Archiv der Kategorie: Kindergarten Denchemouso

FUNK AUS DEM BUSCH, DIE ZWEITE :)


Hallo zusammen,

 

bin immer noch ganz erschlagen von den Erlebnissen vergangene Woche. Es ist echt Wahnsinn, ich bin gerade mal eine Woche in Ghana und könnte schon ganze Bücher über die Erlebnisse hier füllen. Die neuen Eindrücke prasseln hier nur so auf einen ein, aber das hab ich glaub auch schon mal erwähnt… Um anzufangen, am Dienstag haben wir uns zusammen mit dem letzten Freiwilligen, der hier gewohnt hat und Matthias heißt, aufgemacht, um uns Kumasi und seinen berühmten Markt anzuschauen (berühmt daher, dass es wohl der größte in ganz Ghana bzw. ich glaube sogar in ganz Westafrika sein soll). Die erste Hürde, die wir an diesem Tag nehmen mussten, war die Frage nach dem Transport. Die günstigste Variante, in Ghana von A nach B zu kommen, ist wohl das Tro-Tro (zu deutsch: Linienbus). Für umgerechnet 25 Cent pro Person ist man dabei. Allerdings fahren die Tro-Tros nach Kumasi nur von Kwadaso aus (Nachbarort von Denchemouso), also musstsen wir erst einmal dorthin kommen. Man könnte jetzt natürlich ein Taxi nehmen, was allerdings umgerechnet 2,50 Euro für alle zusammen kosten würde. Da man sich allerdings schon den ghanaischen Preisen angepasst hat, erscheint das natürlich recht teuer. Billigere Alternative hierzu wäre ein „Sharing-Taxi“, wie der Name schon sagt ein Taxi, das man mit anderen Personen teilt. Auch hierfür wieder 25 Cent pro Person. Allerdings gestaltet es sich, ein „Sharing-Taxi“ für 7 Leute zu finden, recht schwer, da die meisten Taxifahrer maximal 6 Leute mitnehmen. Schlussendlich sahen wir uns also gezwungen, zur teuren Variante zu greifen und uns für 5 Cedi zur Tro-Tro Station kutschieren zu lassen. Da es hier anscheinend auch so etwas wie Mittagspausenverkehr gibt und wir natürlich gerade diese Zeit erwischt hatten, herrschte an der „Haltestelle“ (=Verkehrsinsel) dementsprechend Andrang. Da die Leute hinter uns in der Schlange, (die unsere Versuche, ein Tro-Tro mit 7 freien Plätzen zu ergattern, anscheinend recht amüsant fanden) sich freundlicherweise geradezu vor ein vorbeifahrendes Tro-Tro warfen, um ja nicht warten zu müssen, verbrachten wir insgesamt wohl eine gute halbe Stunde in brütender Hitze, bis dann doch noch ein Gefährt mit 5 deutschen (=7 ghanaischen) freien Plätzen auftauchte.

Die Fahrt in einem Tro-Tro ist ebenso wie die Fahrt in einem Taxi eine ziemlich spannende Sache. Zumindest für Menschen, die eine deutsche Fahrschule besucht haben. Ich habe wirkliche versucht, die Logik des Hupens zu verstehen, bisher bin ich allerdings noch nicht dahinter gestiegen. Auch die Straßenregeln erschließen sich mir noch nicht ganz, allerdings habe ich beschlossen, dass ich hier wohl besser nicht selbst Auto fahre (wahrscheinlich käme ich nicht einmal bis auf die Hauptstraße, weil ich davor in irgendeinem Schlagloch hängengeblieben wäre).

In Kumasi angekommen (ausgestiegen wird, wo der nächste Stau ist. Dünne Menschen sind hier klar im Vorteil, sie können sich leichter durch die Autos auf der Straße zwängen.) haben wir dann also den Markt besucht… wobei, wir haben es wohl eher versucht, denn der Markt ist zu groß, um ihn jemals an einem Tag, geschweige denn in 2 Stunden durchqueren zu können. Auch hier ergibt sich eine Logik, allerdings habe ich auch die noch nicht ganz durchschaut. Ich weiß zumindest, dass der Markt in Bereiche aufgeteilt ist, also z.B. nach Fleisch, Gemüse und Kleidung geordnet ist. Welchen Eingang man allerdings nehmen muss, um gewünschten Bereich zu finden, weiß ich (noch?) nicht.

Der Markt an sich ist, wie schon gesagt, riesig. Ich tippe mal auf über 500 Stände, die sich dicht an dicht links und rechts von den engen Gassen reihen und an denen sich tausende Menschen vorbei quetschen. Wer Berührungsängste oder Platzangst hat, sollte den Markt vielleicht nicht besuchen… Man kann sich sicher vorstellen, dass man als weißer Mensch natürlich besonders gern berührt oder angequatscht wird (eine etwas ältere Marktfrau wollte wohl schon immer mal einer Weißen einen Klaps auf den Hintergen geben). Auch die Tatsache, dass man trotz seiner Hautfarbe nicht alles kaufen möchte, was man mit den Augen gestreift hat, erklärt sich hier nicht ganz von selbst. Unser Guide Matthias hat da allerdings seine ganz eigene Strategie entwickelt: Einfach vorpreschen und nicht zurück schauen. ;)

Da es an diesem Tag allerdings mal wieder unglaublich heiß und schwül war und die Menschenmassen das natürlich nicht unbedingt besser machen, haben wir den Markt schon nach kurzer Zeit wieder verlassen. Ich werde mich kommendes Wochenende allerdings erneut ins Getümmel wagen, um vielleicht auch schon das ein oder andere Mitbringsel zu erstehen. :) Soviel also erst einmal zu meinem Marktbesuch.

