Archiv der Kategorie: Primary Denchemouso

Die Schule und erste Reisepläne


Servus männels!

Kurzer Rapport:

Ich habe meine erste komplette Schulwoche hinter mir und bin froh dass die Klassen so klein sind (3-12 Schüler). Der Bildungsstandard der Schüler ist teilweise erschreckend schwach, die schlechten bzw dummen (ja, teilweise wirklich dummen) Schüler wissen nicht mal die Hauptstadt von Ghana, die guten Schüler wissen nicht ob USA in Europa oder Frankreich in Asien liegt. Von Adolf Hitler und dem zweiten Weltkrieg haben immerhin ein paar schon mal was gehört. Außerdem glauben (fast) alle an die Schöpfungsgeschichte und an „magicians“ und sind durch keine rationalen Argumente von diesem Glauben abzubringen.

Langweilig wird mir selten, ich muss täglich Unterricht vorbereiten und die Schüler kommen alle halbe Stunde vorbei und wollen mir irgendwas zeigen oder mit mir labern. Mit Zach (Mr. Creativity^^) habe ich aus Schnur, Gummi, Dose und Holzbrett eine Mausefalle gebaut die wir heute Nacht im Busch testen. Außerdem habe ich vorsorglich die DVD-Box von The Wire und alle fünf Teile von A Tale of Ice and Fire (Game of Thrones-Bücher, 5000 Seiten auf Englisch) eingepackt.

Nächstes Wochenende (3 Tage, da ich Freitags immer frei habe) habe ich eine Tour an den Lake Bosumtwi, Ghanas größten Süßwassersee eingeplant.

Der Campus:

Blick von meiner “Terrasse”:

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Ohne Wasser auf Wolke 7


Hallo ihr Lieben.

Ein Drittel der Zeit ist nun um und wir leben alle noch. Nach ein paar kleinen Krankheitsfällen, sind heute seit Langem mal wieder alle wirklich gesund. In der Letzten Zeit ist nicht viel passiert, da man sich nun eingelebt hat und der Alltag zur Routine wird.
Mein Tag in Ghana sieht folgendermaßen aus: 6.30 Uhr aufstehen, 6.45 Uhr Joggen, 7.00 Uhr Krafttraining, 7.15 Uhr Duschen (dies muss bis 7.30 Uhr geschehen, da unseren Beobachtungen zur Folge das Wasser anschließend für eine Weile abgestellt wird), 7.30 Uhr Frühstücken und dann geht’s um 8.25 Uhr zum Matheunterricht. Der Unterricht macht mir sehr viel Spaß und ich weiß so gut wie alle Namen. Leider kommen und gehen die Schüler wann sie wollen, das erschwert das Ganze etwas. Das Multiplizieren von Zahlen funktioniert auch schon viel besser. =)
Mit meinen Französischklassen läuft das Ganze jedoch nicht so harmonisch ab, da sie sich gerade alle in der Pubertät befinden und denken, dass sie durch Geschrei und Unaufmerksamkeit den Unterricht stören müssen. Am Freitag war ich mit ganzen 4 Schülern von ca. 35 im Klassenraum, da der Rest mit Fußballspielen beschäftigt war. Ausflippen hilft da nichts… Meine Schüler wollen dann immer, dass ich den Stock hole und sie Schlage. Da ich das aber nie im Leben machen werde, habe ich eh schon verloren. Auf meine Frage, ob sie überhaupt Französisch lernen wollen, bekomme ich dann immer diese Antwort: “YESSS Madame Jennifer, we want to learn French. Please don’t go. Beat us!” Nun ja, bis jetzt habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. An sich sind sie alle sehr lieb, aber ihr Mitteilungs- und Bewegungsdrang während dem Unterricht ist einfach unerträglich. Die 35 Minuten vergehen dann wie im Flug und alle sind traurig, dass es schon vorbei ist. Nach dem offiziellen Französischunterricht unterhalte ich mich dann mit meinen Schülern, bring ihn Deutsch bei und sie mir etwas Twi. Getanzt haben wir auch schon öfter. Hier in Ghana gibt es mehrere Tänze, die Lisa und ich versuchen zu erlernen. Bis jetzt kennen wir 2: Asunto und Amanda. Wobei ich Asunto bevorzuge, da Amanda eigentlich nur aus einem Move besteht. Die Zeit mit meinen Schülern finde ich dann immer sehr angenehm.
Mit den Lehrern verstehe ich mich sehr gut. Eine Lehrerin, die mittlerweile eine Freundin von mir ist, hat mich zum Blumenmädchen für ihre baldige Hochzeit ernannt. Darauf freue ich mich schon sehr.
Vor zwei Wochen waren wir alle in Ntonso, einem Kentedorf. Dort wurde uns deren Herstellung näher gebracht und wir durften anschließend sogar noch selbst die Kentestreifen mit unseren Lieblingssymbolen bedrucken. Traditionell eingekleidet wurden wir dann auch noch; auf meinem Kopfschmuck war beispielsweise Obama abgebildet. haha
Eine Sache, die uns an unsere Grenzen getrieben hat, war die Woche ohne Wasser. Da die Solarpumpe repariert und danach noch der Tank gesäubert wurde, hatten wir kein Fließendwasser bei uns im Zimmer. Das bedeutet, dass wir mit unseren Eimern immer zum Brunnen gehen mussten, einen Kanister hinunter lassen und den vollen mit seehhrrr viel Kraft wieder hochziehen mussten. Als wir dies eine halbe Woche durchgemacht hatten, dachten wir, dass es eigentlich gar nicht mehr schlimmer gehen kann… Ja, dem war natürlich nicht so. Ständiger Stromausfall kam noch hinzu und, da es nicht genug war, fiel auch noch der Kanister in den Brunnen, da irgendjemand so schlau war und ihn dort rein geworfen hat. Um nun an Wasser zu gelangen, musste ich mit einem Schüler von hier erstmal ca. 10 Minuten zum nächsten Brunnen laufen und mit dem 17 Liter Eimer zurück laufen. Da der Brunnen nicht sehr tief und schon fast leer war, mussten die Schüler nach mir noch weiter laufen… Also, wenn ihr in Deutschland mal denkt, es geht einfach nicht mehr schlimmer, dann denkt an mich, wie ich im Dunklen, ohne Wasser in einem übertrieben heißen Zimmer auf dem Steinboden liege (im Bett ist es zu heiß!) und mit Lisa und der kleinen Box Musik höre.

