Archiv der Kategorie: Primary School Tanaso

There’s no hurry in life!


Seit dem letzten Blogeintrag sind nur 3 Tage vergangen, aber wir erleben hier gerade so viel Neues und Ungewohntes, das ich euch unbedingt mitteilen will, dass nun schon der nächste kommt ;-)

Am Freitag Abend wollten wir auf ein Konzert nach Kumasi, weil dort eine Band auftrat, die Carmen kennt und gut findet. Außerdem erlebten wir so Ghana endlich auch mal bei Nacht. Bisher waren wir ab Anbruch der Dunkelheit immer in oder vor unseren Zimmern, weil zu dieser Zeit 1. die größte Gefahr besteht, von einer Malaria-Überträger-Mücke gestochen zu werden und 2. die meisten anderen Ghanaer in unserem Dorf auch in ihr Zuhause gehen. Dunkel wird es hier übrigens schon um 18.30 Uhr, das heißt hier ticken die Uhren doch etwas anders. Wann es wirklich hell wird, kann ich euch gar nicht sagen, aber ab 6 Uhr sind zumindest viele Ghanaer auf und das Dorfradio (Lautsprecher, die das ganze Dorf beschallen) läuft auf Hochtouren. Was wiederum bedeutet, dass die Nachtruhe dann beendet ist. Für mich doch eine relativ krasse Umstellung, da ich daheim immer eher spät ins Bett gegangen und dafür auch (zumindest für die hiesigen Verhältnisse) spät aufgestanden bin.

Um 13.30 Uhr sind wir dann am Freitag losgegangen zum Cultural Centre in Kumasi, wo das Konzert stattfinden sollte, damit wir und das ganze Zentrum noch ein bisschen anschauen konnten. Angenommen hatten wir, dass wir für die Fahrt nach Kumasi (inklusive umsteigen von Taxi in Tro-Tro) mindestens eine Stunde unterwegs sein werden. Doch dem war nicht so, weil die Route des Taxifahrers, der uns ab Denchemouso mitnahm praktischerweise sowieso zum Cultural Centre ging. So nahm er uns dorthin mit, worauf wir schon nach einer halben Stunde angekommen sind.

Wir aßen zu Mittag in einem Restaurant dort auf dem Gelände und ich aß zum ersten Mal Fufu, das Nationalgericht Ghanas. Fufu ist so ein Brei aus Yam und schmeckt ähnlich wie Kartoffelbrei. Dazu gibt es Hähnchenschlegel und Soße. Gegessen wird mit der rechten (!) Hand, indem man mit der Handfläche eine Schüssel formt und dann mit Daumen, Zeigefinger und Ringfinger ein bisschen Kartoffelbrei aufnimmt. Es hat wirklich sehr lecker geschmeckt, nur leider war es mega scharf, aber das hat das ghanaische Essen so an sich ;-) .

Anschließend schauten wir uns die ganzen Handwerksläden des Cultural Centres an. Von afrikanischen Masken, über Trommeln und Gemälden, gibt es hier eine riesige Auswahl an Souvenirs.

Das Konzert sollte laut Plakat um 6 pm beginnen. Wir also um 17.45 Uhr mit deutscher Pünktlichkeit hin, worauf wir die Organisatoren beim Aufbau und Soundcheck antrafen. Nachdem uns dann ein Ghanaer einen kurzen Twi-Sprachkurs erteilt hatte und sich einige andere mit uns unterhalten hatten, erfuhren wir dann, dass es erst ’around 8 o’clock’ starten sollte. Tatsächlich beginnt die Talent-Show ’Big In Ghana’ dann um 20.45 Uhr. An die ’ghanaian time’, das heißt, dass alles mindestens eine Stunde später beginnt, als angekündigt, müssen wir uns erst noch gewöhnen. Doch hier ist es völlig normal, dass man eben wartet und wartet und wartet, denn es haben auch alle Zeit. Unser Reiseführer sagt zum Lebensmotto der Ghanaer: „There’s no hurry in life!“.

