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Nanam und die Fokn Bois


Hallo Welt

Die letzte Woche war aufregend und wir haben viel Neues erlebt. Es war alles dabei: Das erste Fufu in Ghana, das erste Konzert, die erste Beerdigung, der erste Schultag und vieles mehr…

Nun, das erste Fufu im Cultural Center in Kumasi war nicht jeder Mannssache, denn es war einfach zu scharf. Nach dem Essen haben wir, die Mädchengang, uns erstmal ein bisschen in diesem Center umgesehen. Die ersten Verehrer blieben nicht lange aus und alle 5 Meter wurde jemand von uns nach seiner Nummer gefragt (zum Glück können wir unsere Nummern nicht auswendig und können somit das ganze um ein paar Minuten hinauszögern). Der erste Handelversuch von Lias Hammer wurde auch erfolgreich abgeschlossen und es ging weiter zu unserem eigentlichen Ziel, dem großen Konzert, von dem Carmen uns schon die ganze Woche erzählt hat. Da wir Deutsche sind und somit auch automatisch pünktlich um 18 Uhr dort auftauchten, wurden wir wieder zum Warten gezwungen. Diesmal mussten wir uns drei Stunden gedulden, bis das „Big in Ghana“-Konzert endlich mit einem „Dancebattle“ begann.  Danach kamen die besten  4 Künstler Kumasis nach der Reihe auf die Bühne und präsentierten uns ihre neuen Hits. Die Gestalten auf der Bühne waren uns etwas suspekt und anfangs war uns auch nicht wirklich klar, was an diesem „Gesang“ der Gesang sein sollte; auch das Bühnenoutfit war hin und wieder etwas fragwürdig. Eigentlich waren wir auch gar nicht wegen den neuen „Superstars“ da, sondern wegen den Fokn Bois, die nach einer Stunde Stromausfall und von unserem persönlichen Drängen im Backsagebereich endlich auf die Bühne kamen und uns ihre recht amüsante Show da boten. So gegen 1 haben wir dann das Gelände verlassen und uns auf den Heimweg gemacht. Ja, das sollte jedoch nicht das Ende des Abends sein. Leider wusste der Taxifahrer nicht, wo unser Ort liegt und hat sich gleichmal verfahren (wir total aufgeschmissen und fertig). Angekommen sind wir dann trotzdem irgendwie…
Meine erste Beerdigung war was ganz Neues. Alle sitzen im Kreis auf rot-schwarzen Stühlen im (Hintergrund läuft ghanaische Tanzmusik) und geben keinen Ton von sich. In der Mitte sitzt der Chief (Nanam) und starrt auf das Bild des Verstorbenen. Einen persönlichen Schirmhalter besitzt der Chief auch, dem der Arm schon abfällt, weil der Schirm aus Holz und ziemlich schwer ist. Nach einer Weile durfte er dann aber auch eine Pause machen und etwas essen. Ja, das mit dem Essen war so eine Sache. Mir wurde etwas angeboten und da ich nicht so bin und gerne Neues ausprobiere, habe ich natürlich das Angebot angenommen (mein Bauch hat auch schon geknurrt). Ich nehme also die Styroporbox entgegen und mache sie auf. Meine Augen weiten sich und ich stehe unter Schock. In der Box liegt tatsächlich ein Fischkopf. Schnell klappe ich sie zu… Gelächter von allen Seiten. Haha
An demselben Tag bin ich das erste Mal alleine mit dem Tro-Tro („Klein-Linienbus“) nach Hause. Es war aufregend und man wollte mich mal wieder besch*****, aber jeder der mich kennt weiß, dass man eine Danquah mit Kern-Wurzeln nicht abzocken kann (ein anderer Ghanaer hat sich auch noch für mich eingesetzt. Ein Dankeschön an ihn an dieser Stelle). Das hat dann der „Geldeinsammler“ auch schnell begriffen.
Heute sollte die Schule eigentlich schon um 7.30 Uhr anfangen, aber, da wir ja in Ghana sind, kann man das nicht so ernst nehmen. Mit 1,5 Stunden Verspätung wurden wir also zur Schule neben an gebracht. Wir waren da, aber die Headmistress der Schule leider nicht. Um 10.30 Uhr traten wir unseren zweiten Marsch in Richtung „Headmistress‘ Office“ an. Das Büro der sehr netten Dame ist klein und schmuddelig. Wir werden nach unseren Namen und anderen Daten gefragt. Anschließend wurden meine ghanaischen Wurzeln, die Tatsache, dass ich kein Twi sprechen kann und warum und, was so in etwa meine Aufgaben sein werden, geklärt. Zum Einen soll ich die 6. Klasse in Mathe und Englisch unterrichten und zum Anderen die Lehrer in Deutsch. Wie ich das Letztere anstellen werde ist mir noch nicht so klar, aber ich werde es auf jeden Fall meistern! Mit Lisa Pfeffer zusammen soll ich den Kindergarten gestalten, d.h., dass wir die Wände noch weiter bemalen sollen. Alles schön und gut, nur leider können wir nicht malen… Auch dies werden wir meistern müssen. Nachdem uns der Kindergarten ausführlich gezeigt wurde, gab es Mittagessen für alle. Danach wurden wir zum „relaxen“ nach Hause geschickt.
Was ich in der Grundschule dann genau machen werde und, wie der Unterricht aussehen wird, erfahre ich dann morgen oder nächste Woche… wenn dann mal alle Schüler so gemächlich eingetrudelt sind.
Sonstige news im Hause Hammer-Danquah: Wir haben immer noch kein Gas, die Klospülung ist noch kaputt (wie ich erfahren habe schon seit mind. 1 Jahr), der Kühlschrank riecht streng und wir besitzen mittlerweile schon 2 Stühle in unserem Zimmer ! ;) Ansonsten haben wir’s uns jetzt schon richtig gemütlich gemacht und an den täglichen Stromausfall (der uns trotzdem ab und an zur Weißglut treibt) haben wir uns auch gewöhnt.

So, das war’s dann auch schon wieder von mir aus Ghana.

Pour Adrien:  Les Tapas d’Alicante me manquent!!! -.-

Eure Jennifer

Sich Platz geschaffen und eingelebt


Mittlerweile haben wir alle unsere Zimmer gründlich geputzt und entrümpelt. Schränke ausgeräumt, alte abgelaufene Medikamente von unseren Vorgängern entfernt und vieles Nützliches gefunden, wie z. B. Einmalhandschuhe,„Westafrikanisch Kochen“ von Cobbinah, der den Ghana-Führer im Peter Meyer Verlag veröffentlicht hat, oder z.B. PU SChaum ;), mit dem ich versucht habe das Leck unseres Klos zu versiegeln (Es ist mir im Übrigen misslungen.)

Ich teile mir mein Zimmer mit Lisa Pfeffer. Es ist ca.30 qm groß, hat zwei einzelne Betten, einen funktionierenden Kühlschrank und sogar eine Couchgarnitur, die vor ca. 7 Jahren von SChülern der Vocational School hergestellt wurden. Das habe ich aus einem Reisebericht erfahren, den ich beim Ausräumen unseres Schranks gefunden habe. Eine Volunteerin, die im Herbst 2005 für 3 Monate hier war, hat ihre Berichte ausgedruckt und samt Bildern hier gelassen-eine gute Idee.