Trotz den (kleinen) Zwischenfällen geht es mir hier super und ich fühl mich wie zu Hause.
Letztes Wochenende ist meine Mama in Ghana angekommen. Meine Fahrt nach Accra war nicht besonders spannend, da ich mit dem V.I.P-Bus gefahren bin. In der Hauptstadt angekommen, musste ich noch 6 Stunden warten. Deshalb habe ich mich für einen Besuch in der Accra-Mall entschieden. Nun ist klar, wir müssen mal nach Accra zum shoppen!! In einem Restaurant habe ich dann 2 sehr nette Menschen kennengelernt, die mich den ganzen Tag mitgenommen haben. Ich hatte das Gefühl, dass ich in ganz Accra unterwegs war. Wir sind in den 5 Stunden von einem Ort zum anderen gefahren. Das fand ich alles nicht weiter schlimm, da ich eh nichts Besseres zu tun hatte. An dem letzten Satz merkt man schon, dass ich eine kleine Ghanaerin geworden bin. haha
Am Sonntag bin ich dann mit meiner Mutter wieder 5 Stunden nach Kumasi gefahren. Alle haben sie mit Freude aufgenommen und sie ist so zu sagen die Mutter für jeden.. egal ob Lehrer, Student oder Schüler. Es heißt immer: “Akwaaba Mummy!” Nach einer Woche bei uns im Ort, ist sie nun in den Norden nach Tamale gefahren.
Alle die versuchen sie auf der deutschen Nummer zu erreichen, werden sie nicht an den Hörer bekommen. Wer ihre oder auch meine ghanaische Handynummer haben möchte, kann sich bei per mail oder so melden. Wenn euch mal langweilig sein sollte, könnt ihr mir auch sehr gerne eine Postkarte oder einen Brief schreiben! =) (Meine Adresse: Jennifer Danquah, P.O. BOX KS 9004, Kumasi Main, Ashanti Region, Ghana)
An dieser Stelle bedank ich mich bei meinem Onkel für die nette Postkarte! Daaaannkkkeee! :D

Kurze News aus dem Hause Hammer-Danquah: Wir habe nun schon über 5 Gekos bei uns im Zimmer und eine Maus.. Gestern gabs Pfannkuchen!!! :D Wir waren auf Wolke 7 (oder wie unsere englischen Freude zu sagen pflegen: Cloud 9; wieso genau die Zahl “9″ ist uns immer noch ein Rätsel).