Nacheinander kamen verschiedene Talente, die eigentlich schon die Besten aus einigen Vorentscheidungen sein sollen auf die Bühne und zeigen ihr Können. Danach spielte die Band dann noch einige Lieder, worauf plötzlich ’lights out’, also Stromausfall, herrschte. Es ist mittlerweile 23.30 Uhr und der erwartete Act ist noch nicht aufgetreten. Immerhin wurden wir dann Backstage (auf der Wiese hinter der Bühne) erwartet, weil wir extra für diese Gruppe so lange gewartet hatten und Carmen Fan sei. Um 0.30 Uhr ging der Strom dann endlich wieder und sie konnten doch noch auftreten.

Für uns ging es dann aber kurze Zeit später in einem Taxi nach Hause. Und diese Taxifahrt war auch ein Abenteuer für sich. Der Taxifahrer fuhr nicht nur sehr gewöhnungsbedürftig (er ließ kein Schlagloch aus und das bei für ghanaische Straßen hoher Geschwindigkeit), sondern verfuhr sich auch noch. In Kwadaso, einem Nachbarort von Denchemouso sagte er, wir seien angekommen, doch wir waren uns sicher, dass wir dort noch nie waren.

Jenny meinte dann: „Denchemouso!”, worauf der Taxifahrer: “Oh, Denchemoooooso!” Wohlbehalten kamen wir dann kurze Zeit später in Denchemouso an und mussten nur 2 Cedis (ca. 1€) pro Person zahlen, obwohl uns mittags versichert wurde, abends sei es teuer.

Gestern habe ich dann das erste Mal meine Wäsche von Hand (!) gewaschen. Ich hätte es mir ehrlich gesagt schlimmer vorgestellt, aber so den richtigen Dreh, wie man mit kaltem Wasser und etwas Waschpulver Flecken aus den Kleidungsstücken bekommt, habe ich noch nicht raus. Naja, immerhin riecht jetzt alles frisch gewaschen und ich habe ja noch eine Weile Zeit zum Üben. Die Ghanaerinnen waschen ihre Wäsche noch mit Kernseife und rubbeln sie solange, bis sie sauber ist, aber das ist mir dann doch zu anstrengend.

Ich lebe übrigens immer noch am Campus, doch voraussichtlich komme ich am Montag in meine Gastfamilie. Aber ob ’ghanaian time’ oder ’german time’ – das werde ich wohl dann erst erfahren ;-) .

Auf jeden Fall wird am Dienstag die Schule beginnen (zumindest, wenn Schüler kommen) und da bin ich schon echt gespannt drauf.

 

Ganz liebe Grüße aus dem warmen Ghana (heute war der erste Tag, an dem es so bewölkt war, dass die Sonne gar nicht rausgeschaut hat)

Eure Anja

Werbeanzeigen

Akwaaba – Willkommen in Ghana =)


4 Tage sind nun vergangen, seit wir in Ghana angekommen sind und es ist schon einiges passiert.

Am 26. ging es für mich um 5.30 Uhr mit meinem Papa und unserem Auto los in Richtung München, wo wir uns um 8.30 Uhr mit den andern am Flughafen trafen. Insgesamt sind wir 5 Mädels, die an verschiedenen Schulen in zwei Ortschaften, die ca. 1,5km auseinander sind, arbeiten werden. Die Blogs der anderen 4 könnt ihr auch gerne lesen, dann lernt ihr noch mehr Facetten von Ghana kennen.

Nach einmal “umsteigen” in Istanbul stiegen wir dann am Sonntag Abend um ca. 20 Uhr (deutsche Zeit: 22 Uhr) in Accra, der Hauptstadt von Ghana, aus dem Flugzeug. Etwas verwundert war ich über das doch recht milde und gar nicht so schwüle Klima wie erwartet.

Nach dem Anstehen am Immigration Schalter fanden wir dann nach einiger Zeit (trotz falscher Ausschilderung) das Gepäckband, auf dem alle Gepäckstücke vom Flug aus Istanbul sein sollten. Doch leider fehlten 2 Gepäckstücke. Zum einen ein Beamer für die Schule und zum anderen mein 30 Liter Rucksack.

Also stellten wir uns am Lost&Found-Schalter an, worauf man uns erst einmal warten ließ um uns dann irgendwann mitzuteilen, dass die zwei Sachen noch in Istanbul seien. Der nächste Flieger würde am Montag Abend landen, da könnten wir unsere Sachen dann abholen.