Seit dem hat sich wohl einiges verändert, was die Schule und die Organisation derselben angeht. Vieles beschreibt sie aber auch genau so, wie wir es hier erleben. Das ständige Angestarrt-werden, die ständigen Obruni-Rufe, die uns als Weiße begrüßen oder belächeln sollen – oder kopfschüttelnd uns bemittleiden.

Wir haben einen neuen Duschvorhang erworben, da unserer am abschimmeln war. Erstaunlicherweise hatte dieser neue, noch verpackte Duschvorhang bereits Risse und Löcher und dort, wo eigentlich die Löcher für die Aufhängungen sein sollten, waren keine zu finden. Das Material ist dermaßen miserabel – das hat mich an meine Kaffeetasse erinnert, die ich ein paar Tage vorher gekauft hatte. Eine Plastiktasse, die so schlecht verarbeitet ist, dass man Obacht geben muss, sich beim Trinken nicht zu verletzt. Was hier zu kriegen ist, scheint von noch schlechter Qualität zu sein, als wir es in Deutschland von Billigprodukten gewohnt sind.

FUNK AUS DEM BUSCH, DIE ZWEITE :)


Hallo zusammen,

 

bin immer noch ganz erschlagen von den Erlebnissen vergangene Woche. Es ist echt Wahnsinn, ich bin gerade mal eine Woche in Ghana und könnte schon ganze Bücher über die Erlebnisse hier füllen. Die neuen Eindrücke prasseln hier nur so auf einen ein, aber das hab ich glaub auch schon mal erwähnt… Um anzufangen, am Dienstag haben wir uns zusammen mit dem letzten Freiwilligen, der hier gewohnt hat und Matthias heißt, aufgemacht, um uns Kumasi und seinen berühmten Markt anzuschauen (berühmt daher, dass es wohl der größte in ganz Ghana bzw. ich glaube sogar in ganz Westafrika sein soll). Die erste Hürde, die wir an diesem Tag nehmen mussten, war die Frage nach dem Transport. Die günstigste Variante, in Ghana von A nach B zu kommen, ist wohl das Tro-Tro (zu deutsch: Linienbus). Für umgerechnet 25 Cent pro Person ist man dabei. Allerdings fahren die Tro-Tros nach Kumasi nur von Kwadaso aus (Nachbarort von Denchemouso), also musstsen wir erst einmal dorthin kommen. Man könnte jetzt natürlich ein Taxi nehmen, was allerdings umgerechnet 2,50 Euro für alle zusammen kosten würde. Da man sich allerdings schon den ghanaischen Preisen angepasst hat, erscheint das natürlich recht teuer. Billigere Alternative hierzu wäre ein „Sharing-Taxi“, wie der Name schon sagt ein Taxi, das man mit anderen Personen teilt. Auch hierfür wieder 25 Cent pro Person. Allerdings gestaltet es sich, ein „Sharing-Taxi“ für 7 Leute zu finden, recht schwer, da die meisten Taxifahrer maximal 6 Leute mitnehmen. Schlussendlich sahen wir uns also gezwungen, zur teuren Variante zu greifen und uns für 5 Cedi zur Tro-Tro Station kutschieren zu lassen. Da es hier anscheinend auch so etwas wie Mittagspausenverkehr gibt und wir natürlich gerade diese Zeit erwischt hatten, herrschte an der „Haltestelle“ (=Verkehrsinsel) dementsprechend Andrang. Da die Leute hinter uns in der Schlange, (die unsere Versuche, ein Tro-Tro mit 7 freien Plätzen zu ergattern, anscheinend recht amüsant fanden) sich freundlicherweise geradezu vor ein vorbeifahrendes Tro-Tro warfen, um ja nicht warten zu müssen, verbrachten wir insgesamt wohl eine gute halbe Stunde in brütender Hitze, bis dann doch noch ein Gefährt mit 5 deutschen (=7 ghanaischen) freien Plätzen auftauchte.

Die Fahrt in einem Tro-Tro ist ebenso wie die Fahrt in einem Taxi eine ziemlich spannende Sache. Zumindest für Menschen, die eine deutsche Fahrschule besucht haben. Ich habe wirkliche versucht, die Logik des Hupens zu verstehen, bisher bin ich allerdings noch nicht dahinter gestiegen. Auch die Straßenregeln erschließen sich mir noch nicht ganz, allerdings habe ich beschlossen, dass ich hier wohl besser nicht selbst Auto fahre (wahrscheinlich käme ich nicht einmal bis auf die Hauptstraße, weil ich davor in irgendeinem Schlagloch hängengeblieben wäre).

In Kumasi angekommen (ausgestiegen wird, wo der nächste Stau ist. Dünne Menschen sind hier klar im Vorteil, sie können sich leichter durch die Autos auf der Straße zwängen.) haben wir dann also den Markt besucht… wobei, wir haben es wohl eher versucht, denn der Markt ist zu groß, um ihn jemals an einem Tag, geschweige denn in 2 Stunden durchqueren zu können. Auch hier ergibt sich eine Logik, allerdings habe ich auch die noch nicht ganz durchschaut. Ich weiß zumindest, dass der Markt in Bereiche aufgeteilt ist, also z.B. nach Fleisch, Gemüse und Kleidung geordnet ist. Welchen Eingang man allerdings nehmen muss, um gewünschten Bereich zu finden, weiß ich (noch?) nicht.

Der Markt an sich ist, wie schon gesagt, riesig. Ich tippe mal auf über 500 Stände, die sich dicht an dicht links und rechts von den engen Gassen reihen und an denen sich tausende Menschen vorbei quetschen. Wer Berührungsängste oder Platzangst hat, sollte den Markt vielleicht nicht besuchen… Man kann sich sicher vorstellen, dass man als weißer Mensch natürlich besonders gern berührt oder angequatscht wird (eine etwas ältere Marktfrau wollte wohl schon immer mal einer Weißen einen Klaps auf den Hintergen geben). Auch die Tatsache, dass man trotz seiner Hautfarbe nicht alles kaufen möchte, was man mit den Augen gestreift hat, erklärt sich hier nicht ganz von selbst. Unser Guide Matthias hat da allerdings seine ganz eigene Strategie entwickelt: Einfach vorpreschen und nicht zurück schauen. ;)

Da es an diesem Tag allerdings mal wieder unglaublich heiß und schwül war und die Menschenmassen das natürlich nicht unbedingt besser machen, haben wir den Markt schon nach kurzer Zeit wieder verlassen. Ich werde mich kommendes Wochenende allerdings erneut ins Getümmel wagen, um vielleicht auch schon das ein oder andere Mitbringsel zu erstehen. :) Soviel also erst einmal zu meinem Marktbesuch.