Dann verabschiede ich mich mal und wünsche euch allen noch eine schöne Zeit! =)

Ich vermisse euch.

Eure Jennifer

Der Ghanaer an sich


Hallo ihr Lieben

Der Ghanaer und seine grundsätzlichen Eigenschaften: Der Ghanaer an sich schläft gerne, er spuckt gerne, er liebt es zu schlürfen, einem hinterher zu zischen, einem seine Nummer und Freundschaft anzubieten und einen immer herzuwinken, auch wenn man im Auto sitzt…. Aber mehr dazu im Folgenden.

Zu Beginn möchte ich euch erstmal von meinem Schulleben erzählen, denn das interessiert wohl die meisten.
Mir wurde die 6. Klasse in der Grundschule für den Mathematikunterricht und die 7. Bzw. 8. Klasse für das Fach Französisch zugeteilt. Französisch gab es bis jetzt in der gesamten Schulzeit noch nicht, also wurde mir so zu sagen ein neues Fach auf meine Bitte hin eröffnet (ein anderes musste leider dafür gestrichen werden, wahrscheinlich war es Musik, was eh kein Mensch braucht ;) Scherz).  Nun zu meiner 6. Klasse: an sich sind es sehr nette und herzensgute Schüler, dennoch ist ihre Mathebegabung etwas zu kurz gekommen. Meine Erwartungen waren nicht hoch und ich habe auch schon damit gerechnet, sehr weit unten einzusteigen, aber nun weiß ich, dass ich irgendwo in den tiefsten Brunnen steigen muss, um die nicht vorhandene Mathematik-Basis der Schüler zu erschaffen. Es ist durchaus schwierig mit Kindern zu arbeiten, die die „Ein-mal-Einse“ nicht beherrschen und 7 von 12 nicht subtrahieren können oder sie denken, dass sie es können und als Antwort darf ich mir von einem mir ins Gesicht strahlendem Schüler dann anhören: „21 Madame Jennifer!“  Ein kleiner Stich ins Herz, dennoch denke ich, dass noch nicht alles verloren ist und ich versuche alles, um ihnen die Basis der Mathematik-Basen beizubringen.  Meine ersten Erfolgserlebnisse kamen dann auch schon bald, als ich meinen 1. Mathetest geschrieben habe und er ganz ordentlich ausgefallen ist. Während dem Test habe ich versucht alle Spicker einzusammeln (und ich kenne eigentlich alle Verstecke, da ich ja selber erst aus der Schule raus bin ;) ), dennoch ist es mir bei 40 Schülern nicht gelungen alle im Auge zu behalten.
Der Französischunterricht in der 7. Klasse ist dagegen schon was anderes. Die Kinder sind größer, älter und man muss sich schon durchsetzen können, sonst wird man von dem Lärmpegel überrannt und alle laufen wie verrückt durchs Klassenzimmer. Nachdem ich mich vorgestellt habe und ihnen klargemacht habe, dass bei mir im Unterricht weder geschrien, noch rumgerannt, noch gegessen, noch irgendwelche Stifte rumgeworfen und Plätze getauscht werden, waren sie ruhig.  Ihre Aufgabe war es frankophon-afrikanische Länder aufzuzählen. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass sich Germany in Afrika befindet und, dass dort Französisch gesprochen wird… wusstet ihr das? Indien liegt angeblich auch in Afrika und die offizielle Sprache ist Französisch! Auch das war mir neu.
Nachdem ich einer meiner Stunden erfolgreich beendet habe, gehe ich generell ins Lehrerzimmer, um mich dort über den Neusten Klatsch und Tratsch bei Akousia (eine sehr nette Lehrerin und Freundin) zu erkundigen.