Ein weiteres, sehr interessantes Erlebnis hatten wir Freitag Abend: Da Carmen die in Ghana wohl bekannte 2-Rastamen-Group „Fokn Bois“ ziemlich cool findet, haben wir uns zu einem Auftritt der Rastamänner in Kumasi aufgemacht. Die beiden sollten bei dem ghanaischen Pendant zu „Das Supertalent“, hier bekannt unter „Big in Ghana“ auftreten, das laut Internet um 18.00 Uhr beginnen sollte. Im Nachhinein betrachtet sind wir eigentlich selbst Schuld, denn 6 p.m. Ghanaian Time heißt noch lang nicht 18.00 Uhr deutsche Zeit… die einzigen, die sich also pünktlichst um 18.00 Uhr auf dem Gelände des „Culture Centre“ Kumasis eingefunden hatten, waren die Leute von der Technik, der Organisation… und wir. Da ich nicht unbedingt zu den geduldigsten Menschen zähle, kann man sich glaube ich ganz gut vorstellen, wie elanvoll und enthusiastisch ich war, als die Show um 20.30 Uhr dann schließlich doch noch begann. Man darf sich das ganze schon ungefähr wie „Das Supertalent“ in den Kategorien Tanzen und Rappen vorstellen. Die Jury bildete allerdings das Publikum und der Moderator hielt sich selbst wohl für the next ghanaian 50 Cent. Auch wenn ich kein Wort verstanden habe (moderiert wurde in Landessprache Twi) muss ich zugeben, dass ich wirklich beeindruckt war, wie genial hier schon die Kleinsten tanzen können! Nach dem Tanz- und dem Rapbattle hofften wir dann endlich auf die „Fokn Bois“, denn nach mittlerweile fast 5 Stunden stehen und warten taten dann doch die Füße weh. Da das Beste allerdings bekanntermaßen ja immer zum Schluss kommt (hätten wir eigentlich auch wissen müssen), kamen wir dann erst noch in den Genuss eines „supporting acts“, der wohl internationale Melodien mit ghanaischem Gesang verbindet (hab mich zumindest dabei erwischt, wie ich „Numb“ von Linkin Park mitgesummt habe). Die Vorband (es war mittlerweile viertel vor 12, bedeutete also mittlerweile 6-stündiges Warten) wurde dank eines Stromausfalls allerdings unterbrochen und von der Bühne getrieben (an sich waren sie gar nicht so übel, aber Texte die ich nicht versteh, liegen mir irgendwie nicht). Nach einer dreiviertel Stunde ohne Strom, in der wir die „Fokn Bois“ sogar Backstage! treffen durften (genau so hab ich mir „Rastas“ immer vorgestellt!) funktionierte der Strom wieder und unser Warten wurde endlich belohnt! Ich muss zugeben, die Show der beiden war wirklich witzig und auch die Liedtexte (auf englisch!) wirklich sehr originell! :D(http://www.youtube.com/watch?v=CImlrbj-ZWI) Die letzte Prüfung des Tages bestand dann schlussendlich noch darin, unseren Taxifahrer erfolgreich durch die Schlaglöcher nach Denchemouso zurück zu lotsen…Meine durchgelegene Matratze kam mir noch nie paradiesischer vor.

 

So, jetzt wisst ihr also, was sich in meiner ersten Woche in Ghana so alles zugetragen, zumindest einen Teil davon. :) Am Dienstag beginnt dann auch der Ernst des Lebens für mich, der Kindergarten geht los… Ich bin schon mega gespannt, freu mich aber auch riesig, endlich das machen zu können, für was ich eigentlich hier im „Busch“ hocke. ;) Ich hoffe, euch geht’s gut in Deutschland, ich hab gehört, das Wetter soll ja nicht so atemberaubend sein…. :P

 

Liebste Grüße und bis bald,

Lisa :)

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BUSCHNACHRICHT, DIE ERSTE ;)


Hei alle zusammen,

jetzt also mein erster Blogeintrag aus Denchemouso, Ghana. Da mich das Internet im Internetcafé nach einer halben Stunde schon aufgeregt hat, hab ich beschlossen, dass ich mir einen Internetstick zulege, um direkt von unter meinem Fliegenbaldachin berichten zu können.

