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23. 01. 2012


Am Wochenende (dem 20. Januar) sind wir, das heißt alle von unserer Organisation, Nico und Max, nach Accra gefahren. Dort wollten wir alle zusammen am Freitag Party machen und am Samstag Eva in Accra treffen, die die ganze letzte Woche mit ihrem Vater rumgereist ist und am Samstag Geburtstag hatte. Wir wollten erst mit einem der öffentlichen Busse fahren, die waren aber um halb drei schon alle weg. Also doch mit dem Trotro. Das hat uns natürlich weniger gefreut, besonders als wir mal unseren ungemütlichen Platz hatten. Nach fünf ein halb Stunden waren wir endlich da. Auf dem Weg hatten wir noch einen kleinen Unfall: ein entgegenkommendes Trotro hat einen riesigen Ballen mit Stoffen vom Dach verloren und dieser ist dann mit hundert Sachen in unser, auch etwa 100 km/h fahrendes Trotro geknallt. Gottseidank hat es nur den Frontscheinwerfer und nicht unseren Fahrer erwischt. In Accra sind wir dann zuerst in unser Hostel gegangen. Das wo wir beim letzten Mal übernachtet haben war leider schon voll also mussten wir mit einem Guesthouse direkt nebenan Vorlieb nehmen. Wir haben 3 Cedi mehr gezahlt und haben im Haus von einer ganz netten Frau geschlafen, die einfach zwei Zimmer mit jeweils ein paar Betten vermietet hat. Das Problem war nur, dass wir ein paar mehr als nur „einige“ waren und so mussten dann die zwei Mädels im Wohnzimmer auf dem Bett schlafen. Am Abend sind wir dann so von einer Bar zur anderen gezogen,  waren noch in einem „irish Pub“ der zwar von einem Inder oder so geführt wurde aber alles von dem Flair eines deutschen irish Pub hatte. Hinzu kam noch, dass wir wussten, dass am Freitag dort ein Elektro DJ auflegt. Um halb fünf waren wir im Bett.

Am nächsten Morgen waren dann alle entsprechend fit und wir haben ganz viel von Accra gesehen. Der Inhalt unserer Tour: Bread & Egg Stand, Hotelzimmer. Wir haben allerdings auch noch das Hotel gewechselt und sind wieder in unser altbekanntes Hotel vom letzten Mal gegangen weil dort ein großes Zimmer frei geworden ist. Am Abend haben wir uns dann schon wieder fit für die Piste gefühlt und haben uns fertig gemacht um zum „Container“ zu gehen, eine kleine Ansammlung typisch ghanaischer Bar, also „Spots“ auf ghanaisch. Das sind meist entweder ganz einfache Hütten oder eben Container mit lauter Musik und, je nach Größe des Spots, einige bis ganz viele Plastikstühle und –tische. Direkt daneben gibt es einen der in Ghana sehr seltenen Sandwichstände. Also haben wir uns zuerst daran und später am Bier und anderen Dingen gütlich getan. Als Eva dann vom Flughafen kam wo sie ihren Vater hingebracht hatte musste sie, wie ausgemacht, für alle die Getränke zahlen. Das hört sich hart an aber es ist nicht wirklich teuer in Ghana eine Runde zu schmeißen, besonders nicht wenn man sich auf die billigeren Sachen beschränkt. An dem, ach ja an dem Abend davor auch, haben wir einen Typen getroffen dem wir letztes Mal schon von den Loszu Leuten vorgestellt wurden. Er kennt einfach viele Leute und so auch den einen oder anderen von der Organisation „Los zu Ghana“. Später sind wir dann auf seine Empfehlung noch in eine bessere (sehr viel bessere) Bar gegangen wo sie auch Elektro gespielt haben. Außerdem wurden wir von Marvin, dem vorhin beschriebenen Typen, einem weiteren Ghanaer vorgestellt. Dieser arbeitet am Flughafen und kann, sagt er zumindest, umsonst Gepäck für uns verschiffen. Das wäre zwar geil aber in Ghana kann man ja nie wissen. Auf jeden Fall bin ich dann schon gegen halb zwei mit einigen anderen nachhause gegangen und haben uns auf dem Heimweg noch angebratene Nudeln mit Ei und Würstchen geholt, eine Delikatesse die man in Ghana sonst eher nicht findet. Am Sonntag sind wir dann so gegen 10 Uhr morgens aufgebrochen, sind zur Trotro Station gefahren und wurden dort wieder mal enttäuscht: „Nein. Metro Mass Busse fahren am Sonntag keine nach Kumasi…“ Na toll. Wieder ins ein so unglaublich ungemütliches Trotro und fünf Stunden lang die viel zu langen Beine nicht bewegen, geschweige denn ausstrecken können. Hier habe ich dann auch einige Grundsätze zum Trotro fahren aufgestellt die vielleicht interessant sein könnten:

  1. Man nimmt das Trotro nur weil es so billig ist und man als armer Freiwilliger, der am Wochenende auch mal gerne feiern geht, kein Geld hat.
  2. Man denkt sich bei jedem Trotro wieder: „Das ist das schlimmste Trotro was ich je hatte…“
  3. Wenn man es irgendwie zustande bringt im Trotro zu schlafen, dann nur aus Langeweile und um die Zeit totzuschlagen, denn entspannend ist es nie. Denn wenn sich der Körper ausversehen doch einmal entspannt beschwert sich sofort der Nachbar.

Am Sonntagabend haben Konrad und ich dann noch zwei Leute von Loszu getroffen und heute bin ich morgens dann in die Schule. Jetzt sitze ich im Internetcafe und schreibe diesen Blogg.

Das war’s, bis dann, Jakob.

20. 01. 2012


Hallo erst mal. Ich hoffe ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr, ich hatte jedenfalls einen, dazu aber später mehr. Zuerst einmal will ich euch warnen. Dieser Blogg beinhaltet die Ereignisse von drei Wochen und zwar von drei Reisewochen, was das ganze ziemlich lang werden lassen wird. Dies ist ein Nachtrag dazu. Ich habe auf der Hälfte beschlossen diesen Blog wie ein Kurztagebuch aufzubauen und nur das wirklich wichtige einzubauen. Das startet dann ab dem 24. Dezember. Die Nummerierung ist, wie man sich schon denken kann, das Datum der Ereignisse. Viel Spaß beim Lesen!

Am 23. Dezember sollten also meine Eltern und mein Bruder gegen 8 Uhr abends in Accra ankommen. Das hieß für mich, dass ich mich nicht beeilen musste. Das dachte ich zumindest. Am 22., abends, hat dann ein Arbeitskollege aus Deutschland angerufen, der Ghanaer ist und zurzeit Urlaub hier macht. Wir haben uns also für den nächsten Morgen an der Busstation verabredet. Schon als ich, mit ein paar anderen Freiwilligen die mit mir im Taxi zur Station gefahren sind, ankam war ich etwas geschockt: Die Station war so proppenvoll, dass die Leute bis zur Straße anstanden und zweieinhalb Stunden allein für die Karten warteten um in die teuren aber luxuriösen VIP-Busse zu kommen. Da es aber schon etwa 11 Uhr war als wir (Mychael und ich) das herausgefunden hatten und ich weder Lust noch Zeit hatte fast 3 Stunden dazustehen, haben wir letztendlich ein Trotro nach Kasoa, einen Vorort von Accra, gefunden. Das Problem war nur, dass ich die ganze Zeit aufs Klo musste. Von Kasoa war es dann kein Problem nach Accra rein und zum Flughafen zu kommen. Ich hatte die Telefonnummer von einem Typen den Keykey (der Sohn des Gründers unserer Organisation) irgendwie kannte und der uns als Taxifahrer dienen sollte. Also rief ich ihn an sobald meine Familie angekommen war. Eine halbe Stunde später kam er dann auch vorbei und lehrte meine Eltern das Warten in Ghana. Im Hotel angekommen (nach ewigen Zeiten im Traffic von Accra um die Weihnachtszeit) wurde erst mal geschlafen. Am nächsten Morgen stand wie verabredet der Taxifahrer vor der Tür und hat uns schon gegen 6 Uhr morgens zu unserem „Beach Resort“ in der Nähe von Accra gefahren. Dieses war teuer aber genauso angenehm. Also haben wir den ganzen Tag am Strand entspannt und am Abend haben wir etwas Schönes zu Essen bestellt, es war ja auch der

24. Heiligabend. So kam es einem zwar überhaupt nicht vor, es war trotzdem schade als es mich auf einmal ganz krass erwischt hat. Ich habe mich ganz schwach gefühlt, mir war schlecht, ich hatte auf einmal garkeinen Appetit mehr. Auf dem Weg zurück ins Zimmer habe ich auf der Treppe zwei Pausen eingelegt weil ich nicht mehr konnte. Dann hatte ich die ganze Nacht Durchfall und Fieber.