Eine Eigenschaft der Ghanaer ist, dass sie gerne schlafen (siehe oben)! Egal wo, wann, wie, ob auf, unter oder neben dem Geschäft, sie können es überall tun. Auch im Lehrerzimme durfte ich dies ein paar Mal beobachten. Hier gilt das Motto, ist man müde, wird der Kopf auf den Tisch gelegt und man schläft erstmal eine halbe Stunde, auch, wenn man eigentlich Unterricht hätte. Dies passiert oft und stets von der einen auf die andere Sekunde!
Der Ghanaer zischt einem gerne hinter her, dass ist auch eine Eigenschaft, die man hier etwas zu oft erfährt. Nicht nur auf der Straße, sondern auch, wenn man im Tro-Tro sitzt und das Fenster offen hat!
Ein Abenteuer noch zum Schluss. Gestern waren wir am Lake Bosomtwi, der so nebenbei ein sehr schöner, großer und sauberer See ist. Doch die Fahrt dorthin sollte nicht so einfach sein, wie sie in unserem netten Reiseführer beschrieben war. In Kumasi angekommen, müssen wir erstmal den halben Markt durchqueren, um an unser Ziel zu gelangen. An der Haltestelle angekommen, stehen so ca. 40 Leute vor uns (in ein Tro-Tro passen zwischen 16 und 20 Menschen), d.h., dass wir so ca. 2 Stunden anstehen müssen. Da wir von Ghana nichts anderes gewöhnt sind, außer ständig auf irgendetwas zu warten, ist das natürlich ein Kinderspiel für uns. ;) Nach gefühlten 3 Stunden kam dann eine Ghanaerin auf uns zu, die uns ein Tro-Tro nur für „Weiße“ herbeigeschafft  hat. Am See angekommen, werden wir erstmal genötigt, für das Klo dort 50 Pesuwas zu bezahlen, in dem es weder Klopapier noch Wasser gab… Wir sind halt aus Germany und haben anscheinend das Geld. Nach einer Diskussion, die aber leider nichts gebracht hat, mussten wir ihm das Geld geben… Das erste Obstakel geschafft, kommt auch schon das Nächste. Ein Ghanaer kommt auf uns zu und schreit uns an, dass wir ihm auf der Stelle 10 Cedis geben sollen!  Ich natürlich erstmal:“Ähh no!“ haha Nachdem er uns klar gemacht hat, dass es eine Spende sein soll und ich ihm erklärt hab, dass, wenn man einen anbrüllt und Geld für irgendwelche Bäume verlangt, es keine „Spende“ mehr sei, wurde er ruhiger und hat sich sogar für sein Verhalten entschuldigt!
Nach zwei Stunden sonnen mussten wir auch schon wieder nach Hause. Doch dies sollte nicht so einfach sein, wie die Hinfahrt. Ein privates Tro-Tro habe ich uns vom See zum Umsteigepunkt organisiert, dessen Fahrer eher an uns, als an der Straße vor ihm interessiert  war. Für die Fahrt hat er 1 Cedi verlangt und sein Freund wollte mich heiraten. Da wir für die Fahrt zahlen mussten, habe ich ihm gesagt, dass aus unserer Hochzeit nichts werden würde.  Das konnte er nur schwer verkraften. Um ca. 21.00 Uhr waren wir zu Hause.
Nächsten Samstag geht es dann in einen Nationalpark bei Kumasi. Mal schauen, was da so schiefgehen wird! =)

Ansonsten geht’s mir gut! Gas haben wir jetzt (nachdem mir zwei Schüler für das Tragen der Gasflasche organisiert wurden)!
Lisa Hammer ist wieder heil mit Carmen aus Accra zurückgekommen und die Schule fängt bei ihnen am Montag an.

Ihr fehlt mir!

Pour Adrien:  Envoie-moi des gateaux de ta mére, s’il te plaît! :P ❤

Eure

Madame Jennifer =)

 

Denchemouso

Denchemouso

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Bomfobiri Wildlife Sanctuary

Bomfobiri Wildlife Sanctuary

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Bomfobiri Wildlife Sanctuary

Bomfobiri Wildlife Sanctuary
Der Guide und ich!

