Archiv der Kategorie: 2012/13

Endlich angekommen in meiner Gastfamilie ;-)


Hallo ihr Lieben =)

Mittlerweile bin ich gut angekommen in meiner Gastfamilie. Letzten Dienstag (also doch ’ghanaian time’ ;-) – so wird aus dem Montag der Dienstag…) Abend war es endlich so weit. Es gab wohl mit den letzten Volunteers, die in dieser Familie gelebt haben einige Probleme und deshalb waren sich die Eltern unschlüssig, ob sie noch mal jemand Deutsches aufnehmen sollen. So fuhr ich am Montagabend mit dem Schulleiter der GGS, der (theoretisch) für uns verantwortlich ist, und Jeff, einem anderen Mitglied des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis (DTGHF), über den ich hier in Ghana bin, zu der Familie, damit sie entscheiden konnten, ob sie mich aufnehmen wollen oder nicht. Sie entschieden sich dazu mich am nächsten Tag zu empfangen =) *puh*. Auf der Heimfahrt wurde mir dann nahegelegt, mich anständig zu benehmen, weil sie sich dort sonst nicht mehr blicken lassen könnten und nie wieder Deutsche aufgenommen werden würden.
Wieder in Denchemouso angekommen bereute ich es dann, dass ich morgens voller Optimismus montags in die Family zu kommen, alle meine Sachen eingepackt hatte. So musste ich jetzt ohne Licht, da (wie bis jetzt jeden Abend) ’lights out’ also Stromausfall herrschte, die nötigsten Sachen wieder auspacken, damit ich noch eine letzte Nacht bei den anderen am Campus schlafen konnte.
Doch am Dienstagabend war’s dann endlich soweit und ich wurde mit meinen ganzen Habseligkeiten von einem Taxi zu meiner Gastfamilie gefahren. Leider war wieder Stromausfall, so konnte ich nicht mehr auspacken. Wir saßen dann noch einige Zeit zusammen im Wohnzimmer und unterhielten uns. Die Familie ist echt mega nett. Sie haben 5 „Kinder“, wobei die jüngste 19 ist und zwei schon nicht mehr zuhause wohnen, da sie studieren. So darf ich im Zimmer des Sohnes wohnen, der auswärts studiert. Mein Zimmer besteht aus einem riesigen Bett, einem Schrank und einem nicht-funktionierenden Ventilator. Der erste Schock folgte dann noch sofort am ersten Abend. Als ich nach dem ’bathroom’ fragte wurde mir erklärt, es gäbe kein fließendes Wasser. Für mich verwöhnte Deutsche echt ne krasse Umstellung. Wann immer man Wasser braucht, ob für die Klospülung (offener Spülkasten, in den man einen Eimer Wasser schütten und dann an einem Haken ziehen muss), um sich zu waschen, zum Zähneputzen oder zum Kochen, muss man es aus dem Brunnen im Garten holen. Doch mittlerweile hab ich mich ganz gut damit arrangiert und spucke nun halt auch meinen Zahnputzschaum in den Garten, „dusche“ mit einem Eimer voll Wasser und entsorge das benutzte Klopapier in einem Mülleimer anstatt im Klo.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist dagegen, dass man hier zum einen zu sehr interessanten Zeiten isst und zum anderen, dass jeder mit seinem Teller irgendwohin sitzt und dann dort isst. Die Ghanaer gehen normalerweise ohne Frühstück aus dem Haus, doch da ich immer zu früh fertig zum Gehen bin, bekomme ich meist Brot und Kaba (Milo heißt der hier – Pulver, das in heißes Wasser gekippt wird). Um 15 Uhr gibt’s dann Mittagessen – meistens Yam (schmeckt wie Kartoffeln) mit irgendwelchem Gemüse. Und um 17 Uhr gibt’s dann schon wieder Abendessen – ebenfalls warm. Bis jetzt entweder Reis mit irgendeiner Soße oder Fufu (von der Konsistenz her wie Kartoffelbrei – aus Kochbananen und etwas ähnlichem wie Yam). Da ich hier Gast bin wird mir immer eine extragroße Portion rausgeschöpft und behauptet, das sei gar nicht viel… ;-) Obwohl mir ans Herz gelegt wurde, beim Abspülen, Kochen,… zu helfen, wird sobald ich frage, ob ich was helfen kann, abgelehnt. Ich hoffe das ändert sich noch. Doch mein Gastvater erklärte mir, im Haus sei es oft ’boring’ (langweilig) und so brauche ich mich nicht zu wundern, wenn sie mich nichts helfen lassen, da das ihre einzige Beschäftigung ist…
Am Dienstag war Schulbeginn. Das heißt in Ghana aber nicht, dass mit dem Unterrichten angefangen wird, sondern, dass erstmal 4 Tage lang (von 7.30 – 14 Uhr) das komplette Schulgelände geputzt wird. Soll heißen die Lehrer geben den Schülern Anweisungen, was sie zu tun haben (Bänke oder Boden putzen, Rasenmähen mit Messern, Garten umgraben,…) und chillen dann im Lehrerzimmer. Das Lehrerzimmer besteht aus 4 Holztischen und unzähligen Plastikgartenstühlen. Am Mittwoch und Donnerstag haben wir stundenlang im Lehrerzimmer über einen Laptop eine mexikanische Telenovela (auf spanisch mit englischem Untertitel) angeschaut und ansonsten sitzt jeder irgendwo und starrt Löcher in die Wand.
Am Samstag hat mich meine Gastfamilie zu einer Hochzeit in ihrer Kirche (Church of Pentecost) mitgenommen. Leider war das Meiste auf Twi, aber interessant war’s trotzdem =) Vom Aufbau her verläuft eine Hochzeit hier eigentlich ähnlich wie in Deutschland. Nur ist alles viel lauter und lebendiger – soll heißen, es wird lautstark gesungen, gebetet (jeder betet laut(!) vor sich hin) und durch die Gegend getanzt. Laut Liedblatt fing die Hochzeit um 9 Uhr an, wir waren um kurz nach 10 dort und da war noch nicht wirklich viel los. Mir wurde ein Platz in der zweiten Reihe zugewiesen und blöderweise waren überall Leute mit Fotos und Kameras, die meinten, der ’Obruni’ (also ich) müsste unbedingt überall drauf sein. So wusste ich leider nicht wirklich, wie ich mich verhalten sollte, da ich ja nicht verstand, was sie redeten… Um 12 Uhr gingen wir dann wieder heim, weil mein Gastvater Hunger hatte, obwohl die Hochzeit noch in vollem Gange war – Ghana halt ;-)
Am Sonntagmorgen sind wir dann zum Gottesdienst wieder in die Kirche gegangen. Eigentlich sollte ich zur ’English Assembly’ gehen, doch diese fand nicht statt, da ’Children’s Day’ war. Das heißt, dass die ’Sunday Schools’ (entspricht unserer Kinderkirche) den Gottesdienst für die Gemeinde mitgestalten, indem sie singen, tanzen, ein Anspiel machen,… Leider war wieder alles auf Twi, aber zum Zuschauen war’s trotzdem echt interessant.
Irgendwann wurde ich nach vorne gebeten, um mich vorzustellen. Völlig überrumpelt sagte ich ein paar Sätze auf Englisch, die meine Gastmutter dann auf Twi übersetzte. So bin ich jetzt auf jeden Fall der ganzen Gemeinde bekannt ;-)
Ich bin echt froh, dass ich schon 2 Wochen, nachdem ich hier angekommen bin, eine Gemeinde „gefunden“ habe und hoffe, dass die ’English Assembly’ auch so lebendig und ghanaisch ist, ich mich dort schnell eingewöhne und ein Teil der Gemeinde werde =)

