine Brille mehr brauche. Wieso gibt’s die nicht in deutschland??!! =P

Momentaner Wohnort: KUMASI


Map of Kumasi

Mittlerweile sind gut zwei Wochen vergangen seitdem ich von Accra zurück in Kumasi bin. Die Schule hatte ihr offizielles Reopening am 17. September. In der Woche darauf waren dann auch genügend Schüler anwesend, um stundenplanmäßig wie letztes Jahr mit dem Unterricht zu beginnen und ich hatte damit meine erste Deutschstunde in Englisch – hiermit ein Gruß an die liebe Dani und den Tobi ich mach jez praktisch DAF – Deutsch als Fremdsprache. Es gibt keinen Lehrplan, es gibt keinen Stoffverteilungsplan, mit etwas Glück findet man Aufzeichnungen der letzten Voluteers und auch Tests, die geschrieben wurden. Ich unterrichte in der SHS – Senior High School – die Schüler sind zwischen 17 und 20 Jahre alt und teilweise aus den umliegenden Dörfern oder als Boarding-Students von weiter her – z.B. Oseekodorom – als Studenten, die hier am Campus wohnen. Die Studenten schreiben kein Abschlussexamen in meinem Fach. Das heißt man ist sehr frei in den Themen, die man bearbeiten möchte, es bedeutet aber auch, dass die Studenten vielleicht nicht unbedingt motiviert sind. Mal sehen, ich kann dazu noch nichts sagen – ich jedenfalls bin motiviert, dem stupiden Auswendiggelerne, das hier viel zu finden ist – dem Lernen ohne Denken etwas entgegen zu setzen.

Daneben gilt es, sich Kumasi als Stadt zu erschließen – als meinen Wohnort für die nächsten fünf Monate. Wie macht man das? Sich eine Stadt erschließen und sich dort zu hause fühlen? Mir fällt bei zu hause spontan so was wie Alltag und Freunde ein. Oder sowas wie Plätze, die man kennt und wo man sich wohlfühlt, feiern gehen kann und weiß was einen erwartet.

Beginnen wir mit Kumasi TOWN. Auch wenn es auf der Karte so scheint, als sei Kumasi innerhalb des Straßenringes zu finden, dann täuscht man sich, wenn man so denkt. Kumasi besteht aus seinem Stadtkern – dazu gehört ADUM, der Ketjetia-Market vielleicht noch ASAFO, der Umschlagplatz für Busse und Taxis für ganz Ghana – und vielen Stadtteilen oder auch Dörfern, die etwas ausserhalb liegen – wie z. B. Denkyemuoso oder auch Denchemuoso, mein zuhause. Will man nun in die Stadt, z.B. um einen Brief zur Post zu bringen, oder Dinge des täglichen Gebrauchs zu erwerben oder wenn einem nach Ausflug ist, mal schauen was passiert, dann sagt man „I am going to town“. Von Denkyemuoso aus heißt das ein Sharing-Taxi an die Trotrostation in Kwadaso und von dort aus ein Trotro zum Ketjetia-Market.

Das National Culture Center liegt im Stadtteil Bantama, der „on the way to town“ vom Westen her kommend das Tor zu Kumasis Stadtkern ist. Dort findet man ein Restaurant, das völlig überteuert – für uns Touristen – Jollofreis anbietet oder „Spaguetti Bolognese“, die allerdings eher an Gulasch erinnern. Parkartig angelegt findet man des weiteren einen kleinen Buch- und Postkarten-Shop, in dem man Hefte über die Geschichte und Kultur des Ashantivolkes kaufen kann. Mehrere Ausstellungshallen und Werkstätten von Schreinern, Trommelbauern und dem Keramikhandwerk. 3 kleine Souvenir-Shops runden das Ganze ab. In einem dieser Shops lernte ich in der ersten Woche Kwaku kennen. Er stellt aus den sog. „Kingbeads“, den Bronzeperlen der Könige im Ashantireich und den lokalen Glasperlen Schmuck her, den er dort verkauft. Er meinte er könnte mir zeigen, wo die gemacht werden, also tauschten wir Nummern aus.