25. Krank aufgewacht. 39° Fieber, Durchfall und dieses Schwächegefühl. War aber keine Malaria!

26. Strand, chillen. Extra noch einen Tag verlängert.

27. Früher Aufbruch nach Kumasi.  Mit dem Taxi nach Accra und von da mit dem VIP-Bus nach Kumasi. Familie besuchen, Rucksack beim Essen in einer Bar klauen lassen. Das verdirbt echt die Laune. Kamera, Sonnenbrille und Handy weg. Gewohnt haben wir in einem der edelsten Hotels. Unglaublich ungemütlich.

28. Umzug in neues Hotel. Das ganze Hotel für uns. Nette Atmosphäre. Mittags meinen ICT Lehrer treffen und mit ihm die Schule besichtigen, abends in der Ceci bar Rice balls gegessen. Leon wollte auch einen Anzug, also den Schneider über die Nummer  in meinem Anzug angerufen.

29. Morgens früh auf den Markt, Stoff kaufen, Markt zeigen, Schneider angerufen, Taxi geholt. Der Fahrer war ein Vollpfosten und hat es nicht gerafft. Irgendwann dann doch angekommen. Ich hole den Anzug dann ab und bringe ihn mit wenn ich wieder nach Deutschland fliege. Nummer von meiner Gastmutter vergessen, Direktorin von der Schule angerufen um die Nummer zu bekommen. Abends Fufu bei meinen Gasteltern.

30. Früher Aufbruch nach Cape Coast/ Takoradi. Leon und ich nach Cape Coast, Giselle und Werner nach Takoradi. Wir zum Feiern, die zum Entspannen.

31. Am Strand chillen, Abends das geilste Buffet, Feuerwerk und Party mit geiler Musik und jeder Menge cooler Leute.

1. Alle verkatert, chillen am Abend noch ein Bier. Phillip hat vergessen, dass er, nach dem Aufstehen auf der Liege gewesen ist.  Am Morgen sind dann die meisten gegangen.

2. Manche sind in den Kakum Nationalpark gegangen, Leon, ich und ein paar andere haben den Tag am Strand verbrach. Morgens Bread & Egg mit Laughing cow. Am Abend gab‘s ein zweites Silvester mit viel Bier und einem zweiten Feuerwerk. Danach schwimmen mit Ali (dem Besitzer der Lodge) und um 5 nochmal mit Max.

3. Weniger fit am Mittag dann Mutti und Vati im neuen Hotel treffen und dann wieder im Oasis essen gehen.

4. Morgens das Cape Coast Castle angeschaut, dann zu einer  Lodge im Dschungel mit (anscheinend) 40 großen Krokodilen.

5. Früh morgens mit dem Metro Mass Bus Richtung Accra zu Till’s Beach Resort aufgebrochen. Da dann den ganzen Tag noch entspannt und am Abend noch ein schönes Abschlussessen gehabt.

6. Mittags los, Taxi kam nicht, Leon gestresst, neues Taxi über das Hotel bestellt. Hat alles noch gut geklappt. Abschied am Flughafen und dann alleine mit dem Taxi durchs nächtliche Accra. Absteige. Krank (Erkältung), schlaflos (bis um 1 hat die Musik gespielt, in meinem Kopf dann weiter bis 3), Scheiße.

7. Morgens noch kränker aufgewacht. Malaria? Lab gesucht. Sabine & Phillip abgeholt. müde durch Accra gehirscht. Abends Nico, Mirja Jules getroffen Mirja kam etwas später da sie den Metro Mass genommen hat. Danach sind wir noch kurz ins Chicken Inn gegangen, ein Fastfood Lokal mit Parkeinweiser. Danach ins Bett in einem passablen Hotel mit Siebener Schlafräumen für 7 Cedi pro Person.

8. Gegen halb 10 (Chillergruppe) aufgestanden, nach Hohoe, ein größeres Dorf in der Voltaregion, gefahren und da am frühen Abend angekommen. Häuslich eingerichtet, manche haben für alle was zu essen geholt und dann wurde in der nächsten Bar etwas gegessen und getrunken.

9. Am nächsten Morgen wieder erst gegen 9 aus dem Bett und direkt weiter zu den Wli Waterfalls. Auf dem Weg das 2. Mal im Melcom, einem Supermarkt mit westlichen Produkten, gewesen. Tütensuppen und Mangosaft gekauft. Vom Hotel in der Nähe der Wasserfälle los. Mirja und Emmi sind nicht mitgekommen. Der Rest hat eine Wanderung im 45° Winkel gemacht. 2 Stunden hoch, 2 Stunden runter. Nassgeschwitz wird man auch nicht gesund. Am Abend eine Suppe gemacht und dann noch Nudeln bestellt. Dann noch Bier.