Ein weiteres, sehr interessantes Erlebnis hatten wir Freitag Abend: Da Carmen die in Ghana wohl bekannte 2-Rastamen-Group „Fokn Bois“ ziemlich cool findet, haben wir uns zu einem Auftritt der Rastamänner in Kumasi aufgemacht. Die beiden sollten bei dem ghanaischen Pendant zu „Das Supertalent“, hier bekannt unter „Big in Ghana“ auftreten, das laut Internet um 18.00 Uhr beginnen sollte. Im Nachhinein betrachtet sind wir eigentlich selbst Schuld, denn 6 p.m. Ghanaian Time heißt noch lang nicht 18.00 Uhr deutsche Zeit… die einzigen, die sich also pünktlichst um 18.00 Uhr auf dem Gelände des „Culture Centre“ Kumasis eingefunden hatten, waren die Leute von der Technik, der Organisation… und wir. Da ich nicht unbedingt zu den geduldigsten Menschen zähle, kann man sich glaube ich ganz gut vorstellen, wie elanvoll und enthusiastisch ich war, als die Show um 20.30 Uhr dann schließlich doch noch begann. Man darf sich das ganze schon ungefähr wie „Das Supertalent“ in den Kategorien Tanzen und Rappen vorstellen. Die Jury bildete allerdings das Publikum und der Moderator hielt sich selbst wohl für the next ghanaian 50 Cent. Auch wenn ich kein Wort verstanden habe (moderiert wurde in Landessprache Twi) muss ich zugeben, dass ich wirklich beeindruckt war, wie genial hier schon die Kleinsten tanzen können! Nach dem Tanz- und dem Rapbattle hofften wir dann endlich auf die „Fokn Bois“, denn nach mittlerweile fast 5 Stunden stehen und warten taten dann doch die Füße weh. Da das Beste allerdings bekanntermaßen ja immer zum Schluss kommt (hätten wir eigentlich auch wissen müssen), kamen wir dann erst noch in den Genuss eines „supporting acts“, der wohl internationale Melodien mit ghanaischem Gesang verbindet (hab mich zumindest dabei erwischt, wie ich „Numb“ von Linkin Park mitgesummt habe). Die Vorband (es war mittlerweile viertel vor 12, bedeutete also mittlerweile 6-stündiges Warten) wurde dank eines Stromausfalls allerdings unterbrochen und von der Bühne getrieben (an sich waren sie gar nicht so übel, aber Texte die ich nicht versteh, liegen mir irgendwie nicht). Nach einer dreiviertel Stunde ohne Strom, in der wir die „Fokn Bois“ sogar Backstage! treffen durften (genau so hab ich mir „Rastas“ immer vorgestellt!) funktionierte der Strom wieder und unser Warten wurde endlich belohnt! Ich muss zugeben, die Show der beiden war wirklich witzig und auch die Liedtexte (auf englisch!) wirklich sehr originell! :D(http://www.youtube.com/watch?v=CImlrbj-ZWI) Die letzte Prüfung des Tages bestand dann schlussendlich noch darin, unseren Taxifahrer erfolgreich durch die Schlaglöcher nach Denchemouso zurück zu lotsen…Meine durchgelegene Matratze kam mir noch nie paradiesischer vor.

 

So, jetzt wisst ihr also, was sich in meiner ersten Woche in Ghana so alles zugetragen, zumindest einen Teil davon. :) Am Dienstag beginnt dann auch der Ernst des Lebens für mich, der Kindergarten geht los… Ich bin schon mega gespannt, freu mich aber auch riesig, endlich das machen zu können, für was ich eigentlich hier im „Busch“ hocke. ;) Ich hoffe, euch geht’s gut in Deutschland, ich hab gehört, das Wetter soll ja nicht so atemberaubend sein…. :P

 

Liebste Grüße und bis bald,

Lisa :)

There’s no hurry in life!


Seit dem letzten Blogeintrag sind nur 3 Tage vergangen, aber wir erleben hier gerade so viel Neues und Ungewohntes, das ich euch unbedingt mitteilen will, dass nun schon der nächste kommt ;-)

Am Freitag Abend wollten wir auf ein Konzert nach Kumasi, weil dort eine Band auftrat, die Carmen kennt und gut findet. Außerdem erlebten wir so Ghana endlich auch mal bei Nacht. Bisher waren wir ab Anbruch der Dunkelheit immer in oder vor unseren Zimmern, weil zu dieser Zeit 1. die größte Gefahr besteht, von einer Malaria-Überträger-Mücke gestochen zu werden und 2. die meisten anderen Ghanaer in unserem Dorf auch in ihr Zuhause gehen. Dunkel wird es hier übrigens schon um 18.30 Uhr, das heißt hier ticken die Uhren doch etwas anders. Wann es wirklich hell wird, kann ich euch gar nicht sagen, aber ab 6 Uhr sind zumindest viele Ghanaer auf und das Dorfradio (Lautsprecher, die das ganze Dorf beschallen) läuft auf Hochtouren. Was wiederum bedeutet, dass die Nachtruhe dann beendet ist. Für mich doch eine relativ krasse Umstellung, da ich daheim immer eher spät ins Bett gegangen und dafür auch (zumindest für die hiesigen Verhältnisse) spät aufgestanden bin.

Um 13.30 Uhr sind wir dann am Freitag losgegangen zum Cultural Centre in Kumasi, wo das Konzert stattfinden sollte, damit wir und das ganze Zentrum noch ein bisschen anschauen konnten. Angenommen hatten wir, dass wir für die Fahrt nach Kumasi (inklusive umsteigen von Taxi in Tro-Tro) mindestens eine Stunde unterwegs sein werden. Doch dem war nicht so, weil die Route des Taxifahrers, der uns ab Denchemouso mitnahm praktischerweise sowieso zum Cultural Centre ging. So nahm er uns dorthin mit, worauf wir schon nach einer halben Stunde angekommen sind.

Wir aßen zu Mittag in einem Restaurant dort auf dem Gelände und ich aß zum ersten Mal Fufu, das Nationalgericht Ghanas. Fufu ist so ein Brei aus Yam und schmeckt ähnlich wie Kartoffelbrei. Dazu gibt es Hähnchenschlegel und Soße. Gegessen wird mit der rechten (!) Hand, indem man mit der Handfläche eine Schüssel formt und dann mit Daumen, Zeigefinger und Ringfinger ein bisschen Kartoffelbrei aufnimmt. Es hat wirklich sehr lecker geschmeckt, nur leider war es mega scharf, aber das hat das ghanaische Essen so an sich ;-) .

Anschließend schauten wir uns die ganzen Handwerksläden des Cultural Centres an. Von afrikanischen Masken, über Trommeln und Gemälden, gibt es hier eine riesige Auswahl an Souvenirs.

Das Konzert sollte laut Plakat um 6 pm beginnen. Wir also um 17.45 Uhr mit deutscher Pünktlichkeit hin, worauf wir die Organisatoren beim Aufbau und Soundcheck antrafen. Nachdem uns dann ein Ghanaer einen kurzen Twi-Sprachkurs erteilt hatte und sich einige andere mit uns unterhalten hatten, erfuhren wir dann, dass es erst ’around 8 o’clock’ starten sollte. Tatsächlich beginnt die Talent-Show ’Big In Ghana’ dann um 20.45 Uhr. An die ’ghanaian time’, das heißt, dass alles mindestens eine Stunde später beginnt, als angekündigt, müssen wir uns erst noch gewöhnen. Doch hier ist es völlig normal, dass man eben wartet und wartet und wartet, denn es haben auch alle Zeit. Unser Reiseführer sagt zum Lebensmotto der Ghanaer: „There’s no hurry in life!“.