Nachdem das geklärt war, ging es für uns dann erstmal in ein Hotel in Accra, wo wir relativ erledigt gleich ins Bett fielen. Inzwischen war es 24 Uhr (deutsche Zeit: 2 Uhr).

Am nächsten Morgen wurden wir dann von Kekey, dem Sohn von Albert, abgeholt und in sein Haus zum Frühstücken gebracht. Danach ging es mit dem Auto quer durch Accra zum Busbahnhof.

Uns erwartete eine knapp 5-stündige Busfahrt nach Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas, in einem so klimatisierten Bus, dass wir tatsächlich langärmlig da saßen und das bei einer Außentemperatur von schätzungsweise 28°C.

Am Busbahnhof in Kumasi wurden wir dann nach einigen Telefonaten und einstündiger Wartezeit vom Direktor der Ghanain-German-School (GGS) abgeholt. In einem mit 10 Koffern und Rucksäcken (+ Handgepäck) und 7 Personen befüllten Opel Astra geht es nun nach Denchemouso, wo sich Schule befindet.

Dort angekommen werden wir dann noch kurz eingewiesen, dass für Lisa, Jenny und mich die Schule am 4. September beginnt und Carmen und Lisa bis zum 16. September frei haben.

Danach können wir die zwei, für uns Volunteers vorgesehenen, Zimmer beziehen.

Da ich im Nachbarort Tanaso arbeiten werde, bin ich eigentlich in einer Gastfamilie untergebracht. Doch da ist wohl noch nicht alles geklärt und so wohne ich jetzt für die erste Zeit mit den andern am Campus.

Denchemouso besteht eigentlich aus einer Hauptstraße mit unzähligen Ständen zum Essen kaufen und einigen Abzweigungen, die ich aber noch nicht erkundet habe.

Am Dienstag hat uns Matthias, der das letzte halbe Jahr hier in Denchemouso verbracht hat, das Internetcafé (von dem aus ich das hier schreibe) und einiges anderes in Tanaso gezeigt.

Gestern waren wir dann in Kumasi. Dort gibt es den zweitgrößten Markt in Westafrika, der aus vielen Blechhütten besteht. Doch bis ich das System wo was verkauft wird verstanden habe, wird es wohl noch einige Zeit dauern… ;-)

Und heute Morgen nach einigen Schwierigkeiten und Telefonaten fuhr ich mit dem Direktor der GGS erneut nach Kumasi um meinen Rucksack, den Kekey mittlerweile vom Flughafen abgeholt und mit dem Bus nach Kumasi geschickt hat, abzuholen. Nach 3-stündigem Hin-und-her-steigen von einem Taxi in ein anderes oder in ein Tro-Tro sind wir dann wieder zurück in Denchemouso. Es hat alles soweit geklappt und ich habe endlich meinen Rucksack wieder =)

Mit den Autos ist das hier auch so eine Sache… Hier fahren alle die Autos rum, die in Deutschland oder Europa keinen TÜV mehr bekommen haben oder würden. Doch sie fahren und das auf Straßen, die man schon fast nicht mehr als solche bezeichnen kann. Die meisten Straßen außerhalb der großen Städte gleichen mehr sehr staubigen Feldwegen mit unzähligen Schlaglöchern, die der Fahrer zwar zu umfahren versucht, was ihm jedoch bei dieser Menge nicht so recht gelingt.

Und dann gibt es noch so genannte Tro-Tros. Das sind Kleinbusse, in die so viele Sitze und Bänke eingebaut werden, wie nur geht. Und diese werden dann mit 15-20 Leuten befüllt und fahren von A nach B. Die Fahrt von Kumasi nach Denchemouso kostet 50 Pesewas, also umgerechnet ca. 25ct für eine dreiviertel Stunde Fahrt (meine Schätzung: ca. 8km).

Ich bin gespannt was wir noch alles erleben werden und vor allem wer meine Gastfamilie sein wird, bei der mein Zuhause für die nächsten 6 Monate sein wird. Wenn ich das nächste Mal im Internetcafé bin, berichte ich euch auf jeden Fall wieder die neusten Neuigkeiten. ;-)

Ganz liebe Grüße nach Deutschland

Eure Anja

Erste Mädchengruppe nach Ghana unterwegs


Erstmals startet eine rein weibliche Gruppe nach Ghana, um dort für ein halbes Jahr ein Praktikum an den verschiedenen Partnereinrichtungen des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreises zu gestalten. Gemeinsam mit Albert Osei-Wusu sind die fünf jungen Frauen heute morgen aufgebrochen und werden Accra (Ghana) heute Abend erreichen.