Nachdem wir Sonntagabend gegen 20.00 Uhr Ortszeit in Accra gelandet sind, mussten wir uns erstmal auf Koffersuche begeben (Gott sei Dank nicht meine). Nach fast 2 Stunden mit dem Lost&Found- Personal haben wir die Koffer dann in Istanbul auf´m Flughafen aufgespürt, sie werden mit dem nächsten Flieger nachgeschickt. Das sollte eigentlich Dienstag Abend sein, bis jetzt sind sie immer noch nicht da…. Aber gut Ding will hier Weile haben, das hab ich auch schon nach 3 Tagen gelernt. ;) Die Nacht haben wir in Accra in einem Hotel verbracht und sind dann am nächsten Morgen mit dem Bus 6 Stunden nach Kumasi gefahren, die nächst größere Stadt zu meinem Dorf Denchemouso. Entgegen allen Erwartungen (ich dachte, der Bus sei gerammelt voll, keine Klima, keine Sitzplätze) war die Fahrt wirklich angenehm! Schöne bequeme Ledersitze, Klima, viel Platz… japanische Qualitätsarbeit eben! ;) Ernsthaft, der Bus war besser als es mancher in Deutschland ist.

In Kumasi angekommen wurden wir von dem Schooladministrator der Schule abgeholt. Ich muss sagen, dass ich immer noch erstaunt bin, wie viel doch in einen Kombi hineinpasst (in unserem Fall waren es 7 Leute und 15 Gepäckstücke).

Ich teile mir mein Zimmer auf dem Campusgelände mit Carmen, angehende Lehrerin aus Bayern (für alle vom AGH, sie erinnert stark an Frau Eisele ^^ ). Unser Zimmer ist an sich gut, das Bad ist halt so eine Sache für sich… ;) Das Klo leckt beim Spülen und die Klobrille fehlt auch. :D Allerdings haben wir beschlossen, eine Klobrille zu kaufen und wollen das Leck mit Silikon abdichten… wenn ich mich denn mal trau, das Klo zu untersuchen (dafür muss es erst mal geputzt werden ;) ). Aber um es mal mit Julian Marstallers Worten auszudrücken, ich lebe luxuriös, denn immerhin muss ich nicht in ein Loch sch*****! ;) Also positiv sehen und darüber lachen. :)

Ich hab hier in den letzten Tagen schon so viel Neues gesehen und erlebt, ich kann das gar nicht alles in Worte packen und geordnet aufschreiben… Ich beginne mal mit den Sachen, ich wirklich toll finde: Als wir mit dem Bus nach Kumasi gefahren sind, haben wir auch sehr viel Natur durchquert. Es ist hier teilweise echt so klischeehaft, wie man das immer so sagt: Links und rechts von der Straße stehen Palmen, Bananenpflanzen, Büsche etc. und dazwischen befinden sich „Häuseransammlungen“ (ich würd es nicht Dörfer nennen). Die sind um einen kleinen Platz herum gebaut und auf dem sitzen dann Frauen um ein Feuer herum und kochen während ganz viele kleine Kinder zwischen den Häusern herum springen und spielen. So klischeehaft es auch klingt, ich finde das wirklich schön. :) Andererseits sieht man an diesen Häusern eben auch, wie arm ein Teil der Bevölkerung ist. Die Wände sind aus provisorisch zusammengezimmerten Holzlatten und die Dächer aus Wellblech… irgendwie auch wieder ein Klischee…

Ein Klischee, dass sich bisher aber nicht bestätigt hat, ist das Thema mit der Zeit bzw. Pünktlichkeit… ;) Bisher waren alle Ghanaer, die uns irgendwo abholen sollten, nicht

unpünktlicher, als ich´s in Deutschland manchmal auch bin. ;)

Allerdings gibt es dann auch doch wieder Dinge, die ich ein wenig merkwürdig finde:

Dazu gehört, dass man wirklich die permanent angestarrt wird. Egal was man tut, egal wie sch**** man der Hitze wegen aussieht, alle starren dich an. Die kleinen Kinder, die teilweise noch nie jemand Weißes gesehen haben, zeigen mit dem Finger auf dich und rufen dir hinterher (was jetzt aber überhaupt nicht wild ist, wir haben als kleines Kind ja alle auch Leute mit anderer Hautfarbe angestarrt :) ). Gestern, als wir uns das Nachbardorf angeschaut haben, kamen zwei kleine Kinder auf mich zu gerannt und haben mich einfach umarmt… (sie war´n ja schon zuckersüß…^^). Bei den Älteren wundert es mich ein bisschen, denn eigentlich müssten in der Gegend ja öfters Weiße rumlaufen, immerhin gibt es das Freiwilligenprojekt ja schon einige Jahre… Ich muss auch zugeben, dass ich (und die anderen Freiwilligen) die Leute an sich viel offener erwartet haben, als sie es bis jetzt sind… zumindest wurde uns immer erzählt, wie freundlich, offen und hilfsbereit die Menschen hier seien. Ich will gar nicht bestreiten, dass das wirklich so ist, ich habe auch schon viele Leute getroffen, die wirklich nett, offen und hilfsbereit sind. Aber eben auch einige, die uns das Gefühl vermittelt haben, dass wir hier nur geduldet sind…zumindest ist das mein Gefühl…Vielleicht gibt sich das noch ein bisschen je länger ich hier bin. Allerdings find ich´s dann doch etwas irritierend, wenn man dann vor uns offen davon spricht, wie unfreundlich und verschlossen die Deutschen doch seien und wie freundlich die Ghanaer dagegen… Aber das ist nur mein Gefühl, vielleicht schätze ich das auch falsch ein.