Drei Wochen später also steh ich wieder bei ihm im Shop. Mein erster autark veranstalteter Stadtausflug führt mich zu Kwaku, um mal herauszufinden, wo die Werkstatt so ist und wie lang man da hinfährt, was das kostet und trallalla – vielleicht wollen die Mädels ja mit. ZIemlich gleich nach der Begrüßung erklärt mir Kwaku, dass wir heute gleich fahren können. Wir warten nur auf seine Schwester, ihr gehört der Laden, und dann können wir los. Ich habe also Zeit, mir den Shop genauer anzugucken – mit gekonntem Blick finde ich wertvolle alte Perlen in seinem Sortiment und irgendwann wird mir klar, dass sich das Ganze noch eine kleine Weile hinziehen kann und ich such mir ein schönes Plätzchen um zu Rauchen, einfach rum zu gucken und warum nicht – Tagebuch zu schreiben. Ich habe sonst heut nichts vor. Kaum sitze ich dort eine halbe Stunde sammelt sich peu a peu ein kleiner Haufen Kinder um mich herum – so im Alter von 4-12 Jahren und ich werd sie nur mit Mühe und der Hilfe einer netten Mama mit Baby auf dem Rücken los. Scheinbar findet hier jeden Samstag eine Rastafarien Preach statt. Die hör ich mir dann das nächste Mal an. Das Culture Center läd dank der parkarigen Anlage mit seinen Wiesen und Weiten gut zum Relaxen und Seele baumeln lassen ein.

Die Fahrt nach Kofroum lohnt sich im Übrigen. Das Dorf ist nicht mehr auf dem Stadtplan zu finden, aber gehört nach wie vor zu Kumasi. Nicht wie gedacht, werden die Perlen in einer Fabrik oder eher Manufactur hergestellt, sondern einfach von den Leuten dieses Dorfes auf der Straße. Wieder gibt es jemanden, der sich Zeit nimmt, den Arbeitsprozess zu erklären. Das Dropping-Taxi kostet 7 Cedi, die Rückfahrt mit dem Trotro hingegen 50 Pesewas (20 Cent).

Noch vom letzten Jahr kenne ich den Baboo Basar, er befindet sich im Stadtteil ADUM. Ein Basar für Souvenirs, Trommeln und allerlei Malereien, wo scheinbar knapp 30 Leute ihre Sachen verkaufen. Sie sind Seller mit Leib und Seele und haben ihre Basis in Kumasi. Für manche ist es üblich hin und wieder nach Accra und an die dortigen Strände zu fahren, „to change the environment“. Einer der Seller ist Ras Pino. Er und seine Mutter sind ursprünglich aus dem Norden. Die Mutter ist vor gut 30 Jahren nach Kumasi gekommen, weil hier das Business viel besser ist als im spärlich besiedelten Norden und Ras Pino begleitet sie dabei. Der Rest der Familie, also Vater und Geschwister sind im Norden geblieben.

 

 

Wenn man gerne lokale Getränke wie z.B. Hirsebier – das eigentlich auch aus dem Norden kommt und PIITO heißt so ursprünglich und einfach wie möglich probieren mag, der findet hinter dem Opoku Supermarkt in Kumasi ein Lokal ziemlich versteckt gleich am Eingang vom „The Garden“. Piito wird in Kalebassen serviert, etwas befremdlich aber eindeutig sinnvoll stellt man die befüllten Kalebassen auf ein Stück Rohr, so kippen sie nicht um und sie bekommen einen Aludeckel damit die Fliegen fern bleiben. Er schmeckt leicht säuerlich mit wenig Kohlensäure – also nicht mit dem uns bekannten Bier zu vergleichen. Ein Liter kostet 2 Cedi.

 

„The Garden“ ist eine rießige Fläche Land, die zum Großteil mit Bananen- und Plantainbäumen versehen ist und offiziell der Regierung gehört. Von dieser bisher aber nicht beachtet, haben sich hier Kleinstdörfer gebildet, von nur 4-8 Leuten, die dort sehr einfach leben und teilweise die Felder bestellen oder vom Verkauf des Piito leben. Hier kann man ausspannen – man fühlt sich nicht wie mitten in der Stadt, und ist es doch. Allerdings kommt man hier wahrscheinlich nur mit einem ortsansässigen Begleiter her.

Was man aber auch machen kann, ist den Campus der KNUST besuchen – dIe Kwame Nkruma Univeristy of Science und Technology. Das erste Mal schaut man sich die ganze Anlage an, die einzelnen Wohnblocks der Studenten, die an Hochhäuser in Lechhausen erinnern. Der Campus ist vielleicht halb so groß wie der Stadtkern von Kumasi. Er hat sein eigenes Taxinetz, da die Lehrräume teilweise zu weit voneinander entfernt liegen, als die Wege zu Fuß zurück zu legen. Außerdem hat der Campus einen eigenen Pool – was vor allem der Grund ist, warum wir einen Ausflug dorthin machten. Ein Nachmittag am Pool in Ghana kann bedeuten, dass man das Schwimmerbecken als Europäer ganz für sich alleine hat, während sich die Ghanaer im viel kleineren Nichtschwimmerbecken tummeln. Warum das so ist? Weil der Ghanaer an sich nicht gern schwimmt, oder es hier eben nicht so üblich ist. Normalerweise so sportlich und körperbewusst, ist das Wasser nicht unbedingt ihr Element, sie wirken bisweilen etwas unbeholfen und tabsig, wenn man sie beim Schwimmen beobachtet.