Sie unterstützen die Lehrerinnen in den vier Partnereinrichtungen und leben gemeinsam mit Ghanaern. Anja Schweizer wird direkt in einer ghanaischen Familie leben und an den Primary School in Tanoso, einem kleinen Ort nordwestlich von Kumasi, leben. Die anderen fünf Frauen werden auf den Einrichtungen des Schuulcambus von Denchemouso leben und arbeiten.

Albert Osei-Wusu mit Jennifer Danquah, Lisa Pfeffer, Lisa Hammer, Anja Schweizer und Carmen Lubetzki beim Vorbereitungsseminar in München (im Hintergrund: Sebastian Prothmann)

In ihren persönlichen Blogs berichten sie über ihre ganz persönlichen sechs Monate Ghana

… in ein paar Stunden geht’s los


so, jetzt ist’s also fast soweit – in 9 Stunden fliegt mein Flieger in München los.

Mit gemischten Gefühlen seh ich dem Start entgegen – zum einen freu ich mich mega auf die Zeit in Ghana – die Menschen, das Land, einfach alles – aber zum andern wird mir jetzt erst richtig bewusst wen und was ich hier eigentlich alles zurücklasse…

Ich werde euch alle ganz sicher vermissen – aber ich komme wieder  – und das bestimmt mit vielen neuen tollen Erinnerungen,… im Gepäck.

Seid alle ganz <3-lich gegrüßt

Eure Anja

07. 02. 2012


Dieser Blogg wird wohl einer der ganz kurzen Sorte. Aber ich sitze gerade im Internetcafe und die Chance muss man natürlich ausnutzen. Also am Freitag ging es mir irgendwie schon wieder nicht so gut, in der Schule gab es nichts zu tun also bin ich spät aufgestanden und dabei ist es den ganzen Tag eigentlich auch geblieben. Ich hatte leichte Halsschmerzen und ein bisschen Husten und das wurde den Abend über, den wir mal wieder in der einen oder anderen Bar verbracht haben auch nicht gerade besser. Am nächsten Morgen hatte ich ziemlich schlimme Halsschmerzen, das war aber weniger das Problem, als dass ich keine Stimme mehr hatte. Das hält auch noch bis heute an, was echt nervt. Heute ist es schon besser. Ich habe aber immer noch Halsschmerzen und Husten. Am Samstag habe ich deshalb dann abends nichts mehr gemacht. Wer hätt’s gedacht? Am Sonntag genauso wenig wie sonst auch gemacht. Am Montag, also gestern habe ich dann mal mein Zimmer aufgeräumt und ordentlich sauber gemacht. Das war auch echt nötig weil immer noch Teile von meinem Reisegepäck auf dem Boden lagen. Von dem Reisegepäck von vor etwa einem Monat. Nunja. Heute bin ich dann relativ früh aufgewacht aber Konrad wollte dann noch kurz Weißwäsche waschen, daraus wurde dann aber nichts und irgendwann bin ich dann eben ins Internetcafe gewandert. Jetzt sitze ich hier und sollte mir mal endlich Gedanken machen was ich so nach meinem Ghanaaufenthalt machen will. Studieren, arbeiten oder einfach doch auswandern weil das Reisen so schön war? Man weiß es nicht und aus dem Grund sollte ich jetzt mal hier Schluss machen und mich auf das Wesentliche konzentrieren. Als wäre ich da jemals gut drin gewesen… 😉

Grüße aus Ghana, Jakob.

letzte Nachricht aus Ghana


„Verabschiedet euch auch ganz bewusst von eurem alten Ich, wenn ihr geht. Ihr werdet als anderer Mensch zurückkommen.“

Ich weiß jetzt, was mit diesem Satz gemeint ist. Es ist jetzt 5 Monate her, da ich den ersten Bericht geschrieben habe. Und nun ist es an der Zeit meinen letzten Bericht aus Ghana zu schreiben.