Was ich dann aber auch wieder lustig finde ist, dass hier mal gar nix nach typisch deutscher Ordnung läuft, eben alles bisschen unkonventioneller. ;) Dazu gehört auch, dass eine Freiwillige, die eigentlich in einer Gastfamilie wohnen sollte, bis jetzt noch bei uns auf dem Campus schläft. Der Schooladministrator meinte am Montag zu ihr, es müssten noch ein oder zwei Dinge mit der Familie geklärt werden, bis sie dorthin kann, würde aber schnell gehen… bis jetzt hat sich da noch nichts getan, wir sind uns nicht mehr ganz sicher, ob es bis jetzt überhaupt eine Familie gibt, zu der sie kann… :D :D Aber wir warten jetzt einfach mal ab ob sich noch was tut, sonst wohnen wir halt zu fünft in zwei Zimmern. :)

Zum Schluss vielleicht noch ein oder zwei Worte zum eigentlichen Grund meines Aufenthaltes hier, der Arbeit im Kindergarten. ;) Gerade haben die süßen Kleinen noch Ferien, die Arbeit beginnt nächste Woche am 4. September. Das ist ganz gut, denn ich hab jetzt noch ein wenig Zeit, um mich hier einzurichten und einzugewöhnen. Aber ich bin auch schon mega gespannt auf die Arbeit mit den Kindern und ob die mal so auf mich hören, wie ich mir das gedacht (vielleicht auch erhofft) habe. ;)

Soo, jetzt bin ich dann aber auch am Ende, auch wenn ich das Gefühl hab, jede Menge vergessen zu haben. :) Aber das schreib ich dann einfach nächstes Mal. Was ich aber noch loswerden wollte, ist die Sache mit den SMS aus Deutschland: Wer Alditalk hat, der kann mir sehr gern auf meine normale Aldinummer schreiben, ich hab das Handy an. Ihr zahlt, wenn ihr die Flat habt, auch nichts dafür. :) Ich werd euch dann von meinem Ghana-Handy antworten, das ist für mich billiger. Allerdings weiß ich nie so recht, ob die SMS wirklich ankommen (manchmal tun sie´s, manchmal aber auch nicht), deshalb seit nicht böse, wenn nichts zurück kommt, die SMS ist dann unterwegs wohl verloren gegangen. :) Das wär´s dann aber auch mal gewesen.

Ich hoffe, euch geht’s gut daheim!

Liebste Grüße,

Lisa :)

Erste Mädchengruppe nach Ghana unterwegs


Erstmals startet eine rein weibliche Gruppe nach Ghana, um dort für ein halbes Jahr ein Praktikum an den verschiedenen Partnereinrichtungen des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreises zu gestalten. Gemeinsam mit Albert Osei-Wusu sind die fünf jungen Frauen heute morgen aufgebrochen und werden Accra (Ghana) heute Abend erreichen.

Sie unterstützen die Lehrerinnen in den vier Partnereinrichtungen und leben gemeinsam mit Ghanaern. Anja Schweizer wird direkt in einer ghanaischen Familie leben und an den Primary School in Tanoso, einem kleinen Ort nordwestlich von Kumasi, leben. Die anderen fünf Frauen werden auf den Einrichtungen des Schuulcambus von Denchemouso leben und arbeiten.

Albert Osei-Wusu mit Jennifer Danquah, Lisa Pfeffer, Lisa Hammer, Anja Schweizer und Carmen Lubetzki beim Vorbereitungsseminar in München (im Hintergrund: Sebastian Prothmann)

In ihren persönlichen Blogs berichten sie über ihre ganz persönlichen sechs Monate Ghana

Die letzten Tage


Die letzten 9 Tage sind gekommen, Anfangs wurde die Tage gezählt und gehofft, dass ich bald wieder zurück bin, gerade vergeht die Zeit so schnell..

Dass die Entscheidung, für 6 Monate nach Ghana zu gehen wohl eine der Besten war, kann ich definitiv behaupten. Auch wenn die Anfangstage im Kindergarten hart waren. Da einem nie wirklich eine Arbeit zugeteilt wurde, obwohl es genügend zu tun gibt, muss man sich die Arbeit selber suchen. Die Kinder verstehen einen nicht und da man sie nicht schlagen möchte hören sie einem auch nicht wirklich zu. Doch mit der Zeit ist es zum Alltag geworden, ich wusste meine Aufgaben (morgens helfen beim Essen kochen, verteilen und abwaschen, auf Kinder aufpassen, an Wände malen, Spielen, Mathe, Kunst und Schreiben Unterrichten, Mittags Essen verteilen und Abwaschen und alles was sonst noch so anfiel) und die Lehrer und vor allem Kinder sind mir sehr ans Herz gewachsen, weswegen mir der Abschied wirklich sehr schwer fiel. Aber dass wir nicht vergessen werden, dafür haben Matthias und ich schon gesorgt mit unseren Handabdrücken auf der Wand. Und wenn ein Paar veränderte Sachen so beibehalten werden, bin ich schon sehr glücklich! Die Essensvergabe läuft endlich geordnet und die Kinder haben jeder ihren eigenen Sitzplatz wo sie in Ruhe essen können. Das Spielzimmer ist überfüllt mit Spielsachen und die Wände sind bunt. Im Pausenhof haben sie neben dem Karussell jetzt auch noch eine Rutsche, auf Autoreifen hüpfen sie rum und vom nächsten Geld wird noch eine Schaukel gekauft! Außerdem wird nicht mehr in den Pausenhof (oder in den Blumentopf in der Klasse) gepinkelt sondern dafür wird brav aufs Klo gegangen. Leider gilt die Regel „Yellow let it swallow, Brown flush it down“, dementsprechend riechts auch bisschen.