Will man ein bißchen Europa, was das Ausgehen angeht, hat AHODWO wohl etwas zu bieten. Wir landeten einmal in einem Club – APHRO genannt, was die Abkürzung für APHRODISIAC bedeutet. Für schlappe 20 Cedis – umgerechnet etwa 8 Euro bekommt man einen klimatisierten Tanzbereich mit großer Bar, wo allerdings KEINE lokalen Getränke verkauft werden. Dafür gibt es Campari, Smirnoff, Jägermeister, Sambuca oder was auch immer. Natürlich alles zu seinem Preis. So kosten 2 shots (also 4 cl) Sambuca z.B. 8 Cedi, 2 shots Campari dagegen 10 Cedi, 2 shots des örltichen Gins Akpeteshie hingegen, den ich gerne mit Lime trinke, kostet normalerweise zwischen 1 und 2 Cedi. Lustigerweise finde ich außerhalb des Clubs drei Jungs, die auf einem kleinen Holztisch eben die lokalen Getränke zu lokalen Preisen verkaufen. HURRA- Fragt man mich also, wie es mir an diesem Abend gefallen hat, antworte ich „I liked the Akpeteshie-Spot most.“

 

Im Club selber werden die Charts rauf und runter gespielt, auch hier viel Europäisches und erst gegen Ende werden die lokalen Highlites ausgepackt. Für mich völlig unüblich wird meist paarweise getanzt. Man findet zusammen, heiße, innig wirkende Performances finden statt, und je nachdem, wie es gefallen hat wird in der selben Kombi, oder eben anderweitig weitergetanzt. Auch unerwartet sind wir Mädels nicht der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, was uns einen schönen Abend beschert.

 

Um sich zu hause zu fühlen, braucht man aber auch Alltag. Das Gefühl sich in der Gegend aus zu kennen, zu wissen wo die Straßen so hinführen und wo man was finden kann. Zum Beispiel Essen, Trinken, Duschgel oder Shampoo.

Fangen wir mit den Straßen an. Die Definition für Straße oder Weg verändert sich mit der Zeit, die man in Ghana unterwegs ist. Zu Beginn ist es klar, dass man die eindeutig als Straßen zu erkennenden Wege geht. Ich nenne sie gern die Mainroads. Sie weißen sich dadurch aus, dass vermehrt Verkehr auf ihnen stattfindet und sie eine gewisse Breite aufweisen. Die Mainroads geben uns Ausländern Sicherheit, weil wir uns auf einem offiziellen Weg zu befinden. Das ist gut so, kann aber dazu führen, dass man rießige Umwege geht, um von A nach B zu kommen. Die Challenge, sich seine neue Gegend zu erschließen, sieht hier so aus, dass man nachmittags, nachdem der Schuldienst erledigt ist, seine Sachen packt und einfach mal links läuft, anstelle wie sonst immer rechts, um nach Tanaso zu laufen. Über Wiesen und Felder, kleine Brücken, manchmal direkt im Vorgarten eines Hauses vorbei, vielleicht auch mal durch einen Friseur hindurch, kommt man irgendwann irgendwo auf derselben Mainroad an, wie sonst auch, nur an einer anderen Stelle. Mit viel Glück findet man bei solchen Ausflügen, einen neuen, kürzeren Weg um von A nach B zu kommen. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit, wenn man mitten im Nirgendwo nach dem Weg fragt – zum Glück. Irgendwann beginnt man dann ein Gefühl dafür zu bekommen, was ein Weg ist. Man darf sich dabei eben nicht davon ablenken lassen wo genau er gerade entlang führt.

Auf genau diesen Ausflügen findet man dann die Shops, in denen es die Dinge des täglichen Gebrauchs gibt – mit Glück ganz in seiner Nähe.

Einmal GREATER ACCRA bitte….


Einmal Accra und Teshie bitte…einmal wieder dahin, wo ich herkomm. Einmal wieder da hin, wo ich letztes Jahr meinen ersten Ghanaaufenthalt hatte, der mich schließlich wieder nach Ghana gebracht hat.