Natürlich werde ich in gewisser Weise immer noch eure Eva sein, doch hat sich manch Ansicht, manches Verhalten und Denken, sowie mein Auftreten verändert (und zugegebenermaßen mein Gewicht auch :D). Meine Arbeit hier war oft sehr frustrierend und langweilig und hat mich doch enttäuscht. Ich selber habe schnell herausgefunden, dass ich nicht damit klar komme als eine Befehls gebende Person zu agieren, vor allem, weil meine Schüler doch etwas älter als erwartet waren und ich somit meist gleichaltrig war. Um doch etwas sinnvolles zu tun zu, hatten wir viel versucht zu starten, was alles den Bach runter ging. In Ghana funktioniert eben nicht jeder und alles so wie man will. Auch unser Bibliotheksprojekt hat nun ziemlich spät erst gestartet, dazu aber später noch. Das alles war sehr enttäuschend für mich und hat mich oft sehr heruntergezogen. Daneben hatte ich noch mit Themen wie mit dem Schlagen oder meiner Gastfamilie zu tun, die es mir auch nicht immer leicht gemacht haben.

Doch gerade diese Situationen haben mich hier geprägt und haben mich weiterentwickelt. Meine Standpunkte sind immer deutlicher geworden, meine Wünsche und Ziele hatte ich immer deutlicher vor Augen. Ich habe gelernt meine Meinung, wie sie auch sein mag, selber zu akzeptieren und auf meine Bedürfnisse zu achten, habe gelernt in mich zu hören und mich zu verstehen. Und das ist meiner Meinung nach das wichtigste an diesem Aufenthalt gewesen! Ja, ich komme als eine andere zurück und ich bin unendlich glücklich dieses knappe halbe Jahr in Ghana gewesen zu sein.

Es war auch eine unheimlich bereichernde Zeit, eine Zeit voller Spaß und  Entdeckungen, voller Freude, Erkenntnis und Erlebens. Ich habe viel gesehen, erlebt, gelacht, auch mal geweint, Freunde gefunden und Menschen kennengelernt. Ich würde diese Erfahrungen nie wieder hergeben wollen und empfehle das wirklich jedem jungen Menschen weiter. Egal wie schwer es manchmal war und wie sehr ich manchmal nach Hause wollte, das gehört eben dazu.

Ja, dann ist es für mich auch mal an der Zeit zu danken. (Vorsicht lange Liste… Ich danke gerne 😉 )

Ich danke zuerst einmal meinen Eltern, die diesen Aufenthalt erst für mich möglich gemacht haben. Danke Papa, dass du mit mir so viel recherchiert hast, mich bei der Suche so gut Unterstützt hast und dass du mich immer wieder neu angetrieben hast. Ich würde wohl ohne dich nicht hier sitzen. Und danke, dass du an meinem Geburtstag da warst. Im Nachhinein find ich es lustig, wie du mit den Rastas hier getanzt hast 😀 Danke Mama, dass du mich immer unterstützt hast, dass du mir Mut gemacht hast und dass du so viel Geld fürs telefonieren ausgegeben hast! Ich schätze das sehr, dass du immer für mich da bist!

Ich danke meinen Großeltern, die mich so lieb und so oft über alles informiert haben, mich auch unterstützt haben, mir ganz liebe Briefe, Postkarten und Emails geschickt haben. Danke euch für alles!

Dann danke ich meinen lieben Freunden, die sich so sehr um mich gekümmert und mich unterstützt haben und den Kontakt trotz dem Stress in der Schule, Studium oder Arbeit aufrecht gehalten haben. Danke für eure Unterstützung und für eure Infos aus Deutschland! Danke Lea, Paddy, Dani, Kellya, Lilo, Leo, Niki, Sari und all den anderen!!!

Ich danke meinen lieben Leuten hier, es decir Lea, Sabine, Philipp, Dennis, Konrad und Jakob. Ohne euch wäre ich wohl manchmal verzweifelt (obwohl…. mit euch auch manchmal…;) )! Ihr habt diesen Aufenthalt mit gestaltet und so unvergesslich gemacht. Ich denke nur an die ganzen Ausflüge, an die Ferien und an die Abende, die „Tagesreisen“ nach Adum/Kedetja, das zusammen rumhängen oder arbeiten. All das war doch eigentlich ein rießen Spaß. Ich sage nur: Wir sind unheimlich gewitzt!!