Nacheinander kamen verschiedene Talente, die eigentlich schon die Besten aus einigen Vorentscheidungen sein sollen auf die Bühne und zeigen ihr Können. Danach spielte die Band dann noch einige Lieder, worauf plötzlich ’lights out’, also Stromausfall, herrschte. Es ist mittlerweile 23.30 Uhr und der erwartete Act ist noch nicht aufgetreten. Immerhin wurden wir dann Backstage (auf der Wiese hinter der Bühne) erwartet, weil wir extra für diese Gruppe so lange gewartet hatten und Carmen Fan sei. Um 0.30 Uhr ging der Strom dann endlich wieder und sie konnten doch noch auftreten.

Für uns ging es dann aber kurze Zeit später in einem Taxi nach Hause. Und diese Taxifahrt war auch ein Abenteuer für sich. Der Taxifahrer fuhr nicht nur sehr gewöhnungsbedürftig (er ließ kein Schlagloch aus und das bei für ghanaische Straßen hoher Geschwindigkeit), sondern verfuhr sich auch noch. In Kwadaso, einem Nachbarort von Denchemouso sagte er, wir seien angekommen, doch wir waren uns sicher, dass wir dort noch nie waren.

Jenny meinte dann: „Denchemouso!”, worauf der Taxifahrer: “Oh, Denchemoooooso!” Wohlbehalten kamen wir dann kurze Zeit später in Denchemouso an und mussten nur 2 Cedis (ca. 1€) pro Person zahlen, obwohl uns mittags versichert wurde, abends sei es teuer.

Gestern habe ich dann das erste Mal meine Wäsche von Hand (!) gewaschen. Ich hätte es mir ehrlich gesagt schlimmer vorgestellt, aber so den richtigen Dreh, wie man mit kaltem Wasser und etwas Waschpulver Flecken aus den Kleidungsstücken bekommt, habe ich noch nicht raus. Naja, immerhin riecht jetzt alles frisch gewaschen und ich habe ja noch eine Weile Zeit zum Üben. Die Ghanaerinnen waschen ihre Wäsche noch mit Kernseife und rubbeln sie solange, bis sie sauber ist, aber das ist mir dann doch zu anstrengend.

Ich lebe übrigens immer noch am Campus, doch voraussichtlich komme ich am Montag in meine Gastfamilie. Aber ob ’ghanaian time’ oder ’german time’ – das werde ich wohl dann erst erfahren ;-) .

Auf jeden Fall wird am Dienstag die Schule beginnen (zumindest, wenn Schüler kommen) und da bin ich schon echt gespannt drauf.

 

Ganz liebe Grüße aus dem warmen Ghana (heute war der erste Tag, an dem es so bewölkt war, dass die Sonne gar nicht rausgeschaut hat)

Eure Anja

Biergartenfeeling und endlich Rauchen!!


n Ghana ist das Rauchen in der Öffentlichkeit unüblich. Wir haben erst nach vier Tagen den ersten Menschen überhaupt hier rauchen sehen. Es war ein etwas verwegen wirkender alter Herr. Ich bin von uns Mädels die einzige Raucherin, die nicht unbedingt vorhatte hier aufzuhören. Bisher habe ich nur abends in der Dunkelheit auf dem Weg hinterm Campus hin und her laufend eine Zigarette geraucht und mich dabei genauso verwegen gefühlt wie dieser ältere Herr. Das hat nun ein Ende, denn auf dem Weg nach Tanaso, wo die örtliche University of Education steht und damit mein Internetcafé, befindet sich ein sog. „Spot“. So nennen sich hier die Kneipen. Dieser Spot erinnert mich stark an einen Biergarten, denn seine Plastiktische und -stühle finden sich von Bäumen überdacht – eben wie bei uns die Kastanienbäume – auf diesem Wege ein Gruß an die Kervansaray.

 

Der Spot wird von einer Frau betrieben, die ihr Baby auf ihrem Rücken gebunden trägt, während sie uns die verschiedensten Sorten Gin anbietet. Gin ist in Ghana wohl sehr beliebt – zumindest bei den Christen, denn die Moslems, die ich bisher als solche kennengelernt habe verweigern den Alkohol. Sie hingegen kauen als Stimuli Tigernuts. Uns eher bekannt als Colanüsse – mit einer anregenden, den Hunger stillenden Wirkung – auf TWI „Atadwe“ genannt. Geschmack und Konsistenz erinnern mich stark an Kokosnuß.

 

Jedenfalls ist in diesem Spot das Rauchen erlaubt – ganz ohne Verwegenheitsgefühl – fehlt nur noch eine Bezugsquelle, denn bisher rauche ich im Zimmer gefundene übriggebliebene Zigaretten – Danke an Unbekannt.

 

BUSCHNACHRICHT, DIE ERSTE ;)


Hei alle zusammen,

jetzt also mein erster Blogeintrag aus Denchemouso, Ghana. Da mich das Internet im Internetcafé nach einer halben Stunde schon aufgeregt hat, hab ich beschlossen, dass ich mir einen Internetstick zulege, um direkt von unter meinem Fliegenbaldachin berichten zu können.

Nachdem wir Sonntagabend gegen 20.00 Uhr Ortszeit in Accra gelandet sind, mussten wir uns erstmal auf Koffersuche begeben (Gott sei Dank nicht meine). Nach fast 2 Stunden mit dem Lost&Found- Personal haben wir die Koffer dann in Istanbul auf´m Flughafen aufgespürt, sie werden mit dem nächsten Flieger nachgeschickt. Das sollte eigentlich Dienstag Abend sein, bis jetzt sind sie immer noch nicht da…. Aber gut Ding will hier Weile haben, das hab ich auch schon nach 3 Tagen gelernt. ;) Die Nacht haben wir in Accra in einem Hotel verbracht und sind dann am nächsten Morgen mit dem Bus 6 Stunden nach Kumasi gefahren, die nächst größere Stadt zu meinem Dorf Denchemouso. Entgegen allen Erwartungen (ich dachte, der Bus sei gerammelt voll, keine Klima, keine Sitzplätze) war die Fahrt wirklich angenehm! Schöne bequeme Ledersitze, Klima, viel Platz… japanische Qualitätsarbeit eben! ;) Ernsthaft, der Bus war besser als es mancher in Deutschland ist.

In Kumasi angekommen wurden wir von dem Schooladministrator der Schule abgeholt. Ich muss sagen, dass ich immer noch erstaunt bin, wie viel doch in einen Kombi hineinpasst (in unserem Fall waren es 7 Leute und 15 Gepäckstücke).