Atschire (sprich: Atschäää) – bis bald =)
Eure Anja

IMMER DIESE “ARBEIT”… ;)


Hallo ihr alle,

 

schon wieder eine Woche vergangen, geht ja alles ganz fix. Wobei ich mir diese Woche eigentlich öfter gewünscht habe, sie würde noch schneller vergehen… Als Erklärung hierfür nur so viel: Kindergarten hat begonnen! :D Eigentlich war ich ja schon mega gespannt auf den Start, hab ich ja in meinem letzten Blogeintrag auch geschrieben… Endlich was sinnvolles zu tun, nicht mehr nur den ganzen Tag rumhängen, nichts tun und warten, das die Zeit verstreicht… Dachte ich zumindest!:D Aber weit gefehlt! Mein offizieller erster Arbeitstag am Dienstag begann um halb 11 (ausgemacht war, dass ich um 7.00 Uhr abgeholt werden würde, aber das nur am Rande) und endete um 12 Uhr damit, dass ich den Kindern Essen ausgeben durfte. Kann ja nur besser werden, das war zumindest mein Gedanke als ich mich am Mittwoch um 8.00 Uhr in den Kindergarten aufgemacht habe. Aber ich wurde auch diesmal enttäuscht, von nützlicher und beschäftigender Arbeit weit und breit keine Spur, zumindest für mich nicht. Demnach habe ich den gesamten Vormittag (Gott sei Dank macht der Kindergarten Mittwochs wohl um halb 1 statt um 2 Uhr zu) auf einem Stuhl am Eingang zusammen mit den anderen Erzieherinnen sitzend verbracht. Allerdings habe ich wirklich süße Kinder kennen gelernt und auch gleich an paar nette Bilder geschossen. :) Die Kinder sind hier wirklich allesamt zuckersüß und auch unglaublich höflich, viel höflicher als in den deutschen Kindergärten! So wird jede Erzieherin persönlich mit einem „Good morning, Madamé“ und einem Knicks (von den Mädchen) begrüßt, die Jungen salutieren dazu. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob dieser Gehorsam nur der autoritären Ausstrahlung der Erzieherinnen zu verdanken ist oder anderen Maßnahmen, auch wenn ich bis jetzt (zum Glück!) noch keine beobachten konnte. Zu mir sagen die Kinder „Madamé Lisa“ und ich muss ja zugeben, dass ich das wirklich süß finde… ;) Und da sie mich mindestens genau so interessant finden wie ich sie, war der Morgen auch nur noch halb so langweilig, als sie auf mir und um mich rum gekrabbelt sind. Davon überzeugt, dass Donnerstag nach den vergangenen zwei Tagen ja interessanter werden muss, war ich auch an diesem Tag pünktlich um 8.00 Uhr da, ebenso wie die Kinder. Von den Erzieherinnen aber noch weit und breit keine Spur, also warten vor verschlossenen Türen. Aber nur 5 Minuten, dann kamen die Lehrerinnen (an denen ich mich in meinem Auftreten den Kindern gegenüber orientieren soll, aber das wieder nur am Rande ;) ) und mein Hinterteil fand dann schlussendlich doch wieder den wohlbekannten Platz auf dem Stuhl am Eingang (leider ging der Kindergarten diesmal bis um 2 Uhr….). Allerdings hatten sie diesmal Bastelzeug mitgebracht, also konnte ich zumindest ein kleines bisschen Ausschneiden und Kleben. Man mag es zwar kaum glauben, aber eigentlich hätte ich nicht mal das machen sollen, erst nach mehrmaligem Nachfragen wurden mir dann die leichten Sachen aufgetragen (meine Mami ist zwar keine ghanaische Big Mummy, die ihren Kindern das Überleben im Busch lehrt, aber Schneiden und Kleben hat sie mir auch beigebracht :D Ich komme zu dieser Schlussfolgerung, da sie mir ziemlich kritisch zugeschaut haben und dann aber doch zufrieden zu sein schienen). Es besteht jedoch Hoffnung, das kommende Woche mehr zu tun ist, denn dann beginnt auch der Unterricht. Das Problem diese Woche war schlicht und ergreifend, dass es die erste Woche nach den Ferien ist. Und die zählt für viele Ghanaer eben auch noch zu den Ferien, also kommen die meisten Kinder erst die Woche danach. Und da beginnt dann eben auch erst der Unterricht, davor lohnt es sich nicht. Tags darauf habe ich dann auch noch gleich zwei weitere wichtige Regeln gelernt, um sich das Leben hier entspannter und angenehmer zu machen: 1. Freitage gehören zum Wochenende, 2. regnet es am Morgen, kommt man wenn überhaupt erst, nachdem der Regen aufgehört hat. Ganz einfach. Damit lässt sich dann auch die überwältigende Zahl von genau 10 Kindern erklären, die ich am Freitag dann damit bespaßt habe, dass ich mit den Erzieherinnen die Spiele, die am Vortag gebastelt worden waren, gespielt habe (Domino und Memorie). Auf die Woche zurück blickend lässt sich wohl das Fazit ziehen, dass ich nicht wirklich viel zu der Woche davor (rumsitzen, nichts tun, warten, dass die Zeit vergeht) geändert hat. Mir wurde allerdings versichert, dass kommende Woche „a lot of work, a lot of work“ (O-Ton Erzieherin) auf mich zukommt. Bin also gespannt und hoffe, dass ich euch dann endlich sagen kann , wie meine eigentliche Arbeit hier so aussieht! :D