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Lake Busomtwi

Lake Busomtwi

Nanam und die Fokn Bois


Hallo Welt

Die letzte Woche war aufregend und wir haben viel Neues erlebt. Es war alles dabei: Das erste Fufu in Ghana, das erste Konzert, die erste Beerdigung, der erste Schultag und vieles mehr…

Nun, das erste Fufu im Cultural Center in Kumasi war nicht jeder Mannssache, denn es war einfach zu scharf. Nach dem Essen haben wir, die Mädchengang, uns erstmal ein bisschen in diesem Center umgesehen. Die ersten Verehrer blieben nicht lange aus und alle 5 Meter wurde jemand von uns nach seiner Nummer gefragt (zum Glück können wir unsere Nummern nicht auswendig und können somit das ganze um ein paar Minuten hinauszögern). Der erste Handelversuch von Lias Hammer wurde auch erfolgreich abgeschlossen und es ging weiter zu unserem eigentlichen Ziel, dem großen Konzert, von dem Carmen uns schon die ganze Woche erzählt hat. Da wir Deutsche sind und somit auch automatisch pünktlich um 18 Uhr dort auftauchten, wurden wir wieder zum Warten gezwungen. Diesmal mussten wir uns drei Stunden gedulden, bis das „Big in Ghana“-Konzert endlich mit einem „Dancebattle“ begann.  Danach kamen die besten  4 Künstler Kumasis nach der Reihe auf die Bühne und präsentierten uns ihre neuen Hits. Die Gestalten auf der Bühne waren uns etwas suspekt und anfangs war uns auch nicht wirklich klar, was an diesem „Gesang“ der Gesang sein sollte; auch das Bühnenoutfit war hin und wieder etwas fragwürdig. Eigentlich waren wir auch gar nicht wegen den neuen „Superstars“ da, sondern wegen den Fokn Bois, die nach einer Stunde Stromausfall und von unserem persönlichen Drängen im Backsagebereich endlich auf die Bühne kamen und uns ihre recht amüsante Show da boten. So gegen 1 haben wir dann das Gelände verlassen und uns auf den Heimweg gemacht. Ja, das sollte jedoch nicht das Ende des Abends sein. Leider wusste der Taxifahrer nicht, wo unser Ort liegt und hat sich gleichmal verfahren (wir total aufgeschmissen und fertig). Angekommen sind wir dann trotzdem irgendwie…
Meine erste Beerdigung war was ganz Neues. Alle sitzen im Kreis auf rot-schwarzen Stühlen im (Hintergrund läuft ghanaische Tanzmusik) und geben keinen Ton von sich. In der Mitte sitzt der Chief (Nanam) und starrt auf das Bild des Verstorbenen. Einen persönlichen Schirmhalter besitzt der Chief auch, dem der Arm schon abfällt, weil der Schirm aus Holz und ziemlich schwer ist. Nach einer Weile durfte er dann aber auch eine Pause machen und etwas essen. Ja, das mit dem Essen war so eine Sache. Mir wurde etwas angeboten und da ich nicht so bin und gerne Neues ausprobiere, habe ich natürlich das Angebot angenommen (mein Bauch hat auch schon geknurrt). Ich nehme also die Styroporbox entgegen und mache sie auf. Meine Augen weiten sich und ich stehe unter Schock. In der Box liegt tatsächlich ein Fischkopf. Schnell klappe ich sie zu… Gelächter von allen Seiten. Haha
An demselben Tag bin ich das erste Mal alleine mit dem Tro-Tro („Klein-Linienbus“) nach Hause. Es war aufregend und man wollte mich mal wieder besch*****, aber jeder der mich kennt weiß, dass man eine Danquah mit Kern-Wurzeln nicht abzocken kann (ein anderer Ghanaer hat sich auch noch für mich eingesetzt. Ein Dankeschön an ihn an dieser Stelle). Das hat dann der „Geldeinsammler“ auch schnell begriffen.
Heute sollte die Schule eigentlich schon um 7.30 Uhr anfangen, aber, da wir ja in Ghana sind, kann man das nicht so ernst nehmen. Mit 1,5 Stunden Verspätung wurden wir also zur Schule neben an gebracht. Wir waren da, aber die Headmistress der Schule leider nicht. Um 10.30 Uhr traten wir unseren zweiten Marsch in Richtung „Headmistress‘ Office“ an. Das Büro der sehr netten Dame ist klein und schmuddelig. Wir werden nach unseren Namen und anderen Daten gefragt. Anschließend wurden meine ghanaischen Wurzeln, die Tatsache, dass ich kein Twi sprechen kann und warum und, was so in etwa meine Aufgaben sein werden, geklärt. Zum Einen soll ich die 6. Klasse in Mathe und Englisch unterrichten und zum Anderen die Lehrer in Deutsch. Wie ich das Letztere anstellen werde ist mir noch nicht so klar, aber ich werde es auf jeden Fall meistern! Mit Lisa Pfeffer zusammen soll ich den Kindergarten gestalten, d.h., dass wir die Wände noch weiter bemalen sollen. Alles schön und gut, nur leider können wir nicht malen… Auch dies werden wir meistern müssen. Nachdem uns der Kindergarten ausführlich gezeigt wurde, gab es Mittagessen für alle. Danach wurden wir zum „relaxen“ nach Hause geschickt.
Was ich in der Grundschule dann genau machen werde und, wie der Unterricht aussehen wird, erfahre ich dann morgen oder nächste Woche… wenn dann mal alle Schüler so gemächlich eingetrudelt sind.
Sonstige news im Hause Hammer-Danquah: Wir haben immer noch kein Gas, die Klospülung ist noch kaputt (wie ich erfahren habe schon seit mind. 1 Jahr), der Kühlschrank riecht streng und wir besitzen mittlerweile schon 2 Stühle in unserem Zimmer ! ;) Ansonsten haben wir’s uns jetzt schon richtig gemütlich gemacht und an den täglichen Stromausfall (der uns trotzdem ab und an zur Weißglut treibt) haben wir uns auch gewöhnt.