Dass der Unterricht in der Schule vorbei ist erleichtert mich sehr, 50 Schüler die meistens auch noch älter sind, sind auf Dauer leider nur schwer zu ertragen.

Eine schöne Nachricht gibt es auch noch. Kumasi fängt jetzt doch tatsächlich an, sich um die Umwelt zu Sorgen und ich kann Stolz behaupten schon mehrere Mülleimer gesehen zu haben! Trotzdem türmen sich die Müllberge noch in den Abwasserrohren, von Wassersachets über Orangenschalen bis hin zu Schuhen. Vor allem in der Regenzeit gab es deswegen öfter überflutete Straßen da das Wasser nicht mehr ablaufen konnte. Ich wurde auch öfters dumm angeschaut als ich gefragt habe, ob sie hier denn Müll trennen. Und da ich meine Reste nicht so einfach aus dem Auto auf die Straße schmeißen wollte, hab ich‘s immer brav mit nach Hause getragen, in Tüten gesammelt um es dann letztendlich auf den Schuleigenen Müllberg zu schmeißen, der in regelmäßigen Abständen angezündet wird..

Eine unschöne Erfahrung habe ich letztens auch noch gemacht. Ich dachte es sei nur ein Gerücht, dass Diebe, falls sie von der Bevölkerung geschnappt werden, umgebracht werden. Letztens lag jedoch nur ein Paar Meter von meinem Haus entfernt  über 13 Stunden eine Männerleiche an der Hauptstraße. Es wurden Fotos gemacht und keiner hat sich um ihn gekümmert mit der Begründung, sie haben ihn umgebracht weil er in ein Haus eingebrochen ist und die Polizei nichts gegen ihn gemacht hätte. Dass die Polizei korrupt ist, ist aber allgemein klar. Jeder Taxifahrer hat in seinem Geldbeutel neben dem Führerschein einen Cedi und auch mit Freunden bin ich in mehrere Polizeikontrollen (ohne Grund) gekommen, wo wir dann unserem lieben Polizisten „Heeeeyyy my friend“ 20 Cedi zugesteckt haben..

Dass ich in dem letzten halben Jahr nicht zugenommen habe (denke ich zumindest) wundert mich sehr! Obwohl meine Gewichtsschwankungen hier von „Madame Lisa, Madame Lisa, stomach BABY!!!!“ bis hin zu „Oh Madame Lisa, sooooooorry no food…“ gingen. Auf die Frage an unsere Schulköchin, warum es denn täglich Reis gibt bekam ich die Antwort, dass das doch gar nicht stimmt! Wir servieren plain rice, fried rice, jollof rice, rice balls und rice mit stew (Bohnen, okro…), außerdem Kenkey oder Bohnen. Aha.. stimmt so ein rice ball besteht ja auch nicht aus Reis. Ob sich mein Magen so schnell wieder an Milchprodukte nach 6 Monaten Entzug gewöhnt bezweifle ich, aber das ist mir egal! Auf jeden Fall wird auch in München ghanaisch gekocht und jeder ist sehr gerne zum Fufu probieren oder mein Lieblingsessen Bohnen mit Gari und palm oil essen eingeladen!
Auch die große Auswahl an Snacks und Obst zwischendurch wird mir fehlen, man hat sich schon so daran gewöhnt aus dem Auto einzukaufen und meine tägliche halbe Wassermelone, Mango, Ananas und Papaya wird in Deutschland nicht gleich schmecken!

Warnen möchte ich euch auch gleich alle noch, ich möchte bitte keinen Kommentar zu meiner Hautfarbe hören. Ja ich weiß ich war 6 Monate in Afrika, ich habe geschwitzt wie noch nie und gelernt, mir mit 3 Wassersachets (jeweils 0,5 Liter) die Haare zu waschen, aber  ich habe versucht die Sonne zu meiden und außerdem ist gerade Regenzeit 😦

Bedanke möchte ich mich noch bei allen, die meine verzweifelten sms, Anrufe oder sonstige Nachrichten ausgehalten haben und mich wieder aufgebaut haben 🙂
Danke auch an mein Moskitonetz, dass mich vor allen möglichen Tierchen beschützt hat, egal ob kleine oder große Gekkos, Spinnen, Kakerlaken, Ameisen und sonstigen Insekten. Bei den Moskitos hast du leider versagt aber ok, 2 Mal Malaria war auch ne Erfahrung wert. Jetzt weiß ich zumindest wie es sich anfühlt zu sterben.
Zum Schluss noch ein ganz großes Dankeschön an den Deutsch Ghanaischen Freundschaftskreis, dass ihr mir diese Erfahrung ermöglicht habt!