10. Die Rechnung am nächsten Morgen belief sich auf 30 Cedi allein für’s Essen allein für mich. Dann ewig auf ein Taxi oder ein  Trotro oder was sonst noch in diesem Fleckchen verkehren soll. Erst wollten wir zu noch weiteren Wasserfällen. Dann hatten  wir wegen erneut spätem Aufstehen keine Zeit mehr. Taxi nach Hohoe, dann in das Dorf in der Nähe vom Volta. In der Lodge gewaschen. Die Anderen sind noch an den Volta. Ich hatte noch zu tun und Nico wollte noch telefonieren. Also die Anderen zum Essen und Trinken in einem „Restaurant“ getroffen. Dort hat uns dann mal wieder ein Typ angelabert. Er hat gemeint er ist der Trainer eines 1.-Ligateams aus Accra und ob wir nicht Lust hätten am nächsten Tag zu einem Spiel zu kommen. Wir hatten keine Zeit und haben uns von ihm verabschiedet.

11. Diesmal wirklich früh (gegen halb 8) aufgestanden, mit Nico an den Volta Reis frühstücken und am Ufer sitzen. Verrückte Frau wirft  unsere Schale ins Wasser weil sie keine Kippe kriegt. Dann noch Kaffee gekauft und dann mangels heißen Wassers in der Lodge (sonst gibt es das immer umsonst) Eiskaffee aus dem Wasserbeutel entdeckt. Schmeckt mit Zucker wirklich gut. Gegen 12 Uhr nach Ada Foah aufgebrochen. Nach langer Trotrofahrt gieng es nicht mehr weiter und wir mussten ein Taxi mit drei Reihe für, ich glaube, 70 Cedi nach Ada Foah mieten. Im Ort noch was zu essen gekauft. Die Hütten waren mehreckig mit einem runden Strohdach. Die Moskitos haben sich gefreut. Wir nicht.

12. Am Vormittag haben Phillip, Sabine und Ich eine Bootstour gemacht. Es gab nur Motorräder ins Dorf und da wir nicht ewig Geld und Zeit hatten, haben wir zu dritt ein Motorrad genommen. Dort angekommen haben wir einfach einem Kapitän von den Booten zugestimmt, der vorgeschlagen hat uns mitzunehmen. Er wollte pro Person 5 für den Hin- und 5 Cedi für den Rückweg.  Das war günstig. Also haben wir uns in das große Boot gesetzt und wurden rumgeschippert. Schöne Fahrt, viele Bilder gemacht. Auf dem Rückweg wären wir fast noch Jetski gefahren, das hätte dann aber 30 Cedi für 10 Minuten gekostet. Soviel hatten wir nicht. Wir haben uns dann noch ein bisschen umgehört aber es wollte keiner unter 30 Cedi machen. Also wieder mit dem Motorrad zurück. Wir haben dann doch wenigstens zwei genommen. Mein Fahrer musste bei jedem Anlassen sein Motorrad kurzschließen was mich wieder daran erinnert     hat, dass wir immer noch in Ghana sind. Am Abend habe ich dann noch etwas in dem Restaurant    bestellt die anderen haben Sabine mit dem Motorrad losgeschickt und sobald sie weg war darüber gewitzelt ob sie wohl wieder zurückkommt. Eigentlich wollten Mirja, Emmi und Jules noch am Nachmittag nach Accra fahren, haben sich aber dann doch entschlossen noch eine Nacht zu bleiben.

13. Am Morgen sind Mirja, Emmi und Jules dann nach Accra, der Rest, Phillip, Sabine, Nico und ich, sind noch bis zum Mittag geblieben, dann sind wir mit dem Trotro nach Accra gefahren. Am Abend sind wir dann wieder in dem Hotel gewesen wo wir schon beim ersten Mal waren. Wieder sind wir im „Chicken Inn“ gewesen und dann sind wir noch in ein paar Bars gewesen bevor wir nachts um 3 Uhr Mirja zum Flughafen gebracht haben. Dort durften wir dann bis zum Boarding mitkommen weil es so leer war. Da hat man dann schon mal daran gedacht wie es wohl ist selbst wieder nachhause zu fliegen… Nico, Emmi und Jules sind dann gleich mit dem VIP-Bus nachhause nach Kumasi gefahren, Sabine, Phillip und ich sind noch eine Nacht im Hotel geblieben. Wir hatten nämlich noch am Abend den Trainer aus der Voltaregion wiedergetroffen und der hatte uns Karten für das Spiel am nächsten Tag im großen Stadion von Accra gegeben. Im VVIP-Bereich. Hihihi…