Liebste Grüße ins herbstliche Deutschland (so wurde mir berichtet?!) :)

Lisa

Nanam und die Fokn Bois


Hallo Welt

Die letzte Woche war aufregend und wir haben viel Neues erlebt. Es war alles dabei: Das erste Fufu in Ghana, das erste Konzert, die erste Beerdigung, der erste Schultag und vieles mehr…

Nun, das erste Fufu im Cultural Center in Kumasi war nicht jeder Mannssache, denn es war einfach zu scharf. Nach dem Essen haben wir, die Mädchengang, uns erstmal ein bisschen in diesem Center umgesehen. Die ersten Verehrer blieben nicht lange aus und alle 5 Meter wurde jemand von uns nach seiner Nummer gefragt (zum Glück können wir unsere Nummern nicht auswendig und können somit das ganze um ein paar Minuten hinauszögern). Der erste Handelversuch von Lias Hammer wurde auch erfolgreich abgeschlossen und es ging weiter zu unserem eigentlichen Ziel, dem großen Konzert, von dem Carmen uns schon die ganze Woche erzählt hat. Da wir Deutsche sind und somit auch automatisch pünktlich um 18 Uhr dort auftauchten, wurden wir wieder zum Warten gezwungen. Diesmal mussten wir uns drei Stunden gedulden, bis das „Big in Ghana“-Konzert endlich mit einem „Dancebattle“ begann.  Danach kamen die besten  4 Künstler Kumasis nach der Reihe auf die Bühne und präsentierten uns ihre neuen Hits. Die Gestalten auf der Bühne waren uns etwas suspekt und anfangs war uns auch nicht wirklich klar, was an diesem „Gesang“ der Gesang sein sollte; auch das Bühnenoutfit war hin und wieder etwas fragwürdig. Eigentlich waren wir auch gar nicht wegen den neuen „Superstars“ da, sondern wegen den Fokn Bois, die nach einer Stunde Stromausfall und von unserem persönlichen Drängen im Backsagebereich endlich auf die Bühne kamen und uns ihre recht amüsante Show da boten. So gegen 1 haben wir dann das Gelände verlassen und uns auf den Heimweg gemacht. Ja, das sollte jedoch nicht das Ende des Abends sein. Leider wusste der Taxifahrer nicht, wo unser Ort liegt und hat sich gleichmal verfahren (wir total aufgeschmissen und fertig). Angekommen sind wir dann trotzdem irgendwie…
Meine erste Beerdigung war was ganz Neues. Alle sitzen im Kreis auf rot-schwarzen Stühlen im (Hintergrund läuft ghanaische Tanzmusik) und geben keinen Ton von sich. In der Mitte sitzt der Chief (Nanam) und starrt auf das Bild des Verstorbenen. Einen persönlichen Schirmhalter besitzt der Chief auch, dem der Arm schon abfällt, weil der Schirm aus Holz und ziemlich schwer ist. Nach einer Weile durfte er dann aber auch eine Pause machen und etwas essen. Ja, das mit dem Essen war so eine Sache. Mir wurde etwas angeboten und da ich nicht so bin und gerne Neues ausprobiere, habe ich natürlich das Angebot angenommen (mein Bauch hat auch schon geknurrt). Ich nehme also die Styroporbox entgegen und mache sie auf. Meine Augen weiten sich und ich stehe unter Schock. In der Box liegt tatsächlich ein Fischkopf. Schnell klappe ich sie zu… Gelächter von allen Seiten. Haha
An demselben Tag bin ich das erste Mal alleine mit dem Tro-Tro („Klein-Linienbus“) nach Hause. Es war aufregend und man wollte mich mal wieder besch*****, aber jeder der mich kennt weiß, dass man eine Danquah mit Kern-Wurzeln nicht abzocken kann (ein anderer Ghanaer hat sich auch noch für mich eingesetzt. Ein Dankeschön an ihn an dieser Stelle). Das hat dann der „Geldeinsammler“ auch schnell begriffen.
Heute sollte die Schule eigentlich schon um 7.30 Uhr anfangen, aber, da wir ja in Ghana sind, kann man das nicht so ernst nehmen. Mit 1,5 Stunden Verspätung wurden wir also zur Schule neben an gebracht. Wir waren da, aber die Headmistress der Schule leider nicht. Um 10.30 Uhr traten wir unseren zweiten Marsch in Richtung „Headmistress‘ Office“ an. Das Büro der sehr netten Dame ist klein und schmuddelig. Wir werden nach unseren Namen und anderen Daten gefragt. Anschließend wurden meine ghanaischen Wurzeln, die Tatsache, dass ich kein Twi sprechen kann und warum und, was so in etwa meine Aufgaben sein werden, geklärt. Zum Einen soll ich die 6. Klasse in Mathe und Englisch unterrichten und zum Anderen die Lehrer in Deutsch. Wie ich das Letztere anstellen werde ist mir noch nicht so klar, aber ich werde es auf jeden Fall meistern! Mit Lisa Pfeffer zusammen soll ich den Kindergarten gestalten, d.h., dass wir die Wände noch weiter bemalen sollen. Alles schön und gut, nur leider können wir nicht malen… Auch dies werden wir meistern müssen. Nachdem uns der Kindergarten ausführlich gezeigt wurde, gab es Mittagessen für alle. Danach wurden wir zum „relaxen“ nach Hause geschickt.
Was ich in der Grundschule dann genau machen werde und, wie der Unterricht aussehen wird, erfahre ich dann morgen oder nächste Woche… wenn dann mal alle Schüler so gemächlich eingetrudelt sind.
Sonstige news im Hause Hammer-Danquah: Wir haben immer noch kein Gas, die Klospülung ist noch kaputt (wie ich erfahren habe schon seit mind. 1 Jahr), der Kühlschrank riecht streng und wir besitzen mittlerweile schon 2 Stühle in unserem Zimmer ! ;) Ansonsten haben wir’s uns jetzt schon richtig gemütlich gemacht und an den täglichen Stromausfall (der uns trotzdem ab und an zur Weißglut treibt) haben wir uns auch gewöhnt.