Ich teile mir mein Zimmer auf dem Campusgelände mit Carmen, angehende Lehrerin aus Bayern (für alle vom AGH, sie erinnert stark an Frau Eisele ^^ ). Unser Zimmer ist an sich gut, das Bad ist halt so eine Sache für sich… ;) Das Klo leckt beim Spülen und die Klobrille fehlt auch. :D Allerdings haben wir beschlossen, eine Klobrille zu kaufen und wollen das Leck mit Silikon abdichten… wenn ich mich denn mal trau, das Klo zu untersuchen (dafür muss es erst mal geputzt werden ;) ). Aber um es mal mit Julian Marstallers Worten auszudrücken, ich lebe luxuriös, denn immerhin muss ich nicht in ein Loch sch*****! ;) Also positiv sehen und darüber lachen. :)

Ich hab hier in den letzten Tagen schon so viel Neues gesehen und erlebt, ich kann das gar nicht alles in Worte packen und geordnet aufschreiben… Ich beginne mal mit den Sachen, ich wirklich toll finde: Als wir mit dem Bus nach Kumasi gefahren sind, haben wir auch sehr viel Natur durchquert. Es ist hier teilweise echt so klischeehaft, wie man das immer so sagt: Links und rechts von der Straße stehen Palmen, Bananenpflanzen, Büsche etc. und dazwischen befinden sich „Häuseransammlungen“ (ich würd es nicht Dörfer nennen). Die sind um einen kleinen Platz herum gebaut und auf dem sitzen dann Frauen um ein Feuer herum und kochen während ganz viele kleine Kinder zwischen den Häusern herum springen und spielen. So klischeehaft es auch klingt, ich finde das wirklich schön. :) Andererseits sieht man an diesen Häusern eben auch, wie arm ein Teil der Bevölkerung ist. Die Wände sind aus provisorisch zusammengezimmerten Holzlatten und die Dächer aus Wellblech… irgendwie auch wieder ein Klischee…

Ein Klischee, dass sich bisher aber nicht bestätigt hat, ist das Thema mit der Zeit bzw. Pünktlichkeit… ;) Bisher waren alle Ghanaer, die uns irgendwo abholen sollten, nicht

unpünktlicher, als ich´s in Deutschland manchmal auch bin. ;)

Allerdings gibt es dann auch doch wieder Dinge, die ich ein wenig merkwürdig finde:

Dazu gehört, dass man wirklich die permanent angestarrt wird. Egal was man tut, egal wie sch**** man der Hitze wegen aussieht, alle starren dich an. Die kleinen Kinder, die teilweise noch nie jemand Weißes gesehen haben, zeigen mit dem Finger auf dich und rufen dir hinterher (was jetzt aber überhaupt nicht wild ist, wir haben als kleines Kind ja alle auch Leute mit anderer Hautfarbe angestarrt :) ). Gestern, als wir uns das Nachbardorf angeschaut haben, kamen zwei kleine Kinder auf mich zu gerannt und haben mich einfach umarmt… (sie war´n ja schon zuckersüß…^^). Bei den Älteren wundert es mich ein bisschen, denn eigentlich müssten in der Gegend ja öfters Weiße rumlaufen, immerhin gibt es das Freiwilligenprojekt ja schon einige Jahre… Ich muss auch zugeben, dass ich (und die anderen Freiwilligen) die Leute an sich viel offener erwartet haben, als sie es bis jetzt sind… zumindest wurde uns immer erzählt, wie freundlich, offen und hilfsbereit die Menschen hier seien. Ich will gar nicht bestreiten, dass das wirklich so ist, ich habe auch schon viele Leute getroffen, die wirklich nett, offen und hilfsbereit sind. Aber eben auch einige, die uns das Gefühl vermittelt haben, dass wir hier nur geduldet sind…zumindest ist das mein Gefühl…Vielleicht gibt sich das noch ein bisschen je länger ich hier bin. Allerdings find ich´s dann doch etwas irritierend, wenn man dann vor uns offen davon spricht, wie unfreundlich und verschlossen die Deutschen doch seien und wie freundlich die Ghanaer dagegen… Aber das ist nur mein Gefühl, vielleicht schätze ich das auch falsch ein.

Was ich dann aber auch wieder lustig finde ist, dass hier mal gar nix nach typisch deutscher Ordnung läuft, eben alles bisschen unkonventioneller. ;) Dazu gehört auch, dass eine Freiwillige, die eigentlich in einer Gastfamilie wohnen sollte, bis jetzt noch bei uns auf dem Campus schläft. Der Schooladministrator meinte am Montag zu ihr, es müssten noch ein oder zwei Dinge mit der Familie geklärt werden, bis sie dorthin kann, würde aber schnell gehen… bis jetzt hat sich da noch nichts getan, wir sind uns nicht mehr ganz sicher, ob es bis jetzt überhaupt eine Familie gibt, zu der sie kann… :D :D Aber wir warten jetzt einfach mal ab ob sich noch was tut, sonst wohnen wir halt zu fünft in zwei Zimmern. :)

Zum Schluss vielleicht noch ein oder zwei Worte zum eigentlichen Grund meines Aufenthaltes hier, der Arbeit im Kindergarten. ;) Gerade haben die süßen Kleinen noch Ferien, die Arbeit beginnt nächste Woche am 4. September. Das ist ganz gut, denn ich hab jetzt noch ein wenig Zeit, um mich hier einzurichten und einzugewöhnen. Aber ich bin auch schon mega gespannt auf die Arbeit mit den Kindern und ob die mal so auf mich hören, wie ich mir das gedacht (vielleicht auch erhofft) habe. ;)

Soo, jetzt bin ich dann aber auch am Ende, auch wenn ich das Gefühl hab, jede Menge vergessen zu haben. :) Aber das schreib ich dann einfach nächstes Mal. Was ich aber noch loswerden wollte, ist die Sache mit den SMS aus Deutschland: Wer Alditalk hat, der kann mir sehr gern auf meine normale Aldinummer schreiben, ich hab das Handy an. Ihr zahlt, wenn ihr die Flat habt, auch nichts dafür. :) Ich werd euch dann von meinem Ghana-Handy antworten, das ist für mich billiger. Allerdings weiß ich nie so recht, ob die SMS wirklich ankommen (manchmal tun sie´s, manchmal aber auch nicht), deshalb seit nicht böse, wenn nichts zurück kommt, die SMS ist dann unterwegs wohl verloren gegangen. :) Das wär´s dann aber auch mal gewesen.

Ich hoffe, euch geht’s gut daheim!

Liebste Grüße,

Lisa :)

Erste Mädchengruppe nach Ghana unterwegs


Erstmals startet eine rein weibliche Gruppe nach Ghana, um dort für ein halbes Jahr ein Praktikum an den verschiedenen Partnereinrichtungen des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreises zu gestalten. Gemeinsam mit Albert Osei-Wusu sind die fünf jungen Frauen heute morgen aufgebrochen und werden Accra (Ghana) heute Abend erreichen.

Sie unterstützen die Lehrerinnen in den vier Partnereinrichtungen und leben gemeinsam mit Ghanaern. Anja Schweizer wird direkt in einer ghanaischen Familie leben und an den Primary School in Tanoso, einem kleinen Ort nordwestlich von Kumasi, leben. Die anderen fünf Frauen werden auf den Einrichtungen des Schuulcambus von Denchemouso leben und arbeiten.

Albert Osei-Wusu mit Jennifer Danquah, Lisa Pfeffer, Lisa Hammer, Anja Schweizer und Carmen Lubetzki beim Vorbereitungsseminar in München (im Hintergrund: Sebastian Prothmann)

In ihren persönlichen Blogs berichten sie über ihre ganz persönlichen sechs Monate Ghana

Enten an den Wänden und Rastas aufm Kopf


Ist jetzt schon ein bisschen länger her, dass ich mich zu Wort gemeldet habe. Dafür gibts heute einen ausführlichen Bericht, zumindest so lange wie ich motiviert bin zu schreiben :)

Fast ist die Hälfte der Zeit um und ja, langsam bekomme ich Panik, dass mir meine restliche Zeit nicht reicht. Die letzten Wochen ist einfach so viel passiert und es gibt trotzdem noch genügend was ich sehen und erleben möchte!