Danke natürlich an meine Gastfamilie Abena, meine Ma, Effe, meine Sister und Kwabena, mein Kumpel ;)! Danke für das Zimmer, das Essen, die Sorge, die Geduld mit mir und die Möglichkeit in einer ghanaischen Familie zu leben! Es war irgendwie eine sehr schöne Zeit.

Dann danke ich den Lehrern, die auch ihren Teil beigetragen haben, ob nun in Auseinandersetzungen, Vergleichen oder Gesprächen über Religionen und Gewohnheiten. Von den Lehrern habe ich eine Menge mitgenommen. Danke Felicia, Kossi, Vincent, Victoria, Pat, Eva, Stephen, Esther und und und…

Ich danke den Leuten an der GGS, mit denen ich auch ziemlich schöne Zeiten und Ausflüge hatte. Als allererstes mal Harriet mit Sewaa! Dann natürlich Martin, Sark, George und Millicent.

Und dann danke ich noch all den Menschen, die meinen Aufenthalt hier mitgestaltet haben. Meine ghanaischen Freunde Richard, Jaffaru, George, Richard (II), Erik meine Nachbarin Ama (Mepe wo!), die netten Friseusinnen von Gegenüber, meine Bananenfrau, meine Kiddies hier, meine lieben Schüler, die Verkäuferinnen an der Schule, die Menschen auf meinem Weg, die mich kennen, der coole Rastamann aus Cape Coast, mit dem ich sehr lange lustige Gespräche hatte, mein Sandwitchmann im Oasis, Bob und Francis von der Green Turtle Lodge, Frank, Harry, meinen Privatautofahrer, die ganzen coolen Verkäufer von dem kulturellen Shop, vor allem Piedro und meine „Mama“, die zwei vom Postoffice („I know you already. Your number is nine zelo zelo four“) und und und…

Und dann noch den ganzen Obrunis, die hier mitgestaltet haben. All die Volunteers, die ich hier kennengelernt habe, Mäxchen, Nico, Peter, Sarah, Barbara, Katie, Yorda, Severin, Jenny, Jenny, Martina, Paulina, Nicole und all die die ich flüchtig kennengelernt habe. Die Leute, die ich auf Reisen kennengelernt habe, Gary, mein lieblings Australier, Jaqueline aus Deutschland mit Sidney (die ich unbewusst dazu gebracht habe den ersten Brief ihres Lebens zu schreiben, mit 5 Jahren), Ali und Mirko vom Oasis, Roger und Carmen aus Holland, Sarah aus Wales, Jesse aus Kanada, die zwei netten Damen aus England, Amber aus Holland, Anette und Dennis ebenfalls aus Holland, Volker aus Deutschland mit seiner ghanaischen Frau Tigri und und und.

Ich danke natürlich auch all denen, die meinen Blog gelesen haben, mich seelisch unterstützt haben und immer für mich ein offenes Ohr hatten. DANKE!

Zum Schluss Danke ich natürlich noch dem Deutsch-Ghanaischem Freundschaftskreis, die mich genommen haben, mir die Chance gegeben haben, mit mir einige Problemchen hatten und doch mir ein unvergessliches Erlebnis möglich gemacht haben. Danke!

Ich verlasse Ghana am Mittwoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das weinende Auge sieht die schöne Zeit und die lieben Menschen, die ich jetzt verlasse. Der Abschied hier wird wohl doch ein wenig härter, da ich ja nicht sicher weiß, wann und ob ich mal wieder zurückkomme.

Das lachende Auge sieht aber all die lieben Menschen, die in Deutschland auf mich warten. Außerdem all die Sachen, auf die ich mich so sehr freue. Angefangen mit einem Käsebrot, über einen guten Kaffee am Morgen, eine dicke Zudecke bis zum Klavier……

In Deutschland wird es dann noch einen ausführlichen Bericht über das Eingewöhnen geben (was ich mir jetzt schon schwer vorstelle)  und natürlich einen Bericht über die Spenden, de bereits eingesetzt wurden!

Man sieht/hört/schreibt sich in Deutschland! Bis dahin, alles Liebe, Ich freu mich auf euch!