14. Da wir erst gegen 5 Uhr morgens ins Bett gekommen sind, sind wir auch erst ziemlich spät wieder aufgestanden. Als wir dann zu dem Spiel wollten, kam es uns etwas seltsam vor, dass niemand am Stadion war. Drinnen waren nur ein ganz paar Fans, das Spiel war aber trotzdem lustig. Hier haben wir dann noch Eva getroffen die in Accra war, um ihren Vater vom Flughafen abzuholen. Der VVIP-Bereich war einfach die Loge wo der Präsident immer sitzt, wenn er ein Spiel in Accra anschaut. Am Abend sind wir dann noch in eine Bar gegangen. Wir wollten eigentlich Döner essen gehen, beim einzigen Stand in ganz Ghana. Der hatte aber zu. Man kann sich nur schwer vorstellen wie frustriert wir waren. Als Entschädigung gab’s dann lecker Sandwich mit Ei, Salat und Chicken. Sabine und ich wollten dann och tanzen gehen und sind zu der Bar gelaufen wo es den Döner gab. Und auf einmal gab es ihn dann doch. Ich war eigentlich schon satt aber ein Döner geht ja bekanntlich immer. Immerhin, es gab Yufka mit Salat, Ketchup, Mayo, und natürlich Dönerfleisch. Geil… J Danach sind Sabine und ich eigentlich nachhause gegangen aber dann kam aus einem Hinterhof Musik und wir wollten ja eigentlich noch tanzen gehen! Also rein in die Privatparty, wir wurden auch immer wieder herzlich dazu eingeladen. Um punkt 12 Uhr waren wir dann zuhause.

15. Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich noch in einen „Zauberwald“ auf der Strecke nach Kumasi, ich habe mich dann aber nicht so gut gefühlt, hatte Durchfall und wollte auch nach drei Wochen einfach mal wieder nachhause. Also habe ich alleine ein Trotro genommen. Auf dem Weg habe ich dann immer wieder Sabines und Phillips Trotro gesehen. In Kumasi war es irgendwie komisch, dass man sich in Tanoso ganz so heimisch gefühlt hat. Am Abend habe ich mich dann noch mit Nico und ein paar neuen Freiwilligen aus Schweden von Loszu in einer Bar getroffen.

16. Morgens hätte ich eigentlich in die Schule gemusst, ich hatte ja schon eine Woche geschwänzt. Ich war aber zu müde und habe den Tag stattdessen mit Filmeschauen und Schlafen verbracht.

17. Am Dienstag war ich dann zwar in der Schule, kam aber definitiv zu spät zu meinem Unterricht und habe also nichts gemacht. Am Abend dann wieder Nico in einer Bar getroffen.

18. Am Mittwoch habe ich dann bis um 10 Uhr verschlafen und da konnte ich ja dann nicht erst um 11 Uhr in der Schule aufkreuzen, also habe ich es ganz gelassen. Ich hatte nur eine Stunde und ich teile mir die Stunden sowieso mit dem ICT Lehrer dem das, laut ihm, nichts ausmacht wenn ich mal einen Tag nicht komme.

19. Die Schuldirektorin, die auch gleichzeitig Gastmutter von Eva ist, geht jetzt in Rente und jetzt ist unsere Gastmutter als Stellvertreterin die, die das Sagen hat. Am Donnerstag wurde ich gleich von dieser angesprochen. Ich sollte die Ergebnisse der Exams in einer Excel Tabelle festhalten. Na toll. Da war ich bis heute, dem 20. Januar dran. Zwischendurch habe ich dann noch diesen Monsterblogg geschrieben. Heute werden wir alle, das heißt die Leute von unserer Organisation und ein paar von Loszu, nach Accra fahren weil Eva morgen Geburtstag hat. Davon berichte ich aber in einem anderen Blogg, auch wenn ich es heute nicht mehr schaffe diesen hier hochzuladen.

Bis dann, es grüßt euch alle Jakob

I had the time of my life :) – Weihnachtsferien


Zuerst einmal nachträglich meiner ganzen Familie, meinen Freunden, Bekannten und allen, die meinen Blog verfolgen ein gesundes neues Jahr, Glück, Erfolg und Spaß, bei allem was ihr tut!