So, das war’s dann auch schon wieder von mir aus Ghana.

Pour Adrien:  Les Tapas d’Alicante me manquent!!! -.-

Eure Jennifer

Akwaaba


Hallo,

so, nach einiger Zeit haben wir es nun endlich geschafft einen Internet-Stick zu bekommen.
Die erste und wichtigste Info, die wohl alle interessiert ist: Uns geht es gut! Wir leben noch! =)
Aber alles der Reihe nach:

26.8.2012- ca. 20 Uhr (das Flugzeug hatte Verspätung) -> nächste Etappe Passkontrolle, leider hat uns niemand davor informiert, dass wir etwas Ausfüllen müssen…15min. später: Augen-scann, Fingerabdrücke.. Weiter zur Gepäckausgabe, leichtes Durcheinander -> wir finden unsere Koffer nicht; sie befinden sich natürlich nicht bei dem Laufband, wo sie eigentlich sein sollten, sondern auf der komplett anderen Seite schön sortiert. Alle freuen sich, dass alles da ist.. Doch dann die böse Überraschung, es fehlt ein Rucksack von Anja und der Beamer von Torsten. Also haben wir uns wohl zu früh gefreut.. Auf gehts mit dem ganzen Gepäck zu “Found and Lost” (Wir total fertig und müde) Die Schlange ist zwar kurz, aber irgendwie mussten wir trotzdem 1 Stunde warten. Ergebnis: Das Gepäck ist noch in Istanbul. Nachdem der Sohn von Albert ca. 2 Stunden warten musste, haben wir ein Taxi zum Hotel genommen. Ein Doppelbett für 3 Personen, wir haben es trotzdem geschafft, da sich Lisa Hammer freiwillig für den Boden entschieden hat. Am nächsten Morgen gabs erstmal die 1. ghanaische, kalte und mit sehr dünnem Strahl bestückte (das Haarewaschen viel damit für mich aus) Dusche. Das Klopapier wurde natürlich gleich eingepackt.. Wer weiß, wann es wieder eins gegeben wird. Anschließend ging es weiter nach Kumasi. Der Bus war bequem, die Fenster groß, die Klimaanlage zu kalt; wer mich kennt, weiß, dass ich etwas empfindlich auf diese Anlagen reagiere.. So war es dann auch, das Halsweh kam dann doch relativ schnell. Während ich aus dem Fenster schaute, blickte ich immer wieder in strahlende Gesichter, die mir freudig zu winkten.
Nach ein paar Stunden sind wir in Kumasi an der Busstation angekommen. Wir waren da, jedoch hat unser Abholer gefehlt. Nach einigen Telefonaten und 1,5 Stunden warten, wurden wir mit EINEM Taxi abgeholt, in das 7 Leute und 10 Gepäckstücke passten!!! Jetzt weiß ich, wieso mein Bruder und ich so gut packen können!!!! Es ist definitiv Veranlagung! haha
Endlich an der Schule angekommen, betreten wir unsere Zimmer. Ein kleiner Schock für uns alle, der sich aber schnell legte, nachdem wir unsere eigenen Betttücher auf die Matratze gelegt und uns ein bisschen eingerichtet haben. Heute morgen haben wir dann noch eine kleine Putzaktion durchgeführt und jetzt kann man das Klo auch benutzen (Die Spülung geht nur leider noch nicht..).