So, das war’s dann auch schon wieder von mir aus Ghana.

Pour Adrien:  Les Tapas d’Alicante me manquent!!! -.-

Eure Jennifer

FUNK AUS DEM BUSCH, DIE ZWEITE :)


Hallo zusammen,

 

bin immer noch ganz erschlagen von den Erlebnissen vergangene Woche. Es ist echt Wahnsinn, ich bin gerade mal eine Woche in Ghana und könnte schon ganze Bücher über die Erlebnisse hier füllen. Die neuen Eindrücke prasseln hier nur so auf einen ein, aber das hab ich glaub auch schon mal erwähnt… Um anzufangen, am Dienstag haben wir uns zusammen mit dem letzten Freiwilligen, der hier gewohnt hat und Matthias heißt, aufgemacht, um uns Kumasi und seinen berühmten Markt anzuschauen (berühmt daher, dass es wohl der größte in ganz Ghana bzw. ich glaube sogar in ganz Westafrika sein soll). Die erste Hürde, die wir an diesem Tag nehmen mussten, war die Frage nach dem Transport. Die günstigste Variante, in Ghana von A nach B zu kommen, ist wohl das Tro-Tro (zu deutsch: Linienbus). Für umgerechnet 25 Cent pro Person ist man dabei. Allerdings fahren die Tro-Tros nach Kumasi nur von Kwadaso aus (Nachbarort von Denchemouso), also musstsen wir erst einmal dorthin kommen. Man könnte jetzt natürlich ein Taxi nehmen, was allerdings umgerechnet 2,50 Euro für alle zusammen kosten würde. Da man sich allerdings schon den ghanaischen Preisen angepasst hat, erscheint das natürlich recht teuer. Billigere Alternative hierzu wäre ein „Sharing-Taxi“, wie der Name schon sagt ein Taxi, das man mit anderen Personen teilt. Auch hierfür wieder 25 Cent pro Person. Allerdings gestaltet es sich, ein „Sharing-Taxi“ für 7 Leute zu finden, recht schwer, da die meisten Taxifahrer maximal 6 Leute mitnehmen. Schlussendlich sahen wir uns also gezwungen, zur teuren Variante zu greifen und uns für 5 Cedi zur Tro-Tro Station kutschieren zu lassen. Da es hier anscheinend auch so etwas wie Mittagspausenverkehr gibt und wir natürlich gerade diese Zeit erwischt hatten, herrschte an der „Haltestelle“ (=Verkehrsinsel) dementsprechend Andrang. Da die Leute hinter uns in der Schlange, (die unsere Versuche, ein Tro-Tro mit 7 freien Plätzen zu ergattern, anscheinend recht amüsant fanden) sich freundlicherweise geradezu vor ein vorbeifahrendes Tro-Tro warfen, um ja nicht warten zu müssen, verbrachten wir insgesamt wohl eine gute halbe Stunde in brütender Hitze, bis dann doch noch ein Gefährt mit 5 deutschen (=7 ghanaischen) freien Plätzen auftauchte.

Die Fahrt in einem Tro-Tro ist ebenso wie die Fahrt in einem Taxi eine ziemlich spannende Sache. Zumindest für Menschen, die eine deutsche Fahrschule besucht haben. Ich habe wirkliche versucht, die Logik des Hupens zu verstehen, bisher bin ich allerdings noch nicht dahinter gestiegen. Auch die Straßenregeln erschließen sich mir noch nicht ganz, allerdings habe ich beschlossen, dass ich hier wohl besser nicht selbst Auto fahre (wahrscheinlich käme ich nicht einmal bis auf die Hauptstraße, weil ich davor in irgendeinem Schlagloch hängengeblieben wäre).

In Kumasi angekommen (ausgestiegen wird, wo der nächste Stau ist. Dünne Menschen sind hier klar im Vorteil, sie können sich leichter durch die Autos auf der Straße zwängen.) haben wir dann also den Markt besucht… wobei, wir haben es wohl eher versucht, denn der Markt ist zu groß, um ihn jemals an einem Tag, geschweige denn in 2 Stunden durchqueren zu können. Auch hier ergibt sich eine Logik, allerdings habe ich auch die noch nicht ganz durchschaut. Ich weiß zumindest, dass der Markt in Bereiche aufgeteilt ist, also z.B. nach Fleisch, Gemüse und Kleidung geordnet ist. Welchen Eingang man allerdings nehmen muss, um gewünschten Bereich zu finden, weiß ich (noch?) nicht.

Der Markt an sich ist, wie schon gesagt, riesig. Ich tippe mal auf über 500 Stände, die sich dicht an dicht links und rechts von den engen Gassen reihen und an denen sich tausende Menschen vorbei quetschen. Wer Berührungsängste oder Platzangst hat, sollte den Markt vielleicht nicht besuchen… Man kann sich sicher vorstellen, dass man als weißer Mensch natürlich besonders gern berührt oder angequatscht wird (eine etwas ältere Marktfrau wollte wohl schon immer mal einer Weißen einen Klaps auf den Hintergen geben). Auch die Tatsache, dass man trotz seiner Hautfarbe nicht alles kaufen möchte, was man mit den Augen gestreift hat, erklärt sich hier nicht ganz von selbst. Unser Guide Matthias hat da allerdings seine ganz eigene Strategie entwickelt: Einfach vorpreschen und nicht zurück schauen. ;)

Da es an diesem Tag allerdings mal wieder unglaublich heiß und schwül war und die Menschenmassen das natürlich nicht unbedingt besser machen, haben wir den Markt schon nach kurzer Zeit wieder verlassen. Ich werde mich kommendes Wochenende allerdings erneut ins Getümmel wagen, um vielleicht auch schon das ein oder andere Mitbringsel zu erstehen. :) Soviel also erst einmal zu meinem Marktbesuch.