Und natürlich an meine Familie und Freunde, ihr seid wirklich die Besten und ich freu mich schon so sehr auf euch ❤

So das war‘s jetzt wirklich von mir, den nächsten Bericht gibt’s wieder in Deutschland, meine letzten Tage verbringe ich am Strand mit Freiluftdusche, im Kakum national Park und in Kumasi. Ich werde es genießen, Kellnerinnen alles 10 mal zu erklären mit dem Resultat, dass sie es immer noch nicht verstanden haben und man mit einem freundlichen SIT DOWN!!!!!!!!!!!! von der Theke gescheucht wird. Nach Toiletten frage ich erst gar nicht, ich suche mir irgendeine Ecke und hoffe, dass ich nicht wieder Besuch von nem Schwein  bekomme. Als nicht-Vegetarierin werde ich mir danach einen schönen Fleischspieß von der Straße holen und hoffe, dass ich nicht gerade die Mama von den kleinen Ziegenbaby daneben esse. Mein iPod bleibt absichtlich zu Hause, im Taxi werden jetzt wieder brav die 5 selben Azonto Lieder gehört und um zu beweisen, dass ich wenigstens ein bisschen ghanaisch tanzen kann, wackel ich mit dem Fuß. Jeder fremde Mensch ist dann plötzlich mein Freund und möchte ein Teil meines Lebens werden. Nach einer freundlichen Diskussion mit dem Ergebnis, dass ich nicht meine Nummer, die meiner Mutter, Freundin, Schwester oder sonstigen Verwandten hergeben werde, obwohl er schon unsere Sprache lernt „ Hallo alles klaaaaar wie geht dir ich Deutschland aber keine Papiere Polizei hart“ verabschiede ich mich von Ghana und freue mich sehr auf München, Familie, Freunde, Umarmungen und Essen!!! (Und ganz ehrlich gesagt, auch auf eine Waschmaschine) Ghana du fehlst mir trotzdem jetzt schon,  wir sehen uns in einem Monat!

Ganz Liebe Grüße und bis Sonntag ❤

 

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Samstag 16.6.2012, 7.50 Uhr: Hannah und ich sitzen auf der Ladefläche eines Jeeps, wir sind auf dem Weg ins children’s village von Kumasi. Ich mit der Einstellung „endlich wieder kleine Kinder zum spielen“, Hannah „joa, schau ich mir schon mal an und dann fahren wir wieder“. Wie es dazu gekommen ist, dass wir uns eine Stunde später schwitzend, mit nem blutenden Zeh und nem Kackeeimer neben uns auf ner Farm im nirgendwo befinden, werdet ihr gleich erfahren..

Aber jetzt erstmal von Anfang an, der letzte Eintrag ist schon wieder länger her, aber ich versuche das die nächsten Monate zu ändern!

Also was ist die letzten Wochen so passiert, die Arbeit hat wieder richtig angefangen und mit richtig meine ich, dass Matthias und ich eher die Deppen für alles sind. Aber ok, macht man ja gerne wenn die Kinder glücklich sind! Die Lehrer verlassen sich darauf dass ich jeden Tag im Kindergarten stehe und so kommt es dazu, dass wir anstatt zu siebt nur zu dritt sind, und das für 100 Kinder mit Essen kochen und verteilen. Dass die Stimmung zwischen den Lehrerinnen deswegen zur Zeit etwas schlecht ist, ist zwar verständlich aber ich hoffe, dass sich das schnell wieder ändert! Auch Entschuldigungen wie „ich habe einen Pickel hinter dem Ohr und der tut mir beim sprechen weh, deswegen musst du heute Unterrichten!“ gab es letzte Woche. Aber gut, man nimmts mit Humor und versucht sich mit seinem kakra kakra (small small) Twi bei den Kindern Respekt zu verschaffen. Hört sich jetzt vielleicht aber schlimmer an als es ist, ich bin immernoch sehr glücklich mit der Arbeit und vor allem den Kindern, ich hätte es glaube ich nicht besser treffen können! (Kompliment an den Deutsch Ghanaischen Freundschaftskreis, im Vergleich zu anderen Kindergärten können sich hier alle wirklich glücklich schätzen!)

Fließend Wasser haben wir auch endlich, jetzt müssen wir den Kleinen nur noch zeigen wie man so ein Klo benutzt…

Nächstes Wochenende heiratet Madame Esther und natürlich sind wir „invited“, Fotos kommen also im nächsten Artikel in unseren ghanaischen Kleidern!