Inzwischen sind meine Essensgelüste so gestiegen, dass ich mir letztens erstmal nen Chickenburger gegönnt habe, nur weil da eine Scheibe Käse drauf war. Auch wenn er trocken war und mir definitiv nicht geschmeckt hat, hab ich seitdem mehrere in Accra gegessen, ich bin eine schlechte Vegetarierin aber ich habs nicht mehr ausgehalten.. Und es ist fast unmöglich hier auf Fleisch zu verzichten, auch wenn einem immer gesagt wir, dass da natürlich kein Fleisch oder Fisch drin ist. Nachdem ich aber mehrere Fischköpfe oder undefinierbare Fleischstücke in meinem Essen gefunden habe, gebe ich es auf und esse drum herum.

Über den Kindergarten kann ich gerade nicht viel sagen, die letzten 3 Wochen waren Ferien, die Erzieher haben mir nach einem kleinen Unfall meine Haut mit ner Bastelschere abgeschnitten (keine Sorge, DANACH wurde sie desinfiziert) und seit 2 Tagen stehe ich vor geschlossenen Türen, obwohl der Unterricht schon gestern anfangen sollte! Ghanaische Arbeitsweise.. Aber anscheinend haben wir endlich fliessend Wasser, die zu großen Rohre wurden die letzte Woche durch kleinere ersetzt, was bedeuten würde, dass wir die Kleinen endlich waschen können und ich mal im Kindergarten aufs Klo kann! Ich glaube es aber erst, wenn ich es selber gesehen habe! Inzwischen haben wir auch eine dicke Ente und eine kleine dicke Eule an den Wänden, die Kinder freuen sich und es wird bunter :) Bilder kommen noch wenn ich es geschafft habe, alles fertig zu malen, dafür muss der KG aber erstmal öffnen.

Unsere Klasse hat sich auch vergrößert, wir haben jetzt ungefähr 40 Schüler, was definitiv zu viele sind! Ein Klassenraum steht noch leer und ich verstehe nicht, warum der nicht genutzt wird, wir sind 7 Lehrer für 3 Klassen, eine 4. würde vieles erleichtern! Erschreckend war auch zu sehen, wie viele Eltern am Ende vom letzten Term die “Kindergartengebühren” in Form von einer Packung Kreide (50 Cent), einer Klorolle (25 Cent) und einem Desinfektionsmittel (nochmal 50 Cent) nicht bezahlen konnten und ihre Kinder mit leeren Händen in den Kindergarten geschickt haben. Und das obwohl beide Elternteile arbeiten, meistens auch noch rund um die Uhr oder der Vater wegzieht um mehr Geld zu verdienen. Da manche Familien aber zu viele Kinder haben und diese nur sehr schwer versorgen können, bleibt die Bildung leider auf der Strecke. Ohne Kindergeld oder sonstigen finanziellen Unterstützungen bleibt alles an den Eltern hängen.

In der Senior High school fanden kurz vor den Ferien die Deutschtests statt. Nach zahlreichen Schummelversuchen mit Blättertauschen, versteckten Büchern und Unterhaltungen in Twi, halten trotzdem noch viele Eisbär Knut für unsere Bundeskanzlerin und ihren “roommate” bezeichnen sie als Raummatte. Und auch wenn viele im Test nicht gut abgeschnitten haben (was vielleicht auch daran lag, dass wir manche Schüler zum ersten mal gesehen haben. Ich frage mich, was sie die letzten 2 Monate gemacht haben), gibt es auch einige bei denen man merkt, dass sie sich wirklich Mühe gegeben haben, was sich auch gelohnt hat!

Karfreitag haben dann unsere Ferien angefangen und wir sind über das Osterwochenende nach Kokrobite an den Strand gefahren, uns am ersten Tag gleich einen schönen Sonnenbrand geholt und die restliche Zeit im Schatten verbracht! Mit Bleistift angemalte Eier und Schokocookies gabs auch, Collins (Ghanaer) war aber sehr irritiert als wir ihm gesagt haben, er muss seine Geschenke jetzt suchen. Nach 2 Tagen in Kumasi gings dann auch schon wieder los in den Norden, Affen füttern, den heiligen Hein besichtigen, bei den Kintampo falls schwimmen. Von Tamale gings dann in den Mole Park, wir hatten Glück und sahen 11 Elefanten, Antilopen, Krokodile, “Pumba” und viele andere Tiere auf unserer Safari zu Fuß und aufm Jeep. Nach 2 Tagen hatten wir alles gesehen und über Bolgatanga gings nach Paga, auf Krokodile setzen bis hin zur Grenze von Burkina Faso, wo wir auch kurz rübergelaufen sind um Fotos zu machen. Nach über 10 Stunden heimfahrt ohne Klima oder wenigstens Ventilatoren (wir dachten oft, bei der nächsten Vollbremsung schwimmen wir einfach vom Sitz) und meiner halben Vergiftung durch die Cashewschale und ihr toxisches Öl, sind wir endlich wieder in Kumasi angekommen, um gleich danach wieder nach Accra zu fahren. Über Accra gibts nicht viel zu sagen, außer dass es die Entspannendsten Tage seit langem waren! Wir durften netterweise in dem Haus einer Bekannten übernachten und nachdem man eher Bettwanzen, Stromausfall und Eimerdusche erwartet, war es wie im Paradies und wir haben es sehr genossen!

Langsam komme ich auch schon zum Ende, Hannah und ich haben uns gestern in einer spontanen Aktion Rastas flechten lassen, wenn man hier wohnt muss man es wenigstens einmal gemacht haben :) Nach 2.5 Stunden Höllenschmerzen war es endlich fertig, das Ergebnis ist gar nicht soooo schlimm wie erwartet aber 2 Packungen Extensions sind schwer.

Das wars erstmal von meiner Seite, so wie es aussieht hab ich heute wieder frei also such ich mir mal eine Beschäftigung, irgendjemand wird schon Hilfe brauchen.

Ganz ganz liebe Grüße!!