Der Markt auf dem wir heute waren, ist unglaublich, überall Menschen, Sachen über Sachen, man ist leicht überfordert.
Am Vormittag war ich mit einem guten Freund von meinem Vater unterwegs. Alle 5 Meter musste man anhalten, um jemanden zu begrüßen, jeder hat sich über meinen Besuch gefreut.

Da hier leider gerade Stormausfall ist und sich meine Batterie dem Ende zuneigt, muss ich mich schon verabschieden.
Ich hoffe, dass ihr euch ein bisschen vorstellen könnt, wie es hier ist und wie es mir geht! =)

Ich vermisse euch.

Pour Adrien: Je vais bien et on parle bientôt! =)

Alles Liebe

Jennifer

Erste Mädchengruppe nach Ghana unterwegs


Erstmals startet eine rein weibliche Gruppe nach Ghana, um dort für ein halbes Jahr ein Praktikum an den verschiedenen Partnereinrichtungen des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreises zu gestalten. Gemeinsam mit Albert Osei-Wusu sind die fünf jungen Frauen heute morgen aufgebrochen und werden Accra (Ghana) heute Abend erreichen.

Sie unterstützen die Lehrerinnen in den vier Partnereinrichtungen und leben gemeinsam mit Ghanaern. Anja Schweizer wird direkt in einer ghanaischen Familie leben und an den Primary School in Tanoso, einem kleinen Ort nordwestlich von Kumasi, leben. Die anderen fünf Frauen werden auf den Einrichtungen des Schuulcambus von Denchemouso leben und arbeiten.

Albert Osei-Wusu mit Jennifer Danquah, Lisa Pfeffer, Lisa Hammer, Anja Schweizer und Carmen Lubetzki beim Vorbereitungsseminar in München (im Hintergrund: Sebastian Prothmann)

In ihren persönlichen Blogs berichten sie über ihre ganz persönlichen sechs Monate Ghana

Sweet home à la Ghana


Ein herzliches Hallo aus Ghana, vermutlich schon zum letzten Mal,

eigentlich wollte ich noch viele, viele Blogeinträge schreiben, genügend Lust und Erzählstoff hätte ich, aber Reisen, Erleben und Entdecken klingt dann doch noch besser als Schreibtisch und Laptop.

Der Abschied an Schule und Kindergarten war eine Mischung aus traurig und wunderschön, hab sogar noch voll liebe Geschenke bekommen; die ersten Ferientage war ich im Norden in Bolgatanga, Paga, Tamale und Mole und jetzt kommen dann schon die letzten drei Wochen mit meinem Papa. Also die Endphase macht grade nochmal richtig viel Spaß, dazu gibts noch dies und jenes, um das man sich kümmern muss, deswegen an dieser Stelle nur ganz kurz:

Bis bald in Deutschland, ich freu mich inzwischen auch wieder riesig auf Zuhause! Bleibt noch zu hoffen, dass ich alle Fotos, Mitbringsel, Erfahrungen und Erlebnisse sicher über Sahara und Bosporus bringe, dann steht einer fetten Fete in vier Wochen nichts mehr im Wege 😉

Bis dahin eine schöne Zeit, alles Gute, oder wie der Ghanaer zu sagen pflegt: God bless you!

Liebe Grüße

Matze