Dahin wo ich mich vielleicht und sicherlich etwas besser als in Kumasi auskenne, wo ich Leute treffe, die ich kenne, die mich und meinen Namen kennen und denen ich einfach Vertrauen entgegenbringen kann und möchte, weil sie ein bißchen wie Familie sind – oder Freunde. Weil sie mich letztes Jahr herzlichst in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben, der ein oder andere mir viel über die Kultur erzählt hat, mir gezeigt hat, wie man hier kocht und „miteinander ißt“. Wo ich zwar sicherlich immernoch die Weiße bin, wo mir aber nicht das Gefühl gegeben wird ein Strager zu sein, sondern invited.

Nachdem hier in Ghana die Familie eine präsentere Rolle spielt als bei uns in Deutschland….z.B. Ist es üblich, dass die verscheidensten Familienmitglieder in unterschiedlichster Konstellation zusammen leben – nicht unbedingt freiwillig, sondern weils dort Arbeit gibt, oder die Schule, die besucht werden soll, dort liegt, oder weil ein Kind geboren wird und deshalb ein Cousin zu einem ander Onkel ziehen muss. So ist es auch üblich, dass Kinder nicht unbedingt bei ihren Eltern aufwachsen, sondern vielleicht bei der Tante oder bei der Großmutter.

Ich wollte also das Haus, in dem ich letztes Jahr gewohnt habe und seine Mitbewohner besuchen, es liegt in Teshie Tebibiano. Damals lebte dort der Cousin des Hausbesitzers und eine Famile, bestehend aus einer Mutter mit ihren beiden Kindern und einem Hausmädchen. Da die Mutter nun in einem anderen Stadtteil von Teshie einen Laden eröffnet hat, von dem aus es zu weit wäre jeden Abend nach Hause zu kommen, wohnt sie nun mit ihren Kindern und dem Hausmädchen in der Nähe des Ladens und ist nur ab und zu im Haus. Anstelle dessen wohnt nun ein anderer Cousin und die Schwester der Mutter in diesem Haus. – Neues Jahr, neue Mitbewohner. Trotzdem wird zu jeder Zeit davon gesprochen, das die ursprünglichen Mieter immernoch drin wohnen, lustig, aber manchmal verwirrend. Vielleicht sind sie es, die die Miete bezahlen, oder diejenigen Familienmitglieder, die anfangs hier gewohnt haben und nach und nach andere ihres Clans zwar hier schlafen und leben– aber nicht als Bewohner gesehen werden, wer weiß das schon so genau. Vielleicht ist die ursprüngliche Mieterin die älteste und ist und bleibt damit das Oberhaupt und der Mieter ;)

Greater Accra nennt sich eine der zehn Regionen hier in Ghana. Es sind so zu sagen Regierungsbezirke – oder eher Verwaltungseinheiten Wie auch immer. Greater Accra umschließt die Hauptstadt ACCRA und die westliche Küste kurz bevor der Volta Lake ins Meer fließt ;) .

Neben Teshie, wollte ich in Accra die factory der TRASHY-BAGS besichtigen. Sie verwertet unter anderem die hier üblichen sachet water/pure water rubbers. Hier wird das Trinkwasser in 500ml Plastikbeuteln verkauft, welche nach dem Leeren meist auf der Straße landen. Genauso wird mit dem Eis und dem Youghurt verfahren, die ebenfalls in farbenfrohem Plastik verpackt sind. Dass Ghana ein Müllproblem hat, ist sicher bekannt, und diese Firma geht einen eigenen Weg, dieses Problem kreativ zu lösen.

Im Nordosten von Accra liegt die TK-Beads-factory, die die hier populären Glasperlen herstellt. Auch eine Art Müllverwertung, da diese Beads aus Altglas hergestellt werden. Alles alles alles ist reine Handarbeit!!

Neben der Besichtigung der factory und dem Verfolgen der einzelnen Arbeitsschritte, hat jede Firma natürlich auch ihren eigenen Showroom, wo man sich dann mit dem Material eindecken kann. Vor allem in der Beads-factory kam der Kaufrausch über mich, vor lauter Farben und Formen gings soweit, dass Lisa und ich nur noch mit den letzten Cedis gerade so nach Hause gekommen sind. Jetzt kann ich meine eigenen Armbänder kreieren…HURRA…

Hiermit danke an AFRICA-RECYCLED, von wo ich die einzelnen factories entnommen habe.

 

Was gabs sonst noch??

am Labadi Beachchillen am strandStrand, Sonne, Sonnenbrand,

 

 

 

 

abends die Windbrise vom Meer her, deshalb auch eine kleine Erkältung

 

 

 

Peter Tosh Nights im „Rolling Stone“, Reggae-Nights mit „Princess Labadi Beach“

 

 

3 eier täglich!!täglich drei Eier als Gemüseomlette zum Frühstück bei Oba Yaa, genauso wie vier Hunde und acht Junge (1 männlich und 7 weiblich)