Ich muss nun darauf hinweisen, dass dieser Blogeintrag wohl ziemlich lang wird, da ich in den letzten zwei Wochen eine unglaublich schöne und ereignisreiche Zeit hatte. Also, los geht’s:

Wie schon erwähnt waren die letzten Wochen vor den Ferien nicht allzu entspannt und leicht für mich und so bin ich mit großer Freude am 23.12. um fünf Uhr aufgestanden, um in Richtung Süden zu fahren. Mit uns fünf (Sabine und Jakob bewegten sich ohne uns gen Accra um Familienangehörige abzuholen) fuhren noch acht andere Freiwillige an die Küste, sodass wir uns ein ganzes Trotro mieteten. Unser Ziel war die Green Turtle Lodge, eine kleine Anlage fast direkt am südlichsten Punkt Ghanas (Cape Three Points), völlig abgeschieden, umgeben von Wildnis, Palmen und einem paradiesischem Strand. Etwas überrümpelt habe ich mich bei der Ankunft gefühlt. Ich konnte meine Augen einfach nicht mehr von dem paradiesischem Bild lassen: Eine Bar, Holztische, kleine Lehmhüttchen im Palmenwald direkt am Strand und keine 30 Meter von unserem Schlafraum bis zum Meer, sonst nichts. Einfach mal Nichts. Kein Lärm, kein Gestank, keine Aufmerksamkeit. Ich wollte alles auf einmal und doch keine Hektik. Die Atmosphäre war sehr familiär. Die Bedienung kannte uns binnen kurzer Zeit (man lies sich Essen und Trinken an der Bar immer alles Aufschreiben, von daher nicht allzu schwierig), wir kannten auch die Bedienung schnell, hatten lustige Gespräche und Abende mit ihnen verbracht. Es waren viele Deutsche in der Lodge, aber auch Engländer, Amerikaner, Holländer und Franzosen waren gekommen um Weihnachten hier zu feiern. Weit, weit weg von allem Trubel. Ich dachte zuerst, dass ich Weihnachten ohne meine Familie schwer feiern könnte und ich Heimweh bekommen würde. Aber als dann Lea am 24. in der früh mit ihrer mitgebrachten Blockflöte anfing Weihnachtslieder zu trällern verging mir schnell die Lust auf dieses deutsche Weihnachten. Es ist einfach nicht das selbe und am Strand bei 30 Grad an Weihnachten zu denken. So verbrachten wir den heiligen Abend mit einem exzellentem Essen, am Strand sitzen, Konrad beim Saxophon spielen zuhören und reden. Und es war gut so, es war anders aber unglaublich schön!!! Die Tage darauf verbrachten wir einfach nur lesend,Volleyball spielend, im Wasser planschend (die Jungs sind gesurft, für uns Mädels waren die Wellen zu hoch, um tiefer als zur Hüfte ins Meer zu gehen. Wir wurden anfangs zu oft überspült und herumgewirbelt), schlafend und redend (Ich bin begeistert, wie frei und offen ich mich inzwischen auf Englisch unterhalten kann), Sandburgen bauend und nachdenkend. Für Matthias und Maria, „unsere“ Besucher aus Deutschland, war es anfangs sichtlich schwer nachzuvollziehen, wie wir sieben Tage einfach nur nichts machen konnten. Doch später, als wir wieder in das richtige ghanaische Leben einstiegen verstanden sie unser Bedürfnis.

In der Green Turtle Lodge bekamen wir morgens, mittags und abends sehr gutes europäisches oder ghanaisches Essen aufgetischt, je nachdem, was wir bestellten. So hatten wir an einem Abend Pizza, am anderen Schwertfisch mit Reis, dann mal Nudeln mit Knoblauchsoße und dann wieder Reis mit Mango-Gurken Stew. Und jedes mal beschlossen wir am nächsten Tag mit dem sparen anzufangen. Hat nie so geklappt wie wir wollten. Zu allem Überfluss gab es abends Cocktails, die man frisch gepresster gar nicht mehr bekommen konnte. Wenn wir Lust gehabt hätten, hätten wir uns sogar eine Kokosnuss von einem der vielen Palmen nehmen können, sie öffnen können (was im Übrigen unser Nachmittagssnack jeden Tag war. Danke dafür nochmal an Konrad, dessen Hobby es geworden war Kokosnüsse zu jagen und zu öffnen) und daraus einen Pina Colada trinken können… :-) Ja, in der Lodge lies es sich leben! Das alles entschädigte die (sauberen) Plumsklos, den fehlenden Strom in den Schlafräumen (Öko-Lodge) und die Sandflöhe (Füße waren am Schluss blutig gekratzt…). Es lies sich trotzdem super dort leben!