Ein weiteres, sehr interessantes Erlebnis hatten wir Freitag Abend: Da Carmen die in Ghana wohl bekannte 2-Rastamen-Group „Fokn Bois“ ziemlich cool findet, haben wir uns zu einem Auftritt der Rastamänner in Kumasi aufgemacht. Die beiden sollten bei dem ghanaischen Pendant zu „Das Supertalent“, hier bekannt unter „Big in Ghana“ auftreten, das laut Internet um 18.00 Uhr beginnen sollte. Im Nachhinein betrachtet sind wir eigentlich selbst Schuld, denn 6 p.m. Ghanaian Time heißt noch lang nicht 18.00 Uhr deutsche Zeit… die einzigen, die sich also pünktlichst um 18.00 Uhr auf dem Gelände des „Culture Centre“ Kumasis eingefunden hatten, waren die Leute von der Technik, der Organisation… und wir. Da ich nicht unbedingt zu den geduldigsten Menschen zähle, kann man sich glaube ich ganz gut vorstellen, wie elanvoll und enthusiastisch ich war, als die Show um 20.30 Uhr dann schließlich doch noch begann. Man darf sich das ganze schon ungefähr wie „Das Supertalent“ in den Kategorien Tanzen und Rappen vorstellen. Die Jury bildete allerdings das Publikum und der Moderator hielt sich selbst wohl für the next ghanaian 50 Cent. Auch wenn ich kein Wort verstanden habe (moderiert wurde in Landessprache Twi) muss ich zugeben, dass ich wirklich beeindruckt war, wie genial hier schon die Kleinsten tanzen können! Nach dem Tanz- und dem Rapbattle hofften wir dann endlich auf die „Fokn Bois“, denn nach mittlerweile fast 5 Stunden stehen und warten taten dann doch die Füße weh. Da das Beste allerdings bekanntermaßen ja immer zum Schluss kommt (hätten wir eigentlich auch wissen müssen), kamen wir dann erst noch in den Genuss eines „supporting acts“, der wohl internationale Melodien mit ghanaischem Gesang verbindet (hab mich zumindest dabei erwischt, wie ich „Numb“ von Linkin Park mitgesummt habe). Die Vorband (es war mittlerweile viertel vor 12, bedeutete also mittlerweile 6-stündiges Warten) wurde dank eines Stromausfalls allerdings unterbrochen und von der Bühne getrieben (an sich waren sie gar nicht so übel, aber Texte die ich nicht versteh, liegen mir irgendwie nicht). Nach einer dreiviertel Stunde ohne Strom, in der wir die „Fokn Bois“ sogar Backstage! treffen durften (genau so hab ich mir „Rastas“ immer vorgestellt!) funktionierte der Strom wieder und unser Warten wurde endlich belohnt! Ich muss zugeben, die Show der beiden war wirklich witzig und auch die Liedtexte (auf englisch!) wirklich sehr originell! :D(http://www.youtube.com/watch?v=CImlrbj-ZWI) Die letzte Prüfung des Tages bestand dann schlussendlich noch darin, unseren Taxifahrer erfolgreich durch die Schlaglöcher nach Denchemouso zurück zu lotsen…Meine durchgelegene Matratze kam mir noch nie paradiesischer vor.

 

So, jetzt wisst ihr also, was sich in meiner ersten Woche in Ghana so alles zugetragen, zumindest einen Teil davon. :) Am Dienstag beginnt dann auch der Ernst des Lebens für mich, der Kindergarten geht los… Ich bin schon mega gespannt, freu mich aber auch riesig, endlich das machen zu können, für was ich eigentlich hier im „Busch“ hocke. ;) Ich hoffe, euch geht’s gut in Deutschland, ich hab gehört, das Wetter soll ja nicht so atemberaubend sein…. :P

 

Liebste Grüße und bis bald,

Lisa :)

Ankunft am Flughafen – die erste Nacht – das erste Fettnäpfchen


Am International Kotoka Airport angekommen sind wir Sonntag Nacht. Es ist dunkel und der Jahreszeit entsprechend schwül. Unten an der Flugzeugtreppe steht ein Ghanaer, der sich versichern will, dass ich nicht den Weiterflug nach Abidjan (Elfenbeinküste) plane, sondern wirklich nach Ghana will.

Ich begrüße ihn mit Akwaaba, das einzige, was mir momentan einfällt. Er freut sich und fragt mich „ete sen?“, also „wie geht’s dir?“ Weil ich wohl recht sparsam schaue, hilft er mir mit „äye!!“

Unsere Maschine hatte bereits in Istanbul eine Stunde Verspätung, die Sicherheitskontrolle geht schleppend voran und schließlich fehlt bei der Gepäckausgabe ein Rucksack und ein Beamer, der für die Schule in Denchemousso gedacht war. Wir sind also bereits zweieinhalb Stunden im Verzug. Von Orientierungslosigkeit keine Spur stehen wir vor dem „Lost and Found“ Schalter und versuchen dem Beamten unser Problem zu schildern. Nachdem wir K.K., Alberts Sohn, der uns vom Flughafen abholen soll, mittels eines fremden Telefons erreicht haben, hilft er dabei, herauszufinden, das das Gepäckstück wohl in Istanbul stecken geblieben ist und am nächsten Tag in Accra ankommen soll.

Ziemlich übermüdet werden wir fünf Mädels samt unserer zehn Gepäckstücke auf zwei Autos aufgeteilt. Eins davon ist K.Ks das andere ein Taxi. Ich sitze also endlich wieder in einem ghanaischen Taxi. Was ich nun am liebsten wollte ist eine Zigarette rauchen – die erste seit ich von Karin – auf diesem Weg nochmal vielen Dank – zum Münchner Flughafen gebracht wurde. Aber erstens ists in Ghana nicht gern gesehen, wenn jemand in der Öffentlichkeit raucht, zweitens in Taxis wohl eh verboten, wie ich im nachhinein gelesen habe und drittens weist mich mein Taxifahrer darauf hin, dass er ein „petrol-leck“ hat. Also besser nicht rauchen.