02. 02. 2012


Ich wollte mich mal wieder mit einem meiner Blogs melden. Also seit meinem letzten Blog vom Montag den 23. Ist nicht allzu viel passiert. Wie die Meisten die diesen Blog lesen wissen werden, haben wir ja eine Spendenaktion für eine Schulbibliothek gemacht. Dieser Blog soll also hauptsächlich unserer Aktion gewidmet werden. Erst einmal will ich all denen danken die für unser Projekt gespendet haben! Wir haben am Montag erfahren, dass wir sehr wahrscheinlich ein Bücherregal für 100 Cedi durch „Beziehungen“ bekommen. Auf dem Konto waren zu dem Zeitpunkt etwa 500€, also 1.000 Cedi. Alle anderen Schreiner wollten für ein Regal mindestens 200 Cedi die wir nach ein paar Büchern nicht mehr gehabt hätten. Also war es gut, dass eine Freundin von Loszu zufällig auf einer Party einen Schreiner aufgetrieben hat der etwas für unsere Aktion übrig hatte (ein Libanese) und der sich dann bereiterklärt hat ein Regal für uns zu machen. Eigentlich wollten wir 9 Regale haben, dann ist uns aber wieder eingefallen, dass es bei einer Bibliothek eher auf die Bücher als auf die Regale ankommt und so haben wir uns jetzt auf drei Regale insgesamt geeinigt, womit wir dann noch 500 Cedi für Bücher haben. Also sind wir, Eva, ihre Gastmutter, Konrad und ich,  am Mittwoch in die Stadt gefahren und haben etwa 10 Bücherläden abgeklappert und alle möglichen Bücher gekauft. Von Schulbüchern die den Lehrern als Unterrichtsmaterial dienen sollen,  Lernbücher die die Kinder sich ausleihen können wenn sie etwas noch genauer wissen wollen (davon eher weniger, da wir dachten das macht eher wenig Sinn und ist eher für die hochmotivierten die sowieso schon an einer Privatschule sind…) und natürlich Geschichten in jedem Leselevel, das beinhaltet auch ganz einfache Bücher, fast schon Bilderbücher, für die ganz Kleinen und für die die noch nicht so gut lesen können. Konrad ist dann noch in der Stadt geblieben um Stoff für einen Bettbezug zu kaufen. Ich wollte das zwar auch machen lassen, habe mich an dem Tag aber leider nicht so gut gefühlt. Deshalb sind wir dann zu dritt zurück nach Tanoso gefahren wo wir die Bücher noch nummeriert haben. Am nächsten Tag sind Konrad und ich dann auf den Zentralmarkt gefahren weil Konrad zu wenig Stoff bekommen hatte und ich wollte mir auch einen Bettbezug aus den ghanaischen Stoffen machen lassen und außerdem noch einen Kapuzen-„Pulli“ aus irgendeinem bunten traditionellen Stoff. Ich dachte erst das sieht sicher bescheuert aus aber ihr werdet es ja bald selbst sehen wenn ich ein Bild hochladen kann. Später am Tag sind wir dann direkt zum Schneider mit einem von Konrads Bettbezügen aus Deutschland und unseren Stoffen im Gepäck. Für mein Kapuzenteil brauchte der Knilch allerdings auch noch eine Vorlage, obwohl er es drei Tage zuvor schon einmal gemacht hatte. Ich musste also am nächsten Tag nochmal hin. Der Chef von der Schneiderei ist ein echter Profi. Er hat eine Mode- bzw. Designschule besucht, dann aber abgebrochen weil er meinte, es nicht mehr nötig zu haben. Das meinten scheinbar auch die Kunden den jetzt hat er bereits etwa 10 – 15 Angestellte die für ihn die kleinen Arbeiten erledigen und er kümmert sich nur noch um die wichtigeren Sachen wie Anzüge und Aufträge.