Gelegentlich machten wir uns dann doch mal auf um etwas zu sehen. So schauten wir uns das kleine Fischerdorf in der Nähe an, das eine fantastische Lage zwischen zwei Buchten hat, oder machten einen Turtle Walk. Leider suchten wir zwei mal vergebens nachts kilometerweit den Strand nach Schildkröten ab. Dafür hatten wir aber doch zwei sehr ruhige und schöne Strandspaziergänge, über uns Sterne, die ich selten so schön gesehen habe, und unter unseren Füßen Algen, die man nicht bei Tageslicht sieht, aber wenn man im Dunklen auf sie tritt glitzert der Sand. Wunderschön!

Leider gingen die sieben Tage meiner Meinung nach viel zu schnell vorbei. Ich habe mich selten so ausgeruht und ruhig in Ghana gefühlt. Also mussten wir uns schweren Herzens am 30. Dezember von der kleinen Lodge im Süden verabschieden und ein Trotro gen Cape Coast nehmen, wo wir in einem Beach Resort für vier Nächte Zelte gebucht hatten. Das besagte Oasis Beach Resort nahe des Zentrums von Cape Coast wurde von einem deutsch-türken aus Stuttgart aufgebaut und bis heute geführt. Kein Wunder, dass uns bei der Ankunft massenweise Deutsche empfingen. Das Oasis liegt am Strand mitten in Cape Coast. Es ist laut, es riecht wieder nach Ghana, es sind viele Menschen unterwegs und die entspannte Atmosphäre ist zerstört. Wir wurden zu den Zelten geführt, die von der Anzahl nicht ausreichend waren und so mussten wir unser Gepäck woanders hinsperren um Platz zu sparen. In der Nacht war es laut, es war hell und es war eng im Zelt. Ich war völlig überfordert, vom Kopf her noch nicht aus der ruhigen Lodge draußen. Das änderte sich aber schnell am nächsten Tag, da alle in Silvesterstimmung waren. Und schon war auch ich wieder drinnen im Trubel. Geschwommen bin ich leider nie, da es an dem Strand, im Gegensatz zu dem bei der Lodge, voll war mit Einheimischen, die die Weißen Touristen ein bisschen nerven wollten. Das war mir dann doch zu viel und so bevorzugte ich es angezogen zu bleiben.

Die Silvesterfeier im Oasis war super! Neben DJ, guten Verstärkern und einer Tanzfläche stimmte einfach die Stimmung. Es waren Weiße als auch Schwarze am feiern und es hat einfach alles gepasst. Nachdem wir schon einmal um 11 Uhr für die Deutschen anstießen wurde um 12 dann nochmal für alle angestoßen („Afehija paa!“). Ali, der Besitzer des Oasis, hatte ein großes Feuerwerk und zwei rießen Lagerfeuer am Strand organisiert und als das vorbei war ging die Party weiter. Neben dem ghanaischen Pop wurden endlich auch mal wieder Lieder gespielt, zu denen man gut tanzen konnte. Wir waren alle im siebten Himmel :-) ! Um halb acht verließ dann der letzte die Tanzfläche.

Eigentlich wollten Lea und ich um acht Uhr ein Neujahrsschwimmen machen, was aber leider ins Wasser fiel, weil die Wellen mal wieder zu hoch waren. Dafür hatten wir gleich ein sehr interessantes Gespräch mit einem Ghanaer. Mein erstes Gespräch im neuen Jahr war also mit einem Rastamann mit Joint in der Hand, der behauptete, dass er auf unsere Sachen aufpasst, wenn wir ins Wasser gehen. Außerdem bekam ich für das neue Jahr von ihm ein paar Weisheiten mit auf den Weg: die Sonne in Afrika ist nicht schädlich, da da nicht so viele Chemikalien wie in Europa drinnen sind UND Marihuana ist gut für die Gesundheit, vor allem wenn man jeden Tag einen Joint raucht. Man steigert damit sein Wissen. Somit starte ich gleich mit einem neuen Wissen ins neue Jahr. Sonst passierte an dem 1.1. nicht sonderlich viel, da alle es bevorzugten liegen zu bleiben. Am Tag darauf wurde ich dann mit Flitzepupu beschert (nur um das mal klarzustellen: Das ist durchaus das Gesprächsthema #1 hier. Jeden morgen kommt von jedem eine Analyse: „Und geht’s?“ – „Nein, es läuft“. Also ich rede hier jetzt nicht weniger offen…), was mich dazu zwang daheim zu bleiben, während die anderen den Kakum Nationalpark besuchten. Da werde ich aber sowieso in zwei Wochen nochmal hingehen, deswegen ist das nicht ein allzu großer Verlust. Am Abend gab es dann nochmal eine kleinere, schon fast Privatparty im Oasis die wir in vollen Zügen genossen. Und dann mussten wir auch am 3.1. das Oasis wieder verlassen. Eine etwas kleinere Gruppe von uns machte sich letztendlich noch auf den letzten Teil unserer Reise, in die Volta Region.