So fahren wir dank einer Mischung aus bescheidenen Straßen und einem klapprigen alten Peugeot ziemlich holprig aber doch rasant in ein nahe gelegenes Hotel.

„We have two rooms left and its very late so i hope you can manage.“ Mit diesem Kommentarmacht uns K.K. Klar, dass wir mit zwei Doppelzimmern zurechtkommen sollen – diese eine Nacht. Morgen früh geht’s um 7 Uhr los. „We will have a breakfast for about thirty minutes“. Und K.K. weißt uns darauf hin, dass es 7 Uhr german time sein soll. Was bedeutet, dass es pünktlich losgeht, nicht wie in Ghana – oder sicher anderen außerdeutschen Ländern üblich – ungefähr um 7 Uhr.

Morgends holt er uns mit dem selbem Taxifahrer ab und fährt mit uns zu seinem Haus. Dort hat er auf seiner Veranda den Tisch mit Tassen für uns gedeckt, es gibt gekochtes Wasser mit wahlweise löslichem Nescafe oder Lipton yellow tea – Schwarztee und Sugarbread- von der Konsistenz wohl ähnlich wie Milchbrötchen und etwas süßlich im Geschmack.

Anschließend fahren wir zur O.A. Station – einem der Busunternehmen, die die luxeriösere Variante zu Reisen darstellen. Es sind richtige Omnibusse, so wie wir sie in Deutschland kennen, mit viel Beinfreiheit und einer Klimaanlage, die mir auf der fünfstündigen Fahrt nach Kumasi dann doch Probleme beschert.

Die Fahrt ins 270 km entfernte Kumasi kostet 20 GhCedi – umgerechnet keine 10 Euro, da der Wechselkurs gerade bei 2,4 liegt. Das Gepäck kostet extra und bereits hier trete ich in mein erstes Fettnäpfchen:

K.K. gibt dem Fahrer fürs Gepäck 40 GhCedi, der streckt ihm 5 entgegen, die K.K. aber nicht nehmen will. Ich in meinem jugendlichen Leichtsinn denke, K.k. wills nicht, weils der Fahrer behalten soll, aber nein. Carmen Carmen, wir sind in Ghana, hier geht’s ums Feilschen um alles was bezahlt werden will, um jede Dienstleistung wird gefeilscht und natürlich wollte K.K. mehr Geld. Was mache ich, ich nehme dem Fahrer die 5 Cedi ab….nungut, wir alle lachen – K.K. sagt mir „you safed the driver!“ alle lachen und los geht die Fahrt.

Erstes Lebenszeichen …


soooooo der erste bericht aus ghana!!!

waren heute in kumasi und haben uns sofort auf dem weg zm vodafon shop gemacht um uns den lxus eines internet sticks z können aber erstmal von vorne…

am sonntag standen wir alle voll bepackt am münchner flughafen und haben mit teilweise gemishcten gefühlen die reise angetreten. der flug nach istanbul verlief ohne probleme und auch das umsteigen war soweit gut. leider mssten wir eine stunde im flieger warten bis wir dann endlich losflogen.

in accra angekommen blieb der erwartete kulturschock erstmal aus. klar es war warm und wir fielen als weise doch schon auf aber sonst war alles wie sonst wo auch. an der immigration lernten wir dann erstmal die ghanaische geduld kennen.
das arbeitstempo ist gemilde gesagt gemächlich aber nach einer stunde hatten wir es auch geschafft.

bei der kofferausgabe kam es auch zu schwierigkeiten und nach langem hin und her stellte sich dann heraus das anjas rucksack sowie torstens beamer in istanbul hängen geblieben sind. beides ist bis heute nicht eingetroffen wobei der rucksack sich wohl mittlerweile irgendwo in ghana befindet ;)

insgesamt kann man saagen das es hier sehr anstrenged ist, da man so viel neue dinge sieht, die wärme auch nicht unbemerkbar bleibt und es einfach sehr viel interessante begegnungen gibt.

insgesamt hätte ich nicht gedacht das es hier so grün ist und das die zimmer so sind wie sie sind dazu später mehr, das es um halb 7! schon dunkel wird….
leider kann ich auch die hochgelobte freundlichkeit der ghanaer bisher nicht bestätigen aber vlt muss man sich auch erst besser kennenlernen ;)

soviel zu den ersten eindrücken zm glück haben wir matthias der uns hilft und uns etwas herumführt !!!

liebe grüße!!!

eure lisa

p.s. den ersten sonnenbrand hab ich auch schon ;)

pp.s. ich wäre gerne an deinem geburtstag dabei gewesen mami!!!!

BUSCHNACHRICHT, DIE ERSTE ;)


Hei alle zusammen,

jetzt also mein erster Blogeintrag aus Denchemouso, Ghana. Da mich das Internet im Internetcafé nach einer halben Stunde schon aufgeregt hat, hab ich beschlossen, dass ich mir einen Internetstick zulege, um direkt von unter meinem Fliegenbaldachin berichten zu können.

Nachdem wir Sonntagabend gegen 20.00 Uhr Ortszeit in Accra gelandet sind, mussten wir uns erstmal auf Koffersuche begeben (Gott sei Dank nicht meine). Nach fast 2 Stunden mit dem Lost&Found- Personal haben wir die Koffer dann in Istanbul auf´m Flughafen aufgespürt, sie werden mit dem nächsten Flieger nachgeschickt. Das sollte eigentlich Dienstag Abend sein, bis jetzt sind sie immer noch nicht da…. Aber gut Ding will hier Weile haben, das hab ich auch schon nach 3 Tagen gelernt. ;) Die Nacht haben wir in Accra in einem Hotel verbracht und sind dann am nächsten Morgen mit dem Bus 6 Stunden nach Kumasi gefahren, die nächst größere Stadt zu meinem Dorf Denchemouso. Entgegen allen Erwartungen (ich dachte, der Bus sei gerammelt voll, keine Klima, keine Sitzplätze) war die Fahrt wirklich angenehm! Schöne bequeme Ledersitze, Klima, viel Platz… japanische Qualitätsarbeit eben! ;) Ernsthaft, der Bus war besser als es mancher in Deutschland ist.