Im Westen viel Neues


Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erleben. Unter diesem Motto ging es für mich über Ostern in den Westen – fünf Tage geprägt von richtig guten Erlebnissen.
Es ging munter los am Karfreitag – der Herr möge es mir verzeihen – wo ich im Städtchen Wenchi Quartier schlug. Die meiste Zeit dort verbrachte ich allerdings auf der Suche nach selbigem, da die zwei billigeren Hotels aus meinem Reisehandbuch beide ausgebucht waren. So stand ich am Ende vor einer recht teuren Lodge (das heißt 45 Cedi (22€) für ein Zimmer, aber das sind hier halt dreißig Abendessen oder eine Trotrofahrt durch ganz Ghana und zurück) und hab schon mal die dümmsten Alternativen durchgedacht. Die Leute in der Lodge waren dann aber supernett, haben mir erstmal frische Mangos serviert und dann zu einem vierten Hotel gebracht und dort den Preis für mich auf 30C runtergehandelt. So viel Hilfsbereitschaft, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten, ist zwar auch hier in Ghana eher selten, aber doch häufiger als bei uns, denke ich. Glück im Unglück, Fazit: Vorher buchen oder Zelt kaufen.
Von der übrigen Zeit ging dann nochmal einiges beim verzweifelten und letztendlich erfolglosen Versuch drauf, im Internetcafé ein sechzehnsekündiges Video hochzuladen. Ansonsten hatte Wenchi schon mal viel davon zu bieten, was den Norden Ghanas vom Süden unterscheidet: Mehr Moscheen, mehr Fahrräder, mehr Kühe, und ich denke eine andere Lebensweise; einfacher, traditioneller und bescheidener. In Erinnerung bleibt mir ein Moment abends auf einem kleinen Platz – in der Mitte fußballspielende Kinder, drumherum eine Moschee, ein Ziegenstall, Palmen, darunter Großmütter mit Enkeln beim Kochen und Frauen mit Babys in traditionellen Gewändern beim Wasserholen, dazu der Gesang des Muhidzins – und ich konnte einfach nur ungestört dastehen und genießen und mich am Ende kurz und schmerzlos mit den Leuten unterhalten. Um neun im Hotelzimmer klopfts plötzlich an der Tür, ich mach vorsichtig auf und es kommt ein Typ rein, der mir nur seine Visitenkarte gegeben hat und gemeint hat, sie kümmern sich darum, dass es Fremden in Wenchi gut geht, bei Problemen soll ich ihn einfach anrufen, und ist wieder gegangen. Dubios, aber dabei ist es dann auch geblieben.
Samstagmorgen gings weiter in den Bui-Nationalpark, das ursprüngliche Hauptziel meiner Reise. Dort haben mich zwei Geschäftsleute aus den USA bzw. Indien auf ihrem Pickup mit durch den Park genommen, ein ziemlicher Glücksfall. Die angepriesenen Nilpferde im Volta haben wir zwar nicht gesehen, dafür aber eine artenreiche Savannenlandschaft, traditionelle Fischer und den Staudamm, der dort gerade von einer chinesischen Firma gebaut wird und ab nächstem Jahr zwanzig Prozent des Energieverbrauchs Ghanas liefern wird, sehr beeindruckend. Leider wird der Stausee große Teile des Parks fluten und wohl die Nilpferde vertreiben. So hat auch diese Seite zwei Medaillen (Rudi Völler, glaub ich). Auf einem nahegelegenen Hügel, von dem aus man in schier endlose Weiten blicken konnte, hab ich mir den Sonnenuntergang angeschaut und gedacht, besser gehts eigentlich nicht – doch zu früh gefreut, am Montag kams noch doller.
Zunächst bin ich jedoch am nächsten Morgen mit dem Parkguide hinten aufm Moped ins nächste Dorf gefahren, Banda Nkwanta, wo ich aufs Dach einer sehr bekannten alten Moschee in Lehmbauweise steigen durfte. Unterwegs wurden wir von einem Polizisten angehalten, der recht humorlos meine Tasche und Kamera durchschaute, wohl bezüglich diskreten Informationen über den Damm, aber bis zu den Fotos ist er zum Glück nicht vorgestoßen. Wir haben zwar alles mit offizieller Führung durch einen der Ingenieure gemacht, aber hätte womöglich trotzdem Probleme gegeben. Man kommt sich schon immer ein bisschen vor wie in einem schlechten Film, weil die Polizisten hier alle mit schweren Geräten auf dem Rücken rumlaufen, aber bis auf den einen waren bis jetzt alle recht freundlich. Die zweite Station des Tages war dann Kintampo, wo es zum einen den offiziellen Mittelpunkt Ghanas (laut dortiger Inschrift zugleich das Zentrum des Universums) und zum anderen sehr berühmte Wasserfälle zu bestaunen gab, unter denen man sich erfrischend abduschen konnte, auch wenn mein halbnackter Obruni-Astralkörper leider eine ziemliche Attraktion darstellte 😉
Das unerwartete Highlight der Reise kam dann wie gesagt am Ostermontag. Nachdem ich zwischenzeitig pleite war und das Geldabheben einige Zeit und Umwege gekostet hatte, wollte ich eigentlich nur noch kurz im als sehr schön beschriebenen Benediktinerkloster Kristo Buase nahe Techiman vorbeischauen. Sehr schön war dann allerdings so dermaßen untertrieben, dass ich spontan noch eine Nacht dort dranhängte. Das Kloster lag, durch schattige Obstwälder und wilde Feuchtsavanne abgeschieden vom Rest der Welt, zwischen canyonartigen Felsen und prächtigen Gärten – ein Paradies auf Erden, eine Oase der Ruhe. Oder, ums etwas zeitgemäßer und dennoch religionsnah auszudrücken: Holy shit, göttliche Scheiße! Die Felsen boten eine noch herrlichere Aussicht als der Hügel in Bui, die Natur war noch vielseitiger und in den Klostergärten konnte man zum Beispiel reife Sternfrucht vom Baum pflücken und essen. Auch als Kurzzeitbesucher wurde ich gleich eingegliedert in das Leben der Mönche, unter denen auch zwei Weiße aus Schottland waren. Das heißt alle paar Stunden gemeinsames Gebet, Andacht oder Gottesdienst, was ich für den einen Tag als wirklich gute und einzigartige Erfahrung aufgenommen habe – hätte ich nicht gedacht, aber nach einem komischen Gefühl am Anfang hab ich das Beten und Singen am Ende eigentlich als relativ angenehm empfunden. Und ich hab fernab der Heimat doch noch auf ganz eigene Weise Ostern gefeiert.
Keine Angst, der eine Tag hat mir schon gereicht; soweit ich jetzt sehen kann, würde ich nie ein Leben lang ins Kloster gehen. Aber ich denke, die Zeit hier in Ghana hat mir die Selbstständigkeit und Offenheit gebracht, neue und ungewöhnliche Dinge einfach mal auszuprobieren – ins Kloster zu gehen, alleine durch ein fremdes Land zu reisen ohne einen festen Plan in der Tasche, jedes noch so seltsame Essen zumindest zu probieren, neue Kulturen kennenzulernen (ghanaisch-amerikanisch-indisch-schottisch-deutsch in fünf Tagen), sich womöglich bald die Haare radikal abschneiden zu lassen und so weiter, und dafür bin ich schon jetzt dankbar. Denn wer kann schon von sich sagen, einen Tag in einem afrikanischen Kloster gelebt zu haben.
Aus Kristo Buase in den örtlichen Trubel zurückzukehren, war dann fast so, wie aus einem Traum aufzuwachen. Plötzlich wieder hupende Autos, laute Musik, aufdringliche Verkäufer, enge, schmutzige Gassen, Obruni-Zurufe von allen Seiten – aber letztendlich eben die Rückkehr in den ghanaischen Alltag, den ich hier zu schätzen und lieben gelernt habe, und der – auch wenn man es sich manchmal erst wieder neu bewusst machen muss – einfach immer noch die größte Faszination von allem ist.
Ein sehr sonderbares Déjà-vu ganz zum Schluss bot die Ankunft in Denkyemuoso: Stromausfall, das ganze Dorf stockdunkel, überall unklare Gestalten, ich selbst verschwitzt, müde, hungrig und erschöpft von einer langen Reise, aber glücklich, angekommen zu sein – genau wie in der allerersten Nacht hier.
Viele von euch werden sich wahrscheinlich fragen, warum ich hier so viel alleine unternehme. Es wäre sicherlich etwas anderes, zu zweit oder in einer Gruppe zu reisen – vielleicht manchmal angenehmer, einfacher, ausgelassener, und ich glaube, nicht viele würden es so machen wie ich. Aber wenn ich so von den Shopping-, Strand- und Partyurlauben anderer Volunteers höre, denke ich mir, das ist nicht das, wofür ich persönlich nach Ghana gekommen bin. Ich freue mich jetzt schon wieder ein klein wenig auf gemeinsame Abende mit euch zurück in Deutschland und ich werde auch hier sicherlich nicht als Eremit leben, aber ich denke, ab und zu bietet das eigenständige Reisen doch die besten Möglichkeiten, seine Wünsche zu erfüllen. Suum cuique, wie der alte Lateiner zu sagen pflegt. Und so ganz alleine ist man hier eh nie, egal ob man nun ghanaische Touristenhelfer, indische Geschäftsleute oder schottische Mönche um sich hat.
Genug der Worte, liebe Grüße nach Deutschland, viel Spaß, Glück und Erfolg bei was auch immer ihr gerade macht und vorhabt! Ich hoffe, ihr hattet schöne Osterfeiertage, habt alle Eier gefunden und euch gehts genauso gut wie mir! Meine Ferien gehen jetzt eigentlich erst richtig los, mal sehen, wohin mich meine neu gewonnene Abenteuerlust treibt 😉
Machts gut,
Matze