Unser erstes Ziel war Akosombo, ein kleines Dörfchen noch auf der linken Seite des Volta, kurz vor dem Staudamm. Dort bekamen wir eher zufällig ein Zimmer in einem teurem Wellnesshotel. In unserem Reiseführer war bei den Preisen versehentlich eine Null zu wenig gestanden, also fragten wir nach. Letztendlich bekamen wir zu acht ein Doppelbettzimmer, dafür aber auch einen Pool und eine herrliche Aussicht über den Volta. Fast schon zu kitschig, zu romantisch und zu absurd. Es ist unglaublich schade, dass die Ghanaer selber so wenig von ihrem Land zu sehen bekommen und so wenig davon profitieren. In der Hotelanlage waren wieder nur Weiße und vereinzelt Schwarze, die aber alle aus anderen Ländern stammten. Leider hat man häufig das Gefühl, dass man hier den Blick für die schöne Natur verloren hat und nur noch stolz auf die neuen Entwicklungen ist… Dieses Hotel gab uns zu denken…

Am Tag darauf fuhren wir zu unserem letzten Ziel: Hohoe. Die Trotrofahrten in der Voltaregion waren für mich die schlimmsten, da durch die doch halbwegs gut geteerten Straßen die Fahrer dachten sie könnten rasen was das Zeug hält. Frei nach dem Motto: Kommt n Schlagloch, flieg ich drüber! Überholmanöver mit 140 km/h kurz vor Kurven eingeschlossen. Aiaiaiai…. Leider machten wir mit dem Trotrofahrer keine gute Erfahrung. Der wollte von uns allen 2 Cedi Gepäckgeld. Während der Fahrt fragten wir dann Ghanaer, ob sie auch zahlen müssten für ihr Gepäck. Die mussten das nicht, deshalb protestierten wir, woraufhin der Fahrer handgreiflich wurde und mit aller Gewalt versuchte unsere Sachen am Schluss wieder einzuladen, bis wir ihm das Geld gaben. Das ist ein sehr großer Nachteil für Touristen, dass man einfach zu oft verarscht und ausgetrickst wird, wenn man nicht aufpasst. Meiner Meinung nach ist das ein rassistischer Gedanke und bringt die Ghanaer absolut nicht weiter, was uns sehr traurig macht. Auch sie sollten anfangen die Weißen wie die Schwarzen zu behandeln…

In Hohoe nisteten wir uns in ein Hotel ein, das doch eher den Volunteerpreisen entsprach, trotzdem aber gut geführt war, für ghanaischen Standard. Leider holte mich tags darauf der Durchfall wieder ein und so fiel ich mal wieder einen Tag aus. Der Tag, für den die Wli Falls, die größten Wasserfälle Ghanas vorgesehen waren. Barbara, eine Freiwillige, die mit uns kam, blieb Malariabedingt mit mir im Hotel. Dafür gingen wir am nächsten Tag alle zusammen in das Tafi Atome Monkey Sanktuary, in dem wir durch einen Wald geführt wurden und kleine Äffchen füttern dürften. Sehr süß :-) Leider bekamen wir während der ganzen Volta Region Reise den Volta See niemals zu Gesicht. Es waren doch zu viele Sachen, die wir machen wollten und eindeutig zu wenig Zeit und letztendlich auch zu wenig Geld um noch länger zu bleiben. Deshalb hieß es für uns ende der letzten Woche: Ab nach Hause – esst wieder ghanaisch!! Nach einer zehn Stunden Trotrofahrt mit keiner Beinfreiheit (Ich musste mich sogar schräg setzen, damit ich zwischen die Reihe passte) trafen wir schlapp aber glücklich und überhäuft mit Erfahrungen und Eindrücken, wieder in Kumasi ein, ich aber auch ein Handtuch, ein Shampoo und mein Handy weniger…

Diese zwei Wochen waren für mich wunderschön und ich bin unendlich dankbar Ghana auch mal aus dieser doch eher touristischen Sicht gesehen zu haben. Ghana ist ein unglaublich schönes Land und hat viele schöne, sehenswerte Ecken. Das ist ein ganz großer Pluspunkt und ich werde sicher wieder zurückkommen um noch mehr davon zu sehen!  Ich danke an der Stelle auch der Gruppe, mit der ich unterwegs war. Mit euch hat es einfach super  viel Spaß gemacht und ich würde es jederzeit wiederholen!

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