Unterrichten in der Schule macht auf der einen Seite wirklich Spaß, ist aber auch sehr anstrengend. Aber ich glaube sie haben dazugelernt, morgen schreiben wir erstmal nen Test weil sie die letzten 2 Stunden nicht ernst genommen haben! Die letzten 5-10 Minuten dürfen die Schüler immer bestimmen was wir machen, letztens wollten sie die Übersetzung von „I love you“ und „Kiss me“. Ein paar Tage später bekommt also Matthias eine sehr liebe sms von einer meiner Schülerinnen, ich frage mich was sie geschrieben hätte wenn ich ALLES übersetzt hätte was sie wissen wollte…

Ausflüge mit Kindern haben wir auch schon gemacht, erst mit Barbara (du fehlst hier übrigens sehr) und 2 kleinen Jungs aus ihrem Projekt an den See und Sonntag mit Jessica aus meinem Kindergarten in den Zirkus! Und es freut einen natürlich sehr sie so glücklich zu sehen, liegt aber vielleicht auch an den ganzen Keksen, Schokolade und Eis mit denen wir sie immer vollgestopft haben, man kann aber auch nicht nein sagen! Gestern Nachmittag stand dafür die kleine Jessica wieder vor meiner Tür mit einer Nachricht von ihrer Mama, dass sie sie am Abend wieder abholt also werde ich jetzt wohl auch noch zum Babysitter!

Eine letzte Sache noch dann kommt endlich die Kackegeschichte, Verständigungsprobleme sind hier auch nicht selten, das liegt aber eher am ghanaischen Englisch! „If you are angry we have chicken on the menu“, allgemeine Verwirrung, wieso sollte ich ein Hühnchen essen wenn ich wütend bin? Kurz darauf stellt sich heraus er meint hungry.

Jetzt sind wir schon fast beim Schluss, letzten Samstag morgen sind wir also auf dem Weg ins childrens village mit der ghanaischen Organisation von LosZuGhana, vielleicht hätten wir uns doch davor informieren sollen, was uns erwartet. Nach 1 Stunde fahrt auf der Ladefläche ist mein weisser Rock braun vom Staub und mir fällt ein, dass ich vergessen habe mich einzucremen. Aber egal, wir spielen ja gleich. Endlich angekommen sind aber weit und breit keine Kinder zu sehen, dafür Hühner, Schafe, Katzen, Hasen, Fischteiche, unfertige Häuser und viele viele Pflanzen. Kurz darauf erfahren wir, dass hier nächstes Jahr ein Waisenhaus eröffnen soll und durch die Hilfe von Volunteers und einigen Arbeitern die Arbeit erledigt wird, währenddessen streckt er uns Säcke mit Hühnerkacke hin. Da wir anscheinend doch etwas verwirrt aussehen erklären sie uns zum glück noch was uns erwartet, wir sollen die Hühnerkacke als Dünger benutzen und unter jedes Pflänzchen eine Hand voll werfen. Ich erspare euch das Bild, wie wir nach 5 Stunden Hühnerkacke verteilen aussahen, nachdem es mich auch noch über nen Stock gehauen hat und mit Blätter auf den Fuß gedrückt wurden, damit es aufhört zu bluten.

Trotzdem muss ich sagen dass es wirklich ein sehr tolles Projekt ist und ich auf jeden Fall wiederkommen möchte, wenn es fertig ist! Das childrens village ist nicht wie ein tyisches Waisenhaus aufgebaut ist, sondern die Kinder sollen zu dritt mit einer „Erstzmama“ in den Häusern leben und die Schule im nächsten Dorf besuchen. Wenn also genug Spenden gesammelt wurden, können die ersten Kinder im Juni 2013 einziehen.

Tag 115 in Ghana ist auch schon fast vorbei, Matthias und ich haben heute versucht mein lieblings ghanaisches Essen nachzukochen, beans mit gari und palm oil. Das Ergebnis war ok, wir brauchen aber noch ein bisschen Übung 🙂

Liebe Grüße, ihr fehlt mir

Kindergarten Denchemouso: Neues im Mai – Kinderbilder


Unsere Praktikanten Lisa und Matthias gemeinsam mit den Kindern die Wände des Kindergartens in Denchemouso neu gestaltet. Eine tolle Arbeit und ein gelungenes Projekt

 

 

 

 

 

Enten an den Wänden und Rastas aufm Kopf


Ist jetzt schon ein bisschen länger her, dass ich mich zu Wort gemeldet habe. Dafür gibts heute einen ausführlichen Bericht, zumindest so lange wie ich motiviert bin zu schreiben :)

Fast ist die Hälfte der Zeit um und ja, langsam bekomme ich Panik, dass mir meine restliche Zeit nicht reicht. Die letzten Wochen ist einfach so viel passiert und es gibt trotzdem noch genügend was ich sehen und erleben möchte!

Inzwischen sind meine Essensgelüste so gestiegen, dass ich mir letztens erstmal nen Chickenburger gegönnt habe, nur weil da eine Scheibe Käse drauf war. Auch wenn er trocken war und mir definitiv nicht geschmeckt hat, hab ich seitdem mehrere in Accra gegessen, ich bin eine schlechte Vegetarierin aber ich habs nicht mehr ausgehalten.. Und es ist fast unmöglich hier auf Fleisch zu verzichten, auch wenn einem immer gesagt wir, dass da natürlich kein Fleisch oder Fisch drin ist. Nachdem ich aber mehrere Fischköpfe oder undefinierbare Fleischstücke in meinem Essen gefunden habe, gebe ich es auf und esse drum herum.