Also am Freitag war dann schon Evas letzter Tag in der Schule, da sie Mitte nächster Woche mit Dennis wieder nach Deutschland fliegt. Beiden hat es zwar sehr gefallen aber beide hatten Gründe weswegen sie wieder in Deutschland sein wollten, das ist aber jetzt nicht Teil dieses Blogs. Am Freitag saßen wir also das letzte Mal alle drei zusammen im Lehrerzimmer und haben uns wieder einmal mit den Lehrern unterhalten, Bananenbrot gegessen und getan auf was man eben sonst noch so kommt. Ich bin dann aber bald wieder abgehauen weil ich noch zum Schneider musste. Danach bin ich dann mal wieder im Internetcafe in der Uni gewesen. Dort habe ich dann versucht mich mal endlich für ein Studium zu entscheiden oder zumindest gründlich darüber zu informieren. Der Studientest hat mir prophezeit, dass ich mit meinen Interessen eigentlich gar kein Studium bräuchte was mich dann so entmutigt hat, dass ich das erst mal bleiben lassen habe. Was wir am Abend gemacht haben kann man sich wahrscheinlich schon denken: wir haben uns mit den Leuten aus Denkyemouso getroffen und allesamt den Abschied von Eva und Dennis in einer Bar begossen. Danach haben wir einem Trotro ganze 20 Cedi dafür gegeben, dass es und nach Bantama fährt. Wir waren 10 Leute, es hat sich also schon gelohnt. Da haben wir dann all die anderen getroffen mit denen wir sonst so ausgehen, also die Leute von Loszu. Das ging dann bis spät in die Nacht so weiter. Am Samstag haben wir eigentlich ziemlich wenig gemacht, außer am Abend, da bin ich dann nochmal mit den Leuten von Loszu weggegangen. Als ich dann um halb vier Uhr morgens nachhause gekommen bin, ist der Gastvater ganz aufgeregt aus dem Haus gestürmt gekommen und erst als er mich gesehen hat, hat er mir gesagt, er dachte er hätte einen Dieb beim Einbruch erwischt… uuups. Peinlich… Am Sonntag wollte ich eigentlich waschen, habe es dann aber doch irgendwie verdrängen können. Wer mich kennt weiß, dass ich darin wirklich ein Meister bin… Am Montag habe ich immer noch nicht gewaschen, ich musste ja in die Schule gehen und am Nachmittag war es dann viiiiel zu heiß. Am Dienstag habe ich mir dann vorgenommen, weil es so viel Wäsche war, mir den ganzen Tag zum Waschen frei zu nehmen. Dann habe ich versucht die Waschmaschine die wir zwar besitzen aber nie gebrauchen in Gang zu bekommen. Da wir kein fließend Wasser haben muss man wie ich gehört hatte, einfach Wasser da rein schütten wo normalerweise das Waschmittel reinkommt. Da das Wasser aber auch nicht abfließen kann (wohin auch?) muss man den Schlauch wo das dreckige Wasser rauskommt in einen Eimer hängen den man dann immer mal wieder in den Garten kippt. Das ist ein ganz schönes Heck meck. Aber es lohnt sich dergestalt, dass die Wäsche, die man mit der Hand zu säubern nicht imstande ist, endlich mal wieder sauber wird. Ich liebe verschlungene Sätze, auch wenn das nicht in den sonstigen Wortfluss passt. Dumm war dann nur, dass am Mittag, also kurz nach der ersten Maschine der Strom ausgegangen ist. Wir hatte mal wieder nicht genügend Stromcredits. Das hatte sich also nicht so wirklich gelohnt. Aber als dann die Gastmutter nachhause kam hat sie den Strom irgendwie wieder angemacht und ich konnte noch eine Maschine waschen. Die Weißwäsche habe ich nicht mehr hingekriegt aber nur weil die Leine schon voll war. Am Abend gab es dann Fufu und in der Nacht Bauchschmerzen für mich. Am nächsten Morgen hatte ich dann Durchfall, Husten und immer noch Bauchschmerzen. Also bin ich noch einen Tag zuhause geblieben. Heute bin ich wieder in die Schule gegangen, habe angefangen diesen Blog zu schreiben, habe die Bücher die schon vor unserer Zeit für die Bibliothek vorgesehen waren inspiziert, alte Schulbücher ohne großen Wert. Am Mittag habe ich festgestellt, dass ich mich definitiv an dem Bananenbrot zum Frühstück überfressen habe und bis gegen halb zwei wieder nachhause gegangen. Jetzt habe ich schon wieder so einen langen Blog geschrieben, obwohl der doch jetzt mal kürzer werden sollte. Mist.

Na dann, Bis zum nächsten Mal, euer Jakob.