In Kumasi angekommen wurden wir von dem Schooladministrator der Schule abgeholt. Ich muss sagen, dass ich immer noch erstaunt bin, wie viel doch in einen Kombi hineinpasst (in unserem Fall waren es 7 Leute und 15 Gepäckstücke).

Ich teile mir mein Zimmer auf dem Campusgelände mit Carmen, angehende Lehrerin aus Bayern (für alle vom AGH, sie erinnert stark an Frau Eisele ^^ ). Unser Zimmer ist an sich gut, das Bad ist halt so eine Sache für sich… ;) Das Klo leckt beim Spülen und die Klobrille fehlt auch. :D Allerdings haben wir beschlossen, eine Klobrille zu kaufen und wollen das Leck mit Silikon abdichten… wenn ich mich denn mal trau, das Klo zu untersuchen (dafür muss es erst mal geputzt werden ;) ). Aber um es mal mit Julian Marstallers Worten auszudrücken, ich lebe luxuriös, denn immerhin muss ich nicht in ein Loch sch*****! ;) Also positiv sehen und darüber lachen. :)

Ich hab hier in den letzten Tagen schon so viel Neues gesehen und erlebt, ich kann das gar nicht alles in Worte packen und geordnet aufschreiben… Ich beginne mal mit den Sachen, ich wirklich toll finde: Als wir mit dem Bus nach Kumasi gefahren sind, haben wir auch sehr viel Natur durchquert. Es ist hier teilweise echt so klischeehaft, wie man das immer so sagt: Links und rechts von der Straße stehen Palmen, Bananenpflanzen, Büsche etc. und dazwischen befinden sich „Häuseransammlungen“ (ich würd es nicht Dörfer nennen). Die sind um einen kleinen Platz herum gebaut und auf dem sitzen dann Frauen um ein Feuer herum und kochen während ganz viele kleine Kinder zwischen den Häusern herum springen und spielen. So klischeehaft es auch klingt, ich finde das wirklich schön. :) Andererseits sieht man an diesen Häusern eben auch, wie arm ein Teil der Bevölkerung ist. Die Wände sind aus provisorisch zusammengezimmerten Holzlatten und die Dächer aus Wellblech… irgendwie auch wieder ein Klischee…

Ein Klischee, dass sich bisher aber nicht bestätigt hat, ist das Thema mit der Zeit bzw. Pünktlichkeit… ;) Bisher waren alle Ghanaer, die uns irgendwo abholen sollten, nicht

unpünktlicher, als ich´s in Deutschland manchmal auch bin. ;)

Allerdings gibt es dann auch doch wieder Dinge, die ich ein wenig merkwürdig finde:

Dazu gehört, dass man wirklich die permanent angestarrt wird. Egal was man tut, egal wie sch**** man der Hitze wegen aussieht, alle starren dich an. Die kleinen Kinder, die teilweise noch nie jemand Weißes gesehen haben, zeigen mit dem Finger auf dich und rufen dir hinterher (was jetzt aber überhaupt nicht wild ist, wir haben als kleines Kind ja alle auch Leute mit anderer Hautfarbe angestarrt :) ). Gestern, als wir uns das Nachbardorf angeschaut haben, kamen zwei kleine Kinder auf mich zu gerannt und haben mich einfach umarmt… (sie war´n ja schon zuckersüß…^^). Bei den Älteren wundert es mich ein bisschen, denn eigentlich müssten in der Gegend ja öfters Weiße rumlaufen, immerhin gibt es das Freiwilligenprojekt ja schon einige Jahre… Ich muss auch zugeben, dass ich (und die anderen Freiwilligen) die Leute an sich viel offener erwartet haben, als sie es bis jetzt sind… zumindest wurde uns immer erzählt, wie freundlich, offen und hilfsbereit die Menschen hier seien. Ich will gar nicht bestreiten, dass das wirklich so ist, ich habe auch schon viele Leute getroffen, die wirklich nett, offen und hilfsbereit sind. Aber eben auch einige, die uns das Gefühl vermittelt haben, dass wir hier nur geduldet sind…zumindest ist das mein Gefühl…Vielleicht gibt sich das noch ein bisschen je länger ich hier bin. Allerdings find ich´s dann doch etwas irritierend, wenn man dann vor uns offen davon spricht, wie unfreundlich und verschlossen die Deutschen doch seien und wie freundlich die Ghanaer dagegen… Aber das ist nur mein Gefühl, vielleicht schätze ich das auch falsch ein.

Was ich dann aber auch wieder lustig finde ist, dass hier mal gar nix nach typisch deutscher Ordnung läuft, eben alles bisschen unkonventioneller. ;) Dazu gehört auch, dass eine Freiwillige, die eigentlich in einer Gastfamilie wohnen sollte, bis jetzt noch bei uns auf dem Campus schläft. Der Schooladministrator meinte am Montag zu ihr, es müssten noch ein oder zwei Dinge mit der Familie geklärt werden, bis sie dorthin kann, würde aber schnell gehen… bis jetzt hat sich da noch nichts getan, wir sind uns nicht mehr ganz sicher, ob es bis jetzt überhaupt eine Familie gibt, zu der sie kann… :D :D Aber wir warten jetzt einfach mal ab ob sich noch was tut, sonst wohnen wir halt zu fünft in zwei Zimmern. :)

Zum Schluss vielleicht noch ein oder zwei Worte zum eigentlichen Grund meines Aufenthaltes hier, der Arbeit im Kindergarten. ;) Gerade haben die süßen Kleinen noch Ferien, die Arbeit beginnt nächste Woche am 4. September. Das ist ganz gut, denn ich hab jetzt noch ein wenig Zeit, um mich hier einzurichten und einzugewöhnen. Aber ich bin auch schon mega gespannt auf die Arbeit mit den Kindern und ob die mal so auf mich hören, wie ich mir das gedacht (vielleicht auch erhofft) habe. ;)

Soo, jetzt bin ich dann aber auch am Ende, auch wenn ich das Gefühl hab, jede Menge vergessen zu haben. :) Aber das schreib ich dann einfach nächstes Mal. Was ich aber noch loswerden wollte, ist die Sache mit den SMS aus Deutschland: Wer Alditalk hat, der kann mir sehr gern auf meine normale Aldinummer schreiben, ich hab das Handy an. Ihr zahlt, wenn ihr die Flat habt, auch nichts dafür. :) Ich werd euch dann von meinem Ghana-Handy antworten, das ist für mich billiger. Allerdings weiß ich nie so recht, ob die SMS wirklich ankommen (manchmal tun sie´s, manchmal aber auch nicht), deshalb seit nicht böse, wenn nichts zurück kommt, die SMS ist dann unterwegs wohl verloren gegangen. :) Das wär´s dann aber auch mal gewesen.