Über den Kindergarten kann ich gerade nicht viel sagen, die letzten 3 Wochen waren Ferien, die Erzieher haben mir nach einem kleinen Unfall meine Haut mit ner Bastelschere abgeschnitten (keine Sorge, DANACH wurde sie desinfiziert) und seit 2 Tagen stehe ich vor geschlossenen Türen, obwohl der Unterricht schon gestern anfangen sollte! Ghanaische Arbeitsweise.. Aber anscheinend haben wir endlich fliessend Wasser, die zu großen Rohre wurden die letzte Woche durch kleinere ersetzt, was bedeuten würde, dass wir die Kleinen endlich waschen können und ich mal im Kindergarten aufs Klo kann! Ich glaube es aber erst, wenn ich es selber gesehen habe! Inzwischen haben wir auch eine dicke Ente und eine kleine dicke Eule an den Wänden, die Kinder freuen sich und es wird bunter :) Bilder kommen noch wenn ich es geschafft habe, alles fertig zu malen, dafür muss der KG aber erstmal öffnen.

Unsere Klasse hat sich auch vergrößert, wir haben jetzt ungefähr 40 Schüler, was definitiv zu viele sind! Ein Klassenraum steht noch leer und ich verstehe nicht, warum der nicht genutzt wird, wir sind 7 Lehrer für 3 Klassen, eine 4. würde vieles erleichtern! Erschreckend war auch zu sehen, wie viele Eltern am Ende vom letzten Term die “Kindergartengebühren” in Form von einer Packung Kreide (50 Cent), einer Klorolle (25 Cent) und einem Desinfektionsmittel (nochmal 50 Cent) nicht bezahlen konnten und ihre Kinder mit leeren Händen in den Kindergarten geschickt haben. Und das obwohl beide Elternteile arbeiten, meistens auch noch rund um die Uhr oder der Vater wegzieht um mehr Geld zu verdienen. Da manche Familien aber zu viele Kinder haben und diese nur sehr schwer versorgen können, bleibt die Bildung leider auf der Strecke. Ohne Kindergeld oder sonstigen finanziellen Unterstützungen bleibt alles an den Eltern hängen.

In der Senior High school fanden kurz vor den Ferien die Deutschtests statt. Nach zahlreichen Schummelversuchen mit Blättertauschen, versteckten Büchern und Unterhaltungen in Twi, halten trotzdem noch viele Eisbär Knut für unsere Bundeskanzlerin und ihren “roommate” bezeichnen sie als Raummatte. Und auch wenn viele im Test nicht gut abgeschnitten haben (was vielleicht auch daran lag, dass wir manche Schüler zum ersten mal gesehen haben. Ich frage mich, was sie die letzten 2 Monate gemacht haben), gibt es auch einige bei denen man merkt, dass sie sich wirklich Mühe gegeben haben, was sich auch gelohnt hat!

Karfreitag haben dann unsere Ferien angefangen und wir sind über das Osterwochenende nach Kokrobite an den Strand gefahren, uns am ersten Tag gleich einen schönen Sonnenbrand geholt und die restliche Zeit im Schatten verbracht! Mit Bleistift angemalte Eier und Schokocookies gabs auch, Collins (Ghanaer) war aber sehr irritiert als wir ihm gesagt haben, er muss seine Geschenke jetzt suchen. Nach 2 Tagen in Kumasi gings dann auch schon wieder los in den Norden, Affen füttern, den heiligen Hein besichtigen, bei den Kintampo falls schwimmen. Von Tamale gings dann in den Mole Park, wir hatten Glück und sahen 11 Elefanten, Antilopen, Krokodile, “Pumba” und viele andere Tiere auf unserer Safari zu Fuß und aufm Jeep. Nach 2 Tagen hatten wir alles gesehen und über Bolgatanga gings nach Paga, auf Krokodile setzen bis hin zur Grenze von Burkina Faso, wo wir auch kurz rübergelaufen sind um Fotos zu machen. Nach über 10 Stunden heimfahrt ohne Klima oder wenigstens Ventilatoren (wir dachten oft, bei der nächsten Vollbremsung schwimmen wir einfach vom Sitz) und meiner halben Vergiftung durch die Cashewschale und ihr toxisches Öl, sind wir endlich wieder in Kumasi angekommen, um gleich danach wieder nach Accra zu fahren. Über Accra gibts nicht viel zu sagen, außer dass es die Entspannendsten Tage seit langem waren! Wir durften netterweise in dem Haus einer Bekannten übernachten und nachdem man eher Bettwanzen, Stromausfall und Eimerdusche erwartet, war es wie im Paradies und wir haben es sehr genossen!

Langsam komme ich auch schon zum Ende, Hannah und ich haben uns gestern in einer spontanen Aktion Rastas flechten lassen, wenn man hier wohnt muss man es wenigstens einmal gemacht haben :) Nach 2.5 Stunden Höllenschmerzen war es endlich fertig, das Ergebnis ist gar nicht soooo schlimm wie erwartet aber 2 Packungen Extensions sind schwer.

Das wars erstmal von meiner Seite, so wie es aussieht hab ich heute wieder frei also such ich mir mal eine Beschäftigung, irgendjemand wird schon Hilfe brauchen.

Ganz ganz liebe Grüße!!