PS: Noch eine Anmerkung zum letzten Bericht: Ich hoffe, es kam nicht so rüber, als wäre ich hier in Denkyemuoso am Verzweifeln und würde am liebsten zurückwollen – im Gegenteil. Natürlich sind manche Sachen anders und schwierig für mich, aber mein Wunsch und Ziel war und ist es immer noch, Afrika so kennenzulernen, wie es wirklich ist, und genau das tue ich gerade. Ich bin ja nicht hierher gekommen, um das Paradies auf Erden zu finden (auch wenn mir das in Kristo Buase zufällig geglückt ist), sondern um den Alltag zu erleben und mich Problemen zu stellen. Deswegen finde ich es auch weiterhin einfach nur fantastisch, dass ich in dem, was lange Zeit so fern schien, jetzt doch mittendrin bin. Ein Alltag voller Erfahrungen und Reisen voller Erlebnisse, was will man mehr.

So, das war der Bericht, wie ich ihn eigentlich gestern hochladen wollte. Blöderweise kam dann noch ein kurzer Krankenhausbesuch dazwischen (Verdacht auf Malaria und ich nehm jetzt auch die Medikamente, aber so ganz glauben kann ichs eigentlich nicht, dafür fühl ich mich zu gut). Alles halb so wild, muss man auch mal erlebt haben.
Also nochmal schöne Grüße und bis bald 🙂

So jetzt ist es …


So jetzt ist es schon über 3 Wochen her, dass ich deutschen Boden unter den Füßen hatte und wenn ich bedenke, dass ich schon 1/6 meiner Zeit hier bin, verging die Zeit echt schnell! Sehr viel ist seit meinem letzten Post zwar nicht passiert aber ein paar Kleinigkeiten gibt es trotzdem zu berichten.

Die Sache mit dem Haustier zum Beispiel erweist sich leider als schwerer als erwartet. Die Idee mit dem kleinen Affen an der Leine hab ich jetzt verworfen, worüber wahrscheinlich viele froh sind (ja ich hab eingesehen dass es wohl Tierquälerei ist und wenn die kleinen Kinder in meinen Haaren rumwuscheln und auf mir rumklettern reicht mir das vollkommen). Aber auch kleine Babykatzen sind schwerer zu fangen als gedacht. Anscheinend stehen sie nicht darauf, wenn man Nudeln oder fried jam nach ihnen wirft und es interessiert sie auch relativ wenig wenn man 2 Stunden bei 40° mit nem Fischkopf vor ihnen aufm Boden liegt. Aber ich geb nicht auf, schließlich kann ich noch über 5 Monate mit Fischköpfen rumliegen.

Im Kindergarten gibt’s eigentlich nicht viel neues, die Kinder verstehen mich meistens immernoch nicht (oder wollen es nicht) und mit meinen Paar Wörtern Twi komme ich auch nicht weit. Aber ich freue mich trotzdem jeden Tag über Kleinigkeiten. Als ich zum Beispiel darum gebeten habe, die Kinder wenigstens nicht mehr auf den Kopf zu schlagen, mussten ein Paar zwar ihre Pause kniend im Klassenzimmer verbringen (nachdem sie unsere gerade gepflanzten Pflanzen wieder herausgerissen haben..) aber damit kann ich umgehen. Weitere kleine Zwischenfälle, was vor allem die Toilettensituation im Kindergarten betrifft, erspare ich euch lieber. Es ist nur klar, dass hier dringend fließend Wasser benötigt wird..

Hinter die Tricks der Kleinen komm ich auch langsam. Letztes mal war ich mir auch sicher, dass ich jemandem schon Kreide gegeben habe. Natürlich bekommt er aber noch eins, wenn ich beim Durchsuchen nichts finde. Die Reaktion darauf war allgemeines Lachen, während er 2 Kreidestücke ausspuckt und wegrennt.

Trotzdem muss ich sagen dass ich schon einige sehr gerne hab (vielleicht auch wegen solcher kleinen Aktionen) und auch glücklich bin, noch viel Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen und alleine Unterrichten klappt im Kindergarten trotz mancher Verständigungsprobleme sehr gut! In der Senior High school schreiben wir dafür nächste Woche unseren ersten Test und ich bin schon gespannt wie der ausfallen wird!

Eine kleine Geschichte noch zum Schluss, dann hör ich auch schon wieder auf. Heute wurde ich nämlich zum ersten mal beklaut, als mir im Trotro meine Einkaufstüte vom Schoß gerissen wurde. Und auch wenn nur meine „laughing cow“ Eckerlkäs Tüte weggekommen ist, hätte ich ihm in dem Moment wahrscheinlich lieber mein Handy hinterher geworfen (Käse ist hier eher Mangelware..). Also geht’s morgen nochmal los, 45 Minuten alleine für den Hinweg. Wenn mir mal jemand in München gesagt hätte, dass ich eineinhalb Stunden für Schmelzkäse fahren würde, hätte ich ihm nen Vogel gezeigt. Also gibt’s heute Abend nur Kekse, dieses mal aber ohne Ameisen! Man lernt dazu, wenn eine Woche davor der letzte deutsche Keks von Ameisen übersät vor einem liegt, weil man vergessen hat, ihn in die Gefriertruhe zu legen (mein Kühlschrank besteht eher aus einer großen Gefriertruhe und da ich nicht so handwerklich geschickt bin das zu reparieren, verzichte ich lieber ab und zu auf mein Frühstück, da ich mit meinem gefrorenen Obst eher den Schmelzkäsedieb erschlagen könnte). Und auch wenn es schwer verständlich ist dass ich schon nach 2 Wochen deutsches Essen vermisst habe, in diesem Moment hatte ich Hunger und die Ameisen waren klein.

Das wars jetzt für heute von meiner Seite, liebe Grüße nach München und ihr wisst ihr fehlt mir ❤