Ich hoffe, euch geht’s gut daheim!

Liebste Grüße,

Lisa :)

Akwaaba


Hallo,

so, nach einiger Zeit haben wir es nun endlich geschafft einen Internet-Stick zu bekommen.
Die erste und wichtigste Info, die wohl alle interessiert ist: Uns geht es gut! Wir leben noch! =)
Aber alles der Reihe nach:

26.8.2012- ca. 20 Uhr (das Flugzeug hatte Verspätung) -> nächste Etappe Passkontrolle, leider hat uns niemand davor informiert, dass wir etwas Ausfüllen müssen…15min. später: Augen-scann, Fingerabdrücke.. Weiter zur Gepäckausgabe, leichtes Durcheinander -> wir finden unsere Koffer nicht; sie befinden sich natürlich nicht bei dem Laufband, wo sie eigentlich sein sollten, sondern auf der komplett anderen Seite schön sortiert. Alle freuen sich, dass alles da ist.. Doch dann die böse Überraschung, es fehlt ein Rucksack von Anja und der Beamer von Torsten. Also haben wir uns wohl zu früh gefreut.. Auf gehts mit dem ganzen Gepäck zu “Found and Lost” (Wir total fertig und müde) Die Schlange ist zwar kurz, aber irgendwie mussten wir trotzdem 1 Stunde warten. Ergebnis: Das Gepäck ist noch in Istanbul. Nachdem der Sohn von Albert ca. 2 Stunden warten musste, haben wir ein Taxi zum Hotel genommen. Ein Doppelbett für 3 Personen, wir haben es trotzdem geschafft, da sich Lisa Hammer freiwillig für den Boden entschieden hat. Am nächsten Morgen gabs erstmal die 1. ghanaische, kalte und mit sehr dünnem Strahl bestückte (das Haarewaschen viel damit für mich aus) Dusche. Das Klopapier wurde natürlich gleich eingepackt.. Wer weiß, wann es wieder eins gegeben wird. Anschließend ging es weiter nach Kumasi. Der Bus war bequem, die Fenster groß, die Klimaanlage zu kalt; wer mich kennt, weiß, dass ich etwas empfindlich auf diese Anlagen reagiere.. So war es dann auch, das Halsweh kam dann doch relativ schnell. Während ich aus dem Fenster schaute, blickte ich immer wieder in strahlende Gesichter, die mir freudig zu winkten.
Nach ein paar Stunden sind wir in Kumasi an der Busstation angekommen. Wir waren da, jedoch hat unser Abholer gefehlt. Nach einigen Telefonaten und 1,5 Stunden warten, wurden wir mit EINEM Taxi abgeholt, in das 7 Leute und 10 Gepäckstücke passten!!! Jetzt weiß ich, wieso mein Bruder und ich so gut packen können!!!! Es ist definitiv Veranlagung! haha
Endlich an der Schule angekommen, betreten wir unsere Zimmer. Ein kleiner Schock für uns alle, der sich aber schnell legte, nachdem wir unsere eigenen Betttücher auf die Matratze gelegt und uns ein bisschen eingerichtet haben. Heute morgen haben wir dann noch eine kleine Putzaktion durchgeführt und jetzt kann man das Klo auch benutzen (Die Spülung geht nur leider noch nicht..).

Der Markt auf dem wir heute waren, ist unglaublich, überall Menschen, Sachen über Sachen, man ist leicht überfordert.
Am Vormittag war ich mit einem guten Freund von meinem Vater unterwegs. Alle 5 Meter musste man anhalten, um jemanden zu begrüßen, jeder hat sich über meinen Besuch gefreut.

Da hier leider gerade Stormausfall ist und sich meine Batterie dem Ende zuneigt, muss ich mich schon verabschieden.
Ich hoffe, dass ihr euch ein bisschen vorstellen könnt, wie es hier ist und wie es mir geht! =)

Ich vermisse euch.

Pour Adrien: Je vais bien et on parle bientôt! =)

Alles Liebe

Jennifer

Erste Mädchengruppe nach Ghana unterwegs


Erstmals startet eine rein weibliche Gruppe nach Ghana, um dort für ein halbes Jahr ein Praktikum an den verschiedenen Partnereinrichtungen des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreises zu gestalten. Gemeinsam mit Albert Osei-Wusu sind die fünf jungen Frauen heute morgen aufgebrochen und werden Accra (Ghana) heute Abend erreichen.

Sie unterstützen die Lehrerinnen in den vier Partnereinrichtungen und leben gemeinsam mit Ghanaern. Anja Schweizer wird direkt in einer ghanaischen Familie leben und an den Primary School in Tanoso, einem kleinen Ort nordwestlich von Kumasi, leben. Die anderen fünf Frauen werden auf den Einrichtungen des Schuulcambus von Denchemouso leben und arbeiten.

Albert Osei-Wusu mit Jennifer Danquah, Lisa Pfeffer, Lisa Hammer, Anja Schweizer und Carmen Lubetzki beim Vorbereitungsseminar in München (im Hintergrund: Sebastian Prothmann)

In ihren persönlichen Blogs berichten sie über ihre ganz persönlichen sechs Monate Ghana

… in ein paar Stunden geht’s los


so, jetzt ist’s also fast soweit – in 9 Stunden fliegt mein Flieger in München los.

Mit gemischten Gefühlen seh ich dem Start entgegen – zum einen freu ich mich mega auf die Zeit in Ghana – die Menschen, das Land, einfach alles – aber zum andern wird mir jetzt erst richtig bewusst wen und was ich hier eigentlich alles zurücklasse…

Ich werde euch alle ganz sicher vermissen – aber ich komme wieder  – und das bestimmt mit vielen neuen tollen Erinnerungen,… im Gepäck.

Seid alle ganz <3-lich gegrüßt

